da ich von allem außer grammatik eine ahnung habe, war es mir in den letzten 20 minuten - wie in den letzten 20 jahren - nicht möglich, das prinzip der stärke von verben zu verunnerlichen. auch wikipedia holf nicht wirklich.
ich backte .. ist regelkonform
ich buk .... will man retten und ist nicht mehr regelkonform
stimmt das?
meine frage ist aufrichtig und öhrlich gemeint :-))
Na klar ist buk noch regelkonform.
Es wird bloss nicht mehr verwendet, weil´s keiner mehr kennt.
Wenn du ,,regelkonform" durch ,,regelmäßig" ersätzest, legasto, dann stümme dein Beispiel. (Außer, ich bringe mal wieder Unregelmäßigkeit und Stärke durcheinander)
ja, und was ist stark und schwuch? also starke und schwache biegung?
Oh je, das ist ein Thema, über das hier schon oft und viel und umständlich diskutiert wurde. Ich versuche mal eine kleine Zusammenfassung:
Schwache Verben erkennst Du daran, dass sie im Präteritum auf -te, im Partizip II auf -t enden.
Beispiele:
backen - backte - gebackt
stärken - stärkte - gestärkt
wissen - wusste - gewusst 1
Starke Verben haben keine Extra-Endung für Präteritum und Partizip. Die (Zeit-)Form kannst Du ganz einfach am geänderten Stammvokal erkennen.
Beispiele:
a-u-a
backen - buk - gebacken
tragen - trug - getragen
i-a-u
finden - fand - gefunden
trinken - trank - getrunken
e-a-o
sterben - starb - gestorben
werfen - warf - geworfen
Die starken Verben lassen sich - wie hier demonstriert - in so genannte Ablautreihen einsortieren. Das heißt, sie wechseln den Vokal nach einer bestimmten Regel. Man muss nur wissen, welche Regel für das entsprechende Verb gilt. Streng genommen gehören dadurch auch die starken Verben zu den regelmäßigen Verben.
Für mich persönlich werden sie allerdings weiterhin unregelmäßig bleiben. Sie verhalten sich schließlich nicht so, wie es die meisten - nämlich die unregelmäßigen schwachen - Verben tun.
1Wie Du siehst, gibt es unter den schwachen Verben auch unregelmäßige, die zwar das
-te der schwachen Konjugation, aber wie die starken Verben einen Vokalwechsel aufweisen.
Zitat von: VerbOrg in 2007-03-31, 10:09:47
Man muss nur wissen, welche Regel für das entsprechende Verb gilt. Streng genommen gehören dadurch auch die starken Verben zu den regelmäßigen Verben.
Für mich persönlich werden sie allerdings weiterhin unregelmäßig bleiben. Sie verhalten sich schließlich nicht so, wie es die meisten - nämlich die unregelmäßigen schwachen - Verben tun.
Einen Sonderpreis in Diplomatie für VerbOrg! ;D
Preis beiseite - zum Thema backen
Das Verb backen wurde ursprünglich - zumindest entnahm ich es so dem Grimm (http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GB00080) - stark konjugiert:
backen - buk - gebacken.
Dabei ist es egal, ob man sagt
"Der Kuchen buk." oder "Ich buk den Kuchen."
Ich persönlich kenne das Wort backen im Sinne von Zubereitung einer Speise im Ofen nur als starkes Verb.
Heutzutage wird auch die regelmäßige schwache Form
backen - backte - gebackt
synonym gebraucht.
Es gibt Leute, die diese beiden Formen dahingehend unterscheiden, dass man das transitive backen, also ich backe etwas schwach konjugiert (backen - backte - gebackt), und das intransitive backen, also etwas bäckt/backt selbst stark konjugiert wird (backen - buk - gebacken).
In diesem Aufsatz (http://verben.texttheater.net/v3/paare.htm) findet man beispielsweise diese Unterscheidung zwischen den beiden Konjugationsarten des Verbs.
Aber wie gesagt, die ursprüngliche Konjugation war in beiden Bedeutungen die starke.
Anders verhält es sich mit dem Verb backen im Sinne von (fest-)kleben. Das wird meines Wissens immer schwach konjugiert.
Es klänge auch merkwürdig, wenn man sagte:
Meine Finger buken aneinander fest, weil ich die Teigreste noch nicht abgewaschen hatte.
In der mir aus meinem Elternhaus geläufigen Umgangssprache werden die beiden Formen (ohne Differenzur der transitiven und intransitiven Formen) vermischt: backen (bäckt), backte, gebacken.
Zitat von: VerbOrg in 2007-03-31, 16:22:10
Es klänge auch merkwürdig, wenn man sagte:
Meine Finger buken aneinander fest, weil ich die Teigreste noch nicht abgewaschen hatte.
Und hinterher waren sie aneinander
festgebackt? In meinen Ohren klingt das viel eher merkwürdig als dein buken-Beispiel.
In diesem Fall für mich "festgebacken" (obwohl ich es wahrscheinlich am ehesten gar nicht so sagen würde). Trotzdem hat für mich der Schnee beim Schneemannbauen nicht so recht gebackt, keineswegs nicht gebacken.
Für mich waren die Finger aneinander festgebackt, ja.
Ebenso wie der Schnee, der nicht recht kleben wollte, nicht richtig egebackt hat.
Ich hatte die Finger ja nicht zusammen mit den Teigresten im Ofen. Sie waren einfach nur extrem klebrig. Und da hatten die Finger aneinander gebackt (Zustand), waren also zusammengebackt (Ergebnis).
In meiner mecklenburgischen Heimat benutzt man in diesem Sinne statt backen auch das noch klebriger klingende backsen, das auch lautmalerisch den schmatzenden Ton des Auseinanderreißens zusammengebackster Sachen darstellt. Und dieses backsen ist nie und nimmer nicht stark.
Ist backsen also kategorisch von der Behulnd durch die GSV ausgenommen?
Nein, das ist es nicht. Das Verb ward mir einfach nur noch nie in starker Form untergekommen.
Was schert uns der norddeustche Sprachgebrauch in der neustchen Sprache?
backsen - buks - bükse - gebacksen