Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Öffentliche Bretter => Neue Ideen => Thema gestartet von: versucher am 2005-08-27, 12:28:41

Titel: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: versucher am 2005-08-27, 12:28:41
Ich habe jetzt leider nicht die Zeit, die Liste zu prüfen, aber ich glaube, folgende Verben sind noch ungestorken:

treideln
flöhen, erhöhen
filzen
verarschen
salben
segnen
wurmen
reihern
schürfen
parken
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: versucher am 2005-08-27, 12:35:49
Oh, Momentchen, so schnell wollte ich gar nicht auf Eintrag drücken, ich Narr!

Es kommen noch

äsen (wie fräsen?)
eindosen (wie verwahrlosen?)
abdampfen, mampfen, verkrampfen
übermannen
pflöcken
schaufeln
blödeln
einlullen

hinzu.

Wäre nett, wenn ihr Vorschläge mücht.

Ein Verb stärke ich selbst:

liebedienern - libido - liebedirn - liebedornen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2005-08-27, 13:17:04
Leider habe ich auch nicht viel Zeit, schade, ich könnte mir sonst kaum etwas Schöneres vorstellen, als Dir diese Verben zu stärken. Vielleicht findet sich ja ein noch größerer Narr... ;D
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: versucher am 2005-08-27, 20:43:36
Amarillo! Ich bin erschortten! Schon größeren Firmen als uns hat Arroganz gegenüber ihrem Kerngeschäft geschuden! Und das von dir, einer unserer bestesten Kräfte! Ich bin entriasten, entriasten bin ich! Oh, das war ja ein neuer Stork! Juhuuu!!! *vondenweißentypenwiedereingefangenwerd*
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-08-27, 20:53:17
Du lieber Narr!!!
Was ist nur mit dir los?
Wieso wirfst du Amarillon Arroganz gegenüber dem Kerngeschäft vor? Er hat doch in letzter Zeit wahrlich dafür gesorgen, dass zwei Mengen Storke in die Listen gestollen wurden.

Wieso obliegt das Kerngeschäft denn deiner Mien nach hauptsächlich uns und nicht auch deiner Wenigkeit. Wenn du schon Verben findest, die unbedingt noch des Starks durch uns bedürfen, dann walte deines Amtes und schaff Abhilfe. Schließlich bist du doch selbst ein vollwertiger Gesellschafter.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2005-08-27, 21:52:07
Auch ich bin sprachlos. Nepo-Typ. 8)
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2005-08-27, 22:38:48
Oh weh, liegt dem Narren das Handwerk der Stärkung nicht? Kein Grund, ihm das Handwerk zu legen. Ich hab mich hinreißen lassen, die Verben selbst zu stärken, außer wurmen, bei dem mich keine Muse koss. Ich weiß, nicht gerade gut für den pädagogischen Wert der Übung, aber Spaß hat's schon gemacht. Eine nette Auswahl zu stärkender Verben, zugegeben, ist nicht nichts... :)
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-08-28, 07:34:09
Spielverderber!!!

Aber na gut, wenn du denn selbst schon alles außer wurmen gestorken hast, dann mach ich mich da auch noch dran. Des Vollstands halber.

wurmen - worm - wörme - gewormen
zwingender weiterer Stork:
wärmen - wirm - wirme - gewarmen1

1
ich hab' mich da einfach mal von hängen leiten lassen.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: versucher am 2005-08-28, 10:53:26
Je nun, Kilian hat sich der Storke selbst bemachtogen, aber er zieg, warum er der Storkmeister ist. Genialospezialo!
Nur eins ist zu bemängeln: es steht nun "bemann" statt "bemannen" in der Liste, und außerdem hatte ich mir ja eigentlich "übermannen" gewonschen. Ich weiß nämlich nicht, was ich mit dem "über" machen soll.

übermannen - minnt über - monn über - männe über - übermannen?

Und was ist mit meinem Vorschlag für liebedienern? Er wird im Update gar nicht angepriesen. Aber danke für die Aufnahme in die Liste. Trotzdem.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-08-28, 10:58:34
Zitat von: versucher am 2005-08-28, 10:53:26und außerdem hatte ich mir ja eigentlich "übermannen" gewonschen. Ich weiß nämlich nicht, was ich mit dem "über" machen soll.

übermannen - minnt über - monn über - männe über - übermannen?

Ja sind wir denn hier bei "Wünsch dir was"?
Das mit dem Präfix wirst du ja noch selbst gebacken kriegen (haste ja auch).
Wo kämen wir denn da hin, wenn jedes Verb mit all seinen möglichen Vorsilben in der Liste auftöche?

Der arme Scheff, der das alles einpflegen müsste.
Und die armen Leute, die sich dann durch die voll überlange Liste kämpfen müssten, söchen sie ein kleines Verblein.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2005-08-28, 11:45:09
Genau, ich nehm immer das blasseste, häufigste, normalste Präfix, das vorkommt, wenn es das Verb ohne Präfix nicht gibt. Da gibt's eine imaginäre Rangliste in meinem Kopf, sie dürfte ungefähr so aussehen:

1. ge-
2. be-
3. er-
4. ver-
5. zer-
6. aus-
7. ent-
...

Könnte man auch mal systematisieren und versammelsuren.

Entschuldige, lieber Versucher, da ist mir deine schicke Narretei in der Nachricht doch glatt durchgegangen. Versäumnis behoben.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: J** am 2005-10-25, 09:03:45
ich hätte noch anzubieten:

bestaunen - bestien - bestäune - bestienen
füttern - fürtt - fürte - gefürten
futtern - furtt - furte - gefurten
(be) eiern - (be) ier - (be) iere - (be) eiern
kärchern - karch - kärche - gekarchen
(ab) flexen - floox (ab) - flöxe (ab) - (abge) flooxen
drechseln - drolch - drölche - gedrolchen
sägen - såg - säge - gesägen
spachteln - spolcht - spölchte - gespolchten
(re) parieren - paror (re) - paröre (re) - (re) paroren
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-10-25, 17:26:57
Bei "drechseln" würde ich in den anderen Formen noch das "s" hinters "ch" packen. Das hat sich anscheinend aus dem Staub gemachen.

Bei "sägen" gefällt mir die Form in => Antwort 52 (http://verben.texttheater.net/forum/index.php?board=3;action=display;threadid=211;start=45) des "A B C D F G H"-Fadens besser. (Ich liebe nun mal Diphtonge.)

Bei "kärchern" öre ich für einen Doppelkonsonanten pläd. Das zweite "r" bliebe sonst auf der Strecke, das Ärmste...   :'(

"reparieren" fällt eh unter die "ieren"-Verben und bedarf m.E. keiner extranen Auflistung.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2005-10-25, 20:24:29
Dankeschön! Ein bisschen hab ich noch verornden, könntaja nachgucken! ;)

füttern ist eine Art Kausativ zu futtern und sollte daher ungestorken bleiben, siehe:
* http://verben.texttheater.net/v3/paare.htm
* http://verben.texttheater.net/forum/index.php?board=3;action=display;threadid=129
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-10-25, 20:34:28
Weißeln - was für ein schönes Verb.

"Was hast du denn für eine tolle Jacke an? Die hat ja tolle weiße Flecken. Ist das jetzt der letzte Schrei?"
"Was? Wo? - Oh, da muss ich an der Kellerwand langgeschrappen sein. Dabei hab' ich mir wohl den Rücken gewilßen."

schrappen - schropp - schröppe - geschrappen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-12-08, 20:03:18
Mich noch nicht den Partizipien zugewandt habend, grolb ich letzte Nacht, wie man denn das Verb (an-)schmiegen störke.

Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2005-12-09, 02:03:57
Ich sach ma so: Im Liegen schmiegt sich's besser aneinander als in freiem Flug (in Schwerelosigkeit wäre das vielleicht anders) oder - noch schlimmer! - in Flugzeugsitzen. Danke für den Stork! ;D
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Bertl am 2005-12-09, 12:07:28
Ja nun eh. Bekanntlich schrieb Herr Walther in jenem Gedicht, dessen zwei Anfangszeilen sogar an Wiener Kaffeehaustheken [-bud'ln], fast allzu oft, daherzitoren werden:... - Neben jenen Zeilen hört man übrigens noch hin und wieder ein Fragment eines Merseburger Spruches, volksläufig endend: "Sose gelimida mugen sin." Ich sag euch eines, Leute: Das "mugen" müßt ihr streichen, das hat hier nichts verloren. - Vielleicht könnt ihr euch wegen dieses Fehlers die gebrochenen Haxen nicht wieder ganz zaubern.
Nun aber zurück zu W. v. d. V.:
"ich hete in mîne hant gesmogen daz kinne und ein mîn wange."
Und nicht "gesmegen", bittschön.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2005-12-27, 08:56:08
rasten - riest - rieste - gerasten

So steht's in der großen Liste.
Lasst mich einen Alternativstork vorschlagen, frei nach dem sprichwörtlichen Motto: "Wer rastet, der rostet":

1) Wenn die Rast in der Vergangenheit liegt, dann ist sie schon ganz Rost
2) Birgt so eine Rast nicht auch die Molg zu Essenszuberitt?

Also:

rasten - rost - röste - gerosten


Was ist einxlich aus dem Verb entpuppen ("Roter Faden" ab Antwort 199) geworden?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2006-01-11, 01:24:04
Hier ein paar Vorschälke:

klettern: klartt, klärtte, geklortten
klittern: klortt, klörtte, geklurtten
peinigen: pienag, pienäge, gepienegen
richten: rocht, röchte, gerochten
schämen: schiemt, schiam, schiöme, schiem, geschiamen
spiegeln: spilgt, spolg, spölge, spilg, gespolgen
stranden: strindt, strond, strönde, strind, gestronden
trampeln: trälmpt, trolmp, trölmpe, trilmp, getrolmpen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: vccfvgfgfgfgfgfg am 2006-01-13, 15:10:27
beizen biez gebiezen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-01-18, 20:17:47
Ich habe nicht den Überblick, ob es irgendwo einen geeigneteren Faden gibt, deshalb lade ich es mal hier ab.

In meiner angeheirateten Heimat hor ich kürzlich das schöne Wort "derwuschen" ("i hob eahm derwuschen").  Auf Nachfrage versarch man mir, dass es die einfache Vergangenheit nicht gäbe, so dass man ergänzen memüsse, z.B.

derwischen, derwasch, derwäsche, derwuschen

Leider habe ich mir früher gehorene ähnliche Fälle nicht notoren, aber sicher kennt Ihr weitere Beispiele?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-01-20, 13:05:47
Danke Günter und dem Tastaturverhauer für die neuen Storkvorschläge (wobei nur Günters neu waren ;D).

Ist derwuschen ein dialektales Partizip zu erwischen oder gibt's ein dialektales Verb derwischen? Oder gibt es im Bairischen gar eine Regel, nach der bestimmte Formen bestimmter Wörter vorne mit einem d gezoren werden?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-01-27, 20:55:51
Das mit dem "d" ist ganz ungeheimnisvoll: Das Verb heißt schon in der Grundform "derwischen" und ist gleichbedeutend mit "erwischen".
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-01-27, 23:49:03
Dann ist das Partizip schon mal ein Fall für die Rote Liste, denn derwischt scheint's nicht zu knapp zu geben und dürfte wohl selten 3. Pers. Sg./2. Pers Pl. Präs. Ind. eines Verbs zu Derwisch sein. Bei der einfachen Vergangenheit bin ich mir nicht so sicher: Täte man dem Bayerischen nicht Gewalt an, erfände man die einfache Vergangenheit (für die Große Liste) hinzu?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-01-31, 21:02:15
Zitat von: Kilian am 2006-01-27, 23:49:03
Bei der einfachen Vergangenheit bin ich mir nicht so sicher: Täte man dem Bayerischen nicht Gewalt an, erfände man die einfache Vergangenheit (für die Große Liste) hinzu?

Interessanter Gedanke, aber seit wann hat die GSV ein Problem mit der Gewaltanwendung, wofern diese der guten Sache dient?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2006-01-31, 21:15:43
Natürlich hat die GSV kein Problem mit Gewaltanwendung, wie man im Faden "Tmesis für Davongeflogene" feststellen kann  ::).
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-01-31, 22:00:31
Na, dann ist ja alles klar. :) Siehe da (http://verben.texttheater.net/v3/roteliste.htm) und dort (http://verben.texttheater.net/v3/verben.php).
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-01, 11:48:05
Zitat von: Ku am 2006-01-31, 21:15:43
Natürlich hat die GSV kein Problem mit Gewaltanwendung, wie man im Faden "Tmesis für Davongeflogene" feststellen kann  ::).

Was soll das denn heißen?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Bertl am 2006-02-02, 11:36:00
Zitat von: Kilian am 2006-01-20, 13:05:47
Danke Günter und dem Tastaturverhauer für die neuen Storkvorschläge (wobei nur Günters neu waren ;D).

Ist derwuschen ein dialektales Partizip zu erwischen oder gibt's ein dialektales Verb derwischen? Oder gibt es im Bairischen gar eine Regel, nach der bestimmte Formen bestimmter Wörter vorne mit einem d gezoren werden?
Ich beziehe mich nun auf den Dialekt des Wiener Raumes (> Das Wörterbuch des Wienerischen von der Maria Hornung): Verben mit der Vorsilbe er-, die wirklich im Dialekt verurnken sind und die, wie mich dünkt, so etwas Gefühlsgeladenes, 'Heftiges' haben (erschlagen, erdrücken, erwürgen, sich 'erstößen', aber auch [jmdn.] erhalten, erkennen ['Jetß dakenn i di!'] und natürlich erwischen ['dawuschschn', klar]...), die werden mit der Vorsilbe der- (da-) gesprochen. Da- kann, etwa im Zorn, auch zu darr- anwachsen. Ein simples 'erfahren' oder auch '[einen Brief] erhalten', so fade, der Schriftsprache nahe Verben, pflegen kein da- zu haben.
  Der 'alte' Schmeller (in seinem 'Bayerischen Wörterbuch') meint, daß das da- sogar bei einigen Verben mit zer- vorkomme. Ohne jetzt darüber nachzudenken, glaube ich, daß Verben mit zer- im Wienerischen in der Regel mit dsa- ausgesprochen werden. - - Aber halt! - '[Si] dakläschschn' fällt mir ein, so etwas wie zerschellen. Und das kommt wohl wirklich eher von 'zerkleschen' als von 'erkleschen'. Johann Andreas Schmeller wird wohl Recht haben. Nicht 'gehabt haben', denn Recht hat er ja noch immer: in seinem Wörterbuch.


 
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Bertl am 2006-02-02, 12:06:28
Zitat von: Bertl am 2006-02-02, 11:36:00
'[Si] dakläschschn'  
Bzw.: '[Si] dagläschschn'. Im neueren Wienerisch womöglich sogar: '[Si] dagleschsch-N'. Offene und geschlossene 'e-s' rücken zusammen. 'Wir sehen, wie der Pfarrer seinen Segen gibt' heißt in vielen niederösterreichischen Dialekten noch immer, schön nach 'ä - e' getronnen, 'Wir sääng, wia da Bfora saen Seeng giipt.' In Wien ist das mit mit den 'e-s' gegenwärtig nicht mehr so klar.
Dafür aber erhält das Schluß- '-n', '-ng' oder '-m', vor allem in der Emphase, so etwas Silbisches, Hervorgehobenes. Fast wie
'dadreed-Na', 'dawia-NGa', oder: 'I wia da scho hööff-Ma!' (bedrohlich: Ich werde dir schon helfen!)

 
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-02, 13:57:46
Hab ich's mir doch gedacht, dass es da eine gewisse Regelhuft gibt. Tja - sollten die Einträge unter diesen Umständen als eigene Verben bleiben dürfen? I woeß net.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-02-02, 21:18:56
Zitat von: Kilian am 2006-02-02, 13:57:46
I woeß net.
Des hoaßt: i woaß net, himminummana

Ansonsten stimme ich zu, dass derwischen kein eigenständiges Verb ist. Ich stelle aber anheim, dass das schöne (d)erwuschen trotzdem geschotzen wird.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-02, 22:01:09
Das ist es längst.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 14:47:12
Anbei ein paar neue Störke, diesmal "normale". Ich will euch ja nicht ständig mit gehackverakenen Verben auf die Nerven fallen  ;)
War zu faul, eine richtige Tabelle draus zu machen, deshalb alles nur durch Tabulatoren getronnen.

Inf.   Ind. Präs.   Ind. Prät.   Konj. II   Imp.   Part. II   Typ
ackern      urck   ürcke       geurcken   K
ähneln       ahln    ählne      geahlnen   K
ankern       urnk    ürnke       geurnken   K
äschern      irsch   iersche      geurschen   
atmen      udm   üdme      geudmen   
äugeln      ulg   ülge      geulgen   K
äugen      ug   üge      geugen   
baggern      burrg   bürrge      geburrgen   K
bahnen      buhn   bühne      gebuhnen   
balgen      bolg   bölge      gebolgen   
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen   
ballern      borll   börlle      geborllen   K
bannen      bonn   bönne      gebonnen   
bäumen      buhm   bühme      gebuhmen   
blähen      bloh   blöhe      geblohen   
blinzeln   blilnzt   blalnz   blälnze      geblilnzen   K
blöken      bluk   blüke      gebloken   
bommeln      balmm   bälmme      gebolmmen   K
brauen      bru   brüe      gebrun   
brausen      bries   briese      gebriesen   
brettern      brartt   brärtte      gebrartten   K
briefen      brov   bröve      gebroven   
brocken      brak   bräke      gebraken   
brücken   bruck   briack   briäcke   brucke   briucken   D1
brüsten   brustet   briaste   briäste   bruste   briusten   D1
brüten   brut   briöd   briäde   brude   gebriäden   D2
buchen      booch   bööche      geboochen   
buhlen      bahl   bähle      gebuhlen   
bummeln      bolmm   bölmme      gebulmmen   K
bürgen    burgt   biarg   biärge   burge   biurgen   D1
büscheln    buschelt   bialsch   biälsche   buschle   biulschen   D1
dämpfen   dämbft   dambf   dömbfe      gedambfen   
dehnen      dahn   dähne      gedehnen   
demütigen    demutigt   demiötog    domiätöge    demutige    gedomiätogen   D2
dimmen      dumm   dümme      gedommen   
dörren   dirrt   darr   därre   dirre   gedorren   
drucken      drok   dröke      gedroken   
dübeln   dulbt   diölb   diälb   dulbe   gediälben   D2K
ducken      dok   döke      gedoken   
düngen   dungt   diang   diänge   dunge   gediungen   D1
dünsten   dunst   dionst   diönste      gediunsten   D1
duzen      dooz   dööze      gedoozen   
ecken      ick   icke      geicken   
eisen      iese   iese      geiesen   
ergötzen      ergotz   ergätze      ergotzen   
erörtern   erörtet   erart   erärte   erörte   erorten   
erschüttern   erschuttert   erschiatt   erschiätte   erschuttere   erschiatten   D1
fächeln      fielch   fielche      gefilchen   
fächern      fierch   fierche      gefirchen   
fahnden      fuhnd   fühnde      gefuhnden   
fasern      firs   firse      gefirsen   
fasten      fiest   fieste      gefasten   
fegen      fag   fäge      gefegen   
feilen      fiel   fiele      gefielen   
flicken      flock   flöcke      geflocken   
fluten      flood   flööde      geflooden   
flutschen      flotsch   flötsche      geflotschen   
föhnen      fåhn   fœhne      gefohnen   
foltern      fårlt   fœrlte      geforlen   K
foppen      fupp   füppe      gefoppen   
fordern      frard   frärde      gefrarden   K
formen      farm   färme      geformen   
fremdeln      fralmd   frälmde      gefralmden   K
fruchten      frocht   fröchte      gefrochten   
fuchteln      folch   fölch      gefulchen   K
füttern   fiarrt   fiärrte   gefiarrten   D1

Ups, gerade gesehen, dass füttern ja ein Kausativ ist. Na ja, ich lass es einfach mal drin. Ind. Präs. und Konj. II memüssen bei D1 eigenlt futtert/futtere heißen, um Verwachseln mit den entsprechenden Formen von futtern zu vermeiden, habe ich sie einfach weggelassen.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2006-02-03, 18:00:35
Zitat von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 14:47:12 
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen 
Ich öre hier für die Analogie-Variante pläd.

Dafür dann:

bellen - boll - bölle - gebollen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 20:43:34
Zitat von: VerbOrg am 2006-02-03, 18:00:35
Zitat von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 14:47:12 
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen 
Ich öre hier für die Analogie-Variante pläd.

Dafür dann:

bellen - boll - bölle - gebollen

Aber boll klingt kräftiger: Voller Wut boll er seine Faust!

Keine Ahnung, Scheff eide es entsch.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 20:50:04
Hmm, da habe ich wohl eine ähnliche Idee wie Ku gehabt, nur dass ich das ohne Rotwein sondern mit einer Flasche Wasser zwischendurch auffe Arbeit gemochen habe.

Mein flood zu fluten finde ich aber entschieden besser als Kus Variante!
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2006-02-09, 18:37:19
Mein Kollege aus Sachsen loff mich heute mit einem interessanten Wort verb: quadrangeln.

Dieses Verb ward wohl während seiner Ausbald immer dort benotzen, wo bei uns die Seiten einer Akte nummer oder fol georen werden.

Die dabei entstehende Seitenzahl ward dann Quadrangel genannt.

Solch ein schönes Verb sesölle durch die GSV nicht verschmohen werden, dachte ich mir, aber man müsste ihm dann auch zur nötigen Stärke verhelfen.

Also:

quadrangeln - quodrolng/rolgn quod - quödrölnge/rölng quöd - quodrolngen.

Das müsste sich einxlich auch sehr gut ins sächsische Idiom einpassen.

Ob nun die tmetische Variante oder die "normale" fürderhin vorzbeogen wird, will ich nicht entscheiden müssen.
Iert darüber diskut, was das Zeug hält.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-09, 18:46:20
Tmetisch, tmetisch!
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-12, 22:44:55
Wow, Karsten! Wie Ku neulich! *spuckt in die Hände* Dann gehe ich mal ans Werk.

Deine tmetischen Storke von Anfang Dezember sind übrigens nicht vergessen *schlechtesgewissenhab* - ich will halt vorher noch die Große Liste umstrukturieren, ziehe aber das Einfache vor (zeitlich).

Danke, dass du keine richtige Tabelle gemacht hast - so ist's einfacher für mich. :D
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-12, 23:25:54
Btw, was soll denn bommeln bedeuten? Freilich, Leuten, die sich in anderen Foren (http://ultimaonline.gamigo.de/forum/printthread.php?t=89199) so wie wir ihren Geheimsprachen hingeben, ist der Begriff anscheinend vertrun, aber...?

Und büscheln? Und ecken (bedüte es was, schmisse ich anecken raus)?

Um des einen Gunst baalen syrische Bauern, um die Verachtung der Öffentlichkeit wird von der anderen gebohlen: buhlen wird passend zu einem "kanaanäische[n] Wetter- und Fruchtbarkeitsgott" (Wikipedia) und "jene[r] Bumsmusikkanaille, die auf der Titelseite der 'Bild-Zeitung' wohnt" (Goldt) umgestorken.

foltern bedarf keiner exotischen Buchstaben im Präteritum: Kurzes <o> und <ö> wird in deutschen Wörtern ohnehin halboffen ausgesprochen.

Ich habe Karstens fluten, aber das untmetische quadrangeln aufgenommen.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-13, 14:08:48
Zitat von: Kilian am 2006-02-12, 23:25:54
Btw, was soll denn bommeln bedeuten? Freilich, Leuten, die sich in anderen Foren (http://ultimaonline.gamigo.de/forum/printthread.php?t=89199) so wie wir ihren Geheimsprachen hingeben, ist der Begriff anscheinend vertrun, aber...?

Weiß auch nicht wo ich das her habe. Auf jeden Fall verwende ich es manchmal mündlich. Bedeutet eigentlich dasselbe wie baumeln oder das, was halt so diese Bommeln an Mützen etc. so tun.

Zitat
Und büscheln?

Etwas bündeln. Wohl eher im süddeutschen Sprachraum verbritten.

Zitat
Und ecken (bedüte es was, schmisse ich anecken raus)?

Im Duden steht's als "Mit Ecken versehen." drin. Richtig, ich hatte an anecken gedacht, aber es in der großen Liste übersehen. Ich habe so einige Verben in meiner Liste noch zu stärkender Verben drin, die normalerweise nur mit einer Präposition als Präfix auftreten.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-13, 17:51:25
Es sind noch einige Verben doppelt in der großen Liste vorhanden. In den meisten Fällen konjugieren die Varianten sehr ähnlich, so dass eine davon entfallen kann. Der Scheff möge entscheiden.

babbeln       bolbb   bölbbe       gebolbben   K
babbeln       blubb   bläbbe   blibb   geblabben   K
brabbeln       brlubb   brläbbe   brlibb   brlabben   K
brabbeln   brilbbt   brolbb   brülbbe   brilbb   gebrolbben   K
brausen       brus   brüse       gebrusen   
brausen       bries   briese       gebriesen   
bügeln   bilgt   bolg   bölge   bilg   gebolgen   K
bügeln       bulg   bülge       gebulgen   K
ergötzen       ergutz   ergütze       ergotzen   
ergötzen       ergotz   ergätze       ergotzen   
fischen       fasch   fäsche       gefoschen   
fischen       fosch   fösche       gefoschen   
glücken   glickt   glak   gläke   glick   geglocken   
glücken       gluck   glöcke       geglucken   
kaufen       kuf   küfe       gekufen   
kaufen   käuft   kief   kiefe       gekaufen   
knallen       knull   knülle       geknallen   
knallen       knoll   knölle       geknollen   
kürzen       karz   kärze       gekorzen   
kürzen       kurz   körze       gekorzen   
latschen       lotsch   lötsche       gelotschen   1)
latschen       låtsch   lœtsche       gelotschen   
lösen       los   lœse       gelosen   1)
lösen   2./3. list   los   lüse   lis   gelosen   
mischen       masche   mäsche       gemoschen   
mischen       mosch   mösche       gemoschen   
murren       morr   mörre       gemorren   
murren       mur   müre       gemuren   O1
nähen       noh   nöhe       genohen   
nähen   nieht   noh   nöhe   nieh   genohen   
recken   rickt   rak   räke   rick   gerecken   
recken       rak   räke       gerecken   
schildern   schirlt   schurld   schürlde   schirld   geschurlden   K
schildern   schrildst   schrald   schrälde   schrild   geschrolden   K
schlingern       schlarng   schlürnge       geschlorngen   K
schlingern       schlorng   schlörnge       geschlorngen   K
trampeln   trälmpt   trolmp   trölmpe   trimpl   getrolmpen   K
trampeln       trolmp   trölmpe       getrolmpen   K
wedeln       wold   wölde   wild   gewolden   K
wedeln   wildt   wald   wälde   wild   gewolden   K
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-13, 19:08:15
modern ist auch noch doppelt drin, mit identischen Konjugationen.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-14, 10:33:08
Danke! Getulgen!
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-14, 18:08:00
schnüffeln ist auch noch zweimal drin:

schnüffeln schnuffelt schnialf schniälfe schnuffle schnialfen D1
schnüffeln schnilfft schnalff schnölffe schnilff geschnolffen K
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-14, 20:09:41
Kaum zu glauben, wie viel da schon durchgegangen ist. Ich sollte doch eine Dublettensperre einbauen.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2006-02-14, 20:20:34
Die Liste sollte überhaupt mal generalüberholen werden.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-15, 12:09:11
Eine Suchfunktion wäre nett, über den Brauser ist das manchmal was umständlich (z.B. "Nach unten"/"Nach oben" beim IE).
Am besten mit Wildcards, so dass z.B. eine Suche nach *ug alle Verbformen die auf -ug enden ausspuckt. Ist zum Reimen hilfreich.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-02-15, 14:06:19
Gute Anregung, ist notoren.

Ich nehme an, du nutzt den IE notgedrungen. Die Suchfunktion bei Mozilla Firefox ist ja SO GEIL, dass hier das Problem - abgesehen von den Wildkarten - wegfällt.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-15, 14:29:54
Firefox ist zwar auf meinem Arbeitsrechner installiert, tut's aber nicht.

Noch'n paar Doppelungen:

kneten   knut knüte   geknuten  
knoten   knut knüte   geknotten  


knoten vielleicht nach knat - knäte oder knott - knötte ändern.

feilen   fiel fiele   gefielen  

Ist zwar logisch, fällt aber leider mit fallen zusammen. Vielleicht sollte man das diphthongisch konjugieren: fiol - fiöle - gefiolen
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-02-15, 15:00:26
Ah, Proxy falsch eingestollen. Firefox geht jetzt.
Stimmt, Suchfunktion ist tausendmal besser als beim IE.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2006-02-18, 14:41:22
Im "Trefflich"-Faden wurde die Frage nach der Abstammung von "spiltt" gestollen. Hier also die Ergänzung der Konjugationen von spötteln und spotten:

spötteln - spiltt - spoltt - spöltte - spiltt! - gespoltten
spotten - spitt - spatt - spätte - spitt! - gespotten

Bei "spotten" hört man gar den Charakter des Verbs heraus, da die Konjugation an das englische Verb für "speien" gemahnt.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2006-02-23, 00:49:29
Zitat von: Kilian am 2006-02-14, 20:09:41
Kaum zu glauben, wie viel da schon durchgegangen ist. Ich sollte doch eine Dublettensperre einbauen.

Och, was habt Ihr gegen Dubletten? Oft finde ich beide Formen schön, warum sollten die nicht nebenexistander ein ieren?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2006-02-23, 00:51:21
Zitat von: Ku am 2006-02-14, 20:20:34
Die Liste sollte überhaupt mal generalüberholen werden.

Wasse meine Große Ku? Alles komplett neu stärken? Alle Œmlaute durch aufdaturene Ø und å ersetzen? Oder nur mal Durchsicht mit Ølwæxl und Schrullenfilter erneuern, dann zum Sprach-Tÿv?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2006-02-24, 15:24:39
Zitat von: Günter Gans am 2006-02-23, 00:51:21
Zitat von: Ku am 2006-02-14, 20:20:34
Die Liste sollte überhaupt mal generalüberholen werden.

Wasse meine Große Ku? Alles komplett neu stärken? Alle Œmlaute durch aufdaturene Ø und å ersetzen? Oder nur mal Durchsicht mit Ølwæxl und Schrullenfilter erneuern, dann zum Sprach-Tÿv?

Ku mœn einfachen Fryjahrspux.  
Mir sind nur nebenbei so Formen aufgefallen, wie hissen, lenken, senken, tränken, verschwenden (alle im Prät. mit End-e) oder lehren mit gelahrt als P II, was von den anderen Verben dieser Gruppe mehr als yblich abweicht.

Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2006-02-24, 17:08:23
Aber dabei hilnd es sich doch nur um Analogie-Verunregelmäßigungen unter dem Motto: "Unregelmäßigkeit statt Stärke" (in der Liste durch ein großes "U" gekennzinchen).

Was lehren angeht, ist's soviseau unyblich, dass es überhaupt in der Liste auftaucht. Ist's nicht der Kausativ zu lernen und müsste daher schwach sein? Da ist doch die Partizip-II-Form ein guter Kompromiss.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-03-20, 18:51:46
Mal wieder zwei Dubletten aus der großen Liste:

träumen   tromm trömme   getrommen  
trimmen   tromm trömme   getrommen  

trappeln trilppt trolpp trülppe trilpp getrolppen K
trippeln   trolpp trölppe   getrolppen K

Und hier scheint sich ein Vertopper eingeschlichen zu haben:

weilen   weil wiele   gewielen  

Ich denke, es heißt wiel.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-03-20, 21:27:43
Stümmt - danke!
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-03-21, 20:51:35
Auch wenn der Winter jetzt allmählich vorbei ist, möchte ich noch folgendes Verb zur roten Liste anmelden:

geschniem (bairisch zu schneien (schneim, bzw. schneibm): es hod geschniem)

vollständig und ergonzen lüte es dann

schneim, schnie, geschniem

Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-05-23, 21:14:32
Ich kahr heute von einem Seminar zurück, auf dem ein Schweizer Referent referor. Für ihn schien es ganz selbstverständlich, Formen wie "eingespiesen" und "abgesogen" zu verwenden.

Jetzt frage ich mich, ob das ein Undercover-Agent der GSV war, oder ob der Schweizer an sich einfach "stärker" spricht?

Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: caru am 2006-05-23, 21:17:26
ach, das hat er sich doch nur aus den fingern gesogen.

(so benutzen ältere österreicher diese phrase, wer "gesaugt" sagt, ist zumindest unter 40.)

die alemannen haben tatsächlich ein paar starke formen mehr, siehe in der roten liste unter abstimmen und anmelden.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2006-05-23, 21:25:41
Das ist ja nun fast schade. Die Theorie mit dem Undercover-Agenten war mir sehr sympathisch.

In der Konsequenz kann das aber nur heißen, dass wir gezielen über-vierzig-jährige Schweizer und Österreicher für die GSV anwerben sesöllen. Wer ist eigentlich für die Mitglieder-Werbung zuständig?
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2006-05-23, 21:56:21
Ab sofort - schlüge ich vor - Akvisitionsmanager Michael.
Du sitzest dort im Süden einfach näher an den Zielobjekten.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-05-25, 13:48:59
Ein schönes Verb zur Aufnahme in die Liste, diesmal nach UP4Z verschornen:

vernachlässigen - verissige nalch - verossag nalch - verössäge nalch - verissig nalch! - nalchverossegen.

Gruß,

Amelie
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-05-27, 22:04:47
Zitat von: Michael am 2006-05-23, 21:14:32
Ich kahr heute von einem Seminar zurück, auf dem ein Schweizer Referent referor. Für ihn schien es ganz selbstverständlich, Formen wie "eingespiesen" und "abgesogen" zu verwenden.

Jetzt frage ich mich, ob das ein Undercover-Agent der GSV war, oder ob der Schweizer an sich einfach "stärker" spricht?

Gespiesen habe ich heute morgen auch aufgeschnoppen. In der Fernsehsand "Nano". Es ging wohl um irgentzwelche Süßwasserquellen in Salzwassergewässer. Ich befand mich im Halbschlaf und schrak direkt auf als ich dies hor, und das um 7:13 morgens. Überhaupt nicht meine Zeit.
Titel: Re:Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2006-05-27, 22:10:13
Zitat von: AmelieZapf am 2006-05-25, 13:48:59
Ein schönes Verb zur Aufnahme in die Liste, diesmal nach UP4Z verschornen:

vernachlässigen - verissige nalch - verossag nalch - verössäge nalch - verissig nalch! - nalchverossegen.

Gruß,

Amelie

Dies Verb hatte ich naturl auch schon mal gestorken, mit einem noch schlimmeren Konsonantenverschub:

vernachlässigen
verässigt nlach
verossag nlach
verössäge nlach
verässige nlach
nlachverossagen

Büschen schwierig auszusprechen, geht aber.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-09-30, 12:44:31
Hallo zusammen,

mit diesem Beitrag möchte ich Bertholds diphthongierende Kennjokos etwas erweitern, nämlich um den D3-Kennjokum von Verben mit langem ä. Auslöser waren die Berliner Kommunalwahlen. Ganz richtig, es geht um "wählen",  das noch nicht auf unserer Liste ist. Ä hat ja bekalnnt keinen g'scheiten Ablaut. Da beut sich förmlich die Diphthongierung an (ROTE LISTE: bieten - beut - bot - böte - ./. - geboten. Siehe Schiller: "und mit Abscheu dann tun, was die Pflicht dir gebeut"). Durch die hinzutretende Silbe wird auch das ge- im PPP übergfluss:

wählen - wiehlt - wiahl - wiühle - wiehl! - wiahlen. (das ü ist nötig zur Homonymolyse mit wühlen).
stählen - ./. - stiahl - stiühle - ./. - stiahlen. (wg. stehlen kein ragelunvermaßogenes Präsens)

Das kann man auch auf andere Verben unserer Liste anwenden:
ähneln - ./. - iahln - iühlne - ./. - iahlnen.
erwähnen - erwiehnt - erwiahn - erwiühne - erwiehn! - erwiahnen
gähnen - giehnt - giahn - giühne - giehn! - giahnen
gefährden - ./. - gefiahrd - gefiührde - ./. - gefiahrden
jähren - jiehrt - jiahr - jiühre - jiehr! - jiahren
nähren - niehrt - niahr - niühre - niehr! - niahren
pfählen - pfiehlt - pfiahl - pfiühle - pfiehl! - pfiahlen
quälen - quielt - quial - quiüle - quiel! - quialen
wähnen - wiehnt - wiahn - wiühne - wiehn! - wiahnen
währen - wiehrt - wiahr - wiühre - wiehr! - wiahren
zählen - ziehlt - ziahl - ziühle - ziehl! - ziahlen
zähmen - ziehmt - ziahm - ziühme - ziehm! - ziahmen

Auch kombinierbar mit der kKkK, dann sollte Längung ausfallen:

bähen - bieht - biamb - biümbe - bieh! - biamben
blähen - blieht - bliamb - bliümbe - blieh! - bliamben
krähen/mähen des Schafes fällt nicht darunter, da onomatopoetisch.
mähen (des Grases) - mieht - miamb - miümbe - mieh! - miamben
nähen - nieht - niand - niünde - nieh! - nianden
nähern - nrieht - nirand - niründe - nrieh! - niranden
schmähen - schmieht - schmiamb - schmiümbe - schmieh! - schmiamben
spähen - spieht - spiamb - spiümbe - spieh! - spiamben.

Wo wir grad beim Quälen sind, neben peitschen, geißeln, züchtigen und fesseln
ist der SM-Bereich noch ein bisserl unterrepräsentoren. Wie wär's mit:

brandmarken - märkt brand - murk briend - mürke briend - märk brand! - brandmarken
fisten - ./. - fast - fäste - ./. - gefusten
floggen - flöggt - flagg - flägge - flögg! - gefloggen
knebeln - knilbt - knalb - knälbe - knilb! - geknolben
strafen - sträft - strief - striefe - sträf! - gestrafen
versklaven - versklävt - verskliev - versklieve - verskläv! - versklaven
wachsen (im Sinne von "mit Wachs versehen", also das bis dato regelmäßige "wachsen"):
wachsen - ./. - wiechs - wiechse - ./. - gewachsen (hier wieder Zusammenfall)

So, mehr fällt mir zu dem Thema nicht ein (Viele Wörter sind ja da auch aus dem Englischen eingedrungen). Von der Bastonade komme außerdem "bastonieren". Ich iere Baston, du ierst Baston... Analog "limonieren" von der Limonade. Auch masochiert der Masochist, d.h. ihn dürstet nach Schmerz.

Grüße,

Amy

P.S.: Präsens von "floggen" auf "flöggt" gearnden, da "ö" ja der korrekte Umlaut von "o" ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2006-10-02, 13:26:07
Nein, nicht allein dem Kilian allein, auch Euch schreib ich's her, weil ich wieder einmal mit Freude einen Amyschen Kennjokus runter[=abher/owa]gelesen habe:

Ein neues Pfuhruteimkerl:

"Ich frug mich: Na, und jene Verben des Altgriechischen (z.T. auch Lateinischen: z.B. ferre: fero – tuli - latum), die in ihren Kennjokussen verschiedene Stämme vereinigen, die sesüllen im Deutschen Rarissima bleiben?
Hier böte sich für eine kleine Zahl von Verben eine Idee an - wie sie halt bevorzogen Zoologen & Botanikern und deren -innen einschießen kann:

Der evolutive Kennjokus:

Gleich ein Beispiel an einem seltenen, österreichischen Verb: ,sich aufpudeln' heißt 'sich aufblasen, groß tun...' Gut.
Der Pudel stammt nun sicher von altertümlichen Hunderassen ab, wie sie sich, etwa auf Neuguinea oder in Australien, als Dingo, erhalten haben. Das Präteritum wird also von einem Verb (sich) ,[auf]dingodeln' (weil's doch mit –eln sein muß, ,dingoln' aber für fehlerfreies Lesen zu wenig ist) gebolden, von dem Präsens und P.P. verloren gingen. Präteritum also (nach ,singen – sang –gesungen'): aufdanguld, aufdanguldest...
Konjunktiv 2: aufdängülde
Das hypothetische P.P. wäre aufdungulden. – Hier, bei dieser Duplex-Stufe, entfiele das
,-ge'-.
Das echte P.P. reicht aber noch tiefer ins Vergangene, wobei wir beim Wolf sind:
Hypothetische Formen: (sich) [auf]wölfeln – aufwlolf – aufwlölfe
Echtes P.P.: (sich) aufgewlolfen

(sich) aufpudeln – aufdanguld – aufdängülde - aufgewlolfen

Andere Beispiele:

grasen. Gräser stammen auf jeden Fall von Kryptogamen ab: Verb ,farnen - - gefarnen'. Noch ältere Stammformen sind Algen: Verb ,algen – olg – ölge --'
grasen – furn – fürne – geolgen

vögeln – alx (von ,ichseln' (Echse) - - geulxen – nach ,singen – sang – gesungen') – älxe – geliurlchen (von ,lürcheln [lurchelst...] – liarlch – liärlche - -')
vögeln - alx - älxe - geliurlchen

beflügeln – bebieln (von ,bebeineln - - bebielnen': Der Vogelflügel leitet sich von einem Vorderbein ab) – bebielne – beflolssen (von ,beflösseln – beflolss – beflölsse - -': das Vorderbein leitet sich von einer [Brust]Flosse her.)
beflügeln - bebieln - bebielne - beflolssen"

Zusatz: (sich) entblättern - entnuld (Hier wird die Moyn vertreten, daß die Bedockensamer von Nacktsamern abstammen. Das Blatt der meisten von diesen ist die Nadel: entnadeln - - entnalden.) - entnülde - entwolden (Die Nacktsamer stammen von Kryptogamen ab: Farnwedel: entwedeln - entwildt - entwild! - entwald - entwälde - -: siehe unsere Liste.)
(sich) entblättern - entnuld - entnülde - entwolden

Härchlzest!
Der Berthold
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-11-28, 08:37:33
So, dann stelle ich hier einmal meine neueren Storke aus anderen Fäden zusammen:

pellen - pillt - pall - pälle - pill! - gepollen
stiften - ./. - staft - stäfte - ./. - gestuften
lohen - löht - liehnd - liehnde - löh! - gelohnden (kKkK), oder wenn das nicht erwünscht ist:
lohen - löht - lah - lähe - löh! - gelohen.
abschotten - schött ab - schat ab (-a:-) - schäte ab (-ä:-) - schött ab - abgeschotten.
verdreifachen - verfächt drei - verfuch drie - verfüche drie - verfäch drei! - drieverfachen.
Analog verirgendwasfachen, am Beispiel
vervielfachen - verfächt viel - verfuch vohl - verfüche vöhl - verfäch viel! - vohlverfachen.
vergöttern - ./. - vergortt - vergörtte - ./. - vergortten.
prangen - prängt - prung - prünge - präng! - geprangen.
anprangern - prärngt an - prarng an - prärnge an - prärng an! - angeprurngen (frei abgelauten, sonst ist's zu einfach).
entgräten - entgriet - entgriat - entgriüte - entgriet! - entgriaten
grätschen - grietscht - griatsch - griütsche - grietsch! - griatschen.
verlangsamen - verämt slang - verum slieng - verüme slieng - veräme slang! - slangveramen.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-03, 19:49:31
Hallo zusammen,

es gibt Storknachschub:

beschäftigen - ./. - beschaftog - beschäftöge - ./. - beschaftogen
verurteilen - verteilt ur - vertiel ier - vertiele ier - verteile ur! - urvertielen
tapezieren - iert tapez - or tupaz - öre tüpäz - iere tapez! - tapozgeoren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-04, 00:11:11
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-03, 19:49:31
beschäftigen - ./. - beschaftog - beschäftöge - ./. - beschaftogen
Oder alternativ:

beschäftigen - betige chef - betag chef - betäge chef - chefbetuggen

statt "chef" auch "schäff" bzw. "schäfbetuggen"
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-04, 00:42:57
Hallo Agricola,

Zitat von: Agricola am 2006-12-04, 00:11:11
Oder alternativ:

beschäftigen - betige chef - betag chef - betäge chef - chefbetuggen

statt "chef" auch "schäff" bzw. "schäfbetuggen"

iert mir als Selbständiger nicht pass. Ich bin immer beschaftogen, niemals chefbetuggen.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-04, 06:38:36
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-04, 00:42:57
Hallo Agricola,

Zitat von: Agricola am 2006-12-04, 00:11:11
Oder alternativ:

beschäftigen - betige chef - betag chef - betäge chef - chefbetuggen

statt "chef" auch "schäff" bzw. "schäfbetuggen"

iert mir als Selbständiger nicht pass. Ich bin immer beschaftogen, niemals chefbetuggen.

Grüße,

Amy
Das ist ja wunderbar! Dann koennen wir hier weiter zur Verkomplikur der deutschen Sprache beitragen und zwischen dem Unternehmer, der Arbeiter chefbetigt, und der beschaftogenen Amy unterscheiden  ;)
Aber vielleicht kann auch jemand, der sein eigener Chef ist, gewissermassen reflexiv chefbetuggen sein?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2006-12-04, 13:43:06
Achlnd wieder einmal Varianten! So soll es sein!
'Beschaftogen' kommt wohl von den freien, ziehenden Schäfern & Schäferinnen des Mittelalters. Und die zogen wohl im niederdeutschen Raum: and.: togen - ahd.: ziohan - gegenwargt weite Teile Österreichs: dsia-ŋ. Seltsam, daß in einem PII ein Infinitiv eingjabnau sein kann, der im Infinitiv des Verbs nicht sichtbar ist (-tigen).
Musikanten (Dudelsack ...) waren viele jener Hirten sowieso.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-08, 12:06:32
hegen - higt - hug - hüge - hig! - gehegen. "Er hug Neid"
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2006-12-08, 12:39:54
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-08, 12:06:32
hegen - higt - hug - hüge - hig! - gehegen. "Er hug Neid"

... aber hegen gehört doch zur selben wortfamilie wie "hag", von daher (und um diese verwandschaft zu betonen) schlüge ich eher

hegen - higt - hag - hüge/höge - gehogen

vor ... ergo: "er hag neid" :)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-08, 13:16:34
Und "Er HAG den Verdacht, dass ihm das Koffein im Kaffee nicht bekomme." Das weiß doch jedes Kind.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-08, 13:58:45
mutmaßen, ich maße mut, du mäßt mut, mies mut, miese mut, maße mut!, mutgemaßen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2006-12-08, 14:12:17
Zitat von: Agricola am 2006-12-08, 13:16:34
Und "Er HAG den Verdacht, dass ihm das Koffein im Kaffee nicht bekomme." Das weiß doch jedes Kind.

... an den kaffee hab' ich natulr auch gleich gedacht :D ... mir fiele dazu noch folgende (völlig überflüssige) ergonz bzw. erwirt deines beispiels ein:

"der hagere hagestolz hagen hag den verdacht, daß die hagiographin hagar ihre mit etwas hagelzucker gesüßte tasse HAG wegen des hagels am liebsten in der hagia sophia zu sich nähme, während er seinen haggis eher im hag unter einer hagebuche zu verzehren gedachte"
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-16, 17:10:27
deklinieren, ich deiere clean, deor clean, deöre clean, clean deoren (clean zu deieren)

durchdeklinieren, ich deiere clean durch, deor clean durch, deöre clean durch, clean durchdeoren (clean durchzudeieren)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-16, 17:22:11
kalben - kälbt - kulb - külbe - kälb! - gekalben.

Eventuell sollte man dann "kabeln" kakokonsonantifizieren, wegen der Verwechslungsgefahr. Oder auch wieder nicht, wegen "kleben".
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-21, 18:48:39
aufbrezeln - brilzt auf - bralz auf - brülze auf - brilz auf! - aufgebrolzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2006-12-21, 20:42:43
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-21, 18:48:39
aufbrezeln - brilzt auf - bralz auf - brülze auf - brilz auf! - aufgebrolzen

Siehe hierzu die Antwort #1 von VerbOrg im Faden "Autofahren" im Brett "Sprache".
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2006-12-21, 22:24:44
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-16, 17:22:11
kalben - kälbt - kulb - külbe - kälb! - gekalben.

Eventuell sollte man dann "kabeln" kakokonsonantifizieren, wegen der Verwechslungsgefahr. Oder auch wieder nicht, wegen "kleben".

'kabeln' ward bereits gestorken (siehe Animalpoesie Dromedar Achmed)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-22, 10:17:50
Hallo Ku,

Zitat von: Ku am 2006-12-21, 20:42:43
Siehe hierzu die Antwort #1 von VerbOrg im Faden "Autofahren" im Brett "Sprache".

Richtig, möge VerbOrg als Stärkerin gelten! Aber auf der Liste steht's noch nicht... Zeit wird's.

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-22, 10:18:41
Zitat von: amarillo am 2006-12-21, 22:24:44
'kabeln' ward bereits gestorken (siehe Animalpoesie Dromedar Achmed)

Ist mir auch klar, Verwalchsgefahr besteht dennoch!

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-23, 22:40:17
Zitat von: Agricola am 2006-12-08, 13:58:45
mutmaßen, ich maße mut, du mäßt mut, mies mut, miese mut, maße mut!, mutgemaßen

Memüsse der Imperativ nicht "mäß mut!" lauten?

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2006-12-23, 23:43:46
Zitat von: Berthold am 2006-10-02, 13:26:07Ich frug mich: Na, und jene Verben des Altgriechischen (z.T. auch Lateinischen: z.B. ferre: fero – tuli - latum), die in ihren Kennjokussen verschiedene Stämme vereinigen, die sesüllen im Deutschen Rarissima bleiben?

Der evolutive Kennjokus gefällt mir ausgesprochen gut. Jetzt frage ich mich: Wie heißt denn noch mal der verflixte Fachbegriff für diese Stammmasch? Da muss es doch ein Wort für geben?! Nach halbstündigem Rumgugeln bin ich immer noch ratlos.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-24, 04:22:05
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-23, 22:40:17
Zitat von: Agricola am 2006-12-08, 13:58:45
mutmaßen, ich maße mut, du mäßt mut, mies mut, miese mut, maße mut!, mutgemaßen

Memüsse der Imperativ nicht "mäß mut!" lauten?

Amy
Liebe Amy, warum denn? Vgl. z.B.
fasse, fässt, fasse!
lasse, lässt, lasse!
tragen, trägt, trage!

also auch

Maße, mäßt, maße!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-24, 09:12:30
Zitat von: Agricola am 2006-12-24, 04:22:05
Liebe Amy, warum denn? Vgl. z.B.
fasse, fässt, fasse!
lasse, lässt, lasse!
tragen, trägt, trage!

also auch

Maße, mäßt, maße!

Überzugen. Ich nehme den Einwand, den ich einwandt, zurück.

Grüße,

Amy

PS: Ich widerrufe! Doch nicht ganz überzugen. Es heißt nalm fasst, nicht fässt!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2006-12-24, 09:44:44
einverleiben - verlieb ein - verliebe ein - einverloben
abverlangen - verling ab - verlinge ab - abverlongen
anvertrauen - vertru an - vertrüe an - anvertroën

und für unsere britischen Kollegen:
sprint - sprant - sprunt
bill - ball [æ] - bull [Λ]
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2006-12-24, 10:42:49
spank - spunk - spunken
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stollentroll am 2006-12-24, 11:09:32

murder - mord - morden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2006-12-24, 13:22:30
Zitat von: AmelieZapf am 2006-12-24, 09:12:30
PS: Ich widerrufe! Doch nicht ganz überzugen. Es heißt nalm fasst, nicht fässt!
Ich glaube, es gibt beides. Mindestens war in meiner Umgebung in Berlin "er fässt es an" etc. sehr geläufig. Vielleicht Dialektgebrauch? Sei's drum. Jedenfalls sagen auch die Menschen, die "er fässt sich kurz" sagen, "fasse dich kurz!".

Edith: Und natürlich sollte ein ehrenwerter Literaturbeleg nicht fehlen. Diesmal habe ich Jean Paul ergolgen:
Man liebt die Menschen mehr, wenn man den Entschluß, ihnen eine Wohltat zu erweisen, fässet, als nachdem er ausgeführt ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-15, 11:04:47
hängen - hingt - hong - hönge - hing! - gehongen
(als transitives Verb; das intransitive bleibt wie es ist)

Ich hong das Bild an die Wand, an dem schon ein anderes hing.
Er hingt das Bild an die Wand, an dem schon ein anderes hängt.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-15, 14:07:57
Und noch dies:

nagen - nägt - nug - nüge - nage! - genagen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-18, 08:23:54
entlarven - entlirvt - entlurv - entlürve - entlirv! - entlurven (angelehnt an "darben")
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-01-26, 15:30:51
pissen - 1) peiß, 2) peißt, 3) peiß - pusste - püsste - pisse! - gepusst (U, analog wissen).

"Missen"/"vermissen", "hissen", "firnissen", ndt. "dissen" wären ebenfalls willige Opfer, aber leider schon anders gestorken.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 15:36:47
Zitat von: AmelieZapf am 2007-01-26, 15:30:51
pissen - 1) peiß, 2) peißt, 3) peiß - pusste - püsste - pisse! - gepusst (U, analog wissen).
Amy

Aber: Präteritum mit -te-Endung wäre doch immer noch schwach, oder?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-01-26, 15:38:17
Hallo Ku,

Zitat von: Ku am 2007-01-26, 15:36:47
Aber: Präteritum mit -te-Endung wäre doch immer noch schwach, oder?

du bist vermult über das alternative Verbenhilfsprogramm "Unregelmäßigkeit statt Stärke" noch nicht inform georen bzw. seiner anderweitig nicht gewahr.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 15:44:38
Ist an mir vorbei gegangen.
Wo zu finden?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 16:07:54
Wenn ich pissen im Prät mit pusste konjugiere, dann kann ich auch gleich das schwache pisste nehmen. Weil: In der heiligen Liste gibt es ja auch schon mehrere Verben auf –issen, die im Prät alle auf –ss lauten.
Finde ich persönlich auch stark korrekt.

Auch die Wendung ,,inform georen" (u.ä.) ist, glaube ich, irgendwann im Forum mal diskutoren worden (aber keine Ahnung, mit welchem Ergebnis). Für mich gibt es bei Verben auf –ieren im PII kein ge-. Sonst müsste es im Normalfall (schwach) ja auch heißen: ich bin informge.iert worden.

Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung.   
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-26, 16:18:57
Die Frage von mit oder ohne ge- hängt doch einfach mit der Trennbarkeit zusammen. Wer "or inform" sagt, sollte auch "informgeoren" sagen. Wer "informoren" sagt, sollte auch "informor" sagen. Jedenfalls "in der Regel", aber hier ist ja auch alles außer der Regel Liegende erloben. :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 16:45:38
Moment.

Ich informor = ich informierte
Ich wurde informiert = ich wurde informoren

Ich or inform = ich informierte
Ich wurde informiert = ich wurde inform georen

Habe ich das korrekt auseinander gepflocken?

Jetzt seid mal ihr Deutsch-Cräcker dran. Gibt es diesen Unterschied ,,unter normalen neudeutschen Bedingungen" wirklich? 

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-26, 17:20:40
Meines Erachtens bilden diejenigen Verben ein Partizip ohne ge-, die (bzw. deren übriger Teil nach Trennung) nicht auf der ersten Silbe betont werden: Verben zum Beispiel, die mit einer nichttrennbaren Vorsilbe wie ver- und zer- beginnen und Verben auf -ieren. Wenn nun aber vom -ieren der davorstehende Teil (gegen die übliche Trennungsregel, die nur Wortbestandteile abtrennt, auf denen im Präsens die Hauptbetonung des Wortes liegt) abgetrennt wird, liegt die Betonung bei dem Restbestandteil -ieren auf der ersten Silbe, und deshalb müsste auch ein ge- eingeschaltet werden.

Ich unterstoll = ich unterstellte
Mir wurde unterstellt = mir wurde unterstollen

Ich stoll unter = ich stellte unter
es wurde untergestellt = es wurde untergestollen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 17:35:02
Zitat von: Agricola am 2007-01-26, 17:20:40
Meines Erachtens bilden diejenigen Verben ein Partizip ohne ge-, die (bzw. deren übriger Teil nach Trennung) nicht auf der ersten Silbe betont werden: Verben zum Beispiel, die mit einer nichttrennbaren Vorsilbe wie ver- und zer- beginnen und Verben auf -ieren. Wenn nun aber vom -ieren der davorstehende Teil (gegen die übliche Trennungsregel, die nur Wortbestandteile abtrennt, auf denen im Präsens die Hauptbetonung des Wortes liegt) abgetrennt wird, liegt die Betonung bei dem Restbestandteil -ieren auf der ersten Silbe, und deshalb müsste auch ein ge- eingeschaltet werden.

Ich unterstoll = ich unterstellte
Mir wurde unterstellt = mir wurde unterstollen

Ich stoll unter = ich stellte unter
es wurde untergestellt = es wurde untergestollen

Falls du das nochmal in einfachen ganzen Sätzen für Doofe wie mich wiederholen könntest?
Und deine Beispiele nähren in mir den Wunsch zu sagen, dass ich mich selbst veräpfeln kann.

Es geht mir um Verben mit -ieren, falls das nicht klar geworden ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-26, 18:19:51
Also es geht einfach darum, dass die Verben auf -ieren im Gegensatz zu fast allen anderen deutschen Verben ohne Vorsilbe nicht auf der ersten Silbe betont werden. Das ist meines Erachtens der Grund dafür, dass sie im normalen Sprachgebrauch kein ge- im Perfektpartizip bekommen.

Wenn man ein Verb wie informieren hingegen trennt, gibt es keinen Grund, es anders zu behandeln als etwa auszieren.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 18:28:08
Zitat von: Agricola am 2007-01-26, 18:19:51
Also es geht einfach darum, dass die Verben auf -ieren im Gegensatz zu fast allen anderen deutschen Verben ohne Vorsilbe nicht auf der ersten Silbe betont werden. Das ist meines Erachtens der Grund dafür, dass sie im normalen Sprachgebrauch kein ge- im Perfektpartizip bekommen.

Wenn man ein Verb wie informieren hingegen trennt, gibt es keinen Grund, es anders zu behandeln als etwa auszieren.

Ich kenne kein Verb "auszieren".
In der heiligen Liste steht ganz oben "-ieren" "öre/äre" und unter PII "-oren" und nicht "wahlweise georen", also bitte ich jetzt mal alle Mitglieder um Nachdunk und Informur.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-26, 18:36:50
"Auszieren" ist ein in der Aufführungspraxis von Musik des Barockzeitalters sehr geläufiger Begriff: Eine Melodie mit den notwendigen Verzierungen versehen (welche in der Regel nicht oder nur rudimentär vom Komponisten vorgeschrieben wurden).

Den Rest überlasse ich der Diskussion. Ich wäre ohnehin eher nicht dafür gewesen, die Wörter auf -ieren alle trennbar zu machen, es sei denn eben mal zum Spaß und ausnahmsweise.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-26, 18:40:29
Zitat von: Ku am 2007-01-26, 18:28:08In der heiligen Liste steht ganz oben "-ieren" "öre/äre" und unter PII "-oren" und nicht "wahlweise georen", also bitte ich jetzt mal alle Mitglieder um Nachdunk und Informur.
Zur Sondertmesis der Ieren-Verben wird sicherl caru die fundorensten Erklüre geben, zumal er es irnxwann mal initior. Ward seinerzeit auch literarisch arverbitten im Tmetischen Sonett zum Frühlingsanbruch (http://verben.texttheater.net/v3/lyrisches.htm#fruehling).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 18:45:16
Ich wusste nicht, dass sich die Zeitverschiebung nach Japan bis ins Barock erstreckt.
Man lernt nie aus.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-26, 18:51:54
Du verstehst mich miss: Auszieren ist keineswegs ein Wort des Barockzeitalters. (Mir ist der Begriff in Quellen vor dem 20. Jahrhundert, glaube ich, noch nicht begegnet.) Es handelt sich um die gegenwärtige Sprache und die gegenwärtige Aufführungspraxis von Musik des Barockzeitalters. Und mein deutsch-japanisches Lexikon verzeichnet das Wort auch.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-01-26, 20:17:50
Kuckst Du hier (http://www.eurobuch.com/meta/result.php?doAll=1&search=lehret%20oel-farben); kommt's Verb schon 1764 vor - soviel zu den Quellen....

...und wenn das besogene Wörterbuch es schon nennt - wer wewülle da noch widersprechen?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 20:37:36
Zitat von: Ku am 2007-01-26, 16:45:38
Moment.
Ich informor = ich informierte
Ich wurde informiert = ich wurde informoren
Ich or inform = ich informierte
Ich wurde informiert = ich wurde inform georen
Habe ich das korrekt auseinander gepflocken?
Jetzt seid mal ihr Deutsch-Cräcker dran. Gibt es diesen Unterschied ,,unter normalen neudeutschen Bedingungen" wirklich? 

Agricola hat seine Antwort hierzu schon gegeben, will da kein anderer was dazu sagen?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-26, 20:47:30
Ja, Ku, genau so hast Du es richtig auseinander gepflocken.

Du kannst die Formen

informieren - informor - informoren

nutzen. Das ist die gelostene Form des Starks der Ieren-Verben.

Die andere Form ist die Sondertmesis, die das "ieren" als das eigentliche Verb ansieht und vom Rest einfach trennbar macht. Du konjugierst also

ieren - or - georen.

Wir waren auch schon mal an dem Punkt, dass wie den Rest, also das Inform als Substantiv gewurten und daher groß geschrieben haben.

(Interessant wird so was bei Verben wie verlustieren. Ich iere mich Verlust. Das heißt nicht etwa: Ich verliere mich.)

Diese Formen tochen immer mal auf, hielten sich eine Weile, wurden dann vergessen und später von irgend jemandem wiederentdocken.


Welche Formen Du jetzt benutzt, ist Dir selbst - wenn nicht gar persoln - überlassen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-26, 20:53:47
Danke, VerbOrg, jetzt bin ich mal informoren.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-01-26, 21:05:12
Zitat von: VerbOrg am 2007-01-26, 20:47:30
(Interessant wird so was bei Verben wie verlustieren. Ich iere mich Verlust. Das heißt nicht etwa: Ich verliere mich.)
Bei verlustieren zöge ich aber, vom Gehalt her, "Ich stiere mich verlu" vor.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-26, 21:09:54
Ich ging von der Sondertmesis der Ieren-Verben aus. Und da wird nun mal das ieren abgetronnen. Und kein tieren, stieren oder sonst was.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-01-27, 08:53:48
Hallo Ku,

Zitat von: Ku am 2007-01-26, 15:44:38
Ist an mir vorbei gegangen.
Wo zu finden?

Zum Grundstorkschatz schreibt unser Schäff auf unserer Heimseite:

"Hier werden neuhochdeutsche Verben kreativ gestorken, die bisher ganz regelmäßig waren. Das ist der Kern unserer Arbeit. In der unten stehenden Tabelle finden Sie die neu ersonnenen Stammformen. Wir arbeiten mit vorhandenen und selbst erfundenen Ablautreihen.

Der ,,Grundstorkschatz" umfasst drei Besonderheiten: Verben mit Konsonantenwanderung (Kennzeichnung: K), einfache Trennbarmachung (P) und unser alternatives Hilfsprogramm ,,Unregelmäßigkeit statt Stärke" (U). Weitere ,,Storkschätze" können Sie oben anklicken."

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: caru am 2007-01-27, 10:35:45
Zitat von: VerbOrg am 2007-01-26, 18:40:29
Zitat von: Ku am 2007-01-26, 18:28:08In der heiligen Liste steht ganz oben "-ieren" "öre/äre" und unter PII "-oren" und nicht "wahlweise georen", also bitte ich jetzt mal alle Mitglieder um Nachdunk und Informur.
Zur Sondertmesis der Ieren-Verben wird sicherl caru die fundorensten Erklüre geben, zumal er es irnxwann mal initior. Ward seinerzeit auch literarisch arverbitten im Tmetischen Sonett zum Frühlingsanbruch (http://verben.texttheater.net/v3/lyrisches.htm#fruehling).


dazumals war das mit der tmesis noch ganz einfach. überall, wo -ieren dran ist, gilt der vordere teil als präverb: ich iere verl, ich iere spaz, ich iere st, und ich iere auch ausz.

natürlich ist nicht auszuschließen, daß auch stieren, bieren... etc. als separate verben exist ieren.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-27, 10:57:34
Ich schätze mal, derzeit ierst Du eher frr.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-27, 11:03:29
Aber die entscheidende Frage von Ku hat caru, glaube ich, noch nicht antbewurten: Ob er nämlich nach dem Ende der Kälteperiode frrgeoren oder frroren haben wird.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-27, 11:07:23
Ich schätze mal, es heißt entweder

frieren - fror - gefroren (ganz normal stark)
oder
frieren - or frrrrr - frrrrr georen. (Wusste gar nicht, dass ich dermaßen bibbbbere.)

Aber weder frroren noch frrgeoren.

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: caru am 2007-01-27, 11:11:19
klar doch, ich habe frr georen :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-27, 11:12:56
>>VerbOrg

Worauf kommt's da jetzt an? Auf die Anzahl der ers oder auf die Worttrennung? Die Frage der Worttrennung ist doch eher Geschmackssache. Und Du, die du Dich doch einst eher für den traditionellen Rechtschrieb aus gesprochen (?) hast, örest doch dann auch eher für Zusammenschrieb plaid, oder?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-01-27, 11:23:53
Je kälter desto rrrr
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-27, 19:14:10
Ich wollte und will ja keine Grundsatzdebatte auslösen.

Es erschließt sich mir nur nicht, warum in der heiligen Liste ,,schenken" und andere Verben auf ,,-enken" mit ,,schachte" usw gestorken werden (dann könnte ich auch gleich ,,schenkte" sagen), wenn nach allen Regeln der Sturk ,,schacht" genügen würde, oder meiner Meinung nach eigentlich sogar nur ,,schach".

Mein Defizit zu Verben mit ,,-ieren" hat ja nun freundlicherweise VerbOrg erledigt.
Ich frage mich aber trotzdem weiter, warum der Verbteil ,,ieren" als ,,das eigentliche Verb" angesehen werden kann. Mit ,,ieren" allein kann ich nichts anfangen. Das Verb heißt natürlich immer noch ,,inform-ieren", dezim-ieren oder ,,verlust-ieren".
Das von Agricola angeführte Verb ,,anzieren" passt deshalb nicht zu meiner Frage. Ich bin alt genug, um zwischen Verben wie st-ieren, fr-ieren usw und Verben zu unterscheiden, die einen Stamm und eine –ieren-Endung haben.     
     
Wie ich bereits weiter oben erwohnen habe, ist das alles nur meine persönliche Mie. 

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-27, 20:02:48
Zitat von: Ku am 2007-01-27, 19:14:10
Ich wollte und will ja keine Grundsatzdebatte auslösen.

Es erschließt sich mir nur nicht, warum in der heiligen Liste ,,schenken" und andere Verben auf ,,-enken" mit ,,schachte" usw gestorken werden (dann könnte ich auch gleich ,,schenkte" sagen), wenn nach allen Regeln der Sturk ,,schacht" genügen würde, oder meiner Meinung nach eigentlich sogar nur ,,schach".
Das ist das von Amy schon ganz kurz erwahnene Verbenhilfsprogramm Unregelmäßigkeit statt Stärke, in der Liste mit einem "U" gekennzinchen.

Danach kann - nicht muss - man Analogien bilden zu anderen Verben, die zwar nicht stark sind, aber trotz ihrer Schwäche den Stamm ändern. Zum Beispiel:

denken - dachte - gedacht

analog dazu

schenken - schachte - geschacht
senken - sachte - gesacht
lenken - lachte - gelacht

Ich persoln finde diese unregelmäßigen Formen genauso schön wie die gestorkenen. Und wenn eine Verunregelmaß von lenken dann auch noch den Zwang zum Stork des Verbs lachen nach sich zieht, wirz besonders interessant.

Liebes Küchen,
bitte, sieh die große Liste nicht als etwas an, das ferbintlich ist. Sie ist eine Liste von Formen, die man so, wie sie darin auftauchen, mal vorgeschlagen hat und die Kilian der Listenaufnahme für würdich befand. Wenn Dir andere Formen besser gefallen, bist Du trotzdem frei, Deine eigenen Storke zu benutzen.

Nie nicht hat der Scheff behupten, mit seinen Listenwerken verbilnde Regeln aufgestollen zu haben. Wieso sollte er auch, setzen wir uns doch süstämatisch über die bestehenden Regeln hinweg.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stollentroll am 2007-01-27, 20:25:59
Zitat von: VerbOrg am 2007-01-27, 20:02:48
Liebes Küchen,
bitte, sieh die große Liste nicht als etwas an, das ferbintlich ist. Sie ist eine Liste von Formen, die man so, wie sie darin auftauchen, mal vorgeschlagen hat und die Kilian der Listenaufnahme für würdich befand. Wenn Dir andere Formen besser gefallen, bist Du trotzdem frei, Deine eigenen Storke zu benutzen.

Nie nicht hat der Scheff behupten, mit seinen Listenwerken verbilnde Regeln aufgestollen zu haben. Wieso sollte er auch, setzen wir uns doch süstämatisch über die bestehenden Regeln hinweg.

Ein grosses Wort gelassen ausgesprochen   :)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-01-27, 20:41:24
Ich danke dir nochmal, VerbOrg.
Ich bin fürs erste geheilt und halte jetzt mal bis aufs weitere das Maul.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-01-27, 20:54:07
Maul halten darfst Du so viel wie Du willst. Aber lass Dir bitte nicht die Hände hinterm Rücken festhalten, um nicht mehr an die Tastatur zu kommen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-01-28, 11:59:38
erbosen - erböst - erbies - erbiese - erbös! - erbosen

Besonders schön: 2. Pers. Sg. Imperfekt "du erbiest" :-)

Und immer noch bleibt mein Vorschlag, auf der Substantivseite das bosheitersetzende Substantiv von "die Böse" in "die Bose" umzubenennen, da "die Böse" ja eine Frau meint, die mit Bose behaften ist.

Woher kommt eigentlich dt. behaftet/nt. behaften? Wenn etwas von etwas behaften ist, müßte es ja jemanden geben, der es erstmal damit beheftet hat.

Große Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-01-28, 12:16:32
Liebe Amy,
Zitat von: AmelieZapf am 2007-01-28, 11:59:38
Und immer noch bleibt mein Vorschlag, auf der Substantivseite das bosheitersetzende Substantiv von "die Böse" in "die Bose" umzubenennen, da "die Böse" ja eine Frau meint, die mit Bose behaften ist.
Und die M... nein, ich wollte etwas ganz anderes sagen.
Das Bos-heiter-setzen wäre ja noch etwas für das Bosart-Trio (http://www.bosart-trio.de/).
Viele Grüße!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: caru am 2007-01-28, 12:17:38
und wenn einer verhaften worden ist, dann wird er abgeheftet? ::)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-01-28, 20:58:30
Zitat von: Agricola am 2007-01-26, 18:36:50Den Rest überlasse ich der Diskussion. Ich wäre ohnehin eher nicht dafür gewesen, die Wörter auf -ieren alle trennbar zu machen, es sei denn eben mal zum Spaß und ausnahmsweise.

So hab ich's auch immer gehalten. Initioren bzw. init georen hat das Ganze Arnymenos im Faden Verbalsubstantive, trennbare Vorsilben und ein Rundumverb (http://verben.texttheater.net/forum/index.php?topic=121.0).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-02-04, 12:51:21
Söben las ich in einer merxwürdigen Erzohl das altehrwürdige Partizip geweibet für eine Frau heigeraten.

Auch das Verb mannen gab's mal in der Bedeutung heiraten, wie ich bei den Grimms erlas.

Und da man in der Ehe erstarket (so ließ ich mir sagen), sesöllen die Verben auch stark sein.

weiben - wieb - wiebe - weib! - gewieben (der Imperativ muss so!!!)
mannen - monn - mönne - gemannen

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-02-09, 21:43:07
Hallo zusammen,

galoppieren - iert Gälöpp - or Gulapp - öre Güläpp - iere Galopp! - Galopp georen (ZP1, Conj. triplex)

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-02-15, 15:08:28
Gansch klaziss, wie fragen, sagen et cetera:

behagen - behug - behüge - behagen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-02-15, 15:13:23
Zitat von: Grinsekater am 2007-02-15, 15:08:28
Gansch klaziss, wie fragen, sagen et cetera:

behagen - behug - behüge - behagen
Es behüge mir (byebye-Behaltung aller dieser Formen) mehr, im Präsens analog zu "schlagen" auch zu sagen "es behägt mir".
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-02-17, 10:20:34
Voll Gender Beitrag steht ursprünglich hier (http://verben.texttheater.net/forum/index.php?topic=2199.0); aber wegen möglicher Listenaufnahme insbesondere des zuletzt genannten Wortes habe ich eine Kopie hier eingestollen.

Bei der Suche nach dem Ursprung des Wortes "vokal" stieß ich in der Verbenliste auf die Form "mokal", die zweifelsfrei ziegt, dass auch "vokal" von "väkeln" abgelitten sein muss. Die Konjugation dieses Verbs ist vollkommen analog zu mäkeln und lautet, ohne Euch zu vakolen:

väkeln vokal vökäle vakolen

Dieses ehrwürdige Verb ist leider vollkommen außer Gebrauch gekommen, und deshalb verwenden Sänger heute stattdessen das schwächliche "vokalisieren". Letzteres sollte ganz abgeschaffen werden, und man sollte künftig nur noch sagen "sie väkelt die Melodie".

Entsprechend rekonstrugeoren wird päkeln:

Im Stadion wird heute Europa pakolen.

Ferner schlage ich für die Tätigkeit im Horizontalgewerbe vor:

hurezänteln (zäntele Hure), zontal Hori, zöntäle Höri, haruzantolen

Die etwas ungewöhnliche Ablautreihe für den ersten Bestandteil erklärt sich aus dem recessus narrativus.

Weitere Wörter, für die noch nach dem ursprünglichen Bildungsmuster gesucht werden müsste, wären zum Beispiel real, vertikal, minimal, maximal ...

Edith: Gerade viel mir noch ein:

läkeln, lokal, lökäle, lakolen
Hätte ich Zeit und Geld genug, lökäle ich jeden Abend in meiner Stammkneipe

Und ich vermoss in der Verbenliste auch räkeln, für das ich eine analoge Konjugation vorschlüge:

räkeln, rokal, rökäle, rakolen

falls nicht jemand von Euch eine Idee hat, wie man den Gehalt dieses Wortes noch lautermalerisch ausdrücken kekünne ...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-02-17, 10:24:33
Zitat von: Agricola am 2007-02-17, 10:20:34Und ich vermoss in der Verbenliste auch räkeln, für das ich eine analoge Konjugation vorschlüge:

räkeln, rokal, rökäle, rakolen

falls nicht jemand von Euch eine Idee hat, wie man den Gehalt dieses Wortes noch lautermalerisch ausdrücken kekünne ...
Ganz eindeutig müsste das Wort laaang gezogen werden.

räkeln, rookaal, röökääle, raaakooolen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-02-17, 10:29:58
Oh ja! Dieser Auffassung schließe ich mich, nachdem ich mich einmal auf meinem Blechstuhl raaakooolen habe, um die Auswirkung dieser Verlängerung zu prüfen, wohlig lächelnd an.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-02-27, 14:04:16
Zu 'schneien' striu letztens, wieder einmal an der Bud'l des 'Café Hummel' (熊 蜂 咖 啡 館) , ein Bildhauer aus Bad Ischl (jetzt lebt er in Wien) einen Satz bei, einen 'Gosauer Ausspruch', wie er sug; Oma oder so. - Der Ort liegt im Inneren Österreichs (Oberösterreich, Bezirk Gmunden).
Die hier verwnonde Ichthyelaiographie* (= Transkription) steht zwischen seiner und meiner Auffuss.
:
Wånns schnûb, wâ-n Gűmpőn bom Bô-n.
Bedeutet: Wenn es schneite (schniebe), befänden sich Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) auf dem Boden.
Statt 'Gűmpőn' heißt es vielleicht '(g-)Gűmpőn' - also mit Artikel.

*Zu überlegen wäre, wie sich diese von der Phalainelaiographie unterschiede. - Vielleicht wäre letztere für Sprachen mit besonders langen Wörtern verwendbar, für Inuktitut etwa oder für Kinyarwanda (z.B. 'Spinne': igitangangur(li)wa,
Pl.: ibitangangur(li)wa).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-02-27, 21:44:45
Fisch? Öl? Wale? Alles lecker, aber mich hast du damit schon vor ,,Inuktitut" und Komparsen abgehangen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: huibui am 2007-02-28, 00:08:12
Für das Verb zu Echo schlage ich eine velare Spaltung des Lautes ch zu k und j vor:

ekkojen (Betonung auf dem koj),
ich oje ekk oj ekke jo,
du echost jost ost,
er echototot
wir ekkojen ek jo oj ekk ech jo ekk 
ihr ''
sie ''

Partizip Präsens:
ekkojend ech jo ech end ohne ende

Konjunktiv 1: Ich öje ekk (betonung auf öje)

Konjunktiv 2: Ich öje äk (betonung auf äch)

Imperfekt: ich uje uk (erstes u kurz, zweites lang und betont)

Partizip Perfekt: akk(ge)ojen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stollentroll am 2007-02-28, 09:13:26
Sehr hübsche Idee. Vielleicht etwas schwierig zu sprechen, aber sonst bemerkenswert   :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-02-28, 10:45:06
Das mit dem "schwierig zu sprechen" war in diesem Forum ja eigentlich noch nie ein Argument gegen neue Formen ... Für die neuen Echoformen wäre allerdings wirklich ein Audiotrainer einzurichten. Ich habe noch keine recht Vorstellung, mit welchem Rhythmus die 1. Person Singular präsens denn nun zu sprechen ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-02-28, 12:28:46
Zitat von: Berthold am 2007-02-27, 14:04:16
'Café Hummel' (熊 蜂 咖 啡 館*)
*(館) Vielleicht besser 堂 (tang2: Raum, Halle)
oder 廳 (ting1: Halle, zentraler Raum)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-02-28, 13:02:29
Zitat von: Grinsekater am 2007-02-27, 21:44:45
(...) Alles lecker, aber mich hast du damit (...) abgehangen.
Abgehangen? Vielleicht Elchkalb oder Banteng. - Aber Kater, der sesülle schon frisch sein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: doroquaedam am 2007-03-01, 18:05:17
Zitat von: Stollentroll am 2007-02-28, 09:13:26
Sehr hübsche Idee. Vielleicht etwas schwierig zu sprechen, aber sonst bemerkenswert   :D
ich hätte eher bedenken, dass die pluralformen nicht bsonders beliebt wären, denn wer möchte schon 2 min. für die aussprache eines wortes brauchen? nein, ich denke man müsste wahrscheinlich 5 min. einplanen, denn das versprechen, wenn man es ausspricht, bräuchte auch seine zeit + korrektur der falschgesprochenen sachen.
ansonsten findet die idee auch meinen zuspruch.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-03-02, 13:17:53
Zur Bertholds Fischölschreibung: Bei mir ist endlich der Groschen gefallen. (Manchmal funktioniert der Denkautomat eben nur mit Kleingeld.)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2007-03-07, 21:53:12
Beim Animalpoetisieren fand ich folgende Lücken in der Liste:

siedeln, sald, sälde, gesolden
hauchen, hooch, hööche, gehoochen (Dss doppelte o ist erforderlich, um den Hauch zu betonen)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-03-11, 21:18:32
Bei Steven Pinker happich ein paar Storke gefunden, die man unbedungen aufnehmen sesull.

1) Aus einem Duchtwerk (http://verben.texttheater.net/forum/index.php?topic=2211.msg28841#new)

preach - praught - praught
screech - scraught - scraught
leak - loke - loken

2) Aus dem weiteren Text des Kapitels "Words, words, words":

seesaw - sawsaw - seensaw
pay - pew - pain
ensnare - ensnore - ensnorn
sneak - snuck - snuck

heat - het - het (in einigen Dialekten verbritten)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-03-14, 19:50:28
Ist nicht wirklich neu, sondern laut Steven Pinker eine alte Vergangenheitsform:

climb - clome (- clomen)
(letzte Form von mit hinzugefogen, da diese von Pinkern nicht gelurfen ward; ob sie auch mal so existor, weiß ich nicht.)

Erinnert an klimmen - klomm - geklommen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Michael am 2007-03-14, 21:25:14
brauch ich gleich zum Dichten:
verdoppeln, verdulpp, verdülppe, verdolppen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-03-28, 17:41:30
outfaden - ich fade out, du fädest out ... - ich fudd out - ich füdde out - fad out! - outgefaden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-03-28, 17:48:21
Zitat von: Agricola am 2007-03-28, 17:41:30
outfaden - ich fade out, du fädest out ... - ich fudd out - ich füdde out - fad out! - outgefaden

heißt es nicht ausfädeln statt outfaden? 8)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-03-28, 18:06:24
Das gibt es latürnich beides! In der Tontechnik ist "ausfädeln" eher unüblich.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-03-28, 18:08:20
... da (aus gegebenem anlaß, wie es so hübsch halß heißt) sankt wendalinus fortan als schutzpatron der gsv fungiert, sei ihm (und uns, selbstverstalnd) zu ehren das verb wendeln gestorken:

wendeln - wilnt - walnd - wälnde - wilnd - gewolnden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-03-28, 18:09:50
Zitat von: Agricola am 2007-03-28, 18:06:24
Das gibt es latürnich beides! In der Tontechnik ist "ausfädeln" eher unüblich.

... aber die zu bespielenden bzw. die bereits bespolenen bänder müssen doch sichelr auch in die entsprechenden maschinchen ein- und ausgefädelt (gefalnden) werden, oder? ...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-03-28, 18:34:26
Ja, aber ich glaube, das outfaden hat mit Fäden überhaupt nichts zu tun und ist nicht an die Tonbandtechnik gebunden. Aber mag jemand anders sein Englischlexikon zücken.

Aber vielleicht ist "fade out" ja auch ein Befehl, dass alle faden Personen den Raum (oder den Faden) verlassen sollen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-03-28, 18:35:31
Zitat von: Agricola am 2007-03-28, 18:34:26
Ja, aber ich glaube, das outfaden hat mit Fäden überhaupt nichts zu tun und ist nicht an die Tonbandtechnik gebunden. Aber mag jemand anders sein Englischlexikon zücken.

... ja freichl nicht! ... war doch auch nur eine wortspielerische assoziation :D ... insofern: lexikönner zugeklappen lassen!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-04-01, 20:51:10
Nachtrach von der fünften PerVers:

Im Kölner Dom - genauer gesagen in Höhe der Glocke - entstand eine rückschwingende Konjugation von pendeln

pendeln - palndnlap - pälndnläpe (?) - neppolndnloppen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-04-01, 21:20:10
Dann waren aber nicht viele Läute da, als Ihr daoben wart. Wenn man das nämlich erlebt, vergehen einem die Gedanken ans Pendeln.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-04-01, 23:08:42
Ich mieche epälndnläpe aus dem Konjunktiv.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-04-02, 06:54:36
Klasse!
Damit ist die Symmetrie wiederhergestollen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-04-02, 09:43:39
Zitat von: VerbOrg am 2007-04-02, 06:54:36
Damit ist die Symmetrie wiederhergestollen.
Das läßt sich aber noch weiter treiben! Hier mal nur der Konjunktiv:
Ich epälndnläpe
Du tsepälndläpest
Es epälndnläpe
Wir nepälnläpen
Ihr tepälndnläpet
Sie nepälndnläpen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-04-02, 16:45:46
Zitat von: Grinsekater am 2007-04-02, 09:43:39
Zitat von: VerbOrg am 2007-04-02, 06:54:36
Damit ist die Symmetrie wiederhergestollen.
Das läßt sich aber noch weiter treiben! Hier mal nur der Konjunktiv:
Ich epälndnläpe
Du tsepälndläpest
Es epälndnläpe
Wir nepälnläpen
Ihr tepälndnläpet
Sie nepälndnläpen
Ja, ja, es gibt sie, jene unheimlichen schwarzen Kugelschreiber, die ihre BesitzerInnen zwingen, Postkartengeschichten niederzuschreiben und - zu zeichnen, noch & noch, Karte für Karte. Das ist das eine.
Wer aber, zum zweiten, einmal zu tief das Morastsarom' derer Palindrome einschniälfe, dem gölcke bald ein 'Pfuhleintraum' nach dem anderen vor.
Soweit zu diesem Kennjokus (Konjunktiv II).

Folgt aber eine Frage, an den caru, ob er folgendes Buch kenne:
Thomas Frechberger
2003: DASREVERSAD (Buchstabenpalindrome)
bei VIZA Edit
- ?
Ich glaube, den Herrn Frechberger, den lassen sie bisweilen nicht los, die Palindrome.



Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: caru am 2007-04-02, 20:47:38
nein, das kenn ich noch gar nicht, das buch. sollte man mal vereinnahmen, für die palindromistische fachbibliothek.

wo zum beispiel das buch vom cello voll echo (http://www.amazon.de/Oh-Cello-voll-Echo-Palindromgedichte/dp/3458162356) schon steht :)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-04-15, 10:17:29
Ein vernachlässigtes Verb hat mir sein Weh geklagen: vernachlässigen. Jetzt ist es zwar noch viel stärker nachlassogen, aber vielleicht gibt es ja trotzdem Ruh.

vernachlässigen  -  verläßt nach  -  verließag nach  -  verließäge nach  -  verlass nach!  -  nachlassogen

Wo das ,,-ver-" im Partizip hin ist? Das ist 'ne traurige Geschichte. Kurz gesagt, ist das Verb von seinen Wärtern im verließ wohl einfach nachlassogen worden. Fast so viel Mitleid erregt der Imperativ, der von seiner Stammsilbe ,,-ig" verlassen ward. Vielleicht finden sich die beiden fehlenden Silben irgendwo im nachlass des armen Wortes, welcher von der Sprachwissenschaft bisher sträflich nachlassogen worden ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-04-21, 16:35:11
Hallo Grinsekater,

Zitat von: Grinsekater am 2007-04-15, 10:17:29
Ein vernachlässigtes Verb hat mir sein Weh geklagen: vernachlässigen. Jetzt ist es zwar noch viel stärker nachlassogen, aber vielleicht gibt es ja trotzdem Ruh.

dieses Verb hab ich schon mal vor einem Jahr oder so gestorken:

vernachlässigen, verissigt nalch, verossag nalch, verössäge nalch, verissige nalch, nalchverossegen (P4ZK).

Grüße, Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-04-25, 23:00:48
Und ich noch viel früher...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-04-25, 23:15:36
Oha! Verzeiht mir bitte, ihr beiden. Als ich das Verb in der Liste suchte, hat die Suchfunktion meines Netzstöberers es offenbar  -  Moment, nachgucken  -  nalchverossegen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-04-28, 15:45:01
schröpfen - ./. - schriapf - schriäpfe - ./. - schriopfen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-05-02, 10:14:40
reinigen - rienag - rienüge - gerienogen

desgleichen: peinigen - einigen - heiligen - steinigen


Der 'Kontakt'-Knupf funzt nicht mehr ???
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-05-02, 11:22:18
Zitat von: amarillo am 2007-05-02, 10:14:40
reinigen - rienag - rienüge - gerienogen

desgleichen: peinigen - einigen - heiligen - steinigen
Ich dachte, diese Art Analogiebildung (http://verben.texttheater.net/forum/index.php?topic=2213.0) sesülle jetzt nicht mehr sein? ???
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-05-02, 14:20:15
Dachtest Du, ja?  Dann dink' doch einfach nochmals, vielleicht kommst Du dann dahinter!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-05-02, 15:20:19
Zitat von: amarillo am 2007-05-02, 10:14:40Der 'Kontakt'-Knupf funzt nicht mehr ???

Das Kontaktformular ist nicht mehr da, meinst du das? Es war technisch verolten und ein Sicherheitsrisiko, daher bis zur neuen Verbenwebsite Kontaktaufnahme nur per E-Mail...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-05-02, 18:04:10
Alles klar!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2007-05-05, 01:17:46
Mal wieder zum Kerngeschäft:

Nachdem uns die NR solche Perlen wie das Portmonee oder die Majonäse beschor, fand ich, man dedürfe nicht bei halbherziger Eindeustch innehalten. Daher habe ich mir mal das Verb recherchieren vorgeknopfen:
Ich rëiere schirsch, er rëiert schirsch, reor schorsch, reöre schörsch, rëiere schirsch, schorsch reoren.

Vielleicht wird Kollege Schorsch dereinst so beliebt wie Fräulein Edit; wir sind ja ständig was am Suchen.

Und wo wir schon am Stärken sind:
brettern: brirtt (2. Pers. Indik. Präs.: brirttst, mmU), brartt, brärtte, brirrr (iere frisorenes Moped imagin), gebrartten.
grummeln: grolmm, grölmme, grilmm, gegrolmmen.
klamüsern: klamirst, klamors, klamœrse, klamirs, klamorsen (im Sinne von "in kleinen Sinneshäppchen durchgesagen").
spargeln (unter Spargelianern verbrittene Umschrieb für die Extremaufnahme der zarten Stangen während der kurzen Saison): spirlgt, sporlg, spörlge, spirlg, gesporlgen. Ich meine, da klänge auch der Sport-Aspekt an.
verlautbaren: verärt blaut, verur bliet, verüre blöt, veräre blaut, blautveraren.

Diese beiden stehen zwar schon in der Liste, doch die diphthongischen Elemente sind durchaus stärkbar:

laichen: liaioicht, liaioiuch, liaiöich, geliaioiuchen (Quintupel- bis Sextupelvokalisur). Onomapötelt auch die Mühen der Eiablage.
schrumpfen: schrimpft, schruompf, schrüömpfe, schrimpf, geschruompfen. Hat doch was Schrumpeliges.

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-05-12, 16:15:42
Hallo,

von mir gibt es neu:

verschrotten - verschrött - verschrat -verschräte - verschrött! - verschrotten
versteinern - ./. - verstirn - verstirne - ./. - verstirnen
ziemen - ./. - zam - zäme - ./. - gezemen (das ist fast schon der Roten Liste würdig: Der minneclîchen meide / triuten wol gezam (Nibelungenlied))

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Pestcontrol am 2007-05-14, 10:43:04
Das ist verschrocklich!

Der Ganter verschrommt den Neuschreib...

Majonnaise ist ihm ein Greul, Portemonnaie ist ihm ein Schönschreib...

Man sollte es ihm einbleuen!



Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-05-14, 17:18:30
Schreib, wie Du willst.
Wir werden dem Ganter hier gar nichts einbleuen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Pestcontrol am 2007-05-14, 18:01:57
Zitat von: VerbOrg am 2007-05-14, 17:18:30
Schreib, wie Du willst.

Da werde ich mich mal zweiarmig zur Geschlechtsordung mölden. glaubst Du, Du kannst hier machen, was willst Du?

Da päcke ich nochn Apopstroph rein...Das mir, als Dipl. Legastoniker...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stollentroll am 2007-05-14, 18:42:33

Gibt´s hier im Forum eigentlich keine PestControl   >:(
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-05-14, 18:49:31
Leider noch nicht, dabei wäre es - weiß Gott - an der Zeit. :(
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-05-14, 19:22:48
Gibt es denn schwer wiegende Verfähle, die den Einsatz eines Kammerjägers recht färtögen? Ich kann mit PestControls Beiträgen größtenteils auch nichts anfangen, aber wenn wir immer danach gegangen wären... ::)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-05-14, 20:14:16
Zitat von: Kilian am 2007-05-14, 19:22:48
Gibt es denn schwer wiegende Verfähle, die den Einsatz eines Kammerjägers recht färtögen? Ich kann mit PestControls Beiträgen größtenteils auch nichts anfangen, aber wenn wir immer danach gegangen wären... ::)

Find ich auch. Pestcontrol tobt sich hier bisschen aus, hat aber noch keinen ernsthaft beleidigt, was er mich auch ganz gewiss nicht könnte. Alter hat er keins angegeben, aber offensichtlich ziemlich jung. Für mich kein Grund zum Aufrug.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-05-16, 21:35:13
Zitat von: Agricola am 2007-02-15, 15:13:23
Zitat von: Grinsekater am 2007-02-15, 15:08:28
Gansch klaziss, wie fragen, sagen et cetera:

behagen - behug - behüge - behagen
Es behüge mir (byebye-Behaltung aller dieser Formen) mehr, im Präsens analog zu "schlagen" auch zu sagen "es behägt mir".
Hat der Stork, gerne mit Agricolas Präsensumlautung, jemandem nicht behagen? In der aktualisorenen großen Liste fehlt er nämlich leider.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-05-17, 16:36:42
Verschuldigung, ich hatte nur Tomaten auf den Augen. Betraf auch noch ein paar weitere Storke.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-05-17, 22:29:33
Kein Ding, sowas dachte ich mir schon. Für die Zukunft empfehle ich, Tomaten lieber in den Mund zu nehmen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-05-28, 22:59:47
frömmeln - ./. - frolmm - frölmme - ./. - gefrolmmen
versaubeuteln - verbeutelt sau - verbiault sau - verbiäulte säu - verbeutele sau! - sauverbiulten
zuckern - zürckt - zurck - zürcke - zürck! - gezurcken
schassen - schässt - schieß - schieße - ./. - geschassen
metzgern - ./. - martzg - märtzge - ./. - gemortzgen

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-05-29, 11:02:28
Ich schlage als unregelmäßigen doppelten Kennjokus vor:

kanonisieren - ich isiere Kanonen, isor Kanonen, isöre Kanonen, isiere Kanonen!, Kanonen isoren

(im Sinne von: ein Bollwerk gegen Anarchisten errichten, die an der Verbindlichkeit der Regeln zweifeln)

kanonisieren - ich isiere Kanon (bei dreistimmigen Kanons: isiesiere, bei vierstimmigen Kanons: ich isiesiesiere K.), isorisor(isor(isor)) Kanon, isörisör(isör(isör))e Kanon, isie(sie(sie))re Kanon!, Kanon isoriso(riso(riso))ren

(im Sinne von: eine bzw. zwei bzw. drei Echostimmen hinzufügen)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-05, 12:45:50
spänen - ./. - spian - spiäne - ./. - spianen (des Spanferkels zu Lebzeiten)
spanen - ./. - spien - spiene - ./. - gespanen (bei spanabhebenden Verfahren resp. beim Zerspanen)
ketten - kitt - katt - kätte - kitt! - gekotten (v.a. bei ver-, an-, sonstwasketten)
betten - bitt - batt - bätte - bitt! - gebetten (wie man sich bitt, so liegt man)
flehmen - flimmt - flahm - flähme - geflommen (analog nehmen)

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Gryphius am 2007-06-05, 16:55:54
Zitat von: AmelieZapf am 2007-06-05, 12:45:50
spänen / flehmen

Hallo, Amy! Dank Deiner konnte ich söben meinen Wortschatz um obige Worte vermehren, die ich (Schande über mich!) bislang nicht zu selbigem gehörig zählen konnte. :D Ich musste tatsalch den Duden zu Rate ziehen!

Ich stärke dagegen mal etwas schlichteres:

dümpeln - dilmpt - dalmp - dülmpe - dilmp! - gedolmpen
entrümpeln - entralmpt - entrolmp - entrülmpe - entrilmp! - entrolmpen
päppeln - palppt - polpp - pülppe - pilpp! - gepolppen
veräppeln - veralppt - verolpp - verülppe - verilpp! - verolppen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-06-05, 17:09:38
... um das neue storkpaket für kilian etwas voluminöser zu gestalten, sei es noch etwas aufgeporlsten, und zwar mit:

polstern / pirlst / porlst / pörlste / pirlst! / geporlsten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-06-05, 17:26:07
Und wenn wir schon fürlrchtche Bildungen haben, die die Kiefer(n) zu fällen drohen, sei gleich entgegengeworken:

aufforsten, firstet auf, furst auf, fürste auf, firste auf!, aufgeforsten

förstern (den Försterberuf ausüben), forrst, förrste, förrste!, geforrsten

und klanglich passend:

frosten, frist, frust, früste, friste!, gefrosten

frösteln, frlost, frlöste, frlöste!, gefrlosten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-09, 00:13:48
verzinsen - ./. - verzans - verzänse - ./. - verzunsen
verschleiern - ./. - verschlie·ar - verschlie·äre - ./. - verschlie·oren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-06-09, 09:14:21
bescheinigen - beschienigt - beschienag - beschienäge - beschienig! - beschienogen
beschönigen - beschingt - beschunag - beschünäge - besching! - beschonegen
vereidigen - veridigt - veriedag - veriedäge - veridig! -  veriedogen
verteidigen - vertidigt - vertiedag - vertiedäge - vertidig! -  vertiedogen
vereiteln - verilt - verielt - verielte - verilt! - verolten
verlangen - verlingt - verlieng - verlienge - verling! - verlongen
beseitigen - besittigt - besietag - besietäge - besittig! - besietogen
mauern - miert - mur - müre - mier! - gemuren
untermauern - miert unter ...
bedauern - bediert - bedur - bedüre - bedier! - beduren
abseilen - silt ab - siel ab - siele ab - sill ab! - abgesielen 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-06-11, 12:28:25
Ich entdak söben folgende Unstimmik in den Verbenlisten: Während z.B. backen nur in der roten Liste, nicht aber in der Gesamtliste steht, steht z.B. speisen in beiden Listen. Sollen die Verben der roten Liste in der Gesamtliste erscheinen oder nicht?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-11, 18:28:29
triezen - ./. - trass - trässe - ./. - getreßen. Analog siezen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-06-14, 18:05:18
rechen, richt, raach, rääche, rich!, gerachen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-18, 08:55:58
Frei, unregelmäßig und leider nicht stark analog "wenden":

verfremden - 2. verfrimdst, 3. verfrimdt - verframdte - verfrämdte - verfrimd! - verframdt
fremdeln - 2. frilmdst, 3. frilmdt - fralmdte - frälmdte - frilmd! - gefralmdt

Grüße,

Amy

P.S.: Ich nehme Abstand, widerrufe und erkläre: "Ich bin ein nichtswürdiges Erdferkel!", darum daß "fremdeln" schon in der Liste ist und zumindest "befremden" auch schon.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-06-18, 10:21:03
Zitat von: Agricola am 2007-06-11, 12:28:25
Ich entdak söben folgende Unstimmik in den Verbenlisten: Während z.B. backen nur in der roten Liste, nicht aber in der Gesamtliste steht, steht z.B. speisen in beiden Listen. Sollen die Verben der roten Liste in der Gesamtliste erscheinen oder nicht?

Ich mache das an dem aktuellen Bekanntheitsgrad der starken Formen fest. Während buk, gebacken in jeder halbwegs akzeptablen Grammatik des Deutschen noch auftaucht, ist spies, gespiesen offiziell aus dem Standarddeutschen bereits völlig hinausgeschrieben und kann geradezu als wieder neu gestorken gelten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-22, 07:50:05
Hallo Kilian,

Zitat von: Kilian am 2007-06-18, 10:21:03
Ich mache das an dem aktuellen Bekanntheitsgrad der starken Formen fest. Während buk, gebacken in jeder halbwegs akzeptablen Grammatik des Deutschen noch auftaucht, ist spies, gespiesen offiziell aus dem Standarddeutschen bereits völlig hinausgeschrieben und kann geradezu als wieder neu gestorken gelten.

Bei uns zumindest ist gespiesen noch gängig und wird verstanden. A Bräderidum gibt's ba uns eh kaans.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-06-22, 08:12:49
Laut meinem deutsch-japanischen Lexikon ist "gespiesen" in der Schweiz Standardsprache. Allerdings nicht "spies", was mir dennoch eine geläufige Form ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-06-25, 17:19:40
dengeln / dalng / dölnge / dilng! / gedolngen
frönen / fråhn / frœne / frien! / gefronen
bemängeln / bemalng / bemölnge / bemilng! / bemolngen
lustwandeln / walnd lust / wälnde lust / wilnd lust! / lustgewolnden
simmern / sormm / sörmme / sirmm! / gesormmen
einverleiben / verlieb ein / verliebe ein / verlieb ein! / einverlieben
mendeln / malnd / mälnde / milnd! / gemalnden
radebrechen / brach rad / bräche rad / brich rad! / radegebrochen
verballhornen / verhornball / verhornbälle / verhornbill! / verballgehornen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-06-25, 18:41:32
nieseln - norl - nörle - genorlen

(angelehnt an "niesen" bzw. "erkiesen")
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Gryphius am 2007-06-26, 13:10:01
Zitat von: Agricola am 2007-06-25, 18:41:32
nieseln - norl - nörle - genorlen

(angelehnt an "niesen" bzw. "erkiesen")

Auch wenn es schöner an rieseln angelehnen wäre (nieseln / nals / nälse / genolsen), geht dies zunächst doch nicht, da schon näseln so gestorken ward. Aber kann man näseln nicht "umstärken"? Vielleicht so:

näseln / nlas / nläse / nlies! / genlasen

Damit würde der Weg frei für die obige Stärkungsreihe für nieseln, die somit auch hübsch zu pieseln pieße.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-06-30, 18:15:59
picknicken - nickt pick - nak puck - näke pück - nick pick! - pickgenocken.

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-07-02, 10:41:43
vereiteln - verilnt - verialnt - veriülnte - veriilnt! - veriolnten
ausnüchtern - ... - nurcht aus - nürchte aus - nircht aus! - ausgenurchten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-07-02, 11:51:01
veredeln - verildt - verald - verälde - verild! - verolden.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Gryphius am 2007-07-02, 14:47:05
nesteln / nelnst / nolnst / nülnste / nilnst! / genolnsten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Gryphius am 2007-07-02, 15:05:44
Gerade wollte ich verrichten stärken, als ich sah, dass die von mir präferorenen Formen bereits von verrenken besotzen sind. Diese finde ich allerdings eher unglulck. Daher rege ich folgende Änderung an, um dann verrichten sinnvoll stärken zu können:

verrenken / verrachte / verrächte / verracht

verrenken / - / verrank / verrönke / verrink! / verronken

verrichten / - / verracht / verrächte / - / verrochten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-02, 17:57:32
Ich finde "verrachte, verracht" von "verrenken" analog zu "bedenken" ganz toll und origineller als "verrank" etc. Warum nicht "verrichten, verrocht, verröchte, verrochten? Dann beißt sich da nichts.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-07-02, 20:38:10
Hallo zusammen,

Zitat von: Agricola am 2007-07-02, 17:57:32
Ich finde "verrachte, verracht" von "verrenken" analog zu "bedenken" ganz toll und origineller als "verrank" etc. Warum nicht "verrichten, verrocht, verröchte, verrochten? Dann beißt sich da nichts.

auch ich bin ausgesprochene Anhängerin der unregelmaßen Bug, selbst dann, wenn sie nicht stark ist. Denn auch die starke Bug ist hochgradig vorhersahb. Ragelverunmoßegenen Formen hingegen wohnt der Zauber des Überraschenden inne, des Vorunhersahben, kurz des Interassen.

Das genau war auch der Grund, warum ich so lange nach einem Analogiestork zu "nehmen" gesoochen habe (bei "flehmen" ward ich im tierarlzten Fachjargon fund). Weg mit dem starken Einheitsbrei! Unregelmaße Formen sind Verbung für eine Sprache und verben sie bunt ein!

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-03, 01:29:50
Liebe Amelie,

aus diesem dieLämmer hilft eine andere Methode, die ich hier schon einmal vorgeschlagen habe: Sich nicht am Infinitiv, sondern an einer anderen Form orientieren und den Infinitiv ändern. Es gibt keinen Grund, warum der Infinitiv nur deshalb, weil er in den Lexika ganz oben steht und zur alphabetischen Sortitur verwandt wird, von den Verbenstärkern als unantastbar beholnden wird. Bei "nehmen" ist das Problem, dass der Infinitiv wenige Parallelbildungen hat, wenn man nicht "strömen" oder "grämen" als solche zulassen will. Geht man hingegen von der dritten Person Singular aus, gibt es haufenweise Verben, die analog gebolden werden können. Ein noch nicht gestorkenes ist zum Beispiel "ergrimmen", das nun ausgehend von der Form "er ergrimmt" analog zu "er nimmt" gebogen werden kann:

ergrehmen (ich ergrehme, du ergrimmst, er ergrimmt), ergrahm, ergrähme, ergrimm!, ergrommen

Viele Grüße!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-07-03, 12:02:33
Zitat von: Agricola am 2007-07-03, 01:29:50
Sich nicht am Infinitiv, sondern an einer anderen Form orientieren und den Infinitiv ändern. Es gibt keinen Grund, warum der Infinitiv nur deshalb, weil er in den Lexika ganz oben steht und zur alphabetischen Sortitur verwandt wird, von den Verbenstärkern als unantastbar beholnden wird.

... oh mann, da machst du aber ein faß ohne boden auf, wenn wir noch anfangen, neue infinitive zu bilden ::) ... warum ändern wir nicht gleich auch deren bedeutungen? ... nur weil sie so im duden stehen, sollte man sie doch nicht als unantastbar behandeln :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-03, 16:34:19
Zitat von: katakura am 2007-07-03, 12:02:33
... oh mann, da machst du aber ein faß ohne boden auf

Das könnte eine zukunftsweisende Tat sein, wenn doch in so manch anderem Fass oder Faden hier der Boden erreicht zu sein scheint, wie die Frequenz der Beiträge in den letzten Wochen befürchten lässt.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-07-04, 10:23:33
Zitat von: Agricola am 2007-07-03, 16:34:19
Das könnte eine zukunftsweisende Tat sein, ...

... ich weiß nicht, ich weiß nicht ... ob das dann noch im sinne des erfinders ist ???

Zitat von: Agricola am 2007-07-03, 16:34:19
... wenn doch in so manch anderem Fass oder Faden hier der Boden erreicht zu sein scheint, wie die Frequenz der Beiträge in den letzten Wochen befürchten lässt.

... tja, auch das vollste faß ist halt irgendwann ausgeschopfen und selbst der längste faden endet mal ... sellerie ;D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-04, 19:03:24
Da manches, das ich in Kilians berühmtes Archiv sandte, dort in potentieller Energie verhurr, ohne daß jene je kinetisch geworden wäre (mag auch sein, daß ein paar Sachen nicht konvenoren), zupf ich heute ein kleines Paradigma heraus. Enthält immerhin ein bisserl was Wissenswertes; vielleicht.
Begrund für meine Aufsätze: Mir tut sich da in jüngster Zeit einfach zu wagn Neues. Viel Gegamerze, sozusagen.
Nebenbemark: Wer den letzten caru-Beitrag sucht, muß tief in den Mai hinabsteigen...

Jetzt aber {ein Aufsatz vom 16. 6. 2006}:

Der österreichische Kennjokus – Coniugatio Austriaca

Nachtrag:
(sich) aufmascherln (sich übertrieben kleiden, sich aufdonnern) – mascherle (mich) auf – mlärsch{e}st auf – mlärscht auf – mlursch auf – mlürsche auf – aulfgemarschen {Intrusio litterae consonantis ‚l’ in syllabam primam: ‚auf > aulf’}

Kennjokus der vor allem in Österreich verbreiteten Iterativ-, Frequentativ- oder Multiplikativverben (einschließlich einiger anderer, die dieser Gruppe ähnlich sind);
Beispiele: knarren > knarretzen (= wiederhulen knarren); knacken > knacksen (= wohl eher intensiv als wiederhulen knacken)
Präteritum, Konjunktiv 2 und P.P. mit Rat-Aff-Lach(!) (= Reduplikation). Für die Betonung schlüge ich vor: auf der Silbe nach der ratafflachenden Anfangssilbe. Der Vokal dieser Silbe richtet sich nach dem Folgevokal, dem ‚Hauptvokal’ des Verbs.
Es findet sich, trotz dieses Hinweises auf die Wiederhe{h}l, in Vergangenheit und Möglichkeit vor allem Konsonantenabschwach (weil dann solche Verben weniger intensiv geworden sind/wären). Das P.P. erfährt eine weitere Abschwach (z >ds > s). Bei einigen Verben mischen sich, bei stets vorhandenen Rätäfflächen, Elemente einer onomatopoetischen Coniugatio mit der Coniugatio duplex.

Quellen (außer meiner eigenen Kenntnis) sind: M: Mackensens Wörterbuch; S: Peregrinus Syntax: Deutsches Reimlexikon; T: Teuschl, W: Wiener Dialektlexikon; V: Variantenwörterbuch der deutschen Sprache.

strawanzen (V; ital. stravagante: verschroben, überspannt {?}) (untätig herum-, umherziehen, herumstreunen, sich herumtreiben; Substt: der Strawanzer, die Strawanzerin):
sträwänz(es)t, sträwänzt, sträwänz! {Die – positiven - Imperative 2., Sg. haben bei diesen Verben oftmals reichlich theoretischen Zuschnitt. Für Verbote dagegen sind sie meist sehr
geeignet: Sträwänz nicht! Pinz nicht! Gämirz nicht, ohne die Hand vorzuhalten! Gribirz nicht
so laut!}, susdruwunds, süsdrüwündse, sasdrawansen 

maunzen (S; wiederholt und wahrscheinlich auch intensiv miauen): mäunz(es)t, mäunzt, mäunz!, momonds, mömöndse, momonsen

benzen (oder, wie hier: penzen; sicherlich in Maria Hornungs Wiener Mundartwörterbuch, wahrsch. auch in V – durch ständiges, lästiges Bitten etwas erreichen wollen; quengeln): pinz(es)t, pinzt, pinz!, bobonds, böböndse, bobonsen

raunzen (V; nörgeln, seiner Unzufriedenheit durch ständige, kritisierende Außare Ausdruck verleihen – oft sogar weinerlich; egoistisches Weinen, um Mitmenschen zu etwas zu bewegen): räunz(es)t, räunzt, räunz!, roronds, röröndse, roronsen

knarretzen (andauernd knarrendes Gerräusch von sich geben): knärritz(es)t, knärritzt, knärritz!
gugnurads, gügnürädse, gagnaresen

himmletzen (M; wetterleuchten – natürlich wiederhulen): himmlitz(es)t, himmlitzt, himmlitz!, hahamlads, hähämlädse, huhumlasen

krächzen (M.; Iterativ von krachen; heiser schreien, mit lauter Stimme sprechen): krehchz(es)t, krehchzt, krehchz! (Ohne Dehnung wäre das ‚e’ nur eine orthographische Variante.), gagrachds, gägrächdse, gogroĥsen (Das ist kein Dehnungs-h; es kekünne entweder – was ich empföhle - stimmlos stark gehaucht/gehochen werden {Ich glaube, daß es im Arabischen solch ein ‚h’ gibt} oder, meinethalben, sogar stimmhaft sein – wie das tschechische ‚h’ im Silbeninneren; tsch. ‚h’ nur zwischen zwei Vokalen stimmhaft, sonst lediglich stark gehochen? Stimmlose Aussprache wäre viellecht, wegen des h’s im folgenden Verb, besser.)

knacksen (M; siehe oben): knäck(se)st, knäckst, knäcks!, gugnugs, gügnügse, gagnaĥsen (Dieses ‚h’ ist auf jeden Fall stimmhaft zu spechen – wie auch das darauffolgende s.)

hopsen (springen, möglw. wiederhulen kleine Sprünge machen): höps(es)t, höpst, höps! huhubs, hühübse, huhuvsen (v: stimmhaft)

gagerzen (T; {wiederholt} gackern; laut Teuschl auch ‚stottern’ – mhd. ‚gagzen’): gägirz(es)t, gägirzt, gägirz!, gugugards, gügügärdse, gugugorsen // möglich wären auch: gigigards, gigigärdse, gagagorsen

gamerzen (T; gähnen): gämirz(es)t, gämirzt, gämirz!, gugumards, gügümärdse, gagamorsen

greberzen (T; aufstoßen, rülpsen (jidd.]): gribirz(es)t, gribirzt, gribirz!, gogrobards [molg auch gogrobords], gögröbärdse {molg auch gögröbördse}, gogroborsen

schmatzen (M; verw.: schmecken): schmätz(es)t, schmätzt, schmätz!, schischmids, schischmiedse {i-Verlangir im Konj. 2 zur besseren Unterschoüd}, schaschmasen 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-04, 19:16:16
Ui, da find ich ja, bequem, noch was:

Lieber Kilian! {Mail vom 28. 8., Aufsatz vom 30. 8. 2006}

Lieber Kilian!

Nach den –euern-Verben fehlen nun noch die auf –auern, die auf –eiern und das Verb (vielleicht gibt’s ja eh mehr) auf –äuern. Bei diesen Gruppen geht’s ganz anders ab als bei –euern. Der Kennjokus hat einen etwas abgehobenen Namen:

Coniugatio cum alae ictu slavico (bzw. C. alae ictus slavici) – Der Kennjokus mit slawischem (des slawischen) Flügelschlag(es):

Slawischer Flügelschlag deshalb, weil es zwar nur zu fakultativen Palatalisüren und Velarisüren von Anfangskonsonanten kommt, dafür aber zu einem ähnlichen Vorgang, dem iactus umbrae ab initio (litterae consonantis vel vocalis), dem Auswerfen eines Schattens vom Wortanfang. Dabei bewirken Konsonanten der vorderen Gruppe (b, d, f, m, sch) ein Auswerfen des Halbvokals j; Konsonanten der hinteren Gruppe sowie Konsonantenpaare mit dem zweiten Konso aus dieser Gruppe und das e (=a) von ei (nebenher, durch Tmesis, auch das a von au) (Kehldeckelknackser, sonst k, l, schl, tr sowie h) rufen ein Auswerfen des Halbvokals w hervor. Ein Vokal wirft seinen Schatten (w), notgedrungen, nach vorne (proiactus). (Im P.P. schließt sich der Anfangskonsonant wieder dem Verb an, und ob sich dann der Vokal oder der Konsonant auswürke, ist stragtt.) Bei einem ‚Konsonanten’ ist eine weitere Eigenheit sichtbar, die warlk aus irgendeiner slawischen Sprache (Tschechisch? Slowakisch? Sorbische Sprachen? Kaschubisch?) oder, schlicht und dennoch mittelbar, aus dem Wienerischen stammen kekünne: Das l ist nämlich als velarisor’ner Konso aufgefassen! Das heißgeliubene ‚Meidlinger l’ (das jetzt auch schon seltener wird)(!) – und das kommt warlk aus dem Tschechischen oder Slowakischen.
(Nebenbemork: Der Klang des Kennjokus hat auch etwas dezitoren Skandinavisches.)
Das ge- im P.P. entfällt.
Bedeutender jedoch als das Geschehen am Wortanfang erscheint das Schicksal des And-‚r’-s.
Dieses drängt sich zwischen die beiden Vokale des Diphthonges. Es kommt zu einer separatio diphthongi, wodurch der Kennjokus auch den Nebennamen C. cum separatione diphthongiKennjokus mit Zwielauttronn – erhielt. Wahrschoychln kommt es durch diese grobe Sprengung zu einer Luppal des Verbs, wodurch auch obiger iactus ermoglochen, oder besser inizioren, wird.
Ein drittes Phänomen, wachgt für den Klang, ist der Schwund des ə in der Endsilbe. Der Schwalaut wird gewissermaßen vom vorangehenden Vokal verschlungen. Besser als gängige Termini drückt Folgendes den Vorgang aus: Devoratio syllabae ultimae ə - der Fraß des ə in der Endsilbe.
Nun aber zu den Formen. Es lassen sich fünf Grundtypen – mit ein paar Erwoytern (Coniugatio duplex, diphthongierender und tmetischer Kennjokus) – unterscheiden:

1) verbauern, dauern, mauern, schauern, (auern: in ‚versauern’ > 2)
2) kauern, lauern, trauern (Zäpfchen-r vorausgesotzen)
3) feiern, meiern
4) eiern, verkackeiern, leiern, verschleiern, juchheiern
5) ansäuern

Zu 1) dauern: djärüst – djärüt – djärü!  – djuri – djüri – djarun
‚verbauern’ bleibt zusammen: verbjärüst...

– nicht aber: versauern: wärüst vers – wärüt vers – wärü vers! – wuri vers – würi vers – verswarun. Dieses Verb gehört bereits zu Gruppe 2. 

Zu 2) lauern: lwärüst – lwärüt – lwärü! – lwuri – lwüri – lwarun
(Das P.P. von ‚leiern’ wäre gleich! > lwärist – lwärit – lwäri – lwiro – lwirö - lwaron)

Zu 3) feiern: fjärist – fjärit – fjäri! – fjira – fjirä – fjarun

Zu 4) eiern: wärist – wärit – wäri! – wira – wirä – warun
‚verkackeiern’ bleibt zusammen: verkäckwärist – verkäckwärit – verkäckwäri! – verkickwira – verkickwirä – verkackwarun
juchheiern: hwärist juch – hwärit juch – hwäri juch! – hwira joch (C. duplex, trotz Tmesis!) – hwirä jöch – juchhwarun

Zu5) ansäuern (Diphthong = oü; zweiter Diphthongteil folgt der Coniugatio duplex.): sjärust an – sjärut an – sjäru an! – sjärut an! (Bei der C. duplex wird die Form ja auch auf den Plural-Imperativ übertragen.) – sjaria an – sjäria an – ansjorjan.

Herzlichst!
Der Berthold 


Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-04, 19:23:37
Noch eine kleine Zusatzbemark:

Lieber K.! {Mail vom 30. 8. 2006}
Das war halt leider wieder falsch {Mail am 30. 8. 2006}. - Ich bin ein bisserl überfjorrden!
Rachgt geht 'leiern' so: lwärist - lwärit - lwäri! - lwiro - lwirö - lwaron.
Jetzt aber!
Der Berthold
P.S.: Die 'Hawaiigans-Aufsätze' erspar ich Euch einstweilen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-05, 17:14:31
schmatzen, schmitztschmätzt, schmutz, schmütze, schmitzschmatze!, geschmutzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-07-05, 18:35:43
Hallo zusammen,

Zitat von: Agricola am 2007-07-05, 17:14:31
schmatzen, schmitzt, schmutz, schmütze, schmitz, geschmutzen

das ist eine Frage, die sich mir schon seit längerem stellt: in der Liste haben wir viele Verben mit Stammvokal a, die im Präsens nach i umlauten. Richtig wäre ä, weil i der Umlaut von e ist.

Sollten wir das durch die Bank mal richtigstellen?

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2007-07-05, 18:47:28
Warum sollte man die Storke aus diesem Grunde alle ändern?
Wo bleibt da der Anarchismus, wenn man alles, was man hier treibt, irgend welchen Regeln unterordnen soll?
Alles durch die Bank zu ändern verdürbe mir den Spaß an der ganzen Sache.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-07-05, 18:57:29
Zitat von: VerbOrg am 2007-07-05, 18:47:28
Wo bleibt da der Anarchismus (...)

DAS Argument ist akzeptiert.

Gruß,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-07-05, 19:02:56
Ich hatte mich ja auch früher schon mal für feste Regeln beim Stärken ausgesprochen. Indessen habe ich damit kein Gehör gefunden, sondern wurde als Reglementator bezinchen. Ich muss aber auch selber sagen, beim Dichten wären feste Regeln eher hinderlich. Wenn z.B. das Wort ,,bezinchen" nicht passen täte, tüte ich auch mal ,,bezonchen" dafür sagen, ohne Gefahr zu laufen, mit ausgestrockenem Zeigefinger des Forums verwiesen zu werden.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-06, 04:42:52
Ich bin zwar im Grunde für die Anarchie, bekenne aber, nicht aus Anarchie, sondern aus mangelnder Überlegung mit dem falschen Vokal geschmutzen zu haben. Ich ändere daher meinen Vorschlag für schmatzen wie folgt:

schmatzen, schmätzt, schmutz, schmütze, schmatze!, geschmutzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2007-07-06, 14:54:04
Dann sollte der Imp aber "schmätz" heißen, denn "schmatze" heißt ja schon der normale Imp.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-06, 15:03:53
Zitat von: Ku am 2007-07-06, 14:54:04
Dann sollte der Imp aber "schmätz" heißen, denn "schmatze" heißt ja schon der normale Imp.
Ich glaube eher nicht. Ich habe mir ein paar starke Verben angesehen, die den Vokal a im Infinitiv und Präsensumlautung haben, und bei diesen wird der Imperativ nicht umgelautet:
ich fahre, er fährt, fahre!
ich falle, er fällt, falle!
ich lasse, er lässt, lasse!
ich grabe, er gräbt, grabe!
usw.

In dieser Eigenschaft scheinen sich die a/ä-Verben von den e/i-Verben zu unterscheiden, bei welchletzteren der Imperativ umgelautet wird:
ich helfe, er hilft, hilf!
ich sehe, er sieht, sieh!
ich trete, er tritt, tritt!
usw.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-10, 18:37:04
Liebe Leute!
Wieder einmal fand ich, unter meinen Mails an den hoch geschontzen (-schnotz-) und lieben Kilian (in diesem Fall vom 6. 6. 2006), einen Kennjokus, welchselbigen ich halt nun - weil das heute, außer der Einfug öygner Sonderzeichen, weiter kein Aufwand ist - hier hineinstelle. Ich räume ein, daß es sich um einen Kennjokus der irgeren Sorte handelt.

Aus dem Schreiben an den Kilian: 'Viele dieser Verben sind ja schon anderswie (ein liebes Wort, oder?) gestorken. Aber wegen des Paradigmas sollen {sesullen} sie alle in meinen Aufsatz kommen.'

'Der nun folgende Kennjokus gehört eigentlich zu einer Fachsprache, meinethalben zu einem Slang. Es handelt sich um einen Kennjokus der SchifferInnen und FischerInnen der österreichischen Donau. Die Ursprungssage führt uns zu einem Adeligen, dem, weil er sich gegenüber dem herrschenden Geschlecht, den Babenbergern, nicht allzeit treu und folgsam verhielt,  ein übler Ruf angedochten ward: Es heißt in einer Sage, Hadmar III. (Hund) von Kuenring, Herr (u.a.) auf Aggstein an der Donau, Ministeriale und mächtiger Raubritter, habe den Kennjkokus vom Donaufürsten, dem Herrscher über alle Nöcke und Nixen der Donau, gelornen. Ein Seelenloser als Lehrmeister! Welch heidnische Szene! Damals kamen die Formen natürlich von mittelhochdeutschen Verben, und sie haben sich seither klarerweise weiterentwickelt; gehor einst der Kennjokus offenbar zur Adelssprache, hat er sich später unter den an der Donau Tätigen jeglichen Standes verbreitet.* (Berthold Janeček)

Coniugatio consonantium irridentium ad alteram ripam Danubii vel Histri – cum vocalibus planis ‚e’, ‚ee’, ‚eh’, ‚ä’ et ‚äh’ ad marginem citeriorem fluminis et cum liquida ‚l’
(= Danubius vel Hister)
Kennjokus der spöttischen Konsonanten am anderen Donauufer – mit den flachen Vokalen ... am diesseitigen Flußufer und mit der Liquida ‚l’
(= Donau, nachdem sie eine größere Breite gewonnen hat)

Das Verb hat folgende Formel:
Kons. {+ Kons. + r} + e/ee/eh/ä/äh + l{l} + en
Der Gedanke ist, daß am anderen Donauufer jemand ein ausgerufenes Verb bespöttelt, die Anfangskonsonanten, auch am Ende, verzerrt wiedergibt, aber dabei doch gesetzmäßig bleibt.
Beginnen wir mit einfachen Anfangskonsonanten:
Die vorderste Konsonantengruppe, die Lippenlaute (Labiale und Labiodentale: b, p, w, f, m), führen nach der Überquar der Donau (des l{l}) zu p. Im P. P. findet grundsätzlich (also auch bei den folgenden Gruppen) eine Lenisierung (Lanasur: etwas irreführend, weil man eher an m, n oder ŋ dächte) statt: p > b. Das l wird im P.P., auch falls vorher ll geschrieben ward, immer als l ausgefohren. Die Behulnd des P.P. erinnert, durch die Abschwach des Geräusches, ein wenig an eine onomatopoetische Konjugation.
Bei Zahnlauten (Dentale; allein kommt nur ‚s’ vor: bei beseelen) folgt nach dem l ein t. Lenisierung im P.P.: t > d
Beim Anfangs-sch (z.B. schellen) kommt es nach dem l zu einer Pulutulusur (Palatalisierung; a nach ‚tun-tat-getan’, > u; Verbum: pulutulusurun), – das e der Endung –en wird gezwungen, sich zu u zu wandeln). Es entstehen Konsonanten wie die ‚weichen’ russischen tj und dj, wie im Englischen in ‚tune’ und ‚duty’ (aus Fronek, J. (2000) ‚Velký Česko – Anglický Slovník, Leda, Praha: 1597 pp.) oder wie tschechisch t’ und d’. Da die Apostrophe irreführend sein kekünnen, empföhle, pardon, empfülpe ich tj und dj.
Gaumenlaute (Gutturale: g, k) führen logischerweise nach dem l zu k > g.
Das h (in [ver]hehlen oder erhellen) ist ein Ausnahmefall. Es führt nach dem l zu ch und schließlich im P.P. zu einem stimmhaften ‚ich’-Laut. Ich schreibe diesen Laut, der sonst im Deutschen nicht vorkommt, als ĵ.
Stehen am Anfang mehrere Konsonanten (bzw. steht dort eine Affrikata), dann kommt es darauf an, ob die Laute zur gleichen Gruppe zählen oder verschiedenen Gruppen angehören (schw etwa führt – vgl. auch etwas weiter unten - zu ptj > bdj):   
Im ersten Fall (mit st-, z-, schn- und pf) steht jenseits des l t>d, tj>dj oder p>b.
Verben mit Anfangskonsonanten aus verschiedenen Gruppen (qu [= kv], sp oder schw- von soeben) sind der Liste zu entnehmen. Weil –tk- im Deutschen im Wort eine unmolge Konsonantenfolge ist, kommt es zwischen diesen beiden Konsonanten (die ‚am anderen Ufer’ in gespalg’ner Reihenfolge zu hören sind: z.B. Präteritum von (zer)spellen – einer anderen Untergruppe: zerspollpt) zur Bildung eines e-haltigen Gleit- oder Murmellautes (ə) – der natürlich als e geschrieben wird (vgl. quellen und quälen).
Das r bei strählen (= kämmen) führt zu einer weiteren Sonderbald: Dieses Wort schreibt und spricht sich cum saltu consonantis r trans consonantem irridentem - und - Gleitlautbald – e (ə) dazwischen: Präteritum: strohltjer
Ein Verb (krakeelen) zeigt nebenher auch Coniugatio duplex.
Manche Verben machen in einigen Formen, wegen Verwälchsen mit anderen Verben, den Kennjokus nicht mit.
Die Verben mit langem e haben, gehen, stehen, befehlen und stehlen nachgebolden, je drei mölge Präteritums- und Konjunktiv-II-Vokale (!), u/ü (die altertülme Form; vgl. stünde – und Präteritum stund, das ich aus Volksliedern kenne), a/ä und i/i – sowie zwei mölge P.P.-Vokale: a und o.
Verben mit kurzem e besitzen, nach schwellen-schwoll-geschwollen, nur o/ö und im P.P. o.
Verben mit langem ä haben, nach gären-gor-gegoren und nach gebären-gebar-geboren, im Präteritum ah/oh und im P.P. oh.
Verben mit kurzem ä (auch lediglich als orthographische Variante von kurzem e aufzufassen), verfügen, nach hängen-hing-gehangen, im Präteritum lediglich über i/i und im P.P über a.

Liste:
A)

befehlen: (normal: befahl, ..., befohlen) befiehlpst, befiehlpt, befiehlp!; befulp/befalp/befilp, befülpe/befälpe/befilpe; befalben/befolben

krakeelen: kräkielkst, kräkielkt, kräkielk!; krukulk/krikalk/krikilk; krakalgen/krakolgen

beseelen: besielpst, besielpt, besielp!; besulp/...; besülpe/...; P.P. nur: besolben, nicht besalben – wegen denkbarer Formen (z.B. Infinitiv) von besalben

schwelen: schwielptjest, schwielptjet, schwielptj! (Imp. Plural normal: schwelt! – z.B. ein Zauberer: „Schwielptj, du Lust! Schwelt, ihr Liebesflammen!); schwulptj/...; schwülptje/...; geschwalbdjen/...

fehlen: fiehlpst, fiehlpt, fiehlp!; fulp/...; fülpe/...; gefalben/...

[ver]hehlen: hielchst, hielcht, hielch!; hulch/...; hülche...; halĵen/holĵen

stehlen: (normal: stehlen-stahl...gestohlen) stieltjest, stieltjet, stieltj!; stultj/...; stültje; gestaldjen/... 

B)
bellen: billpst, billpt, billp!; bollp, böllpe; gebolben

gellen: gillkst, gillkt, gillk!; gollck, göllcke; gegolgen

erhellen: erhilchst, erhillcht, erhillch!; erhollch, erhöllche; erholĵen

prellen: prillperst {= prillpərst}, prillpert, prillper!; prollper, pröllpere; prolberen (Ausfall der Vorsilbe wegen ‚Überlänge’ des Wortes; übrigens findet hier keine Spalg statt, weil das r nicht nur die Donau (das l), sondern auch noch den spöttischen Vokal überspringt.)

quellen: quillpeckst {= quillpəckst}, quillpeckt, quillpeck!; quollpeck, quöllpecke ; quolbegen

(sich) gesellen: gesillt{e}st {dich}, gesilltet, gesillt!; gesallt (wegen gesollt), gesällte; gesolden

schellen: schilltjest, schilltjet, schilltj!; gescholltj, geschölltje, gescholdjen

schnellen: schnilltjest, schnilltjet, schnilltj!; schnolltj, schnölltje; geschnoldjen

schwellen: (normal schwoll, ..., geschwollen) {vgl. schwelen} schwillptjest, schwillptjet, schwillptj!; schwollptj, schwöllptje; geschwollbdjen

(zer)spellen: spillptest, spillptet, spillpt!; spollpt, spöllpte; gespolbden

stellen: (besondere Präsensformen fallen, wegen des schwachen Präteritums ‚stilltest’, ‚stillten’ und wegen des Imp. 2. Pl - stilltj! - aus; es sei denn,man spräche den pulutulusurunun (7 ‚o-s’ [!]) Konsonanten tj wirklich exakt aus: stilltjest, stilltjet, stilltj!) stolltj, stölltje, gestolden

wellen (z.B. Haare): willpst, willpt, willp!; wollp, wöllpe; gewolben

C)
quälen: {vgl. quellen} queelpeckst {= queelpəckst}, queelpeckt, queelpeck !, quahlpeck/(im ‚peck’ steckt auch der schmerzhafte Schnabelhieb z.B. eines Greifvogels – Adler – Leber des Prometheus...) quohlpeck; quählpecke/quöhlpäcke; quohlbegen (ge- -Ausfall wegen ‚Überlänge’) 

schälen: scheeltjest, scheeltjet, scheeltj!; schahltj/..., schähltje/...; geschohldjen   

vermählen: vermeelpst, vermeelpt, vermeelp!; vermahlp/...; vermählpe/...; vermohlben   

pfählen: pfeelpst, pfeelpt, pfeelp!; pfahlp/..., pfählpe/...; gepfohlben

zählen: zeeltest (vgl. zeltest von zelten), zeeltet, zeelt! (Pl., normal, zählt!); zohlt (zahlt fällt wegen Überschneidungen mit zahlen aus), zöhlte; gezohlden

stählen (vgl. stehlen): steeltjest, steeltjet, steeltj! (stehlt! von stehlen ist natürlich Imp. Plural, 2.P.); stohltj, stöhltje ({stahltj}, stähltje nur bei peinlich genauer Aussprache des pulutulusurunun tj, weil die Formen sonst dem Konj. II des schwachen Verbs glichen); gestohldjen

strählen (= kämmen): streeltjerst {= streeltjərst}, streeltjert, streeltjer!; strahltjer/..., strähltjere; gestrohldjeren

D)
fällen: fellpst (das kurze e macht hier nur einen orthographischen Unterschied), fellpt, fellp!; fillp, fillpe, gefalben 

vergällen: vergellkst, vergellkt, vergellk!; vergillk, vergillke; vergalgen

     
*Ich gebe zu, daß dieser Absatz größtenteils aus Schmähs besteht. – Aber vielleicht gäb’s ja auch eine Stark von Sagen.'       
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2007-07-13, 16:14:06
... gestorken sei heute mal wieder was schlichtes:

erblinden / - / erbland / erblände / erblindt! / erblunden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-07-13, 16:35:36
Wunderprachßt, o Berthold, zumindest für meinen Geschmack! Fast möchte ich mich sogleich ans nächstgelegene Flußufer stellen und lauthals konjugieren, wenn mir nur eine Molg einfiele, mir zugleich von der anderen Seite aus zuhören zu können.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-13, 17:42:52
O danke, lieber Grinsekater! Sieht aus, als memüsse ich Dir zu Mainz vorgeschninttes Kalbsherz und ein Näpfchen Milch spendieren.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-13, 18:54:11
bemuttern, bemotter, bemöttere, bemurtt!, bemortten

Ohne Konsonantenwanderung in Präteritum und Konjunktiv II
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-14, 12:01:39
fällen, fillt, fall, fülle, fill! gefollen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-16, 12:52:42
Zitat von: katakura am 2007-07-13, 16:14:06
... gestorken sei heute mal wieder was schlichtes:
erblinden / - / erbland / erblände / erblindt! / erblunden
So ginge es auch - aber als ich vorgestern morgens aufwiech, hatte ich eine wilde Sache vor mir: die Coniugatio truncorum variorum, den Kennjokus der mängnfüglten (Baum-)stämme. Ihr wißt, daß ich nicht glaube, unser Verbenstärken wäre - oder gar: sei dem Ende nahe. Im Gegenteil, ich glaube, erst jetzt, nach und nach, lassen sich ein paar schönere Formen bilden, die ein bißchen mehr als bloße Fingerub & Herunterschnurrerei sind.

Zunächst las ich da 'Erb-Linde', und ich frug mich (was ich mich eh oft & oft frage), warum all das Gestüber an Beil-Eid und Beil-eibe, wenn's dann nie seinen Weg zu den starken Verben fände - ?

Nun, beginnen wir so: Ein Imperativ Erblinde! (oder, wie Du schriebst: Erblindt!), das ist doch wägner ein Befehl, das ist doch eher eine Verwunsch, eine Exsecratio. Froychl hüllt sie sich sofort in ein falsches 'Mögest du Erb-Linden besitzen oder bekommen', bzw., etwas ährchler, 'Wenn du schon erblindest, dann sollst du wägnstens den Duft deiner öyngen Linden riechen!' - oder sowas halt. Eine Exsecratio, im letzten Moment varwalnd (vernolmb) zu einer Velatio (Ertoyl des Schleiers; Augustinus) oder, besser, einer Obvolutio (Verhull).
Zu diesem Zweck sind jedoch auch andere Bäume verwendbar, oder, auf Wörter übertrang, mehrere Stämme werden verwandt.
Für die Verwunsch selbst, also den Imperativ, sind auch die anderen Bäume einzusetzen. Die Exsecratio schwingt manchmal nur nebelhaft mit.
Für den Praesens Indikativ (oder Konjunktiv I) sind die Formen mit Bäumen außer der Linde nur hypothetische Formen (=*).
Für das Praeteritum (oder den Konjunktiv II) dürfen, ähnlich wie beim evolutiven Kennjokus, nur Bäume beniantz werden, die ursprüchlngeren Familien angehören als die Linde (Tiliaceae), also zumindest Familien, die in gägngen Floren vor den Tiliaceae genannt werden. Mochgl sind also, z.B., *erbeichen (Fagaceae), *erberlen (Betulaceae) oder *erbrüstern (Ulmaceae), nicht mochgl sind *erbaspen (Populaceae) oder *erbeschen (Oleaceae) (obwohl erbisch! - Exsecratio: Mögest du mehr und mehr an Inkontinenz beim Harnlassen leiden! - ein gungster Imperativ wäre).
Für das P.P. sind nur noch ältere Baumfamilien verwendbar, und zwar Nadelbäume: *erbeiben (Taxaceae), *erpfichten (Pinaceae) (mit Furzaufeich - Fortifikation - des b > p vor f) oder *erblärchen.

Aus sprüchlchen Gründen sind weiters nur Bäume heranzuziehen, die wie die Linde eingefong werden können, also NICHT, z.B., *erb-haseln (weil es kein deutsches Wort bhaseln geben kann) oder *erb-ahornen (weil Ahorn männlich und Ahornen davon nicht der Nominativ Plural ist).

Nun aber zu den Wörtern (Beispielen):
(Der Grundkennjokus ist die Coniugatio duplex.)
*erbeichen; erbeich(e)!, erbeich(e)t; arbiech, ürbieche; *orbiechen (bzw. *orbiench)
Exsecratio (etwa an einen sexistischen Matscho garanch): Mögen deine Eier zu Ei-chen werden! Mögen dir die Eier schrumpfen!
*erberlen; erbirl(e)! erberl(e)t!; arbarl(e), ürbärle (ürbürle); *orborlen (bzw. *orbnorl)
Exsecratio: Mögest du dich in Gier nach Schmuck (Perlen) und Luxus verzehren!
*erbrüstern; erbruster(e)! (> diphthongierende Konjugation mit Praesens viceversum) erbrustert!; arbriarst, ürbriärste; *orbriursten (bzw. *orbriurnst)
Exsecratio: a) Möge dein Leben in leerer Angeberei (sich brüsten) verpuffen! b) Mögest du an der Brust (etwa an Brustkrebs) erkranken!
*erbulmen; erbulme! erbulm(e)t!; arbolm, ürbölme; *orbolmen (bzw. *orbnolm)
Exsecratio: Mögest du dem lötigen/loogten (Wien: leedichŋ) Sex huldigen! (buhlen, Olm)

*erbeiben; erbeib(e)! erbeib(e)t!; *arbieb, *ürbiebe; orbieben (bzw. orbiemb)
Exsecratio: Da fiel mir im Augenblick nix G'scheiteres ein als: Möge man dich vergiften! (Die Eibe ist, mit Ausnahme des roten Aryllus der Früchte, ein besonders giftiger Baum.) Vielleicht auch: Möge dich etwas mit der Räsche eines Pfeils treffen!
*erblärchen; erblärch(e)! erblärch(e)t!; *arblorch, *ürblörche; orblorchen (bzw. orblornch)
Exsecratio (etwa an eine Sängerin oder einen Sänger): Möge deine wundersame Stimme zu einem heiseren Plärren werden!
*erpfichten; erpficht(e)! erpfichtet!; *arpfacht, *ürpfächte; orpfuchten (bzw. orpfuncht)
Exsecratio: Mögest du in einem Gefecht umkommen! 



   




 

   
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-16, 13:14:24
Als Bauer, der auf seinem Erbland mit einer ganzen Zahl von Erblinden redlich im Schweiße seines Angesichtes arbeitet, hoffe ich sehr, dass mir Dein Kennjokus nicht das Augenlicht raube.

Im übrigen hat uns Goethe folgende Erbleiche vermacht:

Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwanden.

Ich weiß zwar nicht, wie die Sterblichen formal von den Sterbleichen abgelitten werden, aber mir fiel die Stelle letztens beim Lesen wegen ihrer Zahlensymbolik auf. Der extrem seltene dreisilbige Reim, der gleich dreifach auftritt, der Wechsel vom iambischen ins daktylische (also dreisilbige) Versmaß, all dies kann an der Stelle, an der von der göttlichen Vollkommenheit die Rede ist (nach der mittelalterlichen Musiktheorie die Dreizahl als perfectio im Gegensatz zur Zweizahl, durch die das tempus imperfectum gekennzeichnet ist) nicht zufällig auftreten. Das hätte ich durchaus einem Barockdichter zugetraut, aber bei Goethe nicht erwartet.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-16, 13:53:27
Zitat von: Agricola am 2007-07-16, 13:14:24
Im übrigen hat uns Goethe folgende Erbleiche vermacht:

Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwanden.

(...) mir fiel die Stelle letztens beim Lesen wegen ihrer Zahlensymbolik auf. Der extrem seltene dreisilbige Reim, der gleich dreifach auftritt, der Wechsel vom iambischen ins daktylische (also dreisilbige) Versmaß, all dies kann an der Stelle, an der von der göttlichen Vollkommenheit die Rede ist (nach der mittelalterlichen Musiktheorie die Dreizahl als perfectio im Gegensatz zur Zweizahl, durch die das tempus imperfectum gekennzeichnet ist) nicht zufällig auftreten. Das hätte ich durchaus einem Barockdichter zugetraut, aber bei Goethe nicht erwartet.
Schön, daß sich jemand auch einmal dieser Stelle annimmt. Für mich war sie immer nur Einloyt zu

Was sucht Ihr, mächtig und gelind,
Ihr Himmelstöne mich am Staube?

(...)

Diese Fauststelle darf ich recht oft auf Nachrichtenboxes sprechen, wozu es kommt, weil manche alte Freundin dann nicht abhebt, wenn sie erkennen muß, daß wieder einmal ... Na, ihr wißt schon, wie meine ahrchle Aussage weitergeht. Öfters quillt gar die Träne. Ob dem Faust am Gegenpol bisweilen geloonsch wird? 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Crétinius am 2007-07-16, 16:13:24
Zitat von: Agricola am 2007-07-16, 13:14:24


Im übrigen hat uns Goethe folgende Erbleiche vermacht:

Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwanden.

Das ist ein hübsches Stück Goethe. Ich benutze es mal als Schablone für ein Ödchen an Euren Rätsellöser Stollentroll:

Rätsel gelosen,
den Gipfel erklommen,
Appläuse bekommen,
kein Beinkleid versommen
Meister der Hosen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-16, 16:21:30
Hüpsch! Wenngleich nicht ganz am Modell der Goetheschen Trinität: Goethe reimt nämlich - was wirklich außerordentlich selten ist - mit drei Silben:

Sterblichen,
verderblichen,
erblichen

während hier nur zwei Silben reimen:

erklommen
bekommen
versommen

Trotzdem einen Applaus dem Gast!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-16, 16:54:11
Obwohl dies kein Gedichte-Faden ist, schreibe ich noch die erste Strophe eines Schubert-Liedes her ('In der Ferne', aus 'Schwanengesang', Text: Ludwig Rellstab):

Wehe dem Fliehenden,
Welt hinaus ziehenden! -
Fremde durchmessenden,
Heimat vergessenden,
Mutterhaus hassenden,
Freunde verlassenden
Folget kein Segen, ach!
Auf ihren Wegen nach!

Mit drei Silben ist's nur insofern geriemen, als sich die drittletzten (bitunen) Silben echt reimen, während die vorletzten und letzten (unbitunen) Silben identische Reime darstellen - bei Goethe (Zeile 2 - 5) wie auch bei Rellstab (Zeile 1 - 6; bei den Zeilen 7 und 8 bilden auch die letzten Silben, die hervorstechen und die Daktylen sprengen, echte Reime.).
Es sind halt daktylische Reime.   

Echte dreifache Reime sind etwas anderes.
Ich improvisiere:

Es ruht in wilder Flur auf Stein der Hirt.
Wer immer denkt, ich riöhe fein, er irrt.
Ein Schlummertrunk muß sein, drum Wein her, Wirt!
Die Rappen, Kutscher, nach der Einkehr schirrt!
   
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stollentroll am 2007-07-16, 17:36:27
Zitat von: Crétinius am 2007-07-16, 16:13:24
Rätsel gelosen,
den Gipfel erklommen,
Appläuse bekommen,
kein Beinkleid versommen
Meister der Hosen.

Ich bin zu Zähren gerohren   :'(   DANKE   ::)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Cagador de Pasas am 2007-07-16, 17:38:07
Ich süg', der Bauer
ist ziellig versteuert,
vielleicht nur zerstreuert,
geschenkt überteuert,
ein Neunmalschlauer.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-07-16, 18:02:24
Zitat von: Berthold am 2007-07-16, 16:54:11
Obwohl dies kein Gedichte-Faden ist, schreibe ich noch die erste Strophe eines Schubert-Liedes her ('In der Ferne', aus 'Schwanengesang', Text: Ludwig Rellstab):

Wehe dem Fliehenden,
Welt hinaus ziehenden! -
Fremde durchmessenden,
Heimat vergessenden,
Mutterhaus hassenden,
Freunde verlassenden
Folget kein Segen, ach!
Auf ihren Wegen nach!

Mit drei Silben ist's nur insofern geriemen, als sich die drittletzten (bitunen) Silben echt reimen, während die vorletzten und letzten (unbitunen) Silben identische Reime darstellen - bei Goethe (Zeile 2 - 5) wie auch bei Rellstab. Es sind halt daktylische Reime.

Echte dreifache Reime sind etwas anderes.
Ich improvisiere:
Es ruht in wilder Flur auf Stein der Hirt.
Wer immer denkt, ich riöhe fein, er irrt.
   

Danke für das wunderbare Beispiel!

"Dreisilbiger Reim" war vielleicht ein missverständliches Wort in Ermangelung eines passenden Fachwortes. Ich meinte keineswegs einen "dreifachen" Reim.

Faktum bezüglich unserer einfachen deutschen Endreime ist, dass 99,9 % von ihnen entweder in die Kategorie der sogenannten männlichen Reime (auf der letzten Silbe reimend) oder der weiblichen Reime (auf der vorletzten Silbe reimend, mit identischer letzter Silbe) fallen. Dass auf der drittletzten Silbe mit zwei identischen nachfolgenden Silben gereimt wird, ist so selten, dass es dafür meines Wissens keinen gängigen Fachausdruck gibt.

Und was das "versteuert, zerstreuert, überteuert" betrifft, lasse ich mich durch diese Kritik nicht beirren. Wenn wie an dieser Stelle bei Goethe eine Besonderheit subtil als Kunstmittel eingesetzt wird, ist es nicht fehl am Platze, diese Besonderheit auch als solche wiederzuerkennen. Wer's partout nicht erkennen will, dem sei's geschenkt.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-16, 18:06:23
Ich hab meine Verslein nun noch ein bisserl erwirntt (> oben).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-07-16, 18:16:12
Zitat von: Agricola am 2007-07-16, 18:02:24
Dass auf der drittletzten Silbe mit zwei identischen nachfolgenden Silben gereimt wird, ist so selten, dass es dafür meines Wissens keinen gängigen Fachausdruck gibt.
Beispiele von reichen und erwirntten Reimen hat Peregrinus Syntax (= Ferdinand Hempel) gesnalmm.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2007-07-20, 21:21:28
herumgurken, gork herum, görke herum, herumkukurmen/herumkurkumen*

*Dur das Herumgurken zu lange, ward man älter; umso schöner, tat das beschreibungsadäquate Verb einem dies im Partizip nach, indem es sich auf seine lateinische Wurzel ,,cucumis, -eris" besann. Wem es mehr nach Gurke und vielleicht einen Hauch gelb klingen soll, verschiebe das r eine Silbe nach vorne.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2007-08-03, 08:51:08
Hallo zusammen,

ich habe im Moment viel am Hut, deswegen or ich diesem Forum nun schon geraume Zeit abstin. Es kommen auch wieder andere Zeiten. Hier nur ein Gedanke:

"Stänkern" ist zwar schon gestorken, aber mir fiel gestern ein netter Alternativstork der seltenen Kategorie UK dazu ein:

stänkern - ./. - starchte - stärchte - ./. - gestarcht (analog denken)
oder gar kako-K:
stänkern - ./. - strachte - strächte - ./. - gestracht.

Und schon bin ich wieder weg!

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2007-08-15, 00:21:01
Anlalss des augenblilcken Wellengangs hier im Forum:

abebben: abibbt, ababb, abübbe, abibb, gababben;

oder, etwas wuider:

bibbabbt, babbabb, babböbbe, bibbabb, babbgeabben.

Zur Vertun in Mainz (sinkt und lacht) freigegeben.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-09-13, 16:42:26
MIAL schreibt heute:

das Volk sollte billiger als zuvor Tee und Kaffee trinken, Zigaretten und Zigarren.

Trotz Großschreibung handelt es sich bei den beiden mit z beginnenden Wörtern eindeutig um Verben. Diese seien nun auch gestorken:

zigaretten, ich rette ziga, du rittst ziga ..., rott ziga, rötte ziga, ritt ziga!, zigagerotten.

zigarren, zigorr, zigörre, zigorren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-09-14, 18:13:34
Zitat von: Agricola am 2007-09-13, 16:42:26
MIAL schreibt heute:

das Volk sollte billiger als zuvor Tee und Kaffee trinken, Zigaretten und Zigarren.

Trotz Großschreibung handelt es sich bei den beiden mit z beginnenden Wörtern eindeutig um Verben.

Vielleicht sesülle das Volk aber Zigaretten und Zigarren, etwa in Royal Flush Asspoker Black Tea zerstnompf, trinken. (Die Folgen froychl kekünnen furchtbar sein.)
Vergleiche mit dem Satz: Das Volk sesülle mehr Choräle singen, Chansons & Gassenhauer.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-09-14, 19:38:06
Die Bemurk ist natülr berachtg. Im Japanischen sagt man auch tatsalch:
タバコを飲む
(Tabak trinken).
Eine etwas veroltene Ausdrucksweise. Üblicher ist heute:
タバコを吸う
(Tabak einatmen).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-09-17, 14:41:40
Zitat von: Agricola am 2007-09-14, 19:38:06
Die Bemurk ist natülr berachtg. Im Japanischen sagt man auch tatsalch:
タバコを飲む
(Tabak trinken).
Eine etwas veroltene Ausdrucksweise. Üblicher ist heute:
タバコを吸う
(Tabak einatmen).
Bei den Chinesen gibt's dann noch: 抽烟: chou1 - 'herausziehen, rauchen' - yan1 - 'Rauch, auch Opium'. (Bei yan1 habe ich jenes Zeichen herguschrimp, das den Menschen ls Gefangenen des Feuers* zeigt.)

*Das ist Unsinn (siehe den folgenden Kommentar). Wohl schon eher ist das Feuer die Ursache des Rauches.
Ich hatte das mit dem gafnangen Menschen in Erarnn - von einem, der's anscheinend nicht besser wußte -, ohne mir das Zeichen nochmals besser anzuschauen. Grouchls!
Ansonsten ist die Info rachgt.

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-09-17, 14:45:38
Warum den Menschen? Da ist doch nur 大 drin, das heißt "groß".
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-09-17, 14:47:04
Warum werden übrigens die Chinesen im totalen Chaos zu Optimisten?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-09-17, 15:42:36
Zitat von: Agricola am 2007-09-17, 14:45:38
Warum den Menschen? Da ist doch nur 大 drin, das heißt "groß".
Da hast Du recht. Dann streich ich den Menschen - oder, besser, ich schreib einen zirknurnschen Kommentar. Du weißt: Selbstkritik.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-09-17, 16:07:21
Zitat von: Agricola am 2007-09-17, 14:47:04
Warum werden übrigens die Chinesen im totalen Chaos zu Optimisten?
Selbstzitur, aber hier ist die Antwort:
Weil ihnen dann die Übelsicht fehlt.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-09-19, 13:46:19
Zitat von: Agricola am 2007-09-17, 14:45:38
Warum den Menschen? Da ist doch nur 大 drin, das heißt "groß".

Mit 木 (Baum, Holz) drin geht's auch. Das tät ich eher bei den Zigarren schreiben.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-10-01, 19:08:57
Liebe Leute!
Es geht um Verben.
Ich weiß, das mit dem protrachnoren* 'n' aus '-en' - z.B. im starken Partizipium II -, mit ein paar Folgen für ein paar Konsonaten vor der neuen 'n'-Stelle, das zählt hier zu meinem Idiolekt. Denn sonst mag niemand & nuhfraund unser schönes Nuschel- '-en' missen, alles, was Recht ist!
Dennoch gebe ich vier - nur vier - Beispiele, was bei Fremdwörtern mochgl wäre, Lautassimile (obwohl das Wort anders gebnold** ist, denk ich an 'Simile' oder 'Faksimile') sowie partielles Lautassimile (Plural: Lautassimilia).

Die Beispiele:
applaudieren -> applaudnor -> applaunnor
votieren -> votnor -> vodnor
probieren -> probnor -> probmor -> prommor
kapieren -> kapnor -> kapmor -> kabmor

Kabmor?


*Darauf gehe ich jetzt nicht näher ein.
**Hier, im Stammteil, 'gemmold' zu schreiben, widerstrebt mir.     
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-10-01, 19:52:16
Nach welchem Prinzip macht die Assimilatur halt? Oder konkret: Warum wird "vodnor" nicht wie "applaudnor" weiter zum Doppel-n assimiloren, warum "kabmor" nicht wie "probmor" weiter zum Doppel-m?

Ein bisschen Assimilatur würde manchen Wörtern sicherlich einen neuen Reiz geben:

anleinen > alleinen
umdenken > undenken
nachreden > narrreden
verlieben > fellieben
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-10-01, 20:13:08
Zitat von: Agricola am 2007-10-01, 19:52:16
Nach welchem Prinzip macht die Assimilatur halt? Oder konkret: Warum wird "vodnor" nicht wie "applaudnor" weiter zum Doppel-n assimiloren, warum "kabmor" nicht wie "probmor" weiter zum Doppel-m?

Weil die Fortes stärker widerstehen - und dadurch im Ergebnis erkennbar bleiben. Die Entwulck hält dort an, wo sie oygachlnt einen Schritt weitergehen memiässe. 
Doch das ist, wie guschrimp, mein Idiolekt.
Bezöge ich mich auf den Begleittext einer so knappen wie wilden Saufepisode (ein Wirt erzählt), die der Wolfram, unser wundersamer Zeichner & Karikaturist, auf einen Zettel gewormpf hat, schriebe ich her: 'Eine Geschichte mit Maß und Ziel'. 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-10-01, 20:24:14
Die Fortes? Was ist das?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-10-01, 21:18:52
Zitat von: Agricola am 2007-10-01, 20:24:14
Die Fortes? Was ist das?

Na hier 't' und 'p'.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-06, 12:28:50
Ich stieß eben auf das Verb gebenedeien. Das kann man wunderbar tmetisch konjugieren - ähnlich sitzenbleiben - weil da ja geben drin steckt.

(Übrigens: Ist es jemandem aufgefallen, dass sitzenbleiben, mähdreschen usw. ganz genau nach meinem Schema der vollständig konjugorenen Pseudikeln gebogen werden? Das, was vor fast zwei Jahren keiner haben wollte und wofür ich und Bertl mächtig Haue bekommen haben, hat sich durch's Hintertürchen doch eingeschlichen...)
(@Kilian: bausparen fehlt in der Liste.)


Also (Achtung, Coniugatio triplex!):

gebenedeien – edeit gibt – adie gab – ädië gäbe – edei gib – gegebengeedien

Dem PP II hab ich mal ge- spendoren, damit da noch mehr ee drin sind.

Das Gegenteil, vermaledeien, ist schon in der Liste, aber für meinen Geschmack zu schwach konjugoren. Da kann man doch vermalen abtrennen:

vermaledeien – edeit vermalt – adie vermiel – ädië vermiele – edei vermal – vermalengeedien
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-06, 15:04:14
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-06, 12:28:50
(Übrigens: Ist es jemandem aufgefallen, dass sitzenbleiben, mähdreschen usw. ganz genau nach meinem Schema der vollständig konjugorenen Pseudikeln gebogen werden? Das, was vor fast zwei Jahren keiner haben wollte und wofür ich und Bertl mächtig Haue bekommen haben, hat sich durch's Hintertürchen doch eingeschlichen...)

Vielleicht nicht unbedingt Haue. - Nur sind damals allerhand Ideen, die ein klein wagn vom 'Schema F' - laben - latte - gelaben war da schon kühn - abwichen (Diekleinüsse und Diminutivformen von Pseudikeln u. ä.), vom und unter den Tisch geknahr wornn. Was Mühe und Spaß beim Austüfteln beriet, verschwand einfach. Geormpf einem urkärntischen: 'Ndoos faschdääd joo khaana!' - Statt 'verschwand' hatte ich zunächst den Freudschen Verschreiber 'verschand'.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-06, 15:05:59
Ist nicht gebenedeit das PPP von benedeien? Gibt es überhaupt ein Verb gebenedeien?

Aber natürlich wäre benedeien - was nur lateinisch für gutsagen ist - besser als trennbares Verb zu behandeln:

deie bene, die bene, diee bene, dei bene!, benedien
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-12-06, 17:09:28
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-06, 12:28:50(Übrigens: Ist es jemandem aufgefallen, dass sitzenbleiben, mähdreschen usw. ganz genau nach meinem Schema der vollständig konjugorenen Pseudikeln gebogen werden? Das, was vor fast zwei Jahren keiner haben wollte und wofür ich und Bertl mächtig Haue bekommen haben, hat sich durch's Hintertürchen doch eingeschlichen...)
(@Kilian: bausparen fehlt in der Liste.)

Danke! Ist ergonzen. Da dir das Fehlen auffiel, dürfte dir ja die Nachricht vom 2007-07-06 (http://verben.texttheater.de/v3/index.php) bekonnen sein, mit der - keineswegs durch die Hintertür - eine ganz bestimmte Gruppe von Verben in die Liste Einzug hielt. Bereits davor enthielt die Liste aber eine erkleckliche Anzahl von Verben mit P und Z, deren Pseudikel eine komplette Ablautreihe mitmacht. Wie also kommst du darauf, die vollständig konjugorenen Pseudikeln habe keiner haben wollen?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-07, 09:51:59
Ja, so ca. 10 Stück. Aber bei denen wird das Pseudikel nur sekundär mitkonjugoren (Tempus/Modus). Bei der primären Konjugation (Person/Numerus) bleibt es konstant. Bei sitzenbleiben etc. werden ja wohl beide Teile vollständig konjugoren:

Ich blieb saß.
Du bliebst saßest.
Er blieb saß.
Wir blieben saßen.
Ihr bliebt saßt.
Sie blieben saßen.

Im Gegensatz dazu verdreifachen:

Ich verfuch drie.
Du verfuchest drie.
Er verfuch drie.
usw.

Das Pseudikel drei ist zwar abgelauten, bleibt aber in der primären Konjugation fest.

Kleiner, aber feiner Unterschied.

Das war damals meine Idee, allerdings bin ich nicht auf bausparen etc. gekommen, sonst wär's wahrscheiln viel früher Akzept georen worden. Aber ich find's naturl toll, dass Helmut KH Weber jene Verben entdeckt und die Methode der vollständigen Pseudikelkonjugation damit noch mal erfunden hat und ihr ein solides Fundament bieten konnte. Konnte ich damals nicht.

Übrigens: Müssten bausparen und Konsorten nicht auch in der "Tmetisches"-Liste auftauchen?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-10, 14:09:22
Ein neuer Kennjokus (Stichworte: 'brutzeln', 'gipfeln'):

Lieber Kilian! Meine Lieben!

Ohne mich vorerst allzu sehr um analoge Verben mit i kümmern zu wollen, weise ich auf Verben mit kurzem u hin, dem die Affrikate –pf oder –ts (-tz guschrimp) folgt.
In unserer Liste finden wir Lösel, die eher zu einem Computerprogramm passen als zu den Ideen eines Menschen, nämlich:

nutzen (auch bei putzen) – notz – nötze – genotzen
beschmutzen - -schmatz - -schmätze - -schmotzen
brutzeln – broltz – bröltze – gebroltzen
abkupfern – kurpf ab – kürpfe ab – abgekurpfen
tupfen (auch bei zupfen) – topf – töpfe – getopfen

Andere Verben der Gruppe fehlen.
Hier kekünne aber sie ansetzen, die
Coniugatio cum intentione bisonante (‚diphthengente’) vocalis brevis ‚u’ ante affricatas –pf vel –tz
-
Kennjokus mit zwielautender Verstark des kurzen fauchels ‚u’ vor den ‚angurimpen Mitlauten’ –pf oder –tz:
Zu einer Verstark kommt es, weil das vor den Affrikaten vokalisch besonders schwache u im Vergangenen und Möglichen sozusagen vom Schwund bedroh’n wäre. Ein Zwielaut ist auch vokalisches Analogon zur konsonantischen Affrikate. Im Partizip II wüchse der deutschen Sprache ein weiterer Zwielaut zu, der etwa im Tschechischen vorkommt.
Dipthongierende Konjugationen führen zu einem Bruch der tiefsitzenden Regel: Im Präteritum, Konjunktiv 2 und Partizip 2 eines deutschen Verbs gibt es keine Diphthonge.

Sehr einfach sind die Formen:
nutzen (auch bei putzen, beschmutzen (Siehe unten!), stutzen, trutzen) - nutzenautz (oder nauz) – näutze (näuze) – genoutzen (genouzen) / A-tjou-lachts-Form (idiolektische Kontraktion): gienountz 
brutzelnbrutz(e)le - braultz (braulz) – bräultze (bräulze) – gebroulzen / giebroulntz
lupfen (auch bei rupfen, schupfen, schnupfen, tupfen, zupfen) – lupfe - laupfläupfegeloupfen / gieloumpf
abkupfernkupfere abkaurpf abkäurpfe ababgekourpfen / abgiekourmpf

Analoga zu ‚sitzen – saß –gesessen’ kekünnen vor allem bei ‚beschmutzen’ – aber nicht bei ‚rupfen’ (wegen ‚raufen’) und ‚schnupfen’ (wegen ‚schnaufen’) auftreten:
beschmutzenbeschmaußbeschmäußebeschmoussen / bieschmounß -> bieschmounz (wie oben gebnold)

Ich laß halt Verben auf ‚–itzen’ so, wie sie in unseren Listen stehen. ‚Witzeln’ geht homonymolytisch-kakokonsonantisch (‚w. – wlatz – wlätze – gewlutzen’) – und das laß ich erst recht so, wie es ist. 
Bei ‚schnipfen’, ‚gipfeln’ und ‚zipfeln’ kekünne es aber sehr wohl zu Mischungen mit Formen analog der Reihe ‚sitzen – saß - gesessen’ kommen. Die Orthographie des Konjunktivs 2 memüsse hier seine korrekte Aussprache festsetzen. Dafür pieße ‚äi’. Nicht einmal diesen Zwielaut gibt es im Hochdeutschen.

Die Beispiele:

schnipfenschnipfeschnaif(f)schnäif(f)egeschneuf(f)en / bzw., vielleicht orthographisch klarer: geschnoif(f)en // gueschneumpf/gueschnoimpf
gipfeln (auch bei zipfeln) – gipf(e)le (Der Berg spricht: ‚Ich gipfele in der Dreischusterspitze.’) – gailf(f)gäilf(f)egegeulf(f)en/gegoilf(f)en // guegeulmpf/guegoilmpf 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-10, 15:05:01
Zitat von: Kilian am 2007-12-06, 17:09:28
Wie also kommst du darauf, die vollständig konjugorenen Pseudikeln habe keiner haben wollen?
Vielleicht, weil die deklinor'nen (-> Forums-Aufsätze über 'mausern' meines Vorgängers Bertl) auch keiner haben wewull? Weil diese womochlg dem Reich des Irrsinns zugeznohl worden waren?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 09:28:12
Fehlleiten kann man auch gut mit Conjugatio Duplex behandeln:

fehlleiten - lieht fahl - liehte fähle - fohlengeliehten

Ebenso kekünne man liebäugeln noch etwas verfeinern. Bisher:

liebäugeln - ulg lieb - ülge lieb - liebge·ulgen

Mit Conjugatio Duplex:

liebäugeln - ulg lab - ülge lüb - lubenge·ulgen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-12, 11:43:13
Sollte der Kennjolus von "fehlleiten" nicht etwas mehr in die Irre führen?

fehlleiten, ich lehte fiel, liehl faht, ich hülle töffe, tollengelohfen

oder wie auch immer.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-12-12, 11:52:09
wertschätzen

schitzt wirt - schotz wart - schötze wärt - wurtgeschutzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 12:09:11
Zitat von: Agricola am 2007-12-12, 11:43:13
Sollte der Kennjolus von "fehlleiten" nicht etwas mehr in die Irre führen?

fehlleiten, ich lehte fiel, liehl faht, ich hülle töffe, tollengelohfen

oder wie auch immer.

Ich präferöre leiten wie leiden zu konjugieren, um die Leute fehlzuleiten. Das PP II fohlengelitten find ich schön.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-12, 12:23:10
Ich weiß gar nicht mehr, wo wir denn jetzt hinwollen mit unserer Konjugation von fehlleiten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 12:32:34
fehlleiten - lieht fahl - liehte fähle - fohlengeliehten war nach der großen Liste gestorken.
fehlleiten - litt fahl - litte fähle - fohlengelitten wäre mir lieber.

Deine Variante ist mir persoln zu gewagen, wir litten die Leute doch etwas zu sehr fählen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 14:09:12
Noch'n paar:

wetterleuchten
leuchtet wettert - liucht wortt - liüchte wörtte - liuchtengewortten

willfahren
fährt will - fuhr wollte  - führe wollte - wolltgefahren

teilnehmen
nimmt teilt - nahm tiel - nähme tiele - tielengenommen

leidtun
tut leidet - tat litt - täte litte - littengetan

teilhaben
hat teilt - hatte tiel - hätte tiele - tielengehabt

wundernehmen
nimmt wundert - nahm wornd - nähme wörnde - worndengenommen

rückenschwimmen
schwimmt rückt - schwamm rock - schwömme röcke - rockengeschwommen

staubsaugen
saugt staubt - sog stob - söge stöbe - stobengesogen

danksagen
sagt dankt - sug donk - süge dönke - donkengesugen

gewährleisten
leistet gewährt - list gewohr - liste gewöhre - gewohrengelisten

haushalten
hält haust - hielt hus - hielte hüse - hausengehalten

achtgeben
gibt icht - gab iecht - gab iechte - achtengegeben

haltmachen
macht hält - miech hielt - mieche hielte - haltengemachen

feilbieten
bietet feilt - bot fill - böte fille - fielengeboten

liebhaben
hat liebt - hatte lab - hätte lübe - lubengehabt

irregehen
geht irrt - ging orr - ginge örre - orrengegangen

irreleiten
leitet irrt - litt orr - litte örre - orrengelitten

preisgeben
gibt preist - gab pries - gäbe priese - priesengegeben

wahrsagen
sagt wahrt - sug wuhr - süge wühre - wohrengesagen

weismachen
macht weist - miech wies - mieche wiese - wiesengemachen

wetteifern
irft witt - orf wott - örfe wötte - wottengeirfen

wettmachen
macht witt - miech wott - miechw wötte - wottengemachen


Bei zuteilwerden kann man sogar zweimal abspalten und im PP II schön würfeln (bleibt allerdings die Frage, wo die drei Teile im Satz positionoren werden):
wird teilt zu - ward tiel zu - würde tiele zu - tielenzugeworden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-12, 14:37:34
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 14:09:12
(...)
rückenschwimmen
schwimmt rückt - schwamm rock - schwömme röcke - rockengeschwommen

staubsaugen
saugt staubt - sog stob - söge stöbe - stobengesogen
(...)

Was, und 'einem staubgesaugten Boden vom Bertl sieht man diesen Prozeß gar nicht an' hieße dann womochlg 'Einem stobenengesogenen Boden ...' -??

Ihr, lieber Karsten, könnt da schreiben, was Ihr wollt, seid rochten zu manchem beo gangen (auf daß ein wagn Frankfurter Zoo hineinkomme).
Ich aber werde in solchen Fällen immer Formen von - zumindest - 'roŋckgeschwommen' oder 'stompgesogen' verwenden, das versprech ich Euch! (Lieber noch schreib ich 'roŋckgeschwomm' oder 'stompgesonk'.)
Es lebe der A-Tjou-Lachts!

N.B.: Außerdem weißt - oder ahnst - Du ja von mir, daß ich bei solchen 'Pseudikeln' persönlich Mittel der Diekleinuß vörzlein beüge; etwa in meiner Wohnung wohl meist nicht schtöüpe, schtoup, stäube oder staub, sondern bloß staub(e)s, stäublein(s) oder gar nur steiblein(s) söge (ein Sträubsaugen, sozusagen); oder an etwas teilchen oder gar nur teilchens nähme, wenn ich nicht so ganz bei der Sache wäre. Denn thoyl zu nehmen hieße da fast schon ganz zu nehmen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 14:49:30
Na ja, stobengesogen kekünne auch stobgesogen heißen. Der Helmut KH Weber war ja auch nicht so konsequent als er diese Störke einfiohr. Heißt es doch da bauengesparen neben mumbgedroschen. Letzteres memüsse ja eigelnt dann mambengedroschen lauten.

'stobenengesogenen' hat aber was, finde ich.

Das mit dem -mp/-ŋck hab' ich noch nicht drauf, aber du kannst naturl auch schreiben, wie du's magst.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-12-12, 14:55:00
laubsägen

sägt laub - sug liob - süge liöbe - liobengesogen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 15:00:39
weichkochen
kocht weicht - kuch wich - küche wiche - wichengekochen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-12, 15:25:51
Zitat von: amarillo am 2007-12-12, 14:55:00
laubsägen

sägt laub - sug liob - süge liöbe - liobengesogen

Besänne ich mich da eines kindlichen Versuches, dann schriebe ich:
Auch ich sug einmal blättlein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-12, 15:32:46
Zitat von: Berthold am 2007-12-12, 15:25:51
Besänne ich mich da eines kindlichen Versuches, dann schriebe ich:
Auch ich sug einmal blättlein.

Wie konjugiert man denn blättlein?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-12, 15:48:05
Gar nicht. Aber ich schrieb da etwas weiter oben ein klein wagn über Mittel(chen) der Diekleinuß von 'Pseudikeln' (die ja nicht immer nur 'pseud(o)' sind) - ohne daß wir zu 'mausern' zurückzukehren brauchen.

Als Quelle geb ich nun (obwohl sich solches eh von selber versteht) eine Gedicht-/Liedzeile eines meiner Lieblingsautoren, Oswalds von Wolkenstein, an:
freuntlich mich fragt: "tuen dir die ring nicht laides?" (Aus 'Es fügt sich')

Die fünfte Strophe kopier ich her, damit da, in all dem (lieben) Aberwitz, auch einmal etwas Schönes steht:

      Es wër zu lang, solt ich erzellen all mein not,
      ja zwinget mich erst ain ausserweltes mündli rot,
      da von mein herz ist wunt bis in den bittern tod;
      vor ir mein leib hat mangen swaiss berunnen.
      Dick rot und blaich hat sich verkert mein angesicht,
      wann ich der zarten dieren hab gewunnen phlicht,
      vor zittern, seufzen hab ich offt emphunden nicht
      des leibes mein, als ob ich wër verbrunnen.
      Mit grossem schrick so bin ich dick zwaihundert meil
      vor ir gerösst und nie getrösst zu kainer weil;
      kelt, regen, snee tet nie so we mit frostes eil,
      ich brunne, wenn mich hitzt die liebe sunne.
      Won ich ir bei, so ist unfrei mein mitt und mass.
      von ainer frauen so müss ich pawen ellend strass
      in wilden rat, bis das genadt lat iren hass,
      und hulf mir die, mein trauren käm zu wunne.
 



     
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-12, 16:53:17
Hier wären auch einige Verben anzubringen, die es bisher nur in Substantivierungen (Hörensagen) oder Ableitungen (Wunderprediger) gibt:

hörensagen, sage höre, sug hor, süge hœre, horengesagen
laubenpiepen, piept laubt, pap lob, päpe löbe, lobengepepen
haubentauchen, tauche haube, tooch hoob, tööche hööbe, hoobengetoochen
eisenwarenladen, lädt wart eist, lud wur ies, lüde würe iese, eisenwarengeladen
wundenpredigen, predige wunde, prudag wond, prüdäge wönde, wundengeprudegen
buttenmessen, messe butte, maß bott, mäße bötte, bottengemessen

predigen fehlte überhaupt noch in der Liste:

predigen, prudag, prüdäge, geprudegen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-13, 08:49:51
Zitat von: Agricola am 2007-12-12, 16:53:17
haubentauchen, tauche haube, tooch hoob, tööche hööbe, hoobengetoochen

taubenhauchen, hauche taube, hooch toob, hööche tööbe, toobengehoochen


Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 09:26:03
Ich möchte eine alternative Konjugation für Verben mit ä/ö/ü + Konsonant + eln/ern vorschlagen.
Die normale Konjugation mit Ablaut und Konsantenverschub liefert etwas sperrige Klötze wie bügeln – bulg.
Bertl schuf bereits etwas Abhilfe durch seine diphthongierende Konjugation, die greift aber gerade nicht bei bügeln. (Wieso eigentlich nicht? Durch den Konsonantenverschub lautet das Schema ja b – ü – l und nicht b – ü – g. Gut, das ist anderes Thema.)
Nun ist ja bei vielen deutschen Worten der Umlaut enstanden durch ein anlautendes –i– oder –j– der Folgesilbe, wie etwa bei den Kausativen (trankjan -> tränken). Dies gilt es jetzt wieder einzuführen.
Meine Idee ist nun, bei diesen Verben den Konsonantenverschub zu unterlassen, den Umlaut rückzunehmen und statt des verbleibenden –es einen Diphthong mit –i einzusetzen:

mäkeln – makiul – makiüle – makiulen
trödeln – trodial – trodiäle – trodialen
bügeln – bugiol – bugiöle – bugiolen
schmökern – schmokiar – schmokiäre – schmokiaren


Das ge- im PP II kann wegen der zusaltzen Silbe wegfallen.
Ich weiß nicht, ob der Wechsel ä -> a/iu, ö -> o/ia, ü-> u/io immer funktioniert, aber so hat man eine schöne Vokalansolmm.

Bertl, du bist doch der Experte für so was. Geht das?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-18, 10:21:02
Das finde ich sehr klangvoll und schön! Es kann auch bei zwei Konsonaten durchgefohren werden. Es ist mir noch nicht ganz klar, wie der letzte Vokal zustandekommt. Willkürlich? Etwa so:

bevölkern - bevolkior - bevolkiöre - bevolkioren
füttern - futtier - futtiiere - futtieren (mit langem e im Imperfekt und Perfektpartizip)
lästern - lastiur - lastiüre - lastiuren
grübeln - grubial - grubiäle - grubialen
stöbern - stobiar - stobiäre - stobiaren
vögeln - vogial - vogiäle - vogialen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 10:26:21
Ich find's auch schöner als so ein klotziges bulg o.ä.

Naturl kann man das auch mit zwei Konsonanten machen, ich wollte eigelnt schreiben: ...Verben mit ä/ö/ü + Konsonant(en) + eln/ern...

Ich dachte bei dem letzten Vokal an einen regelmäßigen Wechsel: Beim ä kommt es zum Diphthong iu, bei ö zum ia und bei ü zu io. Oder sagen wir's mal andersrum: Bei ä kommt es nicht zum ia, bei ö nicht zu io, bei ü nicht zu iu. Einfach nur, damit man so richtig schön viele Vokale ansammeln kann...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 10:38:44
Man kekünne bei einigen Verben auch noch reduplizieren, wie ich an anderer Stelle bereits mal vorschlug:

grübeln - gregrubiol - gregrubiöle - gregrubiolen
stöbern - stestobiar - stestobiäre - stestobiaren
vögeln - vevogial - vevogiäle - vevogialen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-18, 11:33:15
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 10:26:21
Ich dachte bei dem letzten Vokal an einen regelmäßigen Wechsel:
Das leuchtet mir auch ein. Es war bloß zunächst, wenn ich mich recht entsinne, in Deinen Beispielen nicht so. Jetzt ist es aber geruchten.

Die korrigorenen Versionen heißen dann:
bevölkern - bevolkiar - bevolkiäre - bevolkiaren
füttern - fufuttior - fufuttiöre - fufuttioren
lästern - lalastiur - lalastiüre - lalastiuren
grübeln - gegrubiol - gegrubiöle - gegrubiolen
stöbern - stotobiar - stotobiäre - stotobiaren
vögeln - vevogial - vevogiäle - vevogialen

Bei Redupliationen ziege ich in der Regel die mit einfachen Konsonanten bevör.

Die Frage wäre noch, was man mit äu macht. Vielleicht geht es so:

räubern - roraubier - roraubiiere - roraubieren (mit langem e im Imperfekt und Perfektpartizip, ebenso unten)
säubern - sosaubier - sosaubiiere - sosaubieren
häucheln - hohauchier - hohauchiiere - hohauchieren (nach der hyperneuen Rechtschreibung von "hauchen" abzuleiten und deshalb mit Umlaut zu schreiben)
räuchern - rorauchier - rorauchiiere - rorauchieren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 11:36:15
Zitat von: Agricola am 2007-12-18, 11:33:15
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 10:26:21
Ich dachte bei dem letzten Vokal an einen regelmäßigen Wechsel:
Das leuchtet mir auch ein. Es war bloß zunächst, wenn ich mich recht entsinne, in Deinen Beispielen nicht so. Jetzt ist es aber geruchten.

Jo, da hatte ich mich bei schmökern vertan.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-18, 11:42:58
Vielleicht kekünne man bei Wörtern, die sich zum Reduplizieren wenig eignen, gegebenfalls einen Vokal einschieben, um eine reduplikationsartige Wirkung hervorzubringen:

schmökern – schumokiar – schumokiäre – schumokiaren

Die letzte Form enthält dann immerhin alle 5 Vokale in wohlklingender Reihenfolge.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 11:46:47
Zitat von: Agricola am 2007-12-18, 11:33:15
grübeln - gegrubiol - gegrubiöle - gegrubiolen
stöbern - stotobiar - stotobiäre - stotobiaren
vögeln - vevogial - vevogiäle - vevogialen

Bei Redupliationen ziege ich in der Regel die mit einfachen Konsonanten bevör.

Bei Verben die Intensiva oder Iterativa darstellen: grübeln ist intensiven Nachdenken, auch als Iterativ zu graben im Grimm angegeben, stöbern als Iterativ zu ndd. stöwen, stöben, stieben und bei vögeln kann man sich den wiederholenden Bewogsablauf ja leicht vorstellen.

füttern und lästern öre ich eher nicht redupliz.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 11:52:28
Zitat von: Agricola am 2007-12-18, 11:33:15
Die Frage wäre noch, was man mit äu macht. Vielleicht geht es so:

räubern - roraubier - roraubiiere - roraubieren (mit langem e im Imperfekt und Perfektpartizip, ebenso unten)
säubern - sosaubier - sosaubiiere - sosaubieren
häucheln - hohauchier - hohauchiiere - hohauchieren (nach der hyperneuen Rechtschreibung von "hauchen" abzuleiten und deshalb mit Umlaut zu schreiben)
räuchern - rorauchier - rorauchiiere - rorauchieren

Da äu wie oi ausgesprochen wird, kekünne man es vielleicht als io verkohren herum wieder auftauchen lassen:

räubern - reraubior - reraubiöre - reraubioren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-18, 11:56:46
Es wäre aber doch schade, wenn das äu einfach wie ü weitergefohren würde.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 12:02:23
Aber mit io klingt's schöner. Finde ich.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-18, 12:43:18
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 09:26:03

mäkeln – makiul – makiüle – makiulen
trödeln – trodial – trodiäle – trodialen
bügeln – bugiol – bugiöle – bugiolen
schmökern – schmokiar – schmokiäre – schmokiaren


Bertl, du bist doch der Experte für so was. Geht das?

Nix Experte, ich bin nur ein Überschläfer. Mir gefällt da froychl gleich die schöne zirkuläre Bewag aiu - uio - oia - (aio)! Eine feine Sache! Das sesülle irgendwie in den Namen des Kennjokus kommen.
Anders als Agricola - wie so oft - tät ich den Kennjokus streng auf Verben mit langem ä, ö oder ü beschränken. (Die diphthongierende Konjugation beschronk sich damals auf Verben mit kurzem ü. Das lange ü hab ich damals aufgehoben, weil solcherlei in nicht allzu großen, hektischen Schritten gehen sesülle.)
Natchlur wäre ich - aber das weißt Du ja eh - für die Partizipien 2 'makniul', 'trodnial' (oder gar 'tronnial'), 'bugniol' (oder gar 'buŋŋiol') oder 'schmokniar'. Von Euch aber weiß ich: Da können vorher noch so schöne Vokalfolgen dasein, ohne stumpfes '-Ən' am Partizipende tun wir's einfach nicht! Andere Fall bu (era lingua sinese) dobro Tedesco!   
Ob denn der Konsonant vor der -ia-/-io-/-iu- - Gruppe überhaupt nix bewirken dedörfe (an l versus r ist vielleicht auch noch zu denken), ob also 'mäkeln' wie 'rädern' oder 'säbeln', 'trödeln' wie 'vermöbeln' oder 'pökeln' usw. abgawalnd werden sesülle, das memüsse ich erst überschlafen.
Froychl kekünnest Du hier Dein Machtg'satz'l sprechen:
So und nicht anders soll es sein!
Wie Sehn' um Sehne, Bein um Bein.
Wie sie in Karstens Hirn entstund,
so rollt die Sache, rundum rund!


Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 12:55:11
Zitat von: Berthold am 2007-12-18, 12:43:18
An den Verschub vom -n kann ich mich irgendwie nicht gewöhnen.

Vielleicht mal eine kleine Erliurt, warum ich mich daran nicht gewöhnen kann: Im Kölschen werden die Anden -e, -n und -t meist gar nicht ausgesprochen, das -en wird zu -e. Ich spreche zwar gar kein richtiges Kölsch, lebe aber nah genug an Köln dran um das -n beinahe ignorieren zu können. Im Wienerischen klebt ja anscheinend immer -Ən an den Partizipien, so dass ich verstehen kann, dass dich das etwas stört.

Der neue Kennjokus geht natürlich im Kölschen übrigens gar nicht, da der Kölner an sich sehr diphthongfaul ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 14:49:27
Löscht hier einer meine Antworten? Oder hab' ich mich selber verklocken? Gut, dann muss ich dem Bertl noch mal antworten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 14:52:10
Zitat von: Berthold am 2007-12-18, 12:43:18
Nix Experte, ich bin nur ein Überschläfer. Mir gefällt da froychl gleich die schöne zirkuläre Bewag aiu - uio - oia - (aio)! Eine feine Sache! Das sesülle irgendwie in den Namen des Kennjokus kommen.

Aber dafür bist du nun warlk der Experte. Denk dir doch mal einen schönen Namen aus.

Zitat
Anders als Agricola - wie so oft - tät ich den Kennjokus streng auf Verben mit langem ä, ö oder ü beschränken. (Die diphthongierende Konjugation beschronk sich damals auf Verben mit kurzem ü. Das lange ü hab ich damals aufgehoben, weil solcherlei in nicht allzu großen, hektischen Schritten gehen sesülle.)

Ja, ich denke auch, das passt eher zu langen Umlauten. Bei kurzen kommt's nicht so gut über die Lippen.

Zitat
Natchlur wäre ich - aber das weißt Du ja eh - für die Partizipien 2 'makniul', 'trodnial' (oder gar 'tronnial'), 'bugniol' (oder gar 'buŋŋiol') oder 'schmokniar'. Von Euch aber weiß ich: Da können vorher noch so schöne Vokalfolgen dasein, ohne stumpfes '-Ən' am Partizipende tun wir's einfach nicht! Andere Fall bu (era lingua sinese) dobro Tedesco!   

An den Verschub vom -n kann ich mich irgendwie nicht gewöhnen.

Zitat
Ob denn der Konsonant vor der -ia-/-io-/-iu- - Gruppe überhaupt nix bewirken dedörfe (an l versus r ist vielleicht auch noch zu denken), ob also 'mäkeln' wie 'rädern' oder 'säbeln', 'trödeln' wie 'vermöbeln' oder 'pökeln' usw. abgawalnd werden sesülle, das memüsse ich erst überschlafen.
Froychl kekünnest Du hier Dein Machtg'satz'l sprechen:
So und nicht anders soll es sein!
Wie Sehn' um Sehne, Bein um Bein.
Wie sie in Karstens Hirn entstund,
so rollt die Sache, rundum rund!


I wo, man kann doch mal gemeinsam an einem Kennjokus arbeiten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 14:53:04
So, das war jetzt noch mal die Antwort, die vorhin irgendwie verschütt gegangen ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-18, 16:43:43
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 09:26:03

mäkeln – makiul – makiüle – makiulen
trödeln – trodial – trodiäle – trodialen
bügeln – bugiol – bugiöle – bugiolen
schmökern – schmokiar – schmokiäre – schmokiaren



Lieber Karsten!

Noch überschlief ich's nicht (im Namen irgendwas von verzormpen Umlaut-Strichlein ...) lang genug, denn der Büroschlaf war zu wagn. Mich dünkt jedoch ein 'makiul' oder 'knodial' (Du kennst vielleicht das Knödeln schlechter Sänger.) etwas zu breit und dick aufgatrang. Da wäre ich verfohren, maa-ki-úul oder knoo-di-áal zu lesen (was ja vielleicht just beim trödeln auch ginge!). Außerdem erscheint's mir problematisch, nur der zweiten Silbe den Konjunktiv-Diphthong zu überlassen, doch wäre natchlur 'trödiäle' einem 'trödele' zu ahchln.
Ich schlüge daher vor, die (betun'nen) Stammvokale ab dem Präteritum zu kürzen und das auch in der Schreibe kenntlich zu machen. Dann ließe sich auch der Konjunktiv II problemlos heraushören. Kürzer heißt nicht schiacher.

mäkeln – mackiul – mäckiüle – mackiulen
knödeln – knoddial – knöddiäle – knoddialen
(trotz des norddeutschen Tatsches - aber warum dauernd 'Austriaca'?)
(Ausnahme kekünne trödeln sein: trödeln - trohdial - trohdiäle - trohdialen)
bügeln – buggiol – büggiöle – buggiolen
schmökern – schmockiar – schmöckiäre – schmockiaren


Solches deuchte mich eleganter. Aber das ist nur eine Moyn.
Etwas muß ich froychl schon noch herschreiben: So ein ungewohchlner Kennjokus verlangt auch eine ungewohchlne Begrund. (Sonst kekünnen wir ja gleich althochdeutsche Ände wiederbeleben.)



Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 16:51:04
Ich dacht' schon über was ahnles nach, aber ich kurz den Diphthong:

bügeln - bugioll - bugiölle - bugiollen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-18, 17:04:55
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 12:55:11
Im Wienerischen klebt ja anscheinend immer -Ən an den Partizipien, so dass ich verstehen kann, dass dich das etwas stört.

Hier von mißtönenden Änden zu schreiben, erscheint mir mochlg.
Die Formen hab ich, glaub ich, schon einmal herguschrimp.
Zerronnen heißt ds{a}rûna (a-halgter Murmellaut; analog auch bei den zwei folgenden Verben)
gesungen: gsuŋ(ŋ)a
geschwommen: gschwum(m)a
gestunken: gschduŋgŋ. Das g entweicht, akustisch wohl unschön, durch die Nase. Betunen klingt das Wort fast wie gschduŋgŋa. Seltsamer Zusatzton auf -ŋa.
zertreten: ds(a)drêdn. Wieder mit 'nasalem Abgang' des Verschlußlautes. Emphase: fast dsarrdrrêdna.
geholfen: ghoef(f)m. (Wiener Neustadt: ghuüf(f)m) Emphase: fast ghoef(f)ma.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-18, 17:12:09
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 16:51:04
Ich dacht' schon über was ahnles nach, aber ich kurz den Diphthong:

bügeln - bugioll - bugiölle - bugiollen

Aber der ist ja eh in der Nebensilbe. Daßma die nit 'dsaad', das, glaub ich, wüßte man schon (obwohl ich's zuerst selber ein bisserl übertrimp habe.) Jetzt hat sie eh schon einen Diphthong und sesülle auch noch -ll oder gar -rr(!?) bekommen. Das wäre doch zu viel der Ehre & des Schmuckes. Mein ich halt.
An '-ial' find ich auch schön, daß es, ganz automatisch, entweder 'norddeutsch' 'jal' oder 'österreichisch' 'iםl' (ich hab für den a-halgten Murmellaut das hebräische Mem verwonden) golens werden wird.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 22:11:10
Ich find das passt dann doch (nach einiger Überlag) gut zum Kölschen, das mit dem Doppelkonsonanten am Schluss (schön uvularisoren auszusprechen, wie in Englisch "well"):

Isch han jraad ming Botz bugjolle.

Oder, noch besser mit rheinischer Verlaufsform:

Isch war jraad ming Botz am bugjolle.

Vielleicht memüsse ich doch den Machtg'satz'l - oder dat Maatwood spresche:

Dobbelkonsonand am End! Nit in d'r Midd.
(Das war jetzt wahrscheiln auch total falsches Kölsch, wie gesugen: ich beherrsch es gar nicht, da ich eigelnt aus Norddeutschland stamme)


(Wir sind eh' schon so überösterrierchen durch deine Beiträge, jetzt dedürfe man auch mal kölschen, oder?)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-12-18, 22:34:53
Zumindes steht mal eines fes,
dat, wenn man Kölsche maache läß,
sie stets das nachvokale 'n'
vor 'd' und 't' verzieh'n zum 'm'.

Daneben ist dem Kölsche rääsch,
daß man das End-t auch verschwääsch
solang am Konsonant es hing,
der zischend sich dem Mund entring.

Dat 'äff' jehürt no met dazo,
dat zisch jo ouch - un jetz es Roh!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 22:43:59
Zitat von: amarillo am 2007-12-18, 22:34:53
Zumindes steht mal eines fes,
dat, wenn man Kölsche maache läß,
sie stets das nachvokale 'n'
vor 'd' und 't' verzieh'n zum 'm'.

Also:
Dobbelkonsonamt am Emd!

Nee, auch nicht ganz richtig. Nach meinem Empfinden geht's doch eher Richtung 'nd', in diesen beiden Fällen. Aber ich bin ja auch noch von vielen merkwürdigen anderen rheinischen Dialekten hier umgeben.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2007-12-18, 22:52:26
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 22:11:10Oder, noch besser mit rheinischer Verlaufsform:

Isch war jraad ming Botz am bugjolle.

Verlauf mit Partizip II?

Zitatda ich eigelnt aus Norddeutschland stamme

Wahrscheinlich hast du deswegen das bügeln-Partizip gänzlich aus nautischen Termini zusammengesotzen. :D

Zitat(Wir sind eh' schon so überösterrierchen durch deine Beiträge, jetzt dedürfe man auch mal kölschen, oder?)

Au ja, das ist ja auch meine Dialektregion. Nicht, dass ich's deswegen könnte:

Zitatsie stets das nachvokale 'n'
vor 'd' und 't' verzieh'n zum 'm'.

Waas? Ääsch? Sischa?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2007-12-18, 22:59:39
Hämde hoch, Studemt! 8)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 23:00:49
Zitat von: Kilian am 2007-12-18, 22:52:26
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 22:11:10Oder, noch besser mit rheinischer Verlaufsform:

Isch war jraad ming Botz am bugjolle.

Verlauf mit Partizip II?

Äh, ja klar hab ich hier was eindurchandergebracht, aber weil's halt so gut pieß:

Isch war jraad ming Botz am büjjelle.

memüsse es naturl heißen, mit Infinitiv.
Aber Verlauf mit PP II? Warum nicht? Aber nur mit starkem:

Ich war gerade meine Suppe am gegessen.

Was kekünne das wohl sein? Verlaufsform Perfekt, oder?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 23:04:16
Zitat von: Kilian am 2007-12-18, 22:52:26
Wahrscheinlich hast du deswegen das bügeln-Partizip gänzlich aus nautischen Termini zusammengesotzen. :D

Nee, eher nicht. Auf Schiffen wird mir meistens schlecht. Das war reiner Zufall.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 23:09:02
Der Wikipedia-Eintrag zur Kölschen Sprache (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lsch_%28Sprache%29) ist sehr informativ.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2007-12-19, 12:33:36
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-12-18, 22:11:10
Ich find das passt dann doch (nach einiger Überlag) gut zum Kölschen, das mit dem Doppelkonsonanten am Schluss (schön uvularisoren auszusprechen, wie in Englisch "well"):

Isch han jraad ming Botz bugjolle.

Oder, noch besser mit rheinischer Verlaufsform:

Isch war jraad ming Botz am bugjolle.

Vielleicht memüsse ich doch den Machtg'satz'l - oder dat Maatwood spresche:

Dobbelkonsonand am End! Nit in d'r Midd.
(Das war jetzt wahrscheiln auch total falsches Kölsch, wie gesugen: ich beherrsch es gar nicht, da ich eigelnt aus Norddeutschland stamme)


(Wir sind eh' schon so überösterrierchen durch deine Beiträge, jetzt dedürfe man auch mal kölschen, oder?)

Lieber Karsten!
Am End? Dann mußt Du Dir die Sachen halt selber zurechtbiegen und - Hähähä! - zurechtschreiben. Eine Kölsche l-Sonderregel oder was weiß ich ... Ich kann & will jetzt nur das herschreiben, was nach dem Überschlafen herauskam.
Leider paßt Doppel-l oder -r nicht zu meiner Geschichte, denn wenn l oder r noch eigens gestornk würden (wüstörnken - damit dieser Gedanke an synthetische Passivformen einmal wiandeuert, aber, bitte, spinnt das jetzt nicht weiter(!), das ist eine andere Geschichte und nicht - noch gibt es sie nicht - die Eure), ja, warum kekünnen die dann nicht das Hindernis nach vorne überspringen, he? Das wäre für mich ganz, zutiefst & von Grund auf unlogisch, so Kölsch - Kölle Alaaf! - es auch sein mag. Dazu muß der Bertl NEIN sagen (- was natchlur nicht viel mehr zu bedeuten hätte, als daß halt mir (z.B.) 'schakiurr' nicht gefiele.)!
Ich schreibe folgende Formen an - fast zur Gänze eh Deine Grundformen:

schäkern - schackiur - schackiüre - schackioren
blödeln - bloddial - bloddiäle - bloddiulen
bügeln - buggiol - buggiöle - buggialen


Ein Teil meiner Geschichte wäre:
Ein Sprachzauberer, irgendwo im norddeutschen Raum (-> -bb-, -dd-, -gg-), findet es armselig, daß eine Regel wie das Vorhüpfen der Liquidarum von Verben mit -eln und -ern nun immer so brav, maschinell und gedankenlos vollzonck wird. Simma doch Menschen mit Ideen, oder? Nicht nur die Leut', deren frühe Kindheit noch nicht vom Fernseher überflarmmen ward - oder? - ? - Da erspäht der Hexer eine Handhabe. Wie unscheinbar sie doch ist! - Je zwei schwache Strichlein - über ä, ö oder ü -, doch sie genügen für einen Zauberspruch. Aus ihnen wird ein Hindernis entstehen, ein Hindernis zweier Stimmen, wohlklingend, über das kein l oder r mehr springen kann! Versöche eins, etwa 'schark' oder 'blold' zu sagen, es ginge & ginge nicht, dränge nicht aus der Gurgel, über die Zunge! Ohne die Kraft spendenden Strichlein werden aber die Hauptvokale im Praeteritum, im Konjunktiv II und im Partizip II schwomachen.

Name:
Coniugatio cum excantatis mutationum vocalium lineolis impedimenta duarum vocum liquidis invicta erigentibus
- cum chorea vocalium a, o vel u vocalem i vestigiis sequentum
- et cum deminutione vocalis principalis praeterito, modo coniunctivo secundo ac participio secundo


Kennjokus mit verzormpen Umlaut-Strichlein, die zweistimmige, von Liquiden unüberwindbare Hindernisse errichten
- mit Reihentanz der Vokale a, o oder u, die dem Vokal i auf dem Fuße folgen
- und mit Schwach des Hauptvokals im Praeteritum, Konjunktiv II und Partizip II


   
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-21, 10:26:04
zugreisen - greise zu - gries zu - griese zu - greise zu! - zugegreisen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-21, 10:52:46
Ich werde bzgl. des kölschen Storkes mal mit dem rrr51 diskut ieren, der ist des Kölschen wesalnt machter als ich.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2007-12-21, 23:21:21
Zitat von: Agricola am 2007-12-21, 10:26:04
zugreisen - greise zu - gries zu - griese zu - greise zu! - zugegreisen

Zugreisen als Verb? Kennichnich. Aber dass eine gute Freundin von mir jeden Tag zu Greisen gehen muss, weiß ich. Als Altenpflöge muss man das. Auch wenn man manchmal (zu) gries und grämig ist.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2007-12-22, 05:18:49
Na ja, mir war gerade das Wort "Zugreisende" begongen, und das schien mir eine Substantivierung des Partizip Präsens von "zugreisen" zu sein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-01-22, 13:57:58
... ich mag nicht so ohne weiteres in der entsprechenden wikiliste herumpfuschen, darum stelle ich meinen storkvorschlag mal hier ein:

argwöhnen – wahn arg – wiehn arg! – wühne arg - arggewohnen

... wenn er gefällt, möge er von kundiger hand an passender stelle im wiki eingefogen werden :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-01-23, 00:19:53
Über der Großen Liste gips den Reiter "Verb stärken". Der führt zu keinem Rumpfuschformular, sondern zu einem Vorschlagsformular. :D

Was arquöhnen betrifft, weiß ich nicht, wir haben ja schon gewöhnen drin...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-01-23, 10:15:05
Zitat von: Kilian am 2008-01-23, 00:19:53
Was arquöhnen betrifft, weiß ich nicht, wir haben ja schon gewöhnen drin...

... zwischen argwöhnen und gewöhnen gibt's aber schon noch einen kliiiiiitzekleinen unterschied ;)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-23, 10:25:57
Ich erachte argwöhnen der Aufnahme in die Liste für würdig, da es nicht mit so einem schnöden Präfix wie ge-, ver- oder ent- behaften ist, sondern mit dem Adjektiv arg.

Da fällt mir auf: Arg gips auch als Substantiv, hat aber keine Plural. Muss auch noch auf die Pluralliste.

Geil finde ich auch dieses, welches die Grimms zu arg schrieben:

... altn. in doppelter gestalt argr und in sl. weise umgestellt ragr ...

Dat sieht schon fast aus wie unser gestorkenes ärgern.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-01-23, 11:04:15
... ja, ich finde auch, daß arg- schöner ist als ge-, ver- und entwöhnen ... packst du es in die liste? ...

... sowohl arg als auch argwohn ist unbepluralt (meine güte, was für eine konstruktion! :o) ... ich hoffe, du hast dem in gewohnt schneller manier bereits abhilfe geschaffen, karsten! ;) ... was ich noch in den ring werfen kann: das nomen fehl, das schändlicherweise auch noch ohne plural durch die welt wandert ...
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-23, 11:10:58
Zitat von: katakura am 2008-01-23, 11:04:15
... ja, ich finde auch, daß arg- schöner ist als ge-, ver- und entwöhnen ... packst du es in die liste? ...

Kann ich nich. Darf bis dato nur der Scheffe, weil das nicht über das Wiki läuft, sondern über so'n Spezialhack der auf eine Datenbank zugreift.

Zitat
... sowohl arg als auch argwohn ist unbepluralt (meine güte, was für eine konstruktion! :o) ... ich hoffe, du hast dem in gewohnt schneller manier bereits abhilfe geschaffen, karsten! ;) ... was ich noch in den ring werfen kann: das nomen fehl, das schändlicherweise auch noch ohne plural durch die welt wandert ...

Ich werde mir mal Beispülsätze dazu ausdenken.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-23, 11:34:57
So, sind drin. Misstrauen hab ich gleich mal mit dazu gepucken.

Zu Fehl gab's mal einen Plural:

denn so ir den menschen ire feile vergebet, so wird euch ewer himlischer vater auch vergeben
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-01-23, 19:17:33
Überzugen von argwöhnen. Stark. Danke. :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-01-29, 10:43:18
Habe söben an die Verbenliste gepusten:

versemmeln, ich elmme vers, du ilmmst vers, almm vers, ülmme vers, ilmm vers!, versgeolmmen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-29, 10:56:41
P4-Tmesis angewandt auf Verben mit nur einer Vorsilbe finde ich persoln nicht so toll. Nur weil da ein Vers abgetronnen werden kann? Dann memüsse man versacken, versagen, versanden ebenso behandeln.
(Zerstückeln ist eine ruhlme Ausnahme, die ich gerne gelten lasse, da das Verb zielm genau beschreibt, was P4 macht.)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-29, 11:13:31
Apropos: versaubeuteln ist noch nicht gestorken. Hier mein Vorschlag, mit P4, Konsonantenverschub und Diphthongumkehr:

versaubeuteln - vereutelt saub - veriolt saub - veriölte saub - vereutle saub - saubveriolten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-01-29, 11:14:26
Die nichttmetische Variante wäre sicher auch mölg. Ich fand den Anlaut "ülmme" und "geolmmen" halt lustig, und Verse sind nie schlecht. Insbesondere sind Dichter ja auch ein bisschen vertraumene Menschen, da kann man schon mal was versemmeln.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-29, 11:22:39
Ich kenn Schriftsteller, die gerne versacken (http://versacken.de/).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-01-29, 12:32:25
Die sesüllen dieses Verb selbstverstalnd auch tmeten.

tmeten (ich tmete, du tmittst ...), tmat, tmäte, tmitt!, getmeten

oder alt-Erna-tief - um es auch für Japaner aussprechbar zu machen:

tometen (ich tomete, du tomittst ...), tomat, tomäte, tomitt!, tometen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-01-29, 12:52:20
Die Bücher von Rich Schwab kann ich übrigens nur empfehlen. Der ist mit Gisbert Haefs bekannt. Über ihn wewull ich damals die Strompostadresse von Herrn Haefs rausfinden, nur das dieser mir zuvorkam und sich höchstselbst beim Scheffe mold.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-01-29, 20:26:15
Ich hab jetzt erst mal semmeln aufgenommen - wurde ohnehin Zeit - und versaubeuteln. Danke!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2008-01-30, 01:16:03
Jaa, aaber, da beschüdäge ,,semmeln" doch den Indikativ Präsens und den Imperativ von ,,sammeln" kollateral...?  ::)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-01-30, 18:21:46
Hups. War mir aufgefallen, hatte ich dann aber vergessen rauszunehmen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-02-12, 21:58:21
Heute gelesen: "...er radebrechte in diversen Dialekten."

Sofort fohl ich mich aufgefurden, dem armen "Radebrechen" zur Hilfe zu grätschen.

bricht rade - brach rade - bräche rade - brich rade! - radegebrochen / geradebrochen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 21:59:50
Oder, alternativ im PP II: geradegebrochen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-02-12, 22:03:34
oder:

acht raderb, ächte räderb, geradegebrochen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-02-12, 22:03:38
Ich hatte auch schon an die -ge-Dopplung gedacht, mich aber nicht getruen. Du bist ja vielleicht ein Draufgänger! :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:06:21
Zitat von: Ku am 2008-02-12, 22:03:34
oder:

acht raderb, ächte räderb, geradegebrochen

acht raderb, neun räderb (japanisch dann: ku raduerubu)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:07:53
Zitat von: amarillo am 2008-02-12, 22:03:38
Ich hatte auch schon an die -ge-Dopplung gedacht, mich aber nicht getruen. Du bist ja vielleicht ein Draufgänger! :D

Seit wann bist du denn so'n Wai-Chai-Krieger?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-02-12, 22:10:15
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:07:53
Zitat von: amarillo am 2008-02-12, 22:03:38
Ich hatte auch schon an die -ge-Dopplung gedacht, mich aber nicht getruen. Du bist ja vielleicht ein Draufgänger! :D

Seit wann bist du denn so'n Wai-Chai-Krieger?

Seitdem er über sein Samuraischwert gestorlpen ist
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-02-12, 22:10:56
Du kennst ja gar nicht die sensiblen Abgründe meines Herzens. *blush*


Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-02-12, 22:12:38
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:06:21
Zitat von: Ku am 2008-02-12, 22:03:34
oder:
acht raderb, ächte räderb, geradegebrochen
acht raderb, neun räderb (japanisch dann: ku raduerubu)

Schluß jetzt mit Euren Formen-Exzessen, laßt den Alkohol wech, schließlich ist Fastenzeit! ;)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:13:53
Zitat von: amarillo am 2008-02-12, 22:10:56
Du kennst ja gar nicht die sensiblen Abgründe meines Herzens. *blush*

Wie sug zu meinen Tonträgerzeiten mein Scheff damüls doch so schön: Auch Schweineherzen bluten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:16:16
Zitat von: amarillo am 2008-02-12, 22:12:38
Schluß jetzt mit Euren Formen-Exzessen, laßt den Alkohol wech, schließlich ist Fastenzeit! ;)

Wat denn? Ich hab mich Karneval fast nachts auch gut benommen. Memusse schließl arbeiten gehen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-02-12, 22:17:59
Zitat von: amarillo am 2008-02-12, 22:12:38
Schluß jetzt mit Euren Formen-Exzessen, laßt den Alkohol wech, schließlich ist Fastenzeit! ;)

Ich trink ja auch nur fasten Liter Wein am Abend
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-12, 22:20:47
Und bei der geringen Menge, die ich an faster, äh, fester Nuhr zu mir nehme, befinde ich mich ständig in der Fastenzeit.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-02-19, 13:32:29
... söben storlp ich über den fallerslebenschen vers:

So viel der Mai auch Blümlein beut /
Zu Trost und Augenweide, /
Ich weiß nur eins, das mich erfreut: /
Das Blümlein auf der Haide ...


... in welchselbigem mich das hübsche wort beuen elektrisor, den dieses ist es doch wahlr wert, gestorken zu werden ... was haltet ihr von dem storkvorschlag, den ich hier beue:

beuen - bu - büe - bie! - gebuen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-02-19, 15:51:38
Beut ist bereits eine unregelmäßige Verbform - 3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv von bieten. Zurecht findet sich diese Form bereits in der roten (http://verben.texttheater.de/Rote_Liste) Liste.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-02-19, 17:57:27
Zitat von: Agricola am 2008-02-19, 15:51:38
Beut ist bereits eine unregelmäßige Verbform - 3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv von bieten. Zurecht findet sich diese Form bereits in der roten (http://verben.texttheater.de/Rote_Liste) Liste.

... oh mann, wie peinlich :-[ ... das hätte ich eigentlich wissen müssen ... tonnenweise asche auf mein haupt
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-02-21, 15:17:21
MIAL:

Die frühere First Lady setzt alles darauf, ihren Rivalen aus Illinois dort auszuknocken.

Das Verb (das sogar im Duden steht) darf nicht ungestorken bleiben!

ausknocken, ich knicke/du knickst/er knickt aus ... wir knocken aus ..., keknock aus, keknöcke aus, knocke aus!, ausgeknocken

(Orient-geohren an "wollen")
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-02-29, 16:01:13
... noch nicht gestorken und darum von mir zur pruf vorgeschlagen:

böhmakeln * - alkt böhm - ilk böhm! - alk böhm - älke böhm - böhm gealken

* ein gruß an berthold ;)

... und weil es verwandt erscheint:

makeln - malkt - milk! - malk - mälk - gemalken
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2008-02-29, 20:59:47
Zitat von: katakura am 2008-02-29, 16:01:13
makeln - malkt - milk! - malk - mälk - gemalken
Gips doch Sean als Verrockenes! Außerdem ist mir da zuviel Milch drin. Diese behielte ich meinerseits melken vor, wenn das seinerseits nicht schon auf der roten Liste stünde. Zu recht übrigens, ich nämlich, seiner Stärke nicht eingedenk, habe es flugs ein bißchen verrocken (nur zu des Forums Verunstult, nicht für die Liste):

melken - milkt - mamalch - mälche -  milk! - molch

Mama, ich mamalch, habe molch!

Zu makeln: Wie wäre eine Längung des i im Imperativ? :
makeln - malkt - mielk! - malk - mälk - gemalken
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-02-29, 22:26:06
Jungs, wie seid ihr denn druff! a im Präsens und im Imperfekt. Nö!

makeln - mälkt - mielk - mielke - mälk! - gemalken

Bzw. mit Reduplizust:

makeln - mälkt - mamielk - mämielke - mälk! - memalken

Oder so.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2008-03-01, 14:30:04
... eure tollen vorschläge in allen ehren - aber erst einmal langsam mit den ollen mähren! *

... so ihr makeln anders stärken wollt als von mir vorgeschlagen, überlegt euch bitte doch gleich die storkreihe von mäkeln mit, damit sich hier nicht zuviel beißt ... für das bislang ebenfalls ungestorkene mäkeln brauchen wir nalm auch noch ein paar ä, die ihr hier schon so großzügig für makeln vergeben habt ...



* pferden hätte sich nicht so schön geriemen :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-03-11, 17:25:44
Eben begong mir das Wort ampeln (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,540533,00.html), das noch nicht gestorken zu sein scheint.

ampeln, olmp, ölmpe, geolmpen

Oder eigelnt sesülle das Wort ganz dreifarbig bunt gestorken werden, aber mir fällt dazu nichts Vernunfenes ein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-03-11, 18:38:35
Und ich storlp über das Wort "ausixen".

Ich täte das wie folgt stärken tun:

ausixen – xt aus – ex aus – öxe äüs – eggs off – ausgeexen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-03-18, 13:09:36
Gerade las ich diesen Satz:
Viele Frauen sind bei diesem Thema zwiegespalten.
Eine google-Anfrage klor mich auf, dass dieses Partizip durchaus gebräuchlich ist. Weniger häufig scheinen andere Formen des Verbs "zwiespalten" zu sein: "zwiespaltest" etwa liefert keinen echten Treffer. Das dazwischengeschobene "ge" bezeugt aber, dass es sich um ein trennbares Verb handelt.

Da nun spalten bereits gestorken ist und im Imperfekt die Form "spielt" aufweist, die mit dem "zwie" gewissermaßen Oktavparallelen verürsäche, welche tunlichst zu vermeiden sind, schlage ich die Beugung nach dem kompensatorischen Kennjokus vor:

zwiespalten (ich spalte zwie, du spältst zwie), spielt zwa, spielte zwä, zwiegespalten

Falls obiger Autor also recht hätte, spielte es die Frauen zwä, wenn man dieses Thema aufwürfe; oder hat er das Thema etwa wirklich schon dabei obbeachten, wie es die Frauen zwaspielt?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-03-29, 11:42:19
Söben ein neues Verb kennengelornen, welches umgehend gestorken ward:

wuppen, wopp, wöppe, gewoppen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-04-06, 17:05:41
In der Liste fahl noch schlagzeilen.

schlagzeilen, zeile schlag, ziel schlag, ziele schlag, zeile schlag!, schlaggezeilen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Blindfisch am 2008-04-19, 10:54:46
Da fahl dann aber auch noch:

kräuseln - kräusele, kruls, krülse, gekrulsen
sülzen - sülze, salz, sälze, sülze!, gesulzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Tschabrendeki am 2008-04-23, 19:01:57
schichten - schucht - h. geschochten

Von nun an deshalb statt Geschichte - Geschochte
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-05-10, 03:51:06
Gerade begong mir das schöne Verb "verpreußen". Welches sogleich gestorken sei. Dabei gehe ich von der dritten Person Singular "verpreußt" aus und bilde Infinitiv und die anderen Formen analog zu "schließen":

verprießen (verpreuß[es]t, verpreußt), verpross, verprösse, verpreuß!, verprossen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-13, 15:48:23
Da bin ich kurz durch unsere Verbenliste gegangen (bei 'ha~', weil mich da etwas beschäftigt - ein Freudsches Wort, fürwahr (jmdm. einen schöpferischen Schaft verleihen) -, was ich noch überschlafen möchte, nicht des Schaftes wegen) - und da blieb ich bei 'halbieren' hängen. Ich las 'halbieren - hälbiert - hielbor - hielböre - hälbier - halboren'.

Nun, dachte ich, im Praesens und im Imperativ gibt's nix einzuwenden, denn da liegen ja die beiden Hälften noch nicht vor. Sonst aber hat doch das Verb an sich selbst gefälligst anzuzeigen, daß da etwas, im Präteritum, bereits halboren ward. Das paßt auch zum P2 und wohl auch zum K2, der ja immer irgenwie ein Knecht der beiden Vorgenannten ist.
Ich schriebe also: halbieren - hälbiert - hälbier - ħ|bohr [statt hiel-bohr; 'ħ': die erste Hälfte ist völlig geschwunden - 'v’rsd’m’n'; '|' deutet die Halbur an] - ħ|böre [statt hielböre] - ħ|oren [statt halboren].
So wär's doch logischer, spritziger, oder?
Bzw.: Schriebe ich 'hielböre', ich ħ|böre den Witz.
Und wenn es jemand immer noch nicht versteht - es spricht sich so: Prät.: bohr, K2: böre, P2: oren.
Alle wackeren Para-, Pata-, Trara- und PlagiolinguistInnen werden froychl die Formen mit einem ganz leisen Hauch beginnen, etwa hbohr, hböre, horen.

Fiel mir später auf, daß der Kennjokus in Prät. u. K2 auszuführen ist:
Prät.: bohr, orst [< hilborst], oren [< hilboren], bort [< hielbort]
K2: böre, örest [< hielbörest], ören [< hilbören], öret [< hilböret].

Bei der Diekleinus des P2 memüsse ich arg künsteln. Da ließe ich 'oren' die gemeinen Ände.


 

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-05-13, 17:29:50
Zitat von: Berthold am 2008-05-13, 15:48:23

... Ich schriebe also: halbieren - hälbiert - hälbier - ħ|bohr [statt hiel-bohr; 'ħ': die erste Hälfte ist völlig geschwunden - 'v'rsd'm'n', '|' deutet die Halbur an] - ħ|böre [statt hielböre] - ħ|oren [statt halboren].
So wär's doch logischer ... ?


Klar, ganz logisch.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-05-13, 18:00:36
Ich bin da auf noch was Logisches gestoßen.
Wenn man das Wort "halbieren" einfach halb, dann kann man das Wort "integrieren" auch integrieren, indem man die zweite Hälfte des Wortes Buchstabe für Buchstabe nach dem Reißverschlussprinzip in die erste Hälfte einfügt.

Also:
Falsch: Ich integriere
Richtig: Ich irniteerge
Falsch: Ich integror
Richtig: Ich ignrtoer
Falsch: Ich integroere
Richtig: Ich irnoteerge
Falsch: Ich habe integroren
Richtig: Ich habe irnotreegn
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-13, 18:33:49
Was machst Du aber mit Formen mit 11 Buchstaben - 'du integrierst', 'wir integrieren', 'ihr integroeret'?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-05-13, 18:42:16
Zitat von: Berthold am 2008-05-13, 18:33:49
Was machst Du aber mit Formen mit 11 Buchstaben - 'du integrierst', 'wir integrieren', 'ihr integroeret'?

Wenn ich die Buchstaben einfach ineinander häkele, habe ich da keine Schwierigkeiten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-13, 18:59:55
Zitat von: Ku am 2008-05-13, 18:42:16
Zitat von: Berthold am 2008-05-13, 18:33:49
Was machst Du aber mit Formen mit 11 Buchstaben - 'du integrierst', 'wir integrieren', 'ihr integroeret'?

Wenn ich die Buchstaben einfach ineinander häkele, habe ich da keine Schwierigkeiten.

Das seh ich anders: 'Ich irniteerge'. Bei 'integrierst' kommst Du zunächst zu 'irniteergs'. Wo aber bringst Du dann das 't' unter. Etwa am Wortanfang? 'Tirniteergs'? - Der Dreifach-Zippverschluß ist meines Wissens noch nicht erfunden.
Aber jetzt hau ich hier ab. Guten Abend!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-05-13, 19:08:47
Ich trenne nach den ersten 6 Buchstaben und häkele dann, ist doch logisch.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-14, 11:02:38
Zitat von: Ku am 2008-05-13, 19:08:47
Ich trenne nach den ersten 6 Buchstaben und häkele dann, ist doch logisch.

Tja, so nah, so schlecht. Eine computerlinguistische Form wie 'iinetresgtr' hat halt, nun ja, keinen Scharm -, den mir der feine Ansatzhauch von 'hbohr', 'hböre', 'horen' schon zu haben scheint.
Schriebe ich jetzt, daß Du als Parodist halt immer erst eine Vorlage briöchest, um in Fahrt zu kommen, wü(r)test Du ant, dies wäre keine Parodie; und schriebe ich, daß Dir 'balzen - bielz - bielze - gebalzen' als prima Sturck, hingegen 'grasen - furn - fürne - geolgen' als übersponnene Kopfgeburt erschiene, flugs hieße es, das habest Du nie guschrimp. - Wohl aber gedacht, dächte ich.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Ku am 2008-05-14, 11:52:32
Zitat von: Berthold am 2008-05-14, 11:02:38
... Schriebe ich jetzt, daß Du als Parodist halt immer erst eine Vorlage briöchest, um in Fahrt zu kommen, wü(r)test Du ant, dies wäre keine Parodie; und schriebe ich, daß Dir 'balzen - bielz - bielze - gebalzen' als prima Sturck, hingegen 'grasen - furn - fürne - geolgen' als übersponnene Kopfgeburt erschiene, flugs hieße es, das habest Du nie guschrimp. - Wohl aber gedacht, dächte ich.

Wie wäre es, Du schriebest nichts von alledem?

Ich trage hier auch nur meine Ideen vor. Was macht es, wenn sie aus Vorlagen entstanden sind?
Es steht Dir natürlich zu, meine Ideen nicht gut zu finden und das auch in allen Einzelheiten zu begründen.
Was aber sollen die Unterstellungen, welche Antworten ich gäbe oder was ich gar dächte? 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-14, 12:50:37

Parodien und Variazioni können eh ein Mordspossen sein, sind aber nicht unbedingt Ideen.
Irgendwann werde ich hier noch einmal, vor ZeugInnen, versuchen, eine Deiner Antworten zu antizipieren.
&: Stölle ich Dir etwas unter, verwönde ich dann den Konjunktiv 2?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-15, 12:01:07
'Und nun, 1722, kommen also Fremde auf drei großen Schiffen an. Einige Rapa Nui paddeln ihnen neugierig entgegen. Doch dann fällt der erste Schuss, »worauf sie alle ins Wasser sprungen und davon schwummen«, wie der mecklenburgische Korporal Carl Friedrich Behrens, damals 21 Jahre alt, vermerkt.'

Aus einem Schrieb über die Osterinsel: http://www.zeit.de/2006/16/A-Osterinseln
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-05-27, 01:51:16
Gerade in der Liste angemolden:

verschwiemeln, verschwalm, verschwülme, verschwelmen

Die Vokale in der betonten Silbe sind alle lang zu lesen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-05-30, 15:40:28

Größtenteils eine Kopie eines Beitrages zum 'Beileid':

Zitat von: Kilian am 2008-05-30, 12:10:28
Der Knupf zeigt zum Unterschied zwischen zwei alten Versionen der Seite. Klickt man oben nomma auf "lesen", gelangt man zur aktuellen, korrigorenen Version.

Ich vermeine, ein Verb mit Tripel-(oder Quadrupel-)Praesens aufgesporen zu haben:
saugen/siehen/sügen - sog - söge - gesogen/gesoŋ.

Diese Verbgruppe kekünne grundsachltz Kausative haben.
Beispiele:
Dädalus fläugt seinen Sohn Ikarus, bis dieser flaugt/fliegt/flügt.
Ein Bettler kräugt seinen Lehrling, damit der später mehr Geld kraugt/kriegt/krieht/krügt.
Ein schlechter Freund läugt einen Jüngling, bis daß der laugt/lügt/lieht wie gedroŋck.
Ein Typ von 'Kreative Lyrik' täugt eine junge Autorin beim Verseschmieden, bis ihre Gedichte etwas taugen/tiegen/tiehen/tügen.
Ein Kutscher zäuht* ein junges Pferd, damit das bald den Wagen zieht/ziegt/zaugt/zügt.
'Zäugt' ließe beim Hören auf eine 'Bestiogenese' schließen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-06-09, 15:29:28
Leider gibt es in unserer 'großen Verbliste' hunderte Formen, die wie 'lüpfen - lopf - löpfe - gelopfen' jedem Stein aus dem Weg ghehompff sind. Ausgebryuntt von einer Bande von Fadmingern, möchte man denken. Also, zunächst knille ich dieses Verb doch zur diphthongierenden Konjugation ...

Wem das eine Künstelei erscheint, dem knalle ich ein Beispiel aus der Dialektkunde entgegen, eine diphthongierende Mundart - aus dem alten Schlesien:
http://www.vogel-soya.de/Zoellnig_Mundart.html
'Aberglauben:
Mêne Hinder liäin ni, und do huâu ich anne Muâid und die suâite: "Frau, ich war ze ann Sâk sacken und do truâoi ich se hing nôus un do gêich uff Nuckwersch Granze und do driä ich mich drê mol mit a Hindern und ich bât a Vaterunser und dernau schlepp ich se der Kreuze und der Quâre4) und do kumm ich wêider heim und ich luss se rôus und da wann se schu liäin".'

Bei 'lüpfen' föge (Ihr verzeiht?) ich dann, um palatalisorene 'l-s' herzuschreimp, noch ein 'Äütßadl' aus der italienischen Orthographie dazu:

'lüpfen - lupft - lupf - lupft - gliapf - gliüpfe - ghegliumpff'

Call it whatever you like!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-06-13, 16:14:16
A) Vom München oder Mönchen; B) vom Castrinum:

Zweierlei:
A) Aus dem 'Pfeifer':
kastrieren Vb. 'verschneiden, entmannen, (...), entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. castrare, älteres mhd. mün(e)chen, frühnhd. münchen, mönchen (eigentl. 'zum Mönch machen') und mhd. kappūnen, kappen, frühnhd. kapaunen (...: Ich erspare mir, das G'sätzel nach 'Kapaun' hier herzuschreiben) verdrängend.
Ich behielte das 'Mönchen' bei, driäcke nur in den Imperativen, in Präteritum, Konjunktiv II und Partizip II den schralchken Schnitt konsonantisch und beim passiven Partizip II auch vokalisch aus (überdeutlich zu sprechen; X wird normal golens; CH wie in 'ach', außer vor '-iiieeä(!)', dort wie in 'ich'; Ř: wie im Tschechischen, aber stimmlos; dadurch entsteht in einigen Formen zumindest eine weitere, stimmlose Silbe):
mönchen - müncht - müŋXCHŘ! - möŋXCHŘT! - monŘCHX - münŘCHXe - a) Ich habe g.: gemnuŋCHŘX - b) Ich werde g.: gemnuŋCHŘXiiieeä(!)

B) Eines meiner wilderen Bücher ist 'The Sino-Tibetan Languages' (© 2003, 2007) Edited by Graham Thurgood and Randy J. Lapolla - 727 pp., Routledge. Darin fand ich nun Wörter für Tiere, die, irgendwie & nahezu, 4 Geschlechter haben können.
Eine seltene Sprache ist das NAR-PHU. 'The Nar-Phu language is spoken by the 800 people of the villages of Nar and Phu, located in the Valley of the Nar Khola in the Manang District of Nepal. The territory they inhabit is very high (the lowest point in their territory is approximately 3500 metres in altitude) and their main occupations are yak herding and small scale farming.'
(...)
'There are no concord classes (genders) in Nar-Phu. There is, however, a system of suffixes used to create nouns which refer explicitly to  male and female people or animals and even, in a few cases, to castrated males. A few examples follow {bold letters used by me}:'

Ungendered noun   Male       Castrated male   Female
rœ^* goat           râpho      râpε                 râmo 
*: '^' über œ
    horse         photyεn   phôrtε              môrtε   
     





Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-06-14, 00:08:58
Ich empfehle als Alternative zu "streiken, striek, gestrieken" — insbesondere für die Fälle, wo jemand radikal zu streiken abbesochtagt, einschlielß der Verweigerung, weiterzuleben

streiken - strick - gestricken
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-06-17, 14:09:45
Söben als neue Störcke abgesonden:

vergrätzen, vergrartz, vergrürtze, vergrargerortzen

Warum so kompliziert? Weiß ich auch nicht, aber ich denke, es wird ja auch nicht gleich jemand deswegen vergrargerortzen sein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-06-24, 22:14:31
Zur Fußball-EM, wo alle molgen Menschen sich die Lunge aus dem Leibe brüllen, bis sie follends heiser sind, die Coniugatio raucum*:

schreien - xrei't - xrie - xexrien
kreischen - xrei'scht - xriesch - xekxriechn
brüllen - brxullt - brxioll - xebrxiulln
krakelen - äält kxrax - aal kxrax - kxraxoln


(x wird gesprochen wie ch in ach, aber noch etwas heiserer, ch wie in ich, nach ei entgleitet die Stimme dermaßen nach oben, dass eine kurze Pause, angedioten durch das Apostroph, einsetzt)


Die wimmernden Hoilsusen nach einem verlorenen Spiel dürfen naturl auch nicht vergessen werden, daher die Coniugatio vagio*:

wimmern - wrmnd - wrarm - wewrummn
jammern - jrmmd - jarmm - jejurmmn
winseln - wlnsd - walms - wewulsnn


Das e sei kaum zu sprechen, a und u jeweils dem Laute einer läufigen Katze und eines einsamen Hundes zu imitieren - aber ohne dabei die Lippen zu weit zu öffnen.

*Die Lateinkenner unter uns mögen mich berichtigen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-07-03, 08:48:23
söben neü angemolden:

türken (turk, turkst, turk, türken, türkt, türken), totork, totörke, türke! türkt!, teturken

Die Präsensbildung ist an "müssen" angelehnen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2008-10-10, 21:53:38
Als alter-nah-tiefes Party-Zipperlein von ,,jauchzen" (bislang: gejiochzen) möchte ich vorschlagen:

jochgezogen

Denn was tut man vor Freude, wenn man ein Joch nicht mehr ziehen muß? Sofern man noch Atem hat jedenfalls?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-10-11, 09:08:00
Dann könnte man als neuen Infinitiv Präsens von "hochgezogen" auch das schöne Wort hauchzen erfinden.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: OkinaptzUglwf am 2008-10-17, 15:24:20
Angerogen von der Stork zu "derwischen" noch das ebenfallse "derblecken": derblecken, derblock, derblucken und zwei schöne Konjunktive derblöcke und derblücke.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-10-17, 18:30:34
Was bedeutet denn "derblecken"?

Hier sei noch angeregen, bei allen Wörtern mit ver- zusätzlich zur Sturk des Stammverbs die Vorsilbe in der Latgangenheit zu tul- (Konjunktiv II tül-) und im Partizip Perfekt zu lat- (mit langem a zu spechen, aber unbetont und ohne Einfügung eines ge-) zu wandeln:

vergehen, tulging, tülginge, latgangen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Mir san mir am 2008-10-17, 19:51:44
Derblecken (http://de.wikipedia.org/wiki/Derblecken)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2008-10-18, 10:47:34
ferre - tuli -latum? Eine Vorsilbe (ver) beugen wie ein lateinisches Verb? Wau!

ferre ist ein Verb, war ein Tulb, ist ein Latb gewesen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-10-18, 18:07:35
Ja, hier wirken die Sprachen mit lateinenen Kräften!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-22, 22:34:23
Langsam wird es wieder dunkler und kälter draußen und die Gefahr, sich eine Erkalt einzufangen wird größer. Dann kann man nur noch heiser sprechen, rostige Konsonanten ausstoßen, Vokale - nicht dran zu denken.

Deshalb ein neue Stork zu "sich erkälten". Im Präsens bleibt alles ganz normal, man ist ja erst dabei, sich zu erkälten. Im Präteritum geht's dann los mit der Heiserk und dem Vokalverlust (das Personalpronomen im Akkusativ sei dann auch gleichzeitig direkt mit drangehangen):

1. Sing: rkltmch
2. Sing: rklstch
3. Sing: rklts'ch
1. Plur: rkltn'ns
2. Plur: rklt'tch
3. Plur: rktlns'ch

In Ermalng von Vokalen, weil die Zähne so aufeinander geklommen sind, wie kekünne man den Konjunktiv bilden? Na, ein Gleitlaut wie 'j' wird wohl noch gehen. Also:

1. Sing: rkljtmch
2. Sing: rkljstch
3. Sing: rkljts'ch
1. Plur: rkljtn'ns
2. Plur: rkljt'tch
3. Plur: rktjlns'ch

Imperativ ist naturl:

rklt'tch

Und Partizip II:

rkltn
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-10-22, 23:17:28
Hoho! :D Angesichts dieser löblichen Bemühung, die Aussprache den Möglichkeiten anzupassen, kann man natürlich vrschdopfdd Leuten auch nicht länger zumuten, Nasallaute auszusprechen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 14:02:40
Der Bertl wies eben daraufhin (hier (http://verben.texttheater.de/forum/index.php?topic=2314.msg37976#msg37976)), dass die Verben auf -fizieren ganz schön doof sind. Auch mit dem normalen -ieren-Stork wird nix schönes draus. Das muss was dran getan werden.

Da sind zwei i drin, das braucht kein Mensch, also weg mit einem. Das Ergebnis kann man nicht aussprechen, also Konsonantenverschub, aber diesmal in die andere Rucht: das z nach hinten. Dann noch Ablautreihe i - a - o drauf und fertig ist die Laube.

infizieren - infirzt - infarz - infärze - inforzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-10-28, 14:55:17
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 14:02:40
(...)
infizieren - infirzt - infarz - infärze - inforzen

Das Neutsch im Wiener Becken (bitte sich das auszumalen*) hat hier - soferne es nicht von 'infeisen' ablautet:
'infi(s)zieren/impfi(s)zieren - impfirzt (- impfirz! - impfirzt!) - impfarz - impfürze - impfurzen (Ich zöge es 'impfnur(t)z' und erst recht 'impfurn(t)z' vor.).'
Es stecken 'impfen' und 'den Ärzten etwas pfurzen' drin. Das wird doch wohl genug Recessus narrativus sein. - Außerdem sagen wir, selbst wenn wir un(d)s um Hochthoytsch bemühen, Hambf, Gembf, Sembf und fümbf**. Die 'b-s' dabei sind stimmlose Semifortes.

*Ein schöner Buchtitel von Ernest Bornemann heißt 'Sex im Volksmund'.
**Falls Euch wieder einmal, bei einem Beiselquiz oder anderswo, jemand die depperte Frage stellt, ob es mehr als vier deutsche Wörter gibt, die mit '-nf' enden: 'Gernf' ist ein Fluß in der Schweiz.  
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-10-28, 15:04:48
Aussprechlich schön!

Man kekünne natülr bei solchen Verben auch die lateinischen Stammformen fruchtbar machen. Um dem "Inforzenen" keine Konkurrenz zu machen, sei es an anderen Beispielen monster deoren:

konzipieren - konzep (mit langem e) - konzepten
injizieren - injez (mit langem e) - injekten
redigieren - redeg (mit langem e) - redakten
regieren - rex - rekten
korrigieren - korrex - korrekten
konzedieren - konzess - konzessen
konkurrieren - kon(ku)kurr - konkursen
applaudieren - applaus - applausen
promovieren - promov - promoten
komprimieren - kompress - kompressen
tradieren - trádid - tráditen

usw.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 15:18:15
Wo ich grade schon mal bei -fizieren bin: Der gogogorilla und ich miechen uns vor einiger Zeit mal Gedanken um das englische Gegenstück -ify und kamen zum Schluß, dass dies abtrennenswert und wie fly zu konjugieren sei:

ify mod - ifew mod - ifown mod

Kann man lustig klingende Sätze mit basteln:

If I had ifown my own genes mod, what would I look like now?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2008-10-28, 16:32:45
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 15:18:15
Kann man lustig klingende Sätze mit basteln:
If I had ifown my own genes mod, what would I look like now?

Schon, nur ist 'ifown ... mod' ein Teutonismus, weil das Englische, wenn ich mich nicht täusche, derlei verbale Klammern nicht kennt.

Da gibt es doch den berium..., na halt berühmten Satz Mark Twains ('Die schreckliche deutsche Sprache'):

'Die Koffer waren gepackt, und er reiste, nachdem er seine Mutter und seine Schwestern geküsst und noch ein letztes Mal sein angebetetes Gretchen an sich gedrückt hatte, das, in schlichten weißen Musselin gekleidet und mit einer einzelnen Nachthyazinthe im üppigen braunen Haar, kraftlos die Treppe herabgetaumelt war, immer noch blass von dem Entsetzen und der Aufregung des vorangegangenen Abends, aber voller Sehnsucht, ihren armen schmerzenden Kopf noch einmal an die Brust des Mannes zu legen, den sie mehr als ihr eigenes Leben liebte, ab.'
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 16:42:56
Zitat von: Berthold am 2008-10-28, 16:32:45
Schon, nur ist 'ifown ... mod' ein Teutonismus, weil das Englische, wenn ich mich nicht täusche, derlei verbale Klammern nicht kennt.

Eben drum. Die englische Sprache braucht so etwas auch, da bin ich fest von überziogen.

Zitat
Da gibt es doch den berium..., na halt berühmten Satz Mark Twains ('Die schreckliche deutsche Sprache'):

Oder im Original:

"The trunks being now ready, he DE- after kissing his mother and sisters, and once more pressing to his bosom his adored Gretchen, who, dressed in simple white muslin, with a single tuberose in the ample folds of her rich brown hair, had tottered feebly down the stairs, still pale from the terror and excitement of the past evening, but longing to lay her poor aching head yet once again upon the breast of him whom she loved more dearly than life itself, PARTED."

Hier orr Twain naturl gewaltig, es memüss eigalnt lauten: "The trunks being now ready, he PARTED ... DE."
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:00:30
Im Englischen gips auch noch -ate als Fremdwortand, wie in communicate. Das kann man ebenfalls gut abtrennen und zu allem Überfluss stellt dies sogar schon einen starken Imperfekt dar! Der Stork geht in diesem Falle mal anders: das Präsens wird zu -eat angeglichen, das Partizip wird -eaten (das hat Maggie Sullivan schon bei commemoreat - commemorate - commemoreaten gemachen).

eat communic - ate communic - eaten communic
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-10-28, 17:25:58
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 14:02:40
Der Bertl wies eben daraufhin (hier (http://verben.texttheater.de/forum/index.php?topic=2314.msg37976#msg37976)), dass die Verben auf -fizieren ganz schön doof sind. Auch mit dem normalen -ieren-Stork wird nix schönes draus. Das muss was dran getan werden.

Da sind zwei i drin, das braucht kein Mensch, also weg mit einem. Das Ergebnis kann man nicht aussprechen, also Konsonantenverschub, aber diesmal in die andere Rucht: das z nach hinten. Dann noch Ablautreihe i - a - o drauf und fertig ist die Laube.

infizieren - infirzt - infarz - infärze - inforzen

Supär! Wäre schön, wenn jemand das und das im Folgenden Arerbittene in Form eines kurzen Aufsätzchens (http://verben.texttheater.de/Aufs%C3%A4tze_(Verben)) ins Wiki stülle.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:47:14
Nicht so schnell, bin ja noch gar nicht fertig...

Man kekünne dies Schema noch erweitern auf salmte Verben der Form -iXieren (wobei X für einen Konsonanten oder -cluster steht).

fixieren - firxt - farx - färxe - forxen
intrigieren - intrirgt - intrarg - inträrge - introrgen
defilibrieren - defilirbrt - defilarbr - defilärbre - defilorbren
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-10-28, 17:51:58
Ausjezinchen. Da kekünne man ja so radikale Umwälze wie die Einfuhr eines neuen Symbols - K3 in die Verbenlegende - erwägen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:57:25
...oder auf Verben der Form -VXieren (V = Vokal). Da muss man dann entsprechend andere Ablautreihen verwenden.

taxieren - tarxt - tierx - tierxe - tarxen
sezieren - serzt - sarz - särze - sorzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 18:00:06
Zitat von: Kilian am 2008-10-28, 17:51:58
Ausjezinchen. Da kekünne man ja so radikale Umwälze wie die Einfuhr eines neuen Symbols - K3 in die Verbenlegende - erwägen.

Gute Güte - da habe ich mir aber in zehn Minuten in der Mittagspause was ausgedacht. Wenn das schon solche Umwälze nach sich ziehen soll.  ;)
Na gut, eigalnt habe ich söben den ganzen bisherigen -ieren-Kennjokus umgeschmissen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-10-28, 18:31:31
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:47:14

defilibrieren - defilirbrt - defilarbr - defilärbre - defilorbren

Spass beiseite, muß das nicht defibrillieren heißen? ???
defibrillt -  defibrall - defibrälle - defibrollen
oder defirbillt - defirball - defirbälle - deforbollen

Ihr macht mich ganz bekloppt im Kopp!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-10-28, 18:41:15
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 15:18:15
Wo ich grade schon mal bei -fizieren bin: Der gogogorilla und ich miechen uns vor einiger Zeit mal Gedanken um das englische Gegenstück -ify und kamen zum Schluß, dass dies abtrennenswert und wie fly zu konjugieren sei:

ify mod - ifew mod - ifown mod

Kann man lustig klingende Sätze mit basteln:

If I had ifown my own genes mod, what would I look like now?

Können wir auch an anderer Stelle trennen? Ich fände fy...modi, few...modi und fown...modi einen Tick melodiöser.

Wie geht das bei defy? Einfach fy...de, few...de, fown...de?
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:00:30
Im Englischen gips auch noch -ate als Fremdwortand, wie in communicate. Das kann man ebenfalls gut abtrennen und zu allem Überfluss stellt dies sogar schon einen starken Imperfekt dar! Der Stork geht in diesem Falle mal anders: das Präsens wird zu -eat angeglichen, das Partizip wird -eaten (das hat Maggie Sullivan schon bei commemoreat - commemorate - commemoreaten gemachen).

eat communic - ate communic - eaten communic

Das wiederum finde ich genial! Auch wenn ich mit eat demonstr usw. noch ein wenig inonatorische Probleme habe, solange ich kein Hilfs-e zwischen t und r beim demonstr einfügen darf. Eat demonster, das wäre was!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-10-28, 19:06:23
The Lehman Brothers few digni        (letzte Silbe betonen, sonst klappt es nicht!)
the victims of their crashes:
"and even Blue Chips now, you see,
are worth no more than ashes.

We eat to all the world communic:
fown modi must be values now!
And even if this might seem punic:
we don't know when, nor where, nor how."
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2008-10-28, 19:18:12
Zitat von: amarillo am 2008-10-28, 19:06:23
The Lehman Brothers few digni        (letzte Silbe betonen, sonst klappt es nicht!)
the victims of their crashes:
"and even Blue Chips now, you see,
are worth no more than ashes.

We eat to all the world communic:
fown modi must be values now!
And even if this might seem punic:
we don't know when, nor where, nor how."

Genialisch gut.
Mein Hirn schmiert allerdinx beim Lesen immer abber.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2008-10-28, 19:22:31
Aber echt, hammergeil! Ward je Grammatik so schnell zu Lyrik? ;D

Zitat von: amarillo am 2008-10-28, 18:31:31
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:47:14

defilibrieren - defilirbrt - defilarbr - defilärbre - defilorbren

Spass beiseite, muß das nicht defibrillieren heißen? ???

Aber nicht doch. Kennst du nicht den berühmten Defilibriermarsch der Wampoldsreuther Bibliothekarsinnung?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2008-10-28, 20:02:57
*Haut sich mit der flachen Hand klatschend vor die Stirn...*
Ach, ich Dummerjan, daß ich nicht gleich drauf gekommen bin... :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 20:44:46
amarillo, mach drauß watte willst. War nur als Anrag gedacht und hat ja direkt gefrochten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 20:50:43
Zitat von: amarillo am 2008-10-28, 18:31:31
Spass beiseite, muß das nicht defibrillieren heißen? ???

Nein, mit Nichten. Ich habe doch extra nachgeschuhen: Da (http://www.pflegeundschoenheit.ch/page6.htm) steht was über das "Defilibrieren des Bindegewebes".

defibrillieren - defibrirllt - defibrarll - defibrorllen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 23:42:17
Zitat von: amarillo am 2008-10-28, 19:06:23
The Lehman Brothers few digni        (letzte Silbe betonen, sonst klappt es nicht!)
the victims of their crashes:
"and even Blue Chips now, you see,
are worth no more than ashes.

We eat to all the world communic:
fown modi must be values now!
And even if this might seem punic:
we don't know when, nor where, nor how."


Ich verkukniff es nicht, dieses Meisterwerk Steven Pinker zu senden (mit einigen Erlaurten zur Tmesis naturl). Mal sehen wat der so sacht.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-10-29, 08:51:02
Antwort von Steven Pinker:

Dear Karsten,

Ingenious, and hilarious! Thank you for sharing this latest step in the evolution of the language.

Best,
Steve
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2008-11-07, 13:05:08
Vor Kurzem fiel mir auf, dass unter den 7 offiziellen Ablautreihen die Reihen i-i-o-o-o (glimmen, klimmen) und e-i-o-o-o (schmelzen) fehlen. Nu kurze Zeit später fiel mir auf, woran es liegen könnte; ist es möglich dass das Präteritum von "glimmen" mal "glamm" und jenes von "schmelzen" mal "schmalz" hieß? Und selbst wenn nicht, finde ich diese Formen wesentlich klangvoller (und auch geringfügig logischer) als die bisherigen.
Also:
    glimmen - er glimmt - ich glamm (- wir glummen) - geglommen
    erklimmen - er erklimmt - ich erklamm ( - wir erklummen) - erklommen
    schmelzen - er schmilzt - ich schmalz ( - wir schmulzen) - geschmolzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2008-11-10, 09:54:06
Ein ganz merkwürdiges Verb haben sich die StudiVZ-Macher ausgedacht und sogar als Wortmarke eintragen lassen: gruscheln. (Soll ja angelb eine Kontrahur aus grüßen und kuscheln sein.)
Dieses Verb und auch kuscheln waren bisher ungestorken - das darf naturl nicht sein. Interessanterweise haben beide Storke was mit Bier zu tun, warum auch immer.

gruscheln - grolsch - grölsche - gegrolschen
kuscheln - kolsch - kölsche - gekolschen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2008-12-28, 16:28:26
Ebenfalls noch nicht gestorken ward belichten. Da man dabei immer kräftig lächeln soll, mögen die Formen heißen:

belichten, belacht, belächte, belächten
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2009-01-03, 17:24:47
söben angemolden:
behumsen
behumse, behümst, behümst, behumsen, behumst, behumsen
behams,
behömse,
behomsen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Grinsekater am 2009-02-02, 00:28:01
Dreierlei:

sprorlnk

Unlängst erschien mir ein unvernhuffes neues Verb in mitlautreicher Vergangenheitsgestalt, als ich gerade in einem Brieflein schrald, wie ich auf das morgendlichen Klingeln eines dreieinhalb Stunden vorzeitigen Dehällers reagor: ,,Ich sprorlnk aus dem Bett [. . .]"

Erkannt? Das will ein Springen-stolpern-Hybrid sein (und so war es, glaubet mir), dessen Restkennjokus noch zu finden wäre. Doch zuvor: Haben wir schon irgendwo einen Platz für solche Doppelverben?

Zurück zum con-gratin:
sprirnkeln - sprarlnk - sprärlnke - sprirlnk! - gnäsprorlnk
(Das a macht sich in der Lautreihe farblich besser, scheint mir. Und ja, ich mag Bertls gnä.)

einwikeln

Noch ein neues Verb (hier werden ja eigelnt neue Storke gestrickt, bin ich falsch?) inklusive starken Formen. Wieviel schöner als ,,wikifizieren" klingglöckchenklingelingelingelt doch ,,einwikeln"! Nicht? Ich störke es analog ,,einwickeln":
einwikeln - walk ein - wälke ein - wilk ein! - eingnäwulk

jochgezogen

Schon einmal in diesem Faden als verrockenes Partizip zu ,,jauchzen" vorgnäschlag, gab es bislang kein Pheeto dagegen. Doch wie läßt sich das einwikeln, da ,,jauchzen" ja bereits einem anderen Kennjokus folgt, nur das Alternativpartizip verrocken wäre?


Nachtrag: Neue Wörter kommen in ,,Wörter", habe ich gelernt (http://verben.texttheater.de/forum/index.php?topic=2380.msg39403#msg39403).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-02-02, 18:58:50
Zitat von: Grinsekater am 2009-02-02, 00:28:01
(...)
a) sprirnkeln - sprarlnk - sprärlnke - sprirlnk! - gnäsprorlnk
b) (... Und ja, ich mag Bertls gnä.)
c)einwikeln (...)

a) Noch Manns genug, macht auch ein Stolpern nix. Je älter aber, desto mehr tritt hier wohl das Pinkeln hervor.

b) Da frelakäu ich mich, Mussi Grinsekater!
Wisse/Wißt noch, daß ich, am häufigsten einen Frühsommer lang (doch auch noch später), vorwiegend Damen unserer zwei Studentenheime mit 'Meinen unterthänigsten Gruß!' begroß. Als mich dann einmal ein Herr auf die Antwort 'Halt er sein Maul!' hinwies, sank meine Freude.

c) Das erinnert mich an den Songtext eines unserer Mitarbeiter, der auch der Professoren nicht schun und viele unserer Namen einflocht (auch in Verben) - etwa, am Anfang, den Herwig W. und, am Ende, den St. Schm.:

'Laß di näd einwiggerln.
(...)' (Ich versuche, die letzten vier Zeilen zu rekonstruieren)
'Bleib phantasievoll,
schau nicht nur aufs Geld.
Es gibt ohnehin genug
Schmutz auf der Welt.'





Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2009-02-21, 09:15:13
Hallo miteinander,

Schäff, seit's die neue Verbenseite gibt, kann ich keine neuen Storke mehr eintragen, zur Hülf! Dann muss ich's halt hieher schreiben:

entrümpeln - entrumpelt - entrialmp - entriälmpe - entrumple - entrialmpen (D1K)

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2009-02-21, 10:24:53
Zu dem Verb scheint mir noch die Grundform
rümpeln (Möbel und ähnliches rumräumen)
zu fehlen, die entsprechend zu flektieren wäre. Außerdem
einrümpeln eine Studentenbude mit Sperrmüllmöbeln etc. einrichten
aufrümpeln die Ausstattung mit derartigem verbessern
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-24, 19:09:05
So, ich muß jetzt mal was loswerden: Der Stork jener Verben, wo über einen Doppelkonsonantenstamm verfügen - klappern -->klorpp etc., will mir so gar nicht ins phonetische Kalkül passen, da man ja akustisch eh nix von jenen Doppelkonsonanten hat. Dem gehört Abhilfe verornden! Ich gebe erst mal ein paar Beispiele meiner Idee, den theoretischen Über- und Unterbau schneide ich mir eventuell später aus den Rippen - ok?

schlabbern - schlabirb(s)t - schlabarb - schlabärbe - schlababel ! - schlaborben
knuddeln - knudild(s)t - knuduld - knudülde - knududel ! - knudalden
sonnen - sonin(s)t - sonon - sonöne - sonone ! - sonunen
klettern - kletir(s)t - kletart - kletärte - kleteter ! - kleterten
trippeln - tripilp(s)t - tripalp - tripälpe - tripepel ! - tripielpen
plärren - plärir(s)t - plärur - plärüre - plärerl ! - pläroren
küssen - küsi(s)t - küsas - küsäse - küsüse ! - küsesen
klöppeln - klöpilp(s)t - klöpalp - klöpälpe - klöpapel ! - klöpilpen

Ich glaube, daß ihr bereits das Prinzip erkonnen habt, deshalb spare ich mir weitere Konstruktionsanweisungen.
Falls Ihr Fragen zu den seltsamen Imperativen habt, stellt sie bitte nicht mir! Mit Verweis auf den streng-eleganten, harmonisch ausgewogenen Ablaut-Vokalismus verbleibe ich mit freundlichen Grüßen...

Ach ja, ich nenne das die Konjugation der Stamm-Endkonsonanten-Aufspaltung, aber Ihr könnt das meinetwegen auch Flocki, Schnurps oder Adele nennen, ganz nach Belieben, mir ist das egal.   

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: VerbOrg am 2009-03-24, 20:22:02
Sonone Dich in meinem Lob für diese Idee. Das klingt mal nach was!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-03-24, 21:43:05
Au ja, gefällt mir ausgesprochen gut (ausgeschrieben auch)!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-03-24, 22:11:31
Die steinalten Scheminaten, ja schau dich an!

Und manch gut urales Verb kekünne dann doch auch in c+k zerfallen, oder? Das 'c' ist im Deutschen ja sonst eh eher ein Knecht.
Ich nehme als Beispiel unsere Art zu arbeiten: hackeln - gleich spöle dann so was Türkisches herein:
hacilk(s)t - hacalk - hacälke (oder. hacülke, hacälken) - hacakel! (für Sänger auch: hacakehl!) - haculken (bzw. haculnk).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-25, 10:18:34
Ich habe das mal auf seine Alltagstulg hin überproofen, und dabei ist das Folgende herausgekommen.

Am Baum schnuporp einst Max der Dackel,
sinan dabei. "wenn ich jetzt wackel
schwanzös und Tröpfchen noch pilärle
und frech belöle an der Erle,
dies überziug die Püd'lin Wanda,
die gerade noch mit jenem Mann da
so stolz an mir vorbei renon
und dabei nicht kläfuf 'nen Ton?"
Doch er lasas den Plan schnell sinkeln
und besanan sich schlicht aufs Pinkeln.
Sprach zu sich: "Ach, stopope bloß,
die Wanda ist dir eh zu groß!"

@Bertl

das mit dem ck ist klasse, der türkische Tatsch macht wirklich waß her! In einigen Fällen finde ich diese Konjugate hübsch italienisch (sonone) oder gar finnisch (sonunen, wenn auch nicht auf der ersten Silbe betonen, wie es das Finnische erfrürde) klingend, aber dieser kleinasiatische Einschlage gefällt. Nur: wie spreche ich das c? Als k, um die alte Lautung zu erhalten? Als stimmloses s, als tsch, unterscheide ich jeweils im Hinblick auf den nachfolgenden Vokal?

Ich glaube es wird bald waß mit unserer ISO-lation! ;)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-03-25, 10:56:52

Ich hätüte jenes 'c' ja einfach 'tß' ausgespronch.
Aber daß es vor 'ä', den 'e-s', den 'i-s', den 'ö-s' und vielleicht auch den 'ü-s' zu 'tsch' werden kekünne (bei Verben wie 'eggen' sogar 'dz'/'dj'?), das, Fixlaudonnocheinmal, wäre ja noch besser. Tät ich halt meinen.   
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-03-25, 10:58:41
Laut Wikipädie (http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkische_Sprache#Besonderheiten_bei_der_Aussprache) spricht sich das c im Türkischen [dʒ] wie in Dschungel. So krächten wir den türkischen Tatsch am deutlichsten.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2009-03-25, 11:41:22
Eine hervorragende Idee.

Sie wäre analog auch auf tz anzuwenden:

glitzern, glitirzt, glitarz, glitärze, glitizir!, glitorzen
kitzeln, kitilzt, kitalz, kitälze, kitizil!, kitolzen
frotzeln, frotilzt, frotulz, frotülze, frotozol!, frotolzen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-03-25, 12:48:28
Geilgeilgeil. :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-25, 15:30:08
Eigelnt ist das auf jegliches Zweierkombinat von Konsonanten vor der And anzuwenden (falls man das überhaupt will):

balgen - balig(s)t - balag - baläge - balagal! - balogen
wirken - wirik(s)t - wirak - wiräke - wirake! - wirieken
herrschen - herrisch(s)t - herrasch - herräsche - hirrisch! - herreschen

und so weiter und so fort, wenn es mal nicht zu viel wewörd.

Bei den Ablauten hatte ich schon ein recht regelhaftes Bild vor Augen; ich gebe jetzt mal nur Stammvokal (.), Imperfekt, Konj. II und Partizip Perf. wieder:

(a) --> a - ä - o
(e) --> a - ä - e (und zwar lang und dmzflg. betont)
(i) --> a - ä - ie
(o) --> o - ö - u
(u) --> u - ü - a
(ä) --> u - ü - o
(ü) --> a - ä - e
(ö) --> a - ä - i
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2009-03-25, 16:27:03
Besonders sinnvoll ist es allerdings nur da, wo die Kombination der Buchstaben sonst phonetisch keinen Sinn ergibt, wie eben dann, wenn Doppelkonsonanten hinter einen verschobenen Konsonanten treten. Ein anderer Fall wäre, wenn der verschobene Konsonant sonst mit einem Gleichartigen zusammentrifft:

fördern,, forord, förörde, förödör!, fororden
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-25, 17:39:48
Na, nun läuft das ja alles etwas aus dem Ruder; der Stammvokal - in Deinem Beispiel Umlaut ö - bleibt naturl erhalten:

förard - förärde - förödör (warum nicht, klingt ja immerhin nach Ungarn) - förirden.

Aber wie schon gesugen: ob das alles nötig ist? Eigelnt reicht es doch bei Doppelkonsonanten (zwei gleichen), ck und evtl. tz. Wir wollen ja nicht gleich übertreiben. Auf eine gewisse Vokalharmonie läge ich schon Wert, wie die aussieht, kann ja jeder für sich entscheiden, aber immer nur Schema f klingt langweilig.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-03-25, 19:17:07
Mein Beitrag ward verschlungen. Falsches Knöpferl, offenbar. -
Struieren mag ich den kon nicht re. Ich weise jetzt nur auf die Verben mit '-pf-' hin. (Affrikaten-Zerriß* wie bei '-tz-').
Allerdings beschrönke ich mich dabei auf '-pfeln' und '-pfern', auf das die Sache - so amarillo - nicht etwas aus dem Ruder laufe.
- Doch halt, 'tätscheln' ginge natchlur schon. - Und bei 'quatschen' pieße die Full.

*Divulsio affricatarum - - - und (siehe amarillos früheste Beispiele: #428) Divulsio geminatarum 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Agricola am 2009-03-25, 19:34:51
Nur nötig ist es bei pf, tsch u.ä. nicht, weil die Konsonanten in "taltsch" oder "golpf" ohne Schwierigkeiten ausgesprochen werden können. Bei "fördern" müssten man schon auf Konstrukte wie "frord" zurückgreifen, da finde ich "forord" schon eleganter. Eher nicht "förord", da der Umlaut im Präsens schon eine Veränderung des ursprünglichen Stamm-o-s ist, das wird im Praeteritum wieder rückgängig gemacht.

Auch im Lateinischen gehen die Vokale bei den Reduplikationen nicht alle nach einer festen Regel, sondern manchmal durchaus überraschend:

parco - peperci
cano - cecini
pulso - pepuli
sto - steti
consto - constiti
curro - cucurri
posco - poposci
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-25, 20:02:19
Zitat von: Agricola am 2009-03-25, 19:34:51
Nur nötig ist es bei pf, tsch u.ä. nicht, weil die Konsonanten in "taltsch" oder "golpf" ohne Schwierigkeiten ausgesprochen werden können.

Sehe ich auch so, aber völlig undogmatisch. Wer pf und tsch und alles andere so stärken will - bittschön, nix dagegen.

Zitat von: Agricola am 2009-03-25, 19:34:51
Eher nicht "förord", da der Umlaut im Präsens schon eine Veränderung des ursprünglichen Stamm-o-s ist, das wird im Praeteritum wieder rückgängig gemacht.

Hatte ich auch gar nicht geschrieben, sondern 'förard',  gemäß der Ablautempfehlung. Das mit dem veränderten Stamm-o im Präsens habe ich weder verstanden (bitte nicht erklären!), noch jucukt es mich, ich behalte das ö bei - zack!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2009-03-25, 21:32:32
Jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Ersma: amarillo, schöne Idee!

Die Doppelkonsonanten, die beim Konsonantenverschub so unnütz am Ende rumstehen versooch ich ja auch vor geraumer Zeit mal durch Nasalisur plus Reduplikot los zu werden (babbeln -> babulmb ö.ä. - bin zu faul das jetzt wieder rauszusuchen).

Letztalnd ist das Problem ja eher ein schrulftes: der Doppelkonsonant und auch das ck zeigen an, dass der vorangehende Vokal kurz gesprochen wird, an der Aussprache des Konsonantens selber ändert sich gar nix.

amarillos Methode gibt einem die Molg, den Stork, der durch Konsonantenverschub und Konsonantendulpup uneindeutig geworden ist, wieder klar zu machen.

Schönes Beispiel aus dem "Kurzen Prozess": "Trinck deine Tränen", so heißt es dort. Gumien ist nicht der Imperativ zu trinken, sondern zu trocknen. Das ist aber nur im Schriftbild erkennbar. (Trotzdem ist die Doppeldaut naturl sehr witzig.) "Trincik deine Tränen" - jo, das hat was!

Zu den anderen Vorschlägen sag ich nur: Nö!

tz, rd usw sind keine Konsonantenverdulpupe, sind aussprechbar - alles OK. Warum da noch irgendwelche Vokale reinpressen? Da kekünne ich ja auch gleich hingehen und zwischen jeden Diphthong noch ein k oder ein f reinpressen, nur weil das zufällig meine Initialen sind und ich gerade Bock drauf habe.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-03-25, 23:45:38
Zitat von: Fleischers Karsten am 2009-03-25, 21:32:32amarillos Methode gibt einem die Molg, den Stork, der durch Konsonantenverschub und Konsonantendulpup uneindeutig geworden ist, wieder klar zu machen.

Das gibt uns findich einen gutes Kriterium an die Hand, welchen Verben wir amarillos Idee tatsächlich listenreich angedeihen lassen wollen: Wir kekünnen dies Pi mal Daumen bei durch Konsonantenverschub "unorthografisch" gewordenen Doppelkonsonanten machen, also z.B. nicht bei sonnen, küssen, plärren, wohl aber bei schlabbern, knuddeln, klettern, trippeln, klöppeln... Das wäre auch eine salomonische Lösung des Disputs darum, ob man z.B. flortt schreiben darf oder besser flort daraus mieche (ich erinnere mich, ihn mehrfach auf der Seite der Doppelkonsonantstehenlassbefürworter gefochten zu haben - aber nicht mehr, mit wem).
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-26, 07:28:51
Zitat von: Kilian am 2009-03-25, 23:45:38
... Das wäre auch eine salomonische Lösung des Disputs darum, ob man z.B. flortt schreiben darf oder besser flort daraus mieche (ich erinnere mich, ihn mehrfach auf der Seite der Doppelkonsonantstehenlassbefürworter gefochten zu haben - aber nicht mehr, mit wem).

Wahrhaft salomonisch, so soll es geschehen!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2009-03-26, 08:46:20
Hallo miteinander,

ich wäre ja auch noch für die Aufnunft der Coniugatio turkica für Verben auf -cke[lr]n. Ansonsten gehe ich voll d'accord mit Kilian. Und, da ich leider verabsäumte, mich zeitnah zu äußern, möchte ich nun Amarillens Verdienst gebührend preisen: Tolle Idee.

Liebe Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-26, 09:29:39
Zitat von: AmelieZapf am 2009-03-26, 08:46:20
Und, da ich leider verabsäumte, mich zeitnah zu äußern, möchte ich nun Amarillens Verdienst gebührend preisen: Tolle Idee.

Meine Güte, habenses etwas kleiner? Ich werde schamultraviolett *blush*
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: öleule am 2009-03-26, 10:37:10
Sagt mal, macht ihr das öfter - dieses Preisen? :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2009-03-26, 11:11:02
Nein, das machen die nur bei mir, ich bestehe darauf! Ruhmesgier, Rampengeilheit, Egozentrik, vermorndenes Selbstwertgefühl, Sublimatur, schwere Kindheit, unbefradogener Wunsch, die Mutti zu ehelichen und den Vati abzumurksen (oder auch umgekohren)... nenn' es wie Du willst, Hauptsache, der Applaus knattert los! ;D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2009-03-26, 11:16:33
Hallo miteinander,

Zitat von: öleule am 2009-03-26, 10:37:10
Sagt mal, macht ihr das öfter - dieses Preisen? :D

"Preisen" ist i.ü. ein lustiges Verb, das über die Jahrhunderte ganz gegen den Trend an Stärke gewann. Frühneuhochdeutsch hieß es noch allermeist preisete - gepreiset (Lutherbibel!), heute i.a.R. pries - gepriesen.

Außerdem sesülle gerne mehr gepriesen werden, es ist Balsam für unsere geschundenen Seelchen.

Liebe Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-03-27, 12:42:16
Zitat von: amarillo am 2009-03-26, 07:28:51
Zitat von: Kilian am 2009-03-25, 23:45:38
... Das wäre auch eine salomonische Lösung des Disputs darum, ob man z.B. flortt schreiben darf oder besser flort daraus mieche (ich erinnere mich, ihn mehrfach auf der Seite der Doppelkonsonantstehenlassbefürworter gefochten zu haben - aber nicht mehr, mit wem).

Wahrhaft salomonisch, so soll es geschehen!

Von nebenan (http://verben.texttheater.de/forum/index.php?topic=2539.0) dringt die Kunde, dass in manchem Dialekt auch in solchen Fällen der Doppelkonsonant am Ende die Aussprache ändern kann. Hier böte sich also weitere Vielfalt an: Ein paar Verben so lassen und womolg bairisch aussprechen, ein paar mit Vokalverdopplung verprachten. Wäre 'n Molg. Ich habe gerade keine Zeit für großartige Änderungen an der Großen Liste, wer mag, kann ja schon mal ohne mich anfangen. :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Günter Gans am 2009-03-29, 09:34:14
Zitat von: amarillo am 2009-03-24, 19:09:05
So, ich muß jetzt mal was loswerden:

schlabbern - schlabirb(s)t - schlabarb - schlabärbe - schlababel ! - schlaborben
knuddeln - knudild(s)t - knuduld - knudülde - knududel ! - knudalden
sonnen - sonin(s)t - sonon - sonöne - sonone ! - sonunen
klettern - kletir(s)t - kletart - kletärte - kleteter ! - kleterten
trippeln - tripilp(s)t - tripalp - tripälpe - tripepel ! - tripielpen
plärren - plärir(s)t - plärur - plärüre - plärerl ! - pläroren
küssen - küsi(s)t - küsas - küsäse - küsüse ! - küsesen
klöppeln - klöpilp(s)t - klöpalp - klöpälpe - klöpapel ! - klöpilpen

Ich glaube, daß ihr bereits das Prinzip erkonnen habt, deshalb spare ich mir weitere Konstruktionsanweisungen.
Falls Ihr Fragen zu den seltsamen Imperativen habt, stellt sie bitte nicht mir! Mit Verweis auf den streng-eleganten, harmonisch ausgewogenen Ablaut-Vokalismus verbleibe ich mit freundlichen Grüßen...

Ach ja, ich nenne das die Konjugation der Stamm-Endkonsonanten-Aufspaltung, aber Ihr könnt das meinetwegen auch Flocki, Schnurps oder Adele nennen, ganz nach Belieben, mir ist das egal.   


Muss ich mich erst noch dran gewöhnen. Klasse!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Fleischers Karsten am 2009-04-06, 09:43:24
Zitat von: Fleischers Karsten am 2008-10-28, 17:00:30
Im Englischen gips auch noch -ate als Fremdwortand, wie in communicate. Das kann man ebenfalls gut abtrennen und zu allem Überfluss stellt dies sogar schon einen starken Imperfekt dar! Der Stork geht in diesem Falle mal anders: das Präsens wird zu -eat angeglichen, das Partizip wird -eaten (das hat Maggie Sullivan schon bei commemoreat - commemorate - commemoreaten gemachen).

eat communic - ate communic - eaten communic

Beim "Language Log" starlp ich grade über den Artikel "scuba dove?" (http://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?p=1296). Da steht:

The past tense for fellate (the act of performing fellatio) is fellated.

So geht's ja mal gar nicht! fell und ate sind beide Imperfekt, also muss wie folgt konjugoren werden:

eat fall - ate fell - eaten fallen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2009-04-06, 14:04:56
Hallo Karsten,

Zitat von: Fleischers Karsten am 2009-04-06, 09:43:24
The past tense for fellate (the act of performing fellatio) is fellated.

So geht's ja mal gar nicht! fell und ate sind beide Imperfekt, also muss wie folgt konjugoren werden:

eat fall - ate fell - eaten fallen

Das passt gut mit der Tätigkeit des Cunnilingierens zusammen, die ja im Englischen umgangsspralch als "eat pussy" bezeichnet wird. Vermutlich war "fall" einmal ein Wort seemännischen Ursprungs für das männliche Geschlechtsteil, vielleicht wegen der Dickenähnlichkeit mit dem ebenfalls als "Fall" bezinchenen Tau, das zum Aufziehen und Herablassen der Segel dient (na gut, kommt auf die Größe des Segelschiffes an).

Dann memüsse man "eat pussy" konjugieren als: eat pussy - ate pussied - eaten pussied.

Stärken kann man das auch gleich noch: eat pussy - ate pussaw - eaten pusseen.

SCNR, Liebe Grüße,

Amy

Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-26, 12:30:58
prophezeien --> [prophetsein]
---> Ich bin Prophet, du bist Prophet, ...
Sei mir Prophet, was als Nächstes geschehen werde!
Die Zigeunerin war mir Prophet eines schröcklichen Unglückes.



bei untmetischem Storke memüsse dann das eventuell[!] assimilorene t des Propheten den vordersten Konsonanten von "sein" erhärten.
prophezein

ich prophepinwir prophezind
du prophepistihr prophezeit
man prophetistsie prophezind

ich prophefarwir prophefaren
du prophefarstihr prophefart
man prophefarsie prophefaren
Imperativ: Prophezei!
Partizip Perfekt: prophekewesen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-05-26, 16:07:24
Sehr schön! :D
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-05-26, 17:01:06
Lieber Übertreiber!

a) Bitte, denk nicht, ich schniülffe Dir andauernd hinterher. Du bist jedoch einer der wägnen, die derzeit bei den Verben kreativ unterwegs sind. Da es mir einmal ein wägn verronck erschien, Verbklasse auf Verbklasse hervorzuholen, nahm ich dazu ein wagn Abstand. Hier aber - entschuldige das, bitte - muß ich auch wieder einmal einsteigen.

b) Das mit 'prophezeien' gefällt mir ungemein. 'Ungedein', memüsse ich fast schreiben. - Ich beziehe mich auf meinen Aufsatz 'ein voller Sack', wenn ich für Gegenwart und Imperativ (2. P. Plural: -zeid; dies auch für 2. P. Plural, Indik.) die Ortografie 'ich profepin ...' vorschlage. Das ist ja ein Vorgang in der Gegenwart, der sich gar auf die Zukunft bezieht.
Bei 'prophephar' aber ließe ich orthographisch das Vergangene stärker zum Ausdruck kommen.
Der Konjunktiv 1 ginge natürlich auch: Ich profezei(e), du profezei(e)st ... Letzten Endes hat der Konjunktiv 1 ja den Indikativ Praesens verdrongen - wie bei den untigen 'Verba cum pulso intervocale'.
Der Konjunktiv 2 hieße natchlur: prophephäre, prophephärest ...
Das Futur ist klar: profeferde, profefirst. Dazu gibt es auch Formen eines Konjunktiv 1. (Infinitiv: profeferden.) Benützbar wäre das für das Passiv.
Denkbar ist auch: prophephurde ... / profefürde - je nach Satz auch prophephürde
prophephorden
Statt 'prophekewesen' sähe ich lieber: prophephesen.

c) Nun aber die Verba cum pulso intervocale - mit Stoß zwischen zwei Vokalen.
Hierzu gehört vor allem 'zeihen'. Nicht unmöglich wären jedoch auch andere Verben der Reimklasse '-eihen'. (-> 'Duramen Uebertreiberi')
Dabei haben Formen des Konjunktivs 1 den alten Indikativ zurückgedrongen. Den Konjunktiv 1 'zeihe, zeihest, ... zeihen, zeihet' spricht man wohl 'tsai-ə' aus. Die ältere Aussprache ist jedoch
'tsai-‛ə (noch älter: zeihei - spr. tsai-‛ai: siehe unten) - mit Kehlkopfknackser zwischen zwei Vokalen. Und das ist typisch für die historischen (para-, pata-, trara- oder plagiohistorisch - in Wien -histurisch) Formen des Praesens:
pihin (mit dem 'Duramen Uebetreiberi' im Anlaut), pihist, zihist, zihind, zeiheit, zihind
Gesprochen werd diese 'h' als Kehlkopfknackser: pi-‛in, pi-‛st ...
Imperative: zeihei! zeiheid! (spr. zei-‛ei! zei-‛eid)
'Histurisches' Praeteritum: fahar (spr. fa-‛ar), faharst (spr. fa-‛arst) ...
'Histurischer' Konjunktiv 2: fähäre (spr. fä‛-äre) ...
Partizip 1: zeiheiend (spr. zei-‛eiend)
Partizip 2: fehesen (spr. fe-‛esen) (bzw. fehenz - spr. fe-‛enz)

Mochlg sind auch feherde (spr. fe‛erde), fuhurde (spr. fu‛urde) und fühürde (fü‛ürde).






 






 
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-27, 12:09:07
Bester Berthold!

a) Wenig bereitt mir weniger Ärgernisses, derweil doch gerade der Ausgeklolgenste Unsinn erst im Zwie- und Trigespräche entsteht.

b) In der Tat stoll ich, nachdem den Stork niedergeschrieben, gewisse Ähnlächke zu eben jenem Aufsatze fest, jedoch will ich dir kurz darlegen, aufwesgrund ich mich für das f entschied.
Bekalennt ist das als F gesprochene PH eine durch das h implizorene Erwich des Ps. Der F-Laut in "prophefesen" (Gern ich gebe zu, dass die des GEs lose Version besser klingt) entstund jedoch weniger durch Erwich eines Ps, denn durch Erhart eines Ws*, im Deutschen einer Variante des Vs. (s. "Fünf vs. fünv und vünv) Ob man es nun deiner "Zeit- und Tempusgemäßen Orthographie und Ortografie" anpässt, obliegt naturl einem Jedenselbst.

c.1) Und wieder verlor ich den Überblick. Dieser sogenannte "Kehlkopfknacker" -- darf ich ihn mir als ein stark nach hinten geratschenes**, geradezu verschlackenes** K vorstellen, wofür ich eventüll die Schrieb "kh" vorschlüge? Dann verwöndre es mich aller Dings, dass sich dieses nicht etwa zu einem Achlaut verschliffen hätte, was zu Mindest MUSEN der natürlichere Vorgang wesen wäre. Demnach sprüchen sich nalm dieses "zeihen" und das "fahren" heutzutage als "zeichen" und "fachren" (Aussprache ähnlich der Katachrese) aus.

ich zeiche, wir zeichenich zieh, wir ziehen
du zeichst, ihr zeichtdu ziehst, ihr zieht
man zeicht, sie zeichenman zieh, sie ziehen
Wer sich frägt, wo dieser Rest des Kehlkopfknacksers im Präteritum hin ist, sei dessen eronnorn, welcher Anstrang es bedarf, nach einem langen ie oder u noch ein sanftes CH artizukulieren; dem heutigen Menschen fiehlt für solches einfach die Lust und die Zeit

c.2) So sehr mich das Duram Uebertreiberi doch iehrt -- worum handelt es sich dabei? Um die Anlautverhart im untmetisch-unregelgemäßen Bug von prophezeien? Und woher nimmst du dieses Verb "pihin" / "pikhin"? Wieder einmal ward mir geziegen, wie viel zu lernen ich noch habe. :D



*Erhart von W (1213 -- 12??): berohmener Ritter unbekannter Abkunft; lebte entweder in Weißwasser oder in Würzburg oder in Weimar.
**U-Steigreihe: rutschen - ich rutscht, er rütscht - ich rotsch, er rotsch - ich rötsche, er rötsche - geratschen
analog schlucken
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-05-27, 16:27:44
Lieber Übertreiber!

Dieser Kehlkopfknackser ist keinem kh ähnlich, sondern nix anderes als der harte Stimmeinsatz bei vokalisch anlautenden Worten des Hochdeutschen. Unser Affe beginnt mit ’Af.
Für Russen und andere Slawen (mit weichem Vokaleinsatz), liest man da und dort, hört sich der vokalische Einsatz des Deutschen sehr hart an - und die Kärntner Slowenen sprechen krt, den Maulwurf, als ’rt .
In Wien wird man kaum so einen harten Einsatz wie das Hochdeutsche verwenden.
Es gibt auch eine Meinung, daß der Spiritus lenis des Altgriechischen diesen Laut - diese Vorbereitung eines Lautes - mien.

Ich dachte nun, daß es auch einmal schön wäre, stünde der Laut im Wortinneren, zwischen zwei - gleichen oder vielleicht auch nicht gleichen - Vokalen. Das ergäbe z.T. eine Silbe mehr. - Mehr will ich dazu nicht mehr herschreiben.

'Duramen Uebertreiberi' ist die Hart (Härtung) des Anfangskonsonanten (der ja hier gar nicht am Anfang steht) bei, z.B., profepin, prophepharst/prophefarst - oder eben (da steht sie warchlk am Anfang) pihist oder faharst. Die Vokale stell ich mir hier kurz vor, aber sozusagen als Geminaten.
Die Orthographie prophepharst erschien mir einfach wilder & altertümelnder als prophefarst. Jenes zog ich diesem vor, weil mir diese Schreibweise wächgter war als daß uns ein Wort wie in der Schule zumlörm: 'Schau her, das f habe ich, weil sich da ein w schorf und stimmlos ward. Nicht vom p(hhh) kommt's.' Nicht alle Wörter verweisen derart auf Teile ihrer Etymogelei. Da kann sich doch geradeso die f-Schreibweise homogenisieren.
   



Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2009-05-27, 20:36:17
Der Interessorene sehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_glottaler_Plosiv .

ZitatIch dachte nun, daß es auch einmal schön wäre, stünde der Laut im Wortinneren, zwischen zwei - gleichen oder vielleicht auch nicht gleichen - Vokalen.

Abgesehen von Morphemgrenzen nach Vokal - ver'ändern - und bei besonders sorxamer Aussprache auch nach Konsonant - ent'erben - will mir gerade immerhin ein Präzedenzfall in den Sinn kommen, der aber nicht mit h geschrieben wird: A'a.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-28, 11:32:34
Zitat von: Kilian am 2009-05-27, 20:36:17
Der Interessorene sehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_glottaler_Plosiv .

Gut, jetzt erlücht es sich mir langsamlich -- und "Glottischlag" klingt auch noch herrlich unernst, geradezu putzig.
Das Duramen entsteht jedoch nicht spontan, sondern jendes in "prophepin" ging aus dem assimilorenen t des Propheten hervor, der verschwindend den anderen Vokal erhirt.
Übrigens giebt es, im selben Beispiele, auch die analoge Erwich, wobei ein eventüller weicher Konsonant von "sein" das t schwicht.
Präsens: ich prophedin, du prophedist, er prophetist (hier giebt es keinen weichen Konsonanten, ergo keine Erwich)
Präteritum: ich prophedar / propheduar (letzeres, wenn das w nur halb assimiloren wird)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-05-28, 12:09:55
Zitat von: Kilian am 2009-05-27, 20:36:17
Der Interessorene sehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_glottaler_Plosiv .

ZitatIch dachte nun, daß es auch einmal schön wäre, stünde der Laut im Wortinneren, zwischen zwei - gleichen oder vielleicht auch nicht gleichen - Vokalen.

Abgesehen von Morphemgrenzen nach Vokal - ver'ändern - und bei besonders sorxamer Aussprache auch nach Konsonant - ent'erben - will mir gerade immerhin ein Präzedenzfall in den Sinn kommen, der aber nicht mit h geschrieben wird: A'a.

Von der österreichischen Umgangssprache her läßt sich so etwas schwer einschätzen. So wird Dehnungs-h z.T. ausgespronch: die 'Ehe' heißt oft Ee-he - gerade, wenn man sich ums korrekte Deutsch bemüht. Unser lieber ehemaliger Bundespräsident, Franz Jonas (Schriftsetzer vom ernloren Beruf), wunsch in seiner Neujahrsansprache den Menschen eine ruu-hi-ge Zeit. Er hätte auch Ruu-he gasank.
Von solchen Beispielen ausgehend, darf ich mir als Österreicher beim Ringen ums Hochdeutsch den anderen Fehler leisten, nämlich Ee-’ə, ruu-’ik (nicht mit dem ich-ch am Ende) und Ruu-’ə zu sagen - oder zu denken.
- Na, dann bin ich aber eh schon dort, wo ich hinwewull.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-28, 13:23:51
Tatsalch? Das H sehe ich eher als das genaue Gegenteil des Glottischlags, nalm eine behochene, weiche Aussprache, siehe Haus vs. aus, Hand vs. Antwort, ver-ändern vs. verhandeln. Vielleicht wäre zur Kennzich, wenn nötig, ein Zeichen wie ', ´ oder ` angebrachter.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-05-28, 13:58:41
Zitat von: Übertreiber am 2009-05-28, 11:32:34

Präsens: ich prophedin, du prophedist, er prophetist (hier giebt es keinen weichen Konsonanten, ergo keine Erwich)
Präteritum: ich prophedar / propheduar (letzeres, wenn das w nur halb assimiloren wird)

Na schön. Das ist ja auch ein bisserl ein anderer Kennjokus. - Bei 'durch die Wüste gehen' (dromedein) kekünne es da auch heißen:

Ich dromedin, du dromedist, er drometist ... // ich/er ... dromedar, du dromedarst ...

Bei uns am Institut sei eine Nische
- so heißt's - für Angler, für das Zeichen Fische,
für Forscher, die als Kind schon Netzchen schwangen,
um Wasserflöhe, Molche einzufangen;
für Aquarianer, die, ein wagn nüchtern,
sich Geld verdonen unter Diskuszüchtern.

Viel öfters traf ich hier auf Pilgerscharen,
die, Frost und Glut bejammernd, dromedaren.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-29, 10:11:13
Droˈmed <n.> kamelartiges Huftier mit einem halben Höcker | [!] Der Augmentativ zu Dromed lautet: Dromedar
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-05-29, 15:10:55
Du schriebst es - so ist es!

Beim Herrscher der Pelikane, dem Pelikhan (auch Peli(k)chan), ist gar nur ein rauhes, tirolisch-lakotensisches 'kh' augmentativ kennzeichnend. Solch Vogel braucht auch nicht selber zu schwimmen, sondern wird im Pelikahn übers Wasser gischumpf. Howgh!
Das Peli, die Pelien (Pelis) kekünnen die Jungvögel oder die Diener des Pelikhans sein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-05-29, 18:04:49
Wobei ich mir "Pelis" doch für die Gesamtheit aller Pelikane einer Kolonie aufhöbe, ahln wie "der Bien" für die gesamten Bienen eines Staates steht.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-06-03, 11:45:57
Zitat von: Übertreiber am 2009-05-29, 18:04:49
Wobei ich mir "Pelis" doch für die Gesamtheit aller Pelikane einer Kolonie aufhöbe, ahln wie "der Bien" für die gesamten Bienen eines Staates steht.

Bei 'der Bien' hast Du die Märchenbrüder auf Deiner Seite:
'BIEN, m. wetterauisch, der bienenstock, bienenschwarm.'
Die Wetterau liegt - ein Satz für Nichtdeutsche - in Hessen.
Weil aber der Mann bei den Bienen gar so ein Armitschkerl ist, überschliefe ich's gerne. (Das Gebien? ...)

Bei den Pelikanen gibt's natchlur noch die Pelikänin, die Pelikhänin (Peli(k)chänin) und die Pelikhänessin.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2009-06-03, 13:12:06
Zitat von: Berthold am 2009-06-03, 11:45:57
Bei den Pelikanen gibt's natchlur noch die Pelikänin, die Pelikhänin (Peli(k)chänin) und die Pelikhänessin.
Das pelikän ich noch nicht, durchaus interessant; doch sag, weichen wir mittlerweile nicht gar zu arg vom eigelnten Thema des Fadens ab?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2009-06-03, 15:22:25
Ja, wir schwiffen ab.

Nur noch wagnes:

Im 'Kluge' gibt's zu Pelikan m. Schönes zu lesen: "(< 13. Jh.). Mhd. pellicân" (mit ^, weil ich nicht auf die Sonderzeichen überwechseln möchte) "ist entlehnt aus kirchen-l. pelicânus, dieses aus gr. pelekán, zu gr. pélekys 'Beil, Doppelaxt'. Angeblich so bezeichnet nach der Schnabelform.

Da das Wort die ahd. Lautverschub nicht mitgamanch hat, kann ich mir die 'Pfahlleich' ersparen, die rohe Fischer, an Vlad den Pfähler erinnernd, in ein fischreiches Seichtwasser stocken, auf daß fischfressende Vögel von dort abgeschronck würden.  
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Stärker am 2010-03-22, 14:01:47
Skandal! Anstoßnahme!

Während die GSV noch unbekormmen und gelegelnt dem Stärken frönt, hat sich ebenso unbemorken wie ruchlos die Wirtschaft der Idee angenommen, produziert Stärke und Stärkederivate im industriellen Maßstab und hat inzwischen sogar einen eigenen Fachverband (http://www.staerkeverband.de/)!

Auf dessen Seite findet man laut Eigenwurb auch Informationen zur Herstellung von Stärkeprodukten in Deutschland und Europa sowie Zahlen und Fakten zur Stärke-Industrie. Empörend der Schlusssatz: Sollten Sie Fragen zu Stärke haben, wenden Sie sich bitte an uns. :o

Also bitte! Bei Fragen zu Stärke und Stärkeprodukten hat man sich ja wohl an die GSV zu wenden! Nicht nur, dass sich schon "Sick und Sack und Hinz und Kunz" schamlos der Ideen der GSV bedienen, jetzt auch noch DAS! Wenigstens eine Verlunk zur GSV-Seite sollte hier ja wohl drin sein!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2010-09-01, 16:17:10
Auf der PerVers XI haben sich wieder zahlreiche Schullwitze unter ,,neu" gestorkene Verben geschlichen. Gerade die schöneren der vielen Storke kommen für die Große Liste zu spät. Streng genommen ist unter allen Einträgen in meiner Kandidatenliste ein einziges Verb (,,zimten", mit Zimt bestreuen oder auch nach Zimt riechen (darfür aber besser ,,zimtuppen")), das noch nicht in der Liste steht.

Giebt es denn keine grafisch ansprechende Molk*, Mehrfachnänne von Verba in die Liste zu führen? Sähen Gäste, dass es nur zu den wenigsten Verben einen einzigen Stärkvorschlag giebt, wir kämen ihnen weniger streng vor und die Hemmschwelle wäre vllt. nicht mehr Dekret sondern tatsalch niedriger.

*Mir schwebt etwas vor wie: Eine Hauptform steht ganz oben und darunter Einträge mit dem Vorsatz ,,auch:".
Oder vielleicht, dass, sobald man mit der Maus auf ein Verb zeigt, in einem Tooltipfenster Alternativstorke auftauchen -- aber das dedürfe des Aufwandes schon wieder zu viel sein.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2010-09-01, 19:26:55
Zitat von: Übertreiber am 2010-09-01, 16:17:10Mir schwebt etwas vor wie: Eine Hauptform steht ganz oben und darunter Einträge mit dem Vorsatz ,,auch:".

Bisher ist ja der Schreckstrich verbritten, etwa bei -ieren, beschäftigen oder drehen. Der hat gegenüber deinem Vorschlag den Vorteil, dass man damit nicht zwingend die eine Form als Hauptform und die andere als Nebenform kennzeichnet. Oder findest du ihn partout grafisch zu absprechend?

Ich beließe die Auflust mehrerer Formen gerne im Status der absoluten Ausnahme, für die Fälle, in denen ein Verb zwei ganz besondere Storkmölge bietet, von denen sich keine auf ein anderes, bisher weniger interessant gestorkenes Verb übertragen lässt.

Ich denke, dass auf dem Kern unseres Wirkens, der Großen Liste, Mut zur Entscheidung für jeweils eine Form wichtig ist und auch unserer Außenwirkung eher nützt als eine – jetzt folgt eine polemische Horrorvision – endlose Listen von Alternativen. Die Stärkenden mögen sich dem Herausfrurde stellen, jedes zu stärkende Verb mit genau einer Stärkungsidee zu vermählen, gerne auch nach (oder vor, es lässt sich ja alles nachtralchg ändern) gemeinschaftlichem forischem Diskusse, welcher Stork denn der schönste sei.

Wird – sei es auf einer PerVers oder im stillen Kämmerlein – ein neuer schöner Stork erfunden und belegt dessen Platz auf der Liste ein alter, aber langweiliger Stork, so spricht überhaupt nichts dagegen, einen Umstork vorzunehmen.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2010-09-01, 23:11:12
Nun, wo der geliebte Sprachführer recht hat, hat er recht. Eine lange Liste ist dann doch wieder abschreckend. Aber ich ürchte halt bef, dass der gemeine Neuling dadurch verkennt, welche Anarchie hinter der ganzen Arbeit steckt. Das halt dieser Gedanke ,,Es engibt falsches Neutsch" nicht hinüber gebracht wird. Jedesfalls führe ich mal die perversbedungenen Konflikte auf:

Liste: drohen — droht — drah — drähe — drohe! — gedrohen
PerVers: drohen — dreut — druh — drühe — drohe! — gedroohen
Vielleicht kann man sich hier irgend wo in der Mitte treffen. Denn ein glockenhelles A in so einem düstren Wort erscheint mir subtimal.

Liste: latschen — latscht — låtsch — lœtsche — latsche! — gelotschen
PerVers: latschen — lätscht — lutzsch — lützsche — latsche! — gelatzschen
Findet der absorbische Bug Anklang, dann kekünne man ihn auf Wörter wir tratschen, etc. übertragen.

Liste: scheitern — scheitert — schirt — schirte — scheitre! — geschirten
PerVers: scheitern — scheitert — schitiert — schitirte — scheitre! — geschitirten

Liste: feiern — feiert — firr — firre — fier! — gefirren
PerVers: feiern — feiert — forr — förre — feire! — geferren

Liste: besudeln — besudelt — besald — besälde — besudle! — besalden
PerVers: besudeln — besudelt — besodold — besödölde — besudle! — besadadalden

Die Neustörke von befürworten und vereinsmeiern sind eventuell etwas ungeiegnen für die große Liste, weil in ihrer Komplexität kontrapagandistisch – oder was meint ihr?


Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2010-09-14, 11:33:16
Zitat von: Übertreiber am 2010-09-01, 23:11:12Die Neustörke von befürworten und vereinsmeiern sind eventuell etwas ungeiegnen für die große Liste, weil in ihrer Komplexität kontrapagandistisch – oder was meint ihr?

Ich meine das nicht, die Öffentlichkeit hat in hinreichend dezenter Dosis auch schon P4 verkroften, warum nicht auch P5? So kekünne man den Stork von befürworten nämlich nennen, da geht etwas vor sich, was es soweitichweiß noch nie gab, nämlich dass die Pseudikel, die herausgetronnen wird – nämlich üort – im Infinitiv schon gar nicht an einem Stück ist, sie ist diskontinuierlich (befürworten). Das gefällt mir außerordentlich.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Übertreiber am 2010-09-19, 21:29:34
Wie ich sehe, hast du die Nägel auch gleich bekopfen und das Wort in die Liste getragen.

Noch Miene zu den anderen Vorschlägen wie ,,drohen" und ,,latschen"?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: AmelieZapf am 2010-11-12, 14:17:06
Hallo Gemeinde,

ja stirkt hier niemand mehr? In der Lyste der zuletzt gestorkenen Verben auf der Hauptseite finden sich nur noch Storke von mir! Was ist los? Gebricht's Euch an Enthusiasmus?

Grüße,

Amy
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Apathischer am 2010-11-13, 16:05:01
Zitat von: AmelieZapf am 2010-11-12, 14:17:06
Was ist los? Gebricht's Euch an Enthusiasmus?

Oooch, wenn Du SOOO fragst ... jaaaaaa *gääähhhnnnn*.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Berthold am 2010-11-18, 18:24:15
Ach ja, liebe Amy!

Früher war ja ich der mit den Lüsten zuletzt gnästorker Verben. Schriebe ich nun her, warum ich das Jahr 2010 für ein besonders übles halte, so ginge das nur über ein arges Auting. So soll's denn heute nur ein Lebenszeichen sein. Ihr kekönnt ja vielleicht fernmündeln.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: amarillo am 2010-11-18, 19:07:30
Na da schau her, der Wüste lebt, und ich hatte schon Schlimmstes beforchten.
Schön, daß Du wieder da bist, Bertl!
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2010-11-18, 22:47:21
Zitat von: Berthold am 2010-11-18, 18:24:15
So soll's denn heute nur ein Lebenszeichen sein.

... das langt uns ja schon - wir sind doch bescheiden! ... auch mir hat das gebertele a weng gefohlen :) ...

... jetzt fehlt nur noch, dass sich der verlorene bauer wieder mal meldet ... obgleich ich mehrere verdächte hege, dass er es ist, der sich hier unter aberdutzenden von pseudonymen tummelt, um beiträge unterzubringen ... manches klingt schon sehr agricola'sch ;)
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: ku am 2020-10-15, 18:51:55
Nach dem Essen fiel mir grad was ein:

wiederkäuen, kuh wieder, kühe wieder, wiedergekuhen
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2021-01-08, 12:25:56
Zitat von: amarillo am 2009-03-24, 19:09:05
So, ich muß jetzt mal was loswerden: Der Stork jener Verben, wo über einen Doppelkonsonantenstamm verfügen - klappern -->klorpp etc., will mir so gar nicht ins phonetische Kalkül passen, da man ja akustisch eh nix von jenen Doppelkonsonanten hat. Dem gehört Abhilfe verornden! Ich gebe erst mal ein paar Beispiele meiner Idee, den theoretischen Über- und Unterbau schneide ich mir eventuell später aus den Rippen - ok?

schlabbern - schlabirb(s)t - schlabarb - schlabärbe - schlababel ! - schlaborben
knuddeln - knudild(s)t - knuduld - knudülde - knududel ! - knudalden
sonnen - sonin(s)t - sonon - sonöne - sonone ! - sonunen
klettern - kletir(s)t - kletart - kletärte - kleteter ! - kleterten
trippeln - tripilp(s)t - tripalp - tripälpe - tripepel ! - tripielpen
plärren - plärir(s)t - plärur - plärüre - plärerl ! - pläroren
küssen - küsi(s)t - küsas - küsäse - küsüse ! - küsesen
klöppeln - klöpilp(s)t - klöpalp - klöpälpe - klöpapel ! - klöpilpen

Ich glaube, daß ihr bereits das Prinzip erkonnen habt, deshalb spare ich mir weitere Konstruktionsanweisungen.
Falls Ihr Fragen zu den seltsamen Imperativen habt, stellt sie bitte nicht mir! Mit Verweis auf den streng-eleganten, harmonisch ausgewogenen Ablaut-Vokalismus verbleibe ich mit freundlichen Grüßen...

Ach ja, ich nenne das die Konjugation der Stamm-Endkonsonanten-Aufspaltung, aber Ihr könnt das meinetwegen auch Flocki, Schnurps oder Adele nennen, ganz nach Belieben, mir ist das egal.   

Da ich gerade dabei bin, das für den Duben aufzuschreiben: Was haltet ihr von "der euphonisch-geminolytische Kennjokus"?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2021-01-09, 22:45:45
... klingt bekloppt genug für uns  8)

... ich befürchte nur gerade, angesichts dieser ganzen neuen sachen, die hier in letzter zeit entwalcken und ausgefohren wurden, habe ich den anschluss verpossen ... ist das noch NHM oder schon DHN? ... oder schon die nächste, bislang nicht benannene sprachstufe?
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: Kilian am 2021-01-10, 14:31:08
"In letzter Zeit" aka 2009. :D Geht mir aber auch so; bin nicht wirklich firm in dem meisten, was nach 2006 passor. Das hier rönche ich dem DHN zu, da es sich bislang im foralen Sprachgebrauch nicht breit durchgesotzen zu haben scheint.
Titel: Re: Ganz nebenbei: neue Storke
Beitrag von: katakura am 2021-01-11, 16:55:22
.... ich habe fast den verdacht, dass, wenn es so weitergeht, irgendwann nicht nur der spralche big rip droht (bei dem sich alle zeichen von ihren bedüten lösen), sondern sich das neutsche demnächst von seinen sprechern / nutzern löst  ;D ;D ;D