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Themen - Fleischers Karsten

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Neue Ideen / Rekursiv Plural/Singular Buld
« am: 2020-05-22, 20:44:32 »
Ein Freund auf einer sozialen Netzwerkplattform schrieb dort vorhin dies:

"Als mein Studium der Medienkulturwissenschaft zur Sprache kam, meinte ein Bekannter: "Medien werden ja als Medium immer wichtiger" -  ein recht unbeholfener Versuch, diesem Fach Relevanz abzugewinnen, der jedoch versehentlich dessen zentrale Themen und Probleme erfasste.
Ich weiß auch nicht, warum mir dieser Satz nach immerhin sieben Semestern nicht selbst geglückt ist..."

Medien werden zum Medium, der Plural wieder zu Singular. Wenn andere Medien dazu kommen, haben wir eine rekursive Struktur.

Ich habe mir bisher nicht die Mühe gemacht, nachzuschauen, ob wir so etwas schon mal hatten.

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Neue Ideen / Monotonie in der Kolonie
« am: 2011-04-11, 21:40:11 »
Das Kölsche neigt bekalnnterweise zu merkwurden Lautverschliffen und Kontrahuren. Eine der beachtenswertesten Kotrahuren ist wohl der Name der Stadt Köln selbst, schufen die Einheimischen es doch, den lateinischen Bandwurm "Colonia Claudia Ara Agrippina" auf gerade mal vier Buchstaben zu verkürzen. Ich gehe jetzt der Einfiech mal davon aus, dass es tatsalch nur die "Colonia" bezeihwies die "Kolonie" war, die da kontra gehoren ward.

Daraus kekünne man ein schönes einfaches Schemum etwickeln, welches sich eventüll noch auf ein richtiges Schema erweitern ließe (um noch mal einen diminutiven Singular anzubringen, der noch nicht einmal in der Liste steht).

Also: Bei Worten mit der And "-onie" wird selbige zu einem "-n" und der nächstliegende Vokal davor wird umgelauten. Der umgelautene Vokal ist kurz auszusprechen, um dies deult zu verichen ist eine Verdulpp des folgenden Konsonanten erlioben:

Beispüle:

Monotonie - Monötn, Monöttn
Homophonie - Homöphn, Homöphphn
Harmonie - Härmn, Härrmn

Das passt sehr gut auf die Kölsche Sprooch, kann man doch damit "Mir ist langweilig" als "Isch han de Monöttn" ausdrücken. Hört sich an wie Ur-Kölsch.

Da die Stadt Köln im dortansässigen Voksmund "Kölle" heißt, dedürfe das alnde "n" auch zum "e" werden - die Konsonantendulpp ist dann Zwang:

Monötte
Homöphphe
Härrme

Die Buld des Adjektivs ist offensulcht:

Köln -> kölsch
Monötn -> monötsch

Erwiertvorschläge zu diesem Schemum kamen bereits von einigen perVersen.

-anie:
Kann man grundsaltz genauso behandeln.

Onanie: "Ich war bei Beate Uhse einkaufen und gebe mich gleich zuhause der ausgiebigen Önn hin."

Pony:
Endet zwar nicht ganz auf "-onie" und es gibt keinen Vokal mehr, der umgelauten werden kekünne. Als Ersatz für den nicht vorhandenen Vokal tritt ein "w" ein: "Das Leben ist kein Pwnhof."

Grundsaltz ließen sich alle Substantive auf "-(a/e/i/o/u)n(ie/y)" mittels dieses Schemums stärken, aber das "Pony" zeigt bereits, dass man unter gewissen Umständen improvisieren muss:

Polyphonie:  Das "ÿ" gips zwar, aber nicht jetzt hat es auf seiner Tastatur zur Verfug. Ein Adäquator wäre das "ü". "Polüphn" sei daher genahmogen.

Manie: Das "M" mit Pünktchen drüber gips zwar in Darmstadt als Werbeenblem, aber nicht im Unicode-Zeichensatz. "Ÿm" bzw "Üm" kann als Adäquator angesehen werden, daher "Ÿmn" bzw "Ümn".

Genie: Ahlne Probelmt wie bei der "Manie" Los: "Gÿn", "Gün" oder "Gwn".

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Neue Ideen / Satznegation
« am: 2008-12-09, 17:54:34 »
Im Mhd. wurde ein Satz in der Regel durch die heute nicht mehr gebraulchen Negationspartikel ne/en vernienen, die unmittelbar vor dem Verb auftoochen. Dies kekunn auf zwei Weisen passieren:

1.) proklitisch mit dem Verb verbunden:
   nu enwelle got ‚das möge Gott nicht zulassen’
   ich enweiz ‚ich weiß nicht’
2.) enklitisch mit dem vorhergehenden Wort verbunden:
   erne kumt ‚er kommt nicht’

Das ist schön und sesölle auch im Neutschen wieder so sein:
   Das enmöge Gott zulassen.
   Ich enweiß.
   Erne kommt.


Im Mhd. wurde auch häufig noch ein zusaltzes niht dazugestollen, welches in Nhd. Die Standardnegation ist:
   Erne kumt niht.

Umgangssprulch setzen auch wir heute gerne noch ein zusaltzes Ne an den Anfang des Satzes:
   Ne, er kommt nicht.

Dieses Ne wandert jetzt im Neutschen quasi ein wenig weiter im Satz bis vor das Verb:
   Erne kommt nicht.

Aber es kekünne durchaus noch davorne stehenbleiben, um der Vernien noch stärkeren Ausdruck zu verleihen:
   Ne, erne kommt nicht.

(Wir schmeißen somit die erbsenzählerische Pedanterie des Nhd., die Negationen quasi mathematischen aufzufassen und paarweise gegeneinander aufzuheben zu wollen, über Bord – wie es ja in der Umgangssprache auch der Fall ist.)

Im Mhd. kekunnen dann noch verschiedene Negationsadverbien oder –pronomen dazutreten.
Negationsadverbien sind im Mhd.:
nie ‚niemals’
niemer ‚niemals’
niender(t) ‚nirgendwo’, ‚absolut nicht’
niene ‚absolut nicht’
niener ‚nirgendwo’, ‚absolut nicht’
niergen(t) ‚nirgendwo’, ‚absolut nicht’

Und Negationspronomina:
nehein/dehein ‚kein’
nieman ‚kein’
neweder/deweder ‚keiner von beiden’

Im Nhd. Sind Negationsadverbien:
   nie, niemals
   nirgends, nirgendwo
   nicht


Und Negationspronomina:
   nichts
   niemand
   nirgendwas
   nirgendwelche
   nirgendwer


(Die letzten drei sind wohl standardspralch nicht ulb, werden aber umgangsspralch häufig verwandt.)

Da fällt doch was auf: Zu fast allen dieser Adverbien und Pronomina gibt es Antonyme (niemals – jemals, nie – je, nirgends – irgends, niemand – jemand), nur zu nicht und nichts nicht. Die gab’s damals aber und hießen – oh, Wunder – icht und ichts. Diese gehören naturl auf wiedereingefiohren!

Umgangssprachlich hat sich zumindest icht glaubich noch erhalten – in Sätzen wie:
   Der macht das echt.

So keine Zeit mehr. Morgen vielleicht noch ein paar mehr Ideen.

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Sprache / -nis neutral oder weiblich
« am: 2008-11-26, 22:33:04 »
Mir ward söben eine komische Frage gestollen: hieße es das oder die Erfordernis?

Ich tap naturl blind auf die. Die Mannheimer Düden behaupten aber das.
Es gibt aber die Erkenntnis, Empfängnis etc.

Gips irgendwelche Genusregeln für die -nisse?

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Neue Ideen / segitim
« am: 2008-11-04, 22:38:44 »
Das Wörtchen legitim schoss mir vor ein paar Stunden durch den Kopf. Es leitet sich von lateinisch lex  (= Gesetz) ab und heißt so etwas wie gesetzmäßig.

Da fiel mir dann das bisher noch nicht existente Wörtchen segitim ein. Ein molger Dialog:

A: Na, wie läuft denn mit deiner neuen Freundin?
B: Ach, ein bisschen hohl inner Birne isse ja schon, aber dafür sehr segitim.


Also sexmäßig alles in Ornd.

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Sprache / hörich
« am: 2008-11-03, 16:55:21 »
Fritz Mauthner macht im dritten Band von "Sprache und Grammatik - Beiträge zu einer Kritik der Sprache" eine erstaulne Entdak:

Für die Zufälligkeit dieser sprachlichen Gewohnheiten findet sich in meiner Heimat ein sonderbares Beispiel. Anstatt des schön geformten Satzes "ich höre, du habest dich verlobt" sagt man da regelmäßig "du hast dich, höre ich, verlobt". So wie ich das hier niederschreibe, könnte man glauben, es sei einfach — wie fast regelmäßig in der Umgangssprache — die indirekte Rede aus Bequemlichkeit durch die direkte ersetzt worden. Nach dem Sprachgefühl der Deutsch-Böhmen liegt die Sache aber anders. Der grammatische Nebensatz "du hast dich verlobt" wird unbedingt als Hauptsatz empfunden; der Hauptsatz "ich höre" oder "höre ich" wird nicht einmal als ein Nebensatz oder als Parenthese empfunden, sondern vielmehr als ein Adverbium. Er wird ganz ohne Frage "hörich" ausgesprochen und nach der Analogie eines ähnlichen tschechischen Wortes (pry) etwa so empfunden wie das weitläufigere "einem ondit zufolge". (Ähnlich, wenn auch weniger stark, in andern deutschen Mundarten.) Wie so häufig in der Entwicklung der Sprache erzeugt dabei die Verarmung in der einen Richtung eine Bereicherung in anderer Richtung. Es wird da (ebenso in andern Mundarten) ein Adverbium des Hörensagens geschaffen. Überhaupt ist es für den Sinn vollkommen gleichgültig, ob ein Teil des Satzgefüges die grammatische Form des Hauptsatzes angenommen hat oder nicht. Auf die Assoziationen unseres Gedächtnisses kommt es an, auf unsere Erinnerungen an die Wirklichkeitswelt, nicht auf die Sprachkategorien.

Ahln verhält es sich MUSEN mit "ich sag mal" am Anfang oder "sag ich mal" am Ende (gesprochen "ichsachma" und "sachichma") eines Satzes. Gips noch andere Phrasen, die eigalnt einen Hauptsatz darstellen, aber eher adverbial empfunden werden?

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Sprache / darstellen
« am: 2008-09-05, 22:11:59 »
Kann man darstellen ohne Akkusativobjekt benutzen?

Ich stellte in dem Film "Gedenken an Paulina" dar.
Ich stellte unter der Fuchtel der Regissöse dar.

oder

Ich darstellte in dem Film "Gedenken an Paulina".
Ich darstellte unter der Fuchtel der Regissöse.


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Omnia licent / PerVers 9
« am: 2008-08-19, 22:54:55 »
Liebe bereits Perverse und solche, die es werden möchten.

Die näxte PerVers berohmen wir an für den kommenden April 2009. Stattfinden wird sie in (Leverkusen-)Opladen, und zwar im Rahmen der Leverkusener Buchwoche. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, uns alle zu treffen und dann noch kurz einen Lebendig-Auftritt hinzulegen (Weil's in Opladen nicht richtig was zu gucken gibt. Da müssen wir halt was anderes machen). Der Termin wäre somit Samstag, der 25. April (nicht der 28., wie ich fällscherweise in Hamburg kundtat).


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Neue Ideen / press
« am: 2008-07-01, 22:37:29 »
Ein mir follkommen unbekanntes Adjektiv lautens press kam mir bei den Verarbittvorschriften der Firma Rigips zu Auge:

Die Dämmstoffbreite ist so zu wählen, dass die Dämmmatten press zwischen den Holzbalken sitzen.

Der taz ist dieses Wörtchen auch bereits aufgefallen - siehe hier.

Momentan bin ich zu faul, nach anderen Beispülen zu suchen, aber es dedürfen noch so einige ungewohlne Adjektive nach diesem Schema zu finden oder erfinden zu sein.

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Späße / Das Imperium schlägt züruck
« am: 2008-06-03, 21:10:48 »
Züruck statt zurück ... dieser Schriebfuhler unterlief mir selber des öfteren.

Heute saß ich in einer griechischen Imbissbude. Die Inhaberin unterhielt sich mit einer deustchen Gästin. Es ging um gemeinsame Bekannte, die wohl derzeit irgendwo urlauben. Die griechische Pommesbudeninhaberin erzuhl mehrmals, dass der Ehemann wohl früher züruck käme als seine Frau, aber die Frau am Freitag auch züruck sei.

Wir wissen ja aus der deustchen Sprachgeschichte, dass ein i einen Umlaut in der Silbe davor evozieren kekunne. Kann nun auch ein Umlaut sich in die Silbe davor einbetten und die nachfolgende ablauten?

Also:
Fündstuck statt Fundstück
pömpos statt pompös
Sändformchen statt Sandförmchen

Übrigens - über die Schreibwies Bratling oder Brätling für Frühkartoffeln scheinen sich weder Köche noch Kartoffelverkäufer ein zu sein.

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Späße / Fleischers Fachgeschäft
« am: 2008-05-18, 19:44:20 »
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person stelle ich jetzt mal die Sketchreihen "Fleischers Fachgeschäft" und "Kultur auf dem Bügelbrett" ins Forum ein.

Von "Fleischers Fachgeschäft" gips nur drei Folgen. Sind alle schon mal lebendig aufgefohren (mit mir als Verkäufer und meiner Vermieterin als Kundin) worden. Der erste seit gestern sogar zum zweiten Mal (mit mir als Verkäufer und dem rrr51 als Kunden).


Verkäufer: Guten Tag. Womit kann ich dienen?
Kundin: Ich hätte gern ein Mitbringsel.
Verkäufer: Mitbringsel sind aus, aber wir haben noch Mitbringe.
Kundin: Was ist denn der Unterschied?
Verkäufer: Das sagt doch schon der Name: Mitbringe sind größer als Mitbringsel.
Kundin: Wie groß ist denn so ein Mitbring?
Verkäufer: (deutet mit großem Körpereinsatz gigantische Ausmaße an) Ungefähr so.
Kundin: Das ist mir aber zu groß.
Verkäufer: Wir hätten da auch noch Abholsel anzubieten, die sind etwa genau so groß wie Mitbringsel.
Kundin: Ja, dann nehm' ich so ein Abholsel.
Verkäufer: Holen Sie es selber ab, oder jemand anderes?
Kundin: Warum?
Verkäufer: Ich muss doch wissen, ob es sich um ein Selbstabholsel oder um ein Fremdabholsel handelt.
Kundin: Ich selbst.
Verkäufer: Und wann holen Sie es ab? Morgen?
Kundin: Ich nehme es sofort mit.
Verkäufer: Das geht nicht.
Kundin: Warum?
Verkäufer: Weil ein Abholsel abgeholt werden muss. Ich könnte Ihnen allerdings ein Sofortmitnehmsel anbieten.
Kundin: Ja, dann nehm ich das.
Verkäufer: Das hätten Sie auch einfacher haben können. (Reicht der Kundin das Sofortmitnehmsel) Hier bitte, Ihr Sofortmitnehmsel.
Kundin: Dankeschön. Auf Wiedersehen.

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Neue Ideen / KKKK Arndvorschlüge
« am: 2008-04-29, 22:17:45 »
Es strebt mir wieder und wieder wider, unter Anwand der KKKK aus mähen so was wie mumb zu machen. Wo sesölle das b denn herkommen? Es gibt keinen Plosiv oder Frikativ der dieses zu Recht fertigen kekünne.

Deshalb mein Vorschlag, das b im Kennjokus der folgenden fünf Wörter einfach wegzulassen (und sogleich das -ende):

mähen   mam   mäme   gemom   (Ablautreihe 2, wie gebären)
muhen   mum   müme   gemum   (Das Muhen der Kuh ist so gleichform, dass es sich nicht lohnt, abzulauten.)
mühen   mom   möme   gemom   (Ablautreihe 6, wie lügen, leider Kolluss im PP II mit mähen, aber was soll's)
nahen   nun   nüne   genan   (Ablautreihe 4, wie tragen)
nähen   nan   näne   genon   (Ablautreihe 2, ebenfalls wie gebären)

Auch bei wehen gefiele es mir besser, wenn das b nicht auftöche, daher:

wehen   wow   wöwe   gewon   (Ablautreihe 2, wie fechten. Das w vor n im PP II [eigalnt gewown] wird assimiloren.)

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Neue Ideen / Beethoven besoffen?
« am: 2008-04-29, 21:46:17 »
Auch Beethoven hat sich angelb der Verdeutsch einiger musikler Begriffe gewomden. Sein Vorschlag aus dem Jahre 1816, Pianoforte durch Hammerklavier zu ersetzen, klingt noch halbwegs plausilb. 1825 empfahl er aber:

Tonstreitwerkversammlung (für Konzert)
Schmettermessingwerker (für Trompeter)
Kunstzeitvertreibliebender (für Dilettant)

(Es wird allerdings davon ausgegangen, dass nicht Beethoven selbst, sondern sein Neffe Karl diese Verdeutschen erfunden hat, um seinen Onkel zu amüsieren.)

Der "Allgemeinen Musikalischen Zeitschrift" dedürfe es jedochen zu verdanken sein, dass Beethoven (oder sein Neffe) auf diese Ideen kamen. So schlug diese folgende Verborsse vor:

Dünnsang (Tenor)
Grundsangwerker (Bass)
Tiefholzwerker (Fagottist)
Sanftrohrwerker (Flötenspieler)
Klangmachwerkerei (Instrumentalmusik)

Für das Pianoforte gab es eine weitere Verdeutsch, deren Herkunft ich aber nicht weiß: Starkschwachtastenrührbrett (das geht ja schon mal gar nicht, weil die Taste von lat. taxare herkümmt).

Ich gregrolb jetzt schon einige Stunden über eine Verdeutsch der Saiteninstrumenten, kam aber zu keinem richtigen Ergebnis, zumal man da zwischen Streich- und Zupfinstrumenten unterscheiden muss.

Vielleicht wäre Hohlholz ein erster Ansatz (dies kekünne jedoch auch auf die Holzblasinstrumente passen):
Großbespannstreichhohlholz für Kontrabass
Bespannzupfhohlholz für eine normale Klampfe
Strombespannzupfholz für eine E-Gitarre
Strombespannzupfhohlholz für eine halbakustische E-Gitarre

Wie bezeichnet man Oboen, Harfen, Xylo- und andere -phone? Der große Meister ließ elte Fragen offen.

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Neue Ideen / Schlifte Schricht
« am: 2008-04-17, 21:18:25 »
Im Mittel- und Niederfränkischen gab es einen charakteristischen Übergang von -ft- nach -ht- bzw. -cht- (z.B. Kraft > Kracht), der sich auch in einigen Hochdeutschen Worten niedergeschlagen hat (z.B. mhd. niftel > Nichte, mhd. geruofte > Gerücht, sanft > sacht, Schaft > Schacht, after > achter).
Im Niederländischen/Flämischen heißt es auch Kracht (leerkracht = Lehrkraft), die Gracht hat wohl den Stamm mhd. graft (= Graben o. Begräbnis). „Webster's Third New International Dictionary“ verweist unter dem Stichwort shift auf mnd. schiften/schichten. Auch andersherum scheint im Englischen gelaufen zu sein: unter draught/draft wird auf ahd. traht, trahte (davon nhd. tragen, Tracht) verwiesen.
Andere Worte, bei denen dieser Wechsel anscheinend in der einen oder anderen Rucht stattfand: beschwichtigen (ahd. gi-siwftōn, mhd. swiften „stillen“, engl. swift), echt (asächs. ahd. mhd. ēhaft „gesetzlich“), Schlucht (mhd. sluft „Schlupfwinkel“) und sogar der Schachtelhalm (engl. shavegrass, da dieser zum Ausschaben von Gefäßen verwandt ward).

Insbesondere bei transitiven Verben wie beschriften oder verkraften lässt sich mit diesen Wechsel im Ind. Präs. 2. + 3. Pers. das -est oder -et sparen (analog zu fechten: 2. fichst/3. ficht):

beschriften   2. beschrichst/3. beschricht   beschracht   beschrüchte   beschrochten
verkraften   2. verkrachst/3. verkracht   verkriecht   verkriechte   verkrachten


(Bei verkraften sind Verwolchse mit verkrachen und verkriechen ausgeschlossen, da die zugehörigen Objekte entweder in einem anderen Fall stehen, oder mit einer anderen Präposition.)

vergiften   2. vergichst/3. vergicht   vergacht   vergüchte   vergochten
verhaften   2. verhachst/3. verhacht   verhiecht   verhiechte   verhachten


Bei einfachen Verben traue ich selbst diesem Schema nicht - so pieße etwa stiften - 2. sichst/3. sicht nicht.
Aber bei wirtschaften, kundschaften, entkräften, vergesellschaften, vergewerkschaften, verklüften, beanschriften und beauskunften u.ä. kekünne es durchaus funktion ieren. War nur zu faul, das jetzt selber durchzuführen.

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Kultur / Berufsbilder
« am: 2008-04-12, 22:49:02 »
amarillo schuf bereits zwei sehr geniale Gedichte zum Thema "Berufsbild". Ich versooch mich auch mal dran. Naturl erreiche ich nicht amarillens Qualitäten. Es kekünne jedoch ein Anreiz sein, die Reihe "Berufsbilder" fortzuführen.

Berufsbild: Zuckerstreuer/Sahnespender

Der Herbert war ganz ein treuer
pflichtergeb’ner Zuckerstreuer
Den Damen er den Kaffee zarck
gleich ob dünn, mittel oder stark.

Doch, die Damen gingen auf Diäten
Woraufhin der Kellner ward gebeten,
zu bringen anstatt seiner ihn
das Döschen voll mit Saccharin.

Mit der Diät - das kennt jede Frau -
nahmen’s die Damen nicht so genau.
Und schnell einen neuen Job er fand,
indess er den Damen Sahne spandt.

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