Beiträge anzeigen

Diese Sektion erlaubt es ihnen alle Beiträge dieses Mitglieds zu sehen. Beachten sie, dass sie nur solche Beiträge sehen können, zu denen sie auch Zugriffsrechte haben.


Nachrichten - Vorbeischauer

Seiten: [1] 2 3
1
Neue Ideen / Re: Wirrer Einwurf
« am: 2021-09-19, 23:50:07 »
Vorbilld bei letzterem sind einige Tiernamen: Schokoladen-Fruchtzwerg, Vielzitzenmaus, Kaiserschnurrbarttamarin… Es lohnt auch immer der Blick in die Geschichte: „Gefrierfleischorden“ für einen Orden für den Einsatz in Stalingrad, „Schürzenstipendium“ als Bezinch einer bezuhlenen Liebesdienerfunktion von Studenten bei reichen Damen (Cicisbeo) im 18./19. Jahrhundert. Ein Lexikon der ironischen Begriffe aus allen Lebensbereichen ist ein echtes Desiderat!

Es gibt tatsalch sogar schon ganze Bücher mit solchen Wörtern (z. B. Peter Graf: Eine ungemein eigensinnige Auswahl unbekannter Wortschönheiten aus dem Grimmschen Wörterbuch¹; man kann naturl auch Grimmens selbst nachschauen). Auch das hier enthält einige originelle Wortschupfe: https://www.hehl-rhoen.de/pdf/lexikon_der_jugendsprache.pdf. Und schlielß bieten andere Sprachen auch noch Anrage (z.B. heißt eine Papierschneidemaschine englisch paper guillotine, was eine gewisse zusaltze Billd hineinbringt).

¹ beim Reinschauen fiel mir jetzt grad das Wort „Schiffbrucherlittner“ auf - sehr originell, wie durch Einglord des Akkusativobjekts ein Partizip Perfekt Aktiv gebulden wird - das ließe sich doch auch auf andere Fälle ausdehnen, oder nicht: „fahrradgefahren“ (das gibt’s vielleicht sogar schon), „zähnegeputzt“, „suppegekocht“. Vielleicht sogar mit ditransitiven Verben: Ich verkaufe den Katzen Tomaten - Die Tomaten sind verkauft - Die Katzen sind tomatenverkauft - Ich bin katzentomatenverkauft…

2
Neue Ideen / Stork der Substantive - einmal anders
« am: 2021-08-23, 12:02:39 »
Mal wieder eine längere Idee…

Adjektive (und manche Pronomina) können im Deutschen ja stark und schwach dekliniewerren, wobei die schwachen Formen nach einem Artikel oder Pronomen nuwertzen, und überall sonst die starken (großem Herzen (stark) vs. dem großen Herzen (schwach)). Auf diese Weise ist fast immer sichergestellt, dass Kasus und Numerus gut unterscheidbar sind.

Auch bei Substantiven gibt es starke und schwache, wobei schwache Substantive zuweilen auch starke Formen haben können, wenn kein Artikel, Adjektiv oder Pronomen davorsteht (mit dem Herzen (schwach), aber mit Herz (stark)). Allerdings können gerade die starken Substantivformen wohl höchstens als halbstark gelten, weil die verschiedenen Fälle kaum oder gar nicht unterscheidbar sind. Bleistiftsweise haben Feminina und Pluräle keine richtigen Genitivformen und müssen durch Dative ersewertzen (wegen Windes (Gen. Sg.), aber: wegen Winden (Dat. Pl.)). Manchmal geht nicht einmal das: Sie erfreuen sich guter Gesundheit, aber nicht: *Sie erfreuen sich ?Gesundheit. Auch gefahrle Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen: Man darf niemals Wasser Säure zugeben. - Was wird hier wem zugegeben?

Aus diesem Grunde benötigen fast alle Substantive wirklich starke Nebenformen, die immer dann nuwertzen können, wenn es weder einen Artikel noch ein Adjektiv gibt. Diese Formen sesüllen molgst eindeutig sein, um keine Missverstände produzzuieren. Bleistiftsweise so:

Der Genitiv Singular ist ziemlich einfach:
- Meist steht -(e)s, auch bei Feminina (wie man es schon von Eigennamen (Lisas), Zusammensätzen (Gesundheits Amt) und dem Wort Mutters kennt)
- Wörter, die auch so schon -(e)ns im Genitiv Sg. haben, behalten es natürlich (Friedens, Willens, etc.)
- schwache Maskulina, also Substantive mit -en im Genitiv Sg., erhalten stattdessen -ens (Grafens, Bärens, Hasens)

Auch der Genitiv Plural ist kein Problem:
- Die Endung ist immer -o (aus dem Althochdeutschen und von barocken Wandten wie Dero, Ihro etc. entlonnen), angehangen an den Nominativ Plural (-e fällt dabei weg): Tago, Nächto, Blättero, Haseno.
- Substantive mit -s im Nominativ Pl. bekommen entweder -o (v.a. nach einem Konsonanten, z. B. Blockchaino), oder -no (Autono), bei lateinischen Wörtern auch -ro (Kameraro, vgl. lat. camerarum).

Schwieriger wird’s beim Dativ Singular:
- Wenn der Nominativ Plural auf -en oder -s indt oder einen Umlaut enthält, steht -ẹ. Der Punkt zeigt hierbei ledilg an, dass das -ẹ Verschmalze mit anderen Vokalen eingeht, nalm: eẹ → a, oẹ → å, aẹ → ä, iẹ → ie¹. Blstw.: Aste, Nachte, Blatte, Staate, Erda, Autå, Kamerä, Schinkene/Schinkne, Lehrerinne.
- Ausnahme: wenn der Dativ Sg. auf -en endet, läut der starke Dativ auf -(e)ne: Graf(e)ne, Bär(e)ne, Hasene.
- Überall sonst markiewirt der Dativ durch -(e)m: Tagem, Lehrerm.
¹ bei Substantiven auf -i führt dies zu einer Betunsverschiebung: Nominativ: Mǘsli, Dativ: Müslíe. Alternativ kekünne man Müsli naturl auch zu einem unregelmäßigen Plural von Müsle machen (ein Müsle, zwei Müsli), dann wäre der Dativ Müsla. (zum i-Plural s. auch weiter unten)

Der Dativ Pl. ist wieder etwas einfacher, weil er bei den meisten Wörtern sowieso schon gut erkennbar ist (Tagen, Nächten). Geändert werden muss er nur dort, wo er gleich wie der Nominativ Plural läut, also bei Plurälen auf -en oder -s. Hier indt der starke Dativ Pl. mit -(e)nen (bei s-Plural auch auf -(e)n): Staatenen, Schinkenen, Hasenen, Blockchainen, Hyperlinken, Autonen, Kameranen, Prominen/Promin.

Beim Akkusativ Sg. wird’s wieder so ahln wie beim Dativ, wobei die Ände manchmal ein bisschen aussehen wie skandinavische Artikel:
- Wenn der Nom. Pl. auf -s indt oder einen Umlaut enthält, erhalten Maskulina und Feminina die And -(e)n: Asten, Nachten, Kameran, Auton, Muttern, etc.
- Maskulina mit -en im Akkusativ Sg. ersetzen dieses durch -an: Schinkan, Hasan.
- Dasselbe gilt optional für Feminina mit -e im Sg. und -en im Plural: Erdan, Gütan (neben Erde, Güte).
- Alle Neutra erhalten -(e)t: Brotet, Hauset, usw.
- Überall sonst gleicht der Akkusativ dem Nominativ: Tag, Zeit, usw.
Damit wissen wir jetzt elnd, ob man niemals Wassert Säura oder Wassere Säuran/Säure zugeben darf.

Der Akkusativ Pl. markiewirt durch -ẹ nach der eigelnten Pluraland: Häusere, Rabene, Städta, Taga, Endene. Pluräle auf -s dürfen dieses behalten (Autos, Kameras, Blockchains) oder durch -e oder -ne ersetzen (Autone, Kamerane, Blockchaine). Wenn sie das -s behalten, können sie einen Nominativ Pl. auf -i oder Umlaut bekommen (Kamerai/Kamerä, Autoi/Autö) (damit ist die Unterscheidbark wieder gesurchen).

Ähnlich wie Substantive kekünnen auch ganze Phrasen Kasusände erhalten, z. Bl.:

Singular:
Nom.: -(e)r, -ẹ, -(e)s
Gen.: -ẹs, -ẹr, -ẹs
Dat.: -(e)m, -ẹr, -(e)m
Akk.: -ẹn, -ẹ, -(e)s
Plural:
Nom.: -(e)ni
Gen.: -(e)ner
Dat.: -(e)nen
Akk.: -(e)ne

Bleistifte:
Welche Vorhänge sind am schönsten? - Zuhauseni.
Welche Weine hätten Sie denn gerne? - Eine Auswahl aus den besten Lagenener.
Im Flugzeugas Tees Geschmack ist wirlk widerl. (im Flugzeuge-ẹs → im Flugzeugas)

3
Sprache / Re: Anfrage
« am: 2021-07-09, 23:46:50 »
Es war einmal ein Frauenzimmer,
Das hatte keinen blassen Schimmer,
Dass ihm sein Mann die Ehe brach,
Die kleine, dicke Witzfigur!,
Die, wenn sie außer Haus war, nur
Bei seines Nachbarn Gattin lach.

Doch deren bess’re Hälfte, Hannes,
Die dachte sich: Ich frag’ mich, kann es
Wohl sein, dass diese Drecksperson
Sich heimlich trifft mit meinem Schatze?
Ach, wüsst’ sie, dass dereinst ich platze
Darob! Dann kriegt sie ihren Lohn!

Dies fröhe wohl das Frauenzimmer,
Denn so wär’ jener Mann für immer
Nur ganz und unbenommen sein.
Doch wollt’ es nicht so lange warten,
Und stall den Gatten in dem Garten,
Und dieser gab gleich bei ihm klein.

4
Kultur / Re: Animalpoesie
« am: 2021-05-12, 17:09:04 »
Ich will mich jetzt auch mal an der Animalpoesie versuchen:

Otter Hildebrand

Ein Otter namens Hildebrand,
Der lab einst eine Otter.
Wenn er sich flink durchs Wasser wand,
Lag sie auf Terracotta.

Doch wahr das Glück sehr lange nicht,
Sie ließen bald sich scheiden.
Und Hildi, trauernd, dachte sich
Er müsse ewig leiden.

Um dieses Trauma zu bestehn
(Er war ja ein ganz Flotter),
Sug er: Ich will auf Reisen gehn,
Ich werd’ ein Globetrottotter!

Und traf in fernem Land sogleich
’ne attraktive Boa.
Doch zog sie nicht in seinen Teich,
Noch er zu ihr nach Goa.

Auch Chinens ging’s im Leibe fort
Wie Schmetterlingsgeflatter.
Man ahnt’s schon, er erblak alldort
’ne wunderschöne Natter.

Auch diesmal hat’s nicht sollen sein,
Sie trannen sich zu balde.
Und so blieb Hildi ganz allein
Im Bache, Teiche, Walde.

Und doch, es währt die Einsamkeit,
So sug er sich, nicht lange.
Ich suche einfach weit und breit,
Und find’ ’ne andre Schlange.

Nun weilt er meist auf der A10,
Liegt wonniglich im Wagen.
Er liebt es sehr, im Stau zu stehn
- Welch seltsames Betragen!


Schnake Karl-Florian

Der Schnäkerich Karl-Florian
Ist ziemlich humanistisch.
Er lebt gewaltlos, fair, vegan,
Dazu auch pazifistisch.

Er will nur menschenfreundlich sein,
Und ist ein ganz Gewitzter:
Steigt in die Impfkampagne ein,
Biontechdosen spritzt er.

5
Kultur / Re: Noch'n Haikou
« am: 2021-04-07, 13:17:43 »
Da ich nicht weiß, wo hier die Haikos stehen, landen sie jetzt erst einmal hier:

Wömd’ sie sich Verwandtschbesüchen,
Beröcht’ sie bald von Bratgerüchen.

Kekünne er im Clubbe kegeln,
Pfläg’ er gern Verkehr mit Flegeln.

Döcht’ Ramses fleißig Lokuslyrik,
So manchs hielt’s gar für Altpapyrik.

Spören auch Orangen Schmerz,
Wär’ Obstsalat ein übler Scherz.

6
Kultur / Re: der, die, das
« am: 2021-04-07, 13:15:14 »
Der La-, die O-, das Lama:
Der Erste flieht das Karma,
Die Zweite bleibt zur Zeit zu Haus,
Das Dritte in Amerika
- das sieht doch nach La Ola aus.

Und bezulg des Genusses etwas freier:

Die Je-, die De-, die Wecken:
Was mag sich hier verstecken?
Als Erster auf den Zweiten schleck’
Ich gern der Dritten jede weg.

Die Kuh-, die E-, die Delle,
Bezeichnen eine Stelle:
Die Erste ist der Dritten gleich,
Und Wassers voll bereits ein Teich,
Von hundert Zweiten gar ein See,
Kekünn’ man sagen. Q. E. D.

7
Neue Ideen / Re: Dual
« am: 2021-02-22, 22:04:28 »
Wie wäre es vielleicht damit (einbezugs einiger Vorpöste):
1. Pers. Dual: wiß - unker – unk – unk; Verba͗nd -(e)w (-(e)f?) (Präs. wiß fallew (fallef?), Prät. wiß fielw (fielf?));
2. Pers. Dual u. Imperativ Dual: eß – enker – enk – enk; Verba͗nd -(e)ts (eß fallts, eß fielts).

In der dritten Person kömmt’s jetzt drauf an, ob man die Genera unterscheiden will oder nicht. Will man’s nicht, schlüge ich als Pronomina jaß – jar – jam – jaß? jam? jat? und als bestimmten Artikel dei – deier – deien – deie (so ähnlich wie zwei) vor. Will man’s, kekünne das Maskulinum auch jeenß – jeer – jeem – jeenß? jeem? jeet? bzw. deen – deener – deenen – deene (so wie zween) heißen, das Femininum joß – jor – jom – jo? jom? jot? bzw. do – dor – don – doe (so wie zwo), das Neutrum jaß – jar – jam – jaß? jam? jat? bzw. da – dar – dan – dae (oder zur Unterschied vom Adverb „da“ auch då – dår – dån – dåe?), und jeiß – jeier – jeim – jeiß? jeim? jeit? bzw. dei – deier – deien – deie wäre für alle Kombinationen verschiedener Genera. So ganz zufrieden bin ich damit aber auch noch nicht…

Als Verba͗nd für die dritte Person empfähle in jedem Falle -(e)ft: jaß falleft, jaß fielft.

„sein“ und „haben“ haben im Indikativ Präsens unregelmäßige Formen:
wiß biw, eß seids, jaß ift; wiß haw, eß habts, jaß haft.
Die übrigen Formen sind regelmäßig:
Prät.: wiß warw, eß warts, jaß warft, wiß hattew, eß hattets, jaß hatteft
Konj. I: wiß seiew, eß seiets, jaß seieft, wiß habew, eß habets, jaß habeft
Konj. II: wiß wärew, eß wärets, jaß wäreft, wiß hättew, eß hättets, jaß hätteft

Die Substantivande sind je / jew / jem / je? jes?; Umlaut gibt es überall dort, wo er auch Plurals steht: Mondje, Häusjew, Wäldjem, Augje, Kameraje, Autojew, Messerje, Gabeljew, Löffeljem, Besteckje.

Es stellt sich naturl auch noch die Frage nach Holfsformen: Nimmt man dann für die holfe Anrede zweier Personen die dritte Person Dual (Jaß, oder bei Genusunterschied: Jeiß / Jeenß / Joß) oder Plural (Sie)?

8
Neue Ideen / Re: Wörter
« am: 2021-02-08, 17:37:35 »
Und naturl, auch sehr aktüll:
Zoombie <l.; -ias, Nzoombie¹> Person, die mit ausgeschaltener Kamera und ebensolchem Mikroföhn, äh, Mikrofon, in einer Videokonferenz hängt, während niemand weiß, ob sie überhaupt noch anwesend ist
Zoombye <l.; -yas, Nzoombye¹> das Gegenteil: Person, die vorzeitig und unangekündigt eine Videokonferenz verlässt
¹unregelmäßiges Utrum (l. = leblich): de Zoombie/bye, del Zoombias/byas, deu Zoombia/bya, det Zoombie/bye, die Nzoombie/bye, der Nzoombijo/byo, den Nzoombien/byen, die Nzoombie/bye. Das -ie bzw. -ye darf nach Wahl in zwei Silben getronnen werden oder auch nicht.

9
Neue Ideen / Re: Wörter
« am: 2021-02-08, 16:57:24 »
Klobold <m.; -[e]s, -e> sehr wicht-iges Fabelwesen, das immer zum dringensten Zeitpunkt die Klotür von innen abschließt

Weitere Fabelwesen sind auch:
Warwolf <m.; -[e]s, -wölfe> ein Werwolf, wenn er nicht gerade Wolf ist
Wärwolf <m.; -[e]s, -wölfe> ein der Werwölfigkeit geziehener Mensch
Wahrwolf <m.; -[e]s, -wölfe> ein ganz gewöhnlicher Wolf
Machtnix <m.; -[e]s, -e> ein besonders mächtiger, aber völlig ungefährlicher Wassergeist

Hierzu gehört natürlich auch:
Almtraum <m.; -[e]s, -träume> ein Traum von einem besonders schönen Bergurlaub (mit Kühen)
Almdruck <m.; -[e]s, -e> eine (zuweilen etwas kitschige) Abbildung einer Berglandschaft (mit Kühen)
Albhorn <s.; -[e]s, -hörner> 1. ein wahrhaft schrecklicher, furchteinflößender Ton; 2. ein untaugliches Horn, das bei unvorbereitetem Spielen schreckliche Panik verursacht
Grottenalm <w.; -[e]s, -e> 1. eine unterirdische Weide; 2. eine (z. B. von Maulwürfen) untertunnelte Bergwiese; 3. eine unterirdisch grottige, aber dennoch genutzte Alm

Apropos Maulwurf:
Maulwurf <m.; -[e]s, -würfe> In-die-Luft-Werfen und anschließendes Mit-Dem-Mund-Auffangen einer Süßigkeit

Passt wahrscheinlich anderswo besser, aber trotzdem: Übrigens wird übermäßiges
Fabelwesen <s.; -s, kein Plural> Verbreitung von Geschichten mit einem mehr oder weniger wahren Kern
in Ländern mit Zensur auch mit
Fabelhaft <w.; -, kein Plural> Inhaftierung nach Betreibung des Fabelwesens
bestraft.

Außerdem:
Charmeintelligenz <w.; -, -en> 1. Verbindung von Charme und Intelligenz; 2. Person, die Ch. (1.) besitzt
Schirmintelligenz <w.; -, -en> Fähigkeit, einen Weg zu finden, sich vor Unglücken zu bewahren
Hagebutt <m.; -[e]s, -e> 1. kleiner roter Fisch; 2. schon etwas älterer, merkwürdiger Fisch (vgl. Hagestolz); 3. in Aquakultur gezüchteter und darum eingehegter Fisch
Magerine <w.; -, -en> fettarme Margarine

Schließlich haben der Lockdown und der in den letzten Tagen verstorkene Schneefall (auch bereits als „Flockdown“ betolten) jüngst zu einem regelrechten
Stockdown <m.; -[e]s, -döwne> nicht durch Verkehrsteilnehmer selbst, sondern von außen verursachte Stauerscheinung
gefohren.
Nicht zu verwechseln mit dem
Stockdaun <m.; -[e]s, kein Plural> 1. Gesamtheit der Federn einer Stockente (eine einzelne Feder: die Stockdaune); 2. wenn der Inhalt eines Kissens ganz auf eine Seite desselben gerutscht und das Kissen dadurch unförmig geworden ist

Und schließlich noch aus der Denglischkiste:
Oberflow <m.; -[e]s, -flöwe> besonders starker Flow, mit dem Risiko, dass Betroffenen nachwärts
oberflau <adj.> sehr flau
wird.

10
Kultur / Re: 2 Balladen
« am: 2021-01-27, 12:16:52 »
Nachdem es in den letzten Tagen ja etwas jeschnieet, möchte ich mich auch wieder einmal im Duchtbereich melden:

Gänsepredigt im Schnee

Es schnattern die Gänse mit Staunen,
Es schnattern die Gänse so schnelle:
»Ihr Damen, ihr Herren, die Daunen,
Sie fallen vom Himmel so helle!«

Da rennen sie alle in Raunen,
Verlassen entstiebend die Ställe,
Sie schnattern nicht, nur noch sie staunen
Und bilden aus Schnee bald schon Bälle,

Bewerfen dann damit einander,
Was ist das ein Treiben, ein Trubel!
Die Gänse, die Gössel, die Ganter,
Sie jagen einander im Jubel.

Und als die Entzuck endlich legt sich,
Da sammeln sich alle im Kreise,
Kein Wispern, und niemand bewegt sich,
Sie lagern sich reglos und leise.

Und endlich erhebt sich die Alte,
Vom Vorjahr noch übergeblieben,
Erzählt, wer dort oben wohl walte,
Und leise beginnt sie: »Ihr Lieben,

Es federt dort auf ihr Gefieder
Gans Holle im himmlischen Reiche,
Da nieseln die Daunen hernieder,
So wollige, flauschige, weiche.

Und ahnt ihr, warum es erfüllet
Jed’s Gänseleinherze mit Glücksal,
Wenn heut’ alles weiß wird verhüllet
Von Schneeflocken solch großer Stückzahl?

Es kündet der Schnee an die Wende,
Es mahnet das Eis uns zur Eintracht,
Es kömmt unserm Elend ein Ende,
Es gehet zur Neige die Weihnacht!

Doch frömmlich gedenkt auch der Freunde
Die hart ihre Sünden hier bossen,
Zur Strafe zum Feste dem Feinde
Gesotten die Weihnacht versossen.«

Und traurig ein Tränchen verdrücket,
Das Gänslein vor Gram übern Vater,
Die Mutter ein Blümlein zerpflücket
Fürs Küken - das holte der Kater.

Und als sich gelegt dann das Heulen,
Nahm auf ihre Predigt die Alte:
»Auf ewig auch wir nicht verweilen;
So hofft, dass der HERR uns erhalte,

Der Gänseherr, gütige, droben,
Der Ganter im Himmel, der große.
Den achtet, damit ER einst oben
Euch schützend behüte im Schoße.

Der Heiland nur kann uns erhöhen,
Wenn ER einst erscheinet, so werden
Im Winde die Menschen verwehen -
Gerotten die Gänse auf Erden.

Seht Frühlings ihr nicht große Scharen,
Wenn Tales der Schnee ist getauen,
Die vielen, die von hinnen fahren,
Die Wildgänsegeister, die grauen?

Gewahrt, wie deß Weltes sie zeuchen
In Lüften voll leuchtenden Lichtes,
Und schwärzlich in Schwärmen sie schweifen,
Und harren des Gänsegerichtes.

Es wird jede Gans dann gewogen,
ER macht’s, wie die Menschen es machten,
Wer Lebens zu häufig gelogen,
Wird schließlich dann Himmels geschlachten.

Wer aber gerecht wewull handeln,
Wird vor dem Gerichte geschonen
Darf über die Wolken dann wandeln,
Mit kölstesten Körnern entlohnen.

Bevor ich beend’ meine Predigt,
Lasst rühmen uns nun Seinen Namen.
Und damit es vollends erledigt:
So nehmt Gottes Segen, und Amen!«

11
Neue Ideen / Re: Uhrzeiten
« am: 2021-01-19, 14:42:57 »
Glänzend!

Spricht was dagegen, bei Erfordernis größerer Präzision die Sekunden mit einzubauen? Zur größeren Unverstalnd schlüge ich vor, den Sekundenteil zwischen Minuten- und Stundenteil zu positionieren:

zwei-ein-sechzigstel-drittel sechs = 5h 39m 1s

Kann man mit dem "-tel" noch irgendwas machen?

Moment mal… Also ich öre »zwei-ein-sechzigstel Drittel« eher als »zwei Drittel und ein sechzigstel Drittel«, also 5h 40m 20s interpret, und 5h 39m 1s memüsse dann »neunundreißig-ein-sechzigstel Sechzigstel Sechs« sein…

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, die kleinste Angabe tatsalch nach vorne zu stellen, aber dann auf die Drittel zu beziehen: Eintausendeinhunderteinundvierzig-Eintausendzweihundertstel Zwei-Drittel Sechs (von der sechsten Stunde ein Drittel, und vom zweiten Drittel derselben Stunde 1141 1200stel; ein 1200stel eines Drittels ist ja eine Sekunde).

12
Sprache / Re: Klarmachen zum Gendern!
« am: 2021-01-10, 10:39:55 »
Aha! -wer, -sinn etc. gehen auf jeden Fall schön übers Genus hinaus. Wären dann Fremd- und Selbstzuschriebe als Suf- und Präfixe kodoren? Oder gehts darum gar nicht mehr? Wäre mir auch recht, der Silbenbaukasten freut mich jedenfalls:
Das war naturl kein ausgearbittener Vorschlag, sondern nur ein „Gehirngestürm“ (oder – angesichts der offensilcht überdosorenen Wirrnis - „Gegehirnstürm“). Jetzt also nochmal etwas ausfuhrler:

Ebenso wie es Suffixe für geschlechtsspezifische Bezeichnungen gibt, ließe sich auch ein zweiter Satz Suffixe zu einem speziellen Zwecke einführen (sei das jetzt Fremdzuschrieb, biologische Geschlechtszuordnung, oder wie auch immer*):
normal:   unbest. -e (utr.)      malnn. -er (mask.), -rich (mask.)   weilb. -in (fem.), -e (fem.)      
neu auch:   -stre¹ (Pl.-stren) (utr.)      -wer (Pl. -were) (mask.)         -ess (Pl. -esse) (fem.)
¹ bekannen aus englischen Wörtern wie „Gangster“, aber wohl ursprulng ein weibliches Suffix (!); da es im Deutschen aber teils eher malnn wahrgenommen wird (der Gangster – die Gangsterin (?)) hier utral.

So erklärt sich auch die Bildung des Wortes „Prinzessin“. Entsprechend gibt es weilb die Prinzestrin, die Prinzwerin, und eben die Prinzessin, malnn den Prinzestrich / Prinzester (stre-er zu ster einverfachen), den Prinzwerich und den Prinzesser, und unbestummen det Prinzestren (Nom. Prinzestre, Pl. Prinzestren), det Prinzweren (Nom. Prinzwere, Pl. Prinzwerer) und det Prinzessen (Nom. Prinzesse, Pl. Prinzessen).

Neben diesen Suffixen lässt sich auch ein dritter Satz Markuren einführen:

weiterhin:   -(i)home (utr., Gen. -homni, Pl. -homen)   -(i)gam (mask., Gen. -gam(e)s, Pl. -game)   -(i)kun (fem., Gen. -kun, Pl. -künne)

Die Tatsache, dass -gam schon aus dem Wort Bräut-igam bekannen ist, und sich auch ein weiteres Suffix -kin (utr.? neutr.?, Pl. -kinner) für Kinder bilden lässt, deutet darauf hin, dass es sich um eine Markur einer sozialen Rolle handeln kekünne.

Ergo lässt sich das Prinzenschema auch erweitern:
die Prinzihomestrin, die Prinzihomwerin, die Prinzihomessin, die Prinzigamestrin, die Prinzigamwerin, die Prinzigamessin, die Prinzikunestrin, die Prinzikunwerin, die Prinzikunessin usw. usf..

* Generell stellt sich naturl die Frage, wer eigene Wörter für Fremdzuschriebe überhaupt nutzen sollte: die Betroffenen haban wenig Interesse, diese zu verwenden, und andere erkennan sie nicht als reine Fremdzuschriebe.

13
Sprache / Re: Klarmachen zum Gendern!
« am: 2020-12-30, 14:12:10 »
Ich erlub mir mal, die entsprechende Wiki-Seite zu befüllen und dabei noch einige stärkere singurle Dative erzugänzen.

Inzwischen kamen mir zwei Möglichkeiten zur weiteren Verkomplizur des Genus in den Sinn:

2. Unterscheidung zwischen Fremd- und Selbstzuschreibung des Genus: Ein Standbild („Selbstzuschreibung“ Neutrum, sage ich mal) wird fälschlich für einen lebendigen Menschen gehalten (Fremdzuschreibung z.B. Utrum). Der ich von dieser Begebenheit erzähle, drücke ich das in einem entsprechenden Genus (Neutrum-selbst-Utrum-fremd) aus. Die Gesamtzahl der Genera würde dadurch glatt mal quadroren, zusammen mit 1) auf sechsunddreißig!

Nun, vielleicht ließe sich so etwas aber (statt über das Genus) über Prä- und Suffixe umsetzen. Es gibt ja schlielß schon das -wesen, das einerseits ein Lebe-wesen (egal ob melnsch oder nichtmelnsch) bilden kann, aber auch gewisse abstrakte Dinge (Bankwesen, Staatswesen usw.). Nun ist wesen ja synonym zu sein. Und da gibt es doch noch einige weitere Wörter mit Ahln zu Formen von sein: die -ware ist also unbeluben, der -wer ist ein ausgestorbenes Wort für „Mann“, der -sinn stünde für Abstraktes, und gewiss fänden sich dann auch noch weitere Wörter, für kollektive (Ge…e?) und einzelne Dinge, (Menschen- und Tier-)Kinder (vllt. durch -ken?) und Erwachsene, usw.. Durch Prä- und Suffixverwand und Kombination entstünden dann alle Varianten von Sein und Schein, die -werin, der -sinnerich, der -warich, usw.. Fragt sich bloß noch, ob der Werwolf jetzt ein für einen Wolf gehaltener Mann oder für einen Mann gehaltener Wolf ist…

14
Sprache / Re: Klarmachen zum Gendern!
« am: 2020-12-23, 14:49:13 »
Ja, das mit dem M jefrage ich mich auch, intschiede mich dann aber doch dafür, schlielß teilt sich das Maskulinum diese And ja mit dem Neutrum. „derm“ jawäser auch eine Molg, aber da hätte man* dann so viel auffälliges Gederm drin. Oder eben was Vokalisches (do, deo, dei, dey…?).

Eine Molg jefallt mir noch ein: der Dativ ließe sich auch auf -eu bilden: Artikel: deu und eineu, Pronomen: henneu. Also: deu/eineu Nachbare, Pianiste, deu/eineu Zauberen, Mörderen, deu/eineu Arzten.

Eine andere Sache, wozu ich gerne Miene läse, ist, ob der Akkusativ-Artikel nicht vielleicht eher ein statt einet heißen sesülle, also det erfolgreichen Arzten, aber ein erfolgreichet Arzten, statt einet erfolgreichen Arzten. Das klänge dann vielleicht mehr nach dem Neutro, aber weniger nach einem verkuppenen Genitive, oder?

15
Sprache / Re: Klarmachen zum Gendern!
« am: 2020-12-18, 18:27:03 »
Ja, das mit dem M jefrage ich mich auch, intschiede mich dann aber doch dafür, schlielß teilt sich das Maskulinum diese And ja mit dem Neutrum. „derm“ jawäser auch eine Molg, aber da hätte man* dann so viel auffälliges Gederm drin. Oder eben was Vokalisches (do, deo, dei, dey…?).

„Wer“ hingegen unterscheidet ja eigelnt sowieso nicht zwischen malnn und weilb (das ließe sich naturl auch einführen…). Insofern sesülle „Wer, so dieses Angebot bekommen hat, sich dagegen entschied, (selb) sollte hiese Entscheidung überdenken” im Grunde genügen…

*„man“ ist naturl auch so ein fralges Wort: zumindest im Nominativ bezieht es sich aber unterschiedslos auf alle Geschlechter.

Seiten: [1] 2 3