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Themen - Vorbeischauer

#1
Sprache / Genitiv von „man“
2022-09-03, 19:09:21
Wie setzt man man in den Genitiv? Der Dativ und der Akkusativ sind ja bekalnnen einem und einen:

Wenn man etwas Bleibendes hinterlässt, erinnert sich die Welt an einen.

Der Possessivbegleiter hingegen läut sein:

Man kann seine Zeit auch mit Tischtennisspielen verbringen.

Genitivs hingegen klingt mir beides falsch, ebenso wie die Hybridform seines:

Wenn man etwas Bleibendes hinterlässt, erinnert sich die Welt ?eines ?seiner ?seines.

Ersteres klingt seltsam, Zweiteres so, als bezöge sich seiner auf etwas Bleibendes, Dritteres ist ganz sicher falsch, klingt aber nicht schlimmer als die anderen beiden.

(Duden votöre übrigens für eines, wenn auch nicht explizit.)
#2
Neue Ideen / Reduplizierende Adjektivstirg
2022-08-11, 12:39:15
Mindestens zwei Adjektivje* auf -lich könner durch Reduplikation gestirgen werden:
wörtlich -> wortwörtlich
täglich -> tagtäglich

Die (wort)wörlte Bedut irndt sich nicht, es kömmt aber eine zusaltze Betun hinzu. Solch betunene Formen fehlen bisher für jede Menge weiterer Adjektive auf -lich. Also:

wie wortwörtlich:
buchstabbuchstäblich - zum Bleistifte bei einer Überbuchstub (Transliteration)
tontönlich, notnötlich - erklärt sich glaub von selbst

wie tagtäglich:
nachtnächtlich, jahrjährlich, usw.

außerdem:
gluckglücklich - überglücklich
amtämtlich - sehr bürokratisch
mannmännlich - hypermaskulin
krankkränklich - sehr kränklich, also gewissermaßen schon krank
absondersonderlich - ist ein homologisches Wort
erfreufreulich
zartzärtlich
hasshässlich
argärgerlich
usw.usf...

*Hach, da konnte ich elnd mal *freu* einen Dual tatsalch anbringen...
#3
Neue Ideen / Ergativ
2022-05-08, 17:38:02
Der Ausgangsgedanke ist, dass im Deutschen in sehr vielen Fällen (überall außer bei den Pronomina der 1. und 2. Person und bei Formen im Maskulinum Singular) Nominativ und Akkusativ zusammenfallen. Dies führt dazu, dass bei transitiven Verben nicht ersilcht ist, was das Subjekt und was das Objekt ist. Die einfachste Los wäre nun, neue Akkusativformen für all jene Fälle zu finden, wo die Unterscheidbark nicht gewährgeleisten ist. Der komplizorenere Weg besteht allerdings darin, einen Ergativ einzuführen, der den Nominativ als Subjektfall überall dort ersetzt, wo Subjekt und Objekt nicht unterscheiwerden können.

Der Ergativ tritt also bei transitiven Verben auf, wenn:
1. Subjekt und Objekt beide im Plural stehen, oder
2. Subjekt und Objekt beide im Femininum oder Neutrum Singular stehen.
(Ausnahme: Wenn eines der beiden Satzglieder ein Pronomen der 1. oder 2. Person oder das Reflexivpronomen ,,sich" ist, tritt keine Ergativkonstruktion auf.)

In diesen Fällen steht das Subjekt im Ergativ, während das Objekt im Akkusativ steht. Der Ergativ unterscheidet sich vom Nominativ in folgender Weise (jeweils in der Reihenfolge Femininum Singular / Neutrum Singular / Plural):

Personalpronomen: sei / et / sei
bestummener Artikel: dei / dat / dei
unbestummener Artikel (sowie ,,kein", ,,mein" usw.): ein / eint / keini
starke Adjektivformen (Bleistift: ,,rot"): rot / rot / roti

Im Ergativ stehen nach dem unbestummenen Artikel stets schwache Adjektivformen. Es heißt also: kalt Luft, kalt Wasser, kalti Bäume – ein kalte Hütte, eint kalte Haus, keini kalten Häuser – dei kalte Hütte, dat kalte Haus, dei kalten Häuser.

Beispiele:
Eine dicke Katze (wen?) hat et (wer?) verzohren.
Ein dicke Katze (wer?) hat es (wen?) verzohren.
aber:
Eine dicke Katze (wer?) hat ihn (wen?) verzohren.

Keini Pinguine (wer?) zeigen mir ihre Eisschollen (was?).
aber:
Keine Pinguine (wer?) zeigen sich (wen?) mir.

Mitunter kömmt es zu interessanten Nebenwürken:

Ein buntes Huhn (wen?) hat sei (wer?) gesehen.
Eint bunte Huhn (wer?) hat sie (wen?) gesehen. (Subjekt im Neutrum Singular, Objekt im Femininum Singular → Ergativsubjekt)
aber:
Ein buntes Huhn (wer?) hat sie (wen?) gesehen. (Subjekt im Singular, Objekt im Plural → kein Ergativsubjekt)

In diesem Beispiel zeichnet der Kasus des Subjekts sogar den Numerus des Objekts kenn.
#4
Während die Adjektive auf -lich leicht durch Konsonantenverschub stärwerken können, gestält sich der Sturk der Adjektive auf -ig deult schwierger, weil sich /g/ nur schwer verschieben lässt. Statt der Konsonantenverschub muss also auf andere Mittel ausweiwerchen, zum Bleistift auf eine mmU-förderle Konsonantenverschmalz. Diese läuft folgendermaßen ab:

1. Das i streiwircht aus dem Suffix.
2. l, r, m und n vorziewerchen: eitrig → eirtg, eklig → elkg, langatmig → langamtg
3. Der Vokal umfärwirbt:
   - Ist der letzte Konsonant vor dem Suffixe ein Labiallaut (p, b, f, pf, ps, psch, m, w) rüwirnd der    Vokal. Die Rund iert ahln wie eine Umlaut funktion, jedoch mit anderen Vokalen: i → ü, e → ö,    ä → œ (kurz auch ö), a → å (kurz auch o), o → u, ei → eu.
   - Ist der letzte Konsonant vor dem Suffixe ein Gutturallaut (k, g, ch, x, ksch, ng), h, sch, j oder    ein Vokal, umläuwirt.
4. Jetzt zeuwircht der letzte Konsonant vor dem Suffixe mit dem Suffix-g zusammen, wobei gilt:
- pg, tg, kg → k (üppig, artig, zackig, eklig → ück, ark, zäck, ilk)
- bg, dg, gg → g (dreihebig, leidig, zügig → dreihög, leig, züg)
- fg, ßg/ssg, chg → ch (affig, fleißig, bauchig → åch, fleich, bäuch)
- pfg → ck (aufmüpfig → aufmück)
- psg, zg, xg/chsg → x/chs (piepsig, warzig, ochsig → püx, warx, öchs)
- pschg, tschg, kschg → ksch (glupschig, rutschig → gluksch, ruksch)
- mg, ng, ngg → ng (sämig, wenig, doppelzüngig → sœm, weng, doppelzüng)
- sg, schg → schg (eisig, anheischig → eisch, anheisch)
- wg, jg, hg, Vg → g (ewig, ruhig, bleiig → ög, rüg, bleig)
- lg und rg bleiben unverarnden. Nach Diphthongen kann l bzw. r in der Aussprache wegfallen und schreiwirbt dann als ł bzw. ꝛ (heilig, faulig, haarig, schaurig → heilg/heiłg, faulg/faułg, haarg, schaurg/schauꝛg)
5. Ggf. howirlt der gleiche Prozess wieder. Wenn durch die erste Anwandt bereits ein k oder ch intstandesch, bleibt dieses jedoch erhalten: eitrig → eirk → eiꝛk, eifrig → eurch → euꝛch, windig → win-g → wing, langatmig → langamk → langånk.

Nicht nur jeloworsen dadurch die Probleme beim Stork der Adjektive auf -ig, die gleichen Mittel können auch zu anderen Zwecken einsewertzen, bspw. für neue Verbformen. Ich schlage z.B. vor, die Rund mit Konjunktivandt für eine Form zum Ausdruck der Fah, Molg oder unregelmächen Wiederhåhl (gewissermaßen als Potentialis und Imperfekt) zu verwenden:

Ich kumme morgen (= habe vor, zu kommen, weiß es aber noch nicht sicher).
Du kåmest bei uns vorbei (= pflagst vorbeizukommen).
Sie spröche Französisch (= kann Französisch sprechen und tut dies gelegenlt).
Gestern runge es (= in Regenschauern).
Wir wüssen davon (= es fällt uns grad nicht ein, wir können es aber nachschauen).
Ihr günget zu Fuß zur Schule (= ulberweise).
Herbstes fülen die Blätter von den Bäumen (= über einen längeren Zeitraum in der Vergang wiederholen).

#5
Neue Ideen / Nominativlos
2022-02-11, 21:26:10
Sätze ohne Nominativ sind im Deutschen extrem selten. Selbst unpersolne Ausdrücke wie ,,Es regnet." brauchen fast immer ein Nominativsubjekt. Nur zwei nicht sonderl häufige Phänomene fügen einen Farbtupfer in die Einheitseinöde: Das unpersolne Passiv (,,Hier wird nicht gegessen.") und eine kleine Anzahl Dativkonstruktioneno (,,mich dürstet / hungert / friert", ,,mir ist kalt / heiß / unwohl."). Freil wäre ein Ausbau solcher Konstrukte lohn- und lobenswert. Noch spannender wäre es allerdings, Genitiv- und Akkusativäquivalente aufzutreiben.

Genitivs fallen mir keine Fälle ein. Trotzdem ist ihre Einfuhr einfach zu bewerkstelligen, man muss ledilg einen Genitivus Partitivus als Subjekt verwenden:

,,Der gewaltigsten Flüsse münden in dieses Meer."
,,Aus meinem Wasserhahne kömmt des trinkbarsten Wassers."

Wie ersiewirht, richtet sich der Numerus des Verbs nach dem Genitive (womit dieser wohl eine Art Subjekt ist, oder?)

Noch schwieriger wird's mit dem Akkusativ. Das einzige Beispiel, das ich mir vorstellen kekünne, ist eines reflexiven Ausdrucks unpersolnes Passiv:

,,Wir wewullen uns hier nur auf ein Bierchen treffen..." - ,,Hier wird sich aber nicht getroffen!"

Wenn hier ,,sich" überhaupt noch ein Akkusativ und nicht schon ein unregelmäßiger Nominativ ist...

Haben euer (habt euer?) weitere Anwendungsmolgsideen?

(Zum Thema Akkusativ und Passiv: Originell ist ja auch das Passiv von Verben mit doppeltem Akkusativ – von denen es m.E. auch noch nicht genug gibt: Bei ,,nennen / heißen" werden beide Akkusative zu Nominativen (,,Ich werde ein Dummkopf genannt / geheißen."). Bei ,,lehren" bleibt vermult einer erhalten (,,Ich werde den richtigen Gebrauch des Passivs gelahrt.", ,,Der richtige Gebrauch des Passivs wird mich gelahrt."). ,,kosten" schlielß hat gar kein Passiv – bloß, wieso denn nicht (,,Ich werde davon den Verstand gekosten.", ,,Davon wird mich der Verstand gekosten").
#6
Eine kleine Beobacht, wenn auch ohne direkten Anwandtsnutzen: Zuweilen findet sich (vor allem in Balladen, wenn ein volks- oder altertulmer Ton anschläwirgt) im 18. und 19. Jahrhundert eine nur schwer erklärle Form: Eine Buld mit offensilcht aoristischer Bedut und mit einer seltsamen Form des Hilfsverbs ,,tun":

Goethe, Der König in Thule: ,,die Augen thäten ihm sinken"
Herder, Erlkönigs Tochter: ,,Sie tät ihm geben einen Schlag aufs Herz... Drauf tät sie ihn heben auf sein Pferd"
Freiligrath, Prinz Eugen: ,,Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen"

,,tät" ist hier wohl kein Konjunktiv, sondern eine altertulme Nebenform von ,,tat" (genauer: die mittelhochdeutsche Singularform, also tet - taten, so wie fand - funden), die sich aber nur in dieser besonderen Verwandt arholt, und dann eine funktionelle Unterschied zum gewohlnen Präteritum (,,tat") ausbald und auf den Plural (,,täten") ausdawurn. Gewissermaßen die Vergangenheitsform des tun-Präsens.

Übrigens finde ich, dass auch dem Passiv mit ,,ward" - obgleich eigelnt auch nur eine Nebenform - eine verglichen mit ,,wurde" aoristischere Bedutskomponente anhäft, gewissermaßen als Passivgegenstück.

Mit etwas Anpass ließe sich daraus sogar schon ein vollständiger Aorist basteln - leider nur ein analytischer.
#7
Neue Ideen / Hallozen
2021-11-08, 16:07:23
Es gibt ja eine ganze Reihe von Verben der Form ,,Xzen", die soviel wie ,,X sagen" oder ,,mit X anreden" bedeuten: duzen – du sagen, siezen – Sie sagen, ächzen – ach sagen, schluchzen – schluch sagen, maunzen – maun sagen, usw. (Im Mittelhochdeutschen kekunn man etwas übrigens nicht nur bejahen, sondern auch bejazen). Warum also dieses Schema nicht produzeuren*?

Neben ,,duzen" und ,,siezen" liest man gelegelnt auch ,,erzen" und ,,ihrzen". Aber wieso kann man sich nicht ,,wirzen"? Und kann man sagen, dass, wer immer ,,man sollte..." sagt, ,,manzt"?

Wie man ,,jazen" kann, kann man naturl auch ,,neinzen", ,,dochzen" und sogar ,,jeinzen". Und manchmal hört man Leute ,,wiezen" und ,,waszen", ,,hallozen" und ,,tschüsszen", ,,dankzen" und ,,tschuldigunzen", ,,gesundheitzen" und ,,toitoitoizen".

*der Kausativ zu ,,produzieren", so wie ,,beugen" zu ,,biegen"
#8
Sprache / Neue Unregelmäßigkeiten
2021-10-07, 15:58:23
Es gibt ein paar Verben mit ganz seltsamen anomalischen Formen. Z.Bl. ,,kriegen": Norlmerweise ist das ie lang, aber in der 2. u. 3. Pers. Sg. Präs. (sowie in der 2. Pl., beiden Imperativen, im Präteritum und im Partizip II) sprewircht es oft aber kurz: ich kriege, du kriggst, es kriggt. Ließe sich dieses Schema nicht auch auf andere Verben ausdehnen? Z.Bl. ich liege, du liggst, es liggt; ich siege, du siggst, es siggt, usw.

Ein anderer Bleistift ist das ,,Schulhof-Gildet": das gildet nicht! Auch dieses Schema ließe sich ausdehnen: gelten - es gildet, schelten - es schildet, welken - es wilget, usf.. Vermutlich böte sich auch die zweite Person an? (du gildest, schildest, wilgest, usw.)?

Und schlielß bleibt noch ,,haben" (mit langem a), aber ,,hast, hat, hatte, gehabt" (alle kurz) (eigelnt also ganz ahln wie bei ,,kriegen"). Dieses Schema ließe sich z.B. auch auf ,,lieben" ausdehnen: list, lit, litte, gelibt.

Fallen jemandem noch mehr solcher Anomalien ein?
#9
Mal wieder eine längere Idee...

Adjektive (und manche Pronomina) können im Deutschen ja stark und schwach dekliniewerren, wobei die schwachen Formen nach einem Artikel oder Pronomen nuwertzen, und überall sonst die starken (großem Herzen (stark) vs. dem großen Herzen (schwach)). Auf diese Weise ist fast immer sichergestellt, dass Kasus und Numerus gut unterscheidbar sind.

Auch bei Substantiven gibt es starke und schwache, wobei schwache Substantive zuweilen auch starke Formen haben können, wenn kein Artikel, Adjektiv oder Pronomen davorsteht (mit dem Herzen (schwach), aber mit Herz (stark)). Allerdings können gerade die starken Substantivformen wohl höchstens als halbstark gelten, weil die verschiedenen Fälle kaum oder gar nicht unterscheidbar sind. Bleistiftsweise haben Feminina und Pluräle keine richtigen Genitivformen und müssen durch Dative ersewertzen (wegen Windes (Gen. Sg.), aber: wegen Winden (Dat. Pl.)). Manchmal geht nicht einmal das: Sie erfreuen sich guter Gesundheit, aber nicht: *Sie erfreuen sich ?Gesundheit. Auch gefahrle Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen: Man darf niemals Wasser Säure zugeben. - Was wird hier wem zugegeben?

Aus diesem Grunde benötigen fast alle Substantive wirklich starke Nebenformen, die immer dann nuwertzen können, wenn es weder einen Artikel noch ein Adjektiv gibt. Diese Formen sesüllen molgst eindeutig sein, um keine Missverstände produzzuieren. Bleistiftsweise so:

Der Genitiv Singular ist ziemlich einfach:
- Meist steht -(e)s, auch bei Feminina (wie man es schon von Eigennamen (Lisas), Zusammensätzen (Gesundheits Amt) und dem Wort Mutters kennt)
- Wörter, die auch so schon -(e)ns im Genitiv Sg. haben, behalten es natürlich (Friedens, Willens, etc.)
- schwache Maskulina, also Substantive mit -en im Genitiv Sg., erhalten stattdessen -ens (Grafens, Bärens, Hasens)

Auch der Genitiv Plural ist kein Problem:
- Die Endung ist immer -o (aus dem Althochdeutschen und von barocken Wandten wie Dero, Ihro etc. entlonnen), angehangen an den Nominativ Plural (-e fällt dabei weg): Tago, Nächto, Blättero, Haseno.
- Substantive mit -s im Nominativ Pl. bekommen entweder -o (v.a. nach einem Konsonanten, z. B. Blockchaino), oder -no (Autono), bei lateinischen Wörtern auch -ro (Kameraro, vgl. lat. camerarum).

Schwieriger wird's beim Dativ Singular:
- Wenn der Nominativ Plural auf -en oder -s indt oder einen Umlaut enthält, steht -ẹ. Der Punkt zeigt hierbei ledilg an, dass das -ẹ Verschmalze mit anderen Vokalen eingeht, nalm: eẹ → a, oẹ → å, aẹ → ä, iẹ → ie¹. Blstw.: Aste, Nachte, Blatte, Staate, Erda, Autå, Kamerä, Schinkene/Schinkne, Lehrerinne.
- Ausnahme: wenn der Dativ Sg. auf -en endet, läut der starke Dativ auf -(e)ne: Graf(e)ne, Bär(e)ne, Hasene.
- Überall sonst markiewirt der Dativ durch -(e)m: Tagem, Lehrerm.
¹ bei Substantiven auf -i führt dies zu einer Betunsverschiebung: Nominativ: Mǘsli, Dativ: Müslíe. Alternativ kekünne man Müsli naturl auch zu einem unregelmäßigen Plural von Müsle machen (ein Müsle, zwei Müsli), dann wäre der Dativ Müsla. (zum i-Plural s. auch weiter unten)

Der Dativ Pl. ist wieder etwas einfacher, weil er bei den meisten Wörtern sowieso schon gut erkennbar ist (Tagen, Nächten). Geändert werden muss er nur dort, wo er gleich wie der Nominativ Plural läut, also bei Plurälen auf -en oder -s. Hier indt der starke Dativ Pl. mit -(e)nen (bei s-Plural auch auf -(e)n): Staatenen, Schinkenen, Hasenen, Blockchainen, Hyperlinken, Autonen, Kameranen, Prominen/Promin.

Beim Akkusativ Sg. wird's wieder so ahln wie beim Dativ, wobei die Ände manchmal ein bisschen aussehen wie skandinavische Artikel:
- Wenn der Nom. Pl. auf -s indt oder einen Umlaut enthält, erhalten Maskulina und Feminina die And -(e)n: Asten, Nachten, Kameran, Auton, Muttern, etc.
- Maskulina mit -en im Akkusativ Sg. ersetzen dieses durch -an: Schinkan, Hasan.
- Dasselbe gilt optional für Feminina mit -e im Sg. und -en im Plural: Erdan, Gütan (neben Erde, Güte).
- Alle Neutra erhalten -(e)t: Brotet, Hauset, usw.
- Überall sonst gleicht der Akkusativ dem Nominativ: Tag, Zeit, usw.
Damit wissen wir jetzt elnd, ob man niemals Wassert Säura oder Wassere Säuran/Säure zugeben darf.

Der Akkusativ Pl. markiewirt durch -ẹ nach der eigelnten Pluraland: Häusere, Rabene, Städta, Taga, Endene. Pluräle auf -s dürfen dieses behalten (Autos, Kameras, Blockchains) oder durch -e oder -ne ersetzen (Autone, Kamerane, Blockchaine). Wenn sie das -s behalten, können sie einen Nominativ Pl. auf -i oder Umlaut bekommen (Kamerai/Kamerä, Autoi/Autö) (damit ist die Unterscheidbark wieder gesurchen).

Ähnlich wie Substantive kekünnen auch ganze Phrasen Kasusände erhalten, z. Bl.:

Singular:
Nom.: -(e)r, -ẹ, -(e)s
Gen.: -ẹs, -ẹr, -ẹs
Dat.: -(e)m, -ẹr, -(e)m
Akk.: -ẹn, -ẹ, -(e)s
Plural:
Nom.: -(e)ni
Gen.: -(e)ner
Dat.: -(e)nen
Akk.: -(e)ne

Bleistifte:
Welche Vorhänge sind am schönsten? - Zuhauseni.
Welche Weine hätten Sie denn gerne? - Eine Auswahl aus den besten Lagenener.
Im Flugzeugas Tees Geschmack ist wirlk widerl. (im Flugzeuge-ẹs → im Flugzeugas)
#10
Neue Ideen / Neues Synthetisches Perfekt
2020-12-16, 09:56:48
Wie bagerstur (1. Pers. Sg. Plusquamperf.) ich, als ich die großartigen synthetischen Verbformen im ,,Zukunftsprojekt"-Faden sah! (Ledilg der Konjunktiv auf -me gefällt mir nicht so gut, da bezöge ich dann doch -i (Futur -o) vor: ich helfi, du helfest, es helfe, wir helfin, ihr helfit, sie helfin, Konj. II / Prät. ich hülfe, Konj. I Fut. helfo, Konj. II Fut. / Kondit. hülfo, welchselbige Endungen ich auch im Folgenden verwenda). Nun aber zu meinem eigenen neuen Vorschlag: synthetische, wirlk starke Formen für das bislang arg nachverlassogene Perfekt. Es werden benotugen:
- das Perfekt: es hat / ist geflogen – wird vom Präsens gebulden
- das Plusquamperfekt: es hatte / war geflogen – vom Präteritum
- das Futur II: es wird geflogen haben / sein – vom Futur
- das Futurpräteritum II: es würde geflogen haben / sein (in Sätzen wie ,,Wir wussten bereits, dass ich am nächsten Tage abgeflogen sein würde", wo die Form aussieht wie ein Konjunktiv, aber tatsächlich ein reales Geschehnis bezeichnet) – vom Futurpräteritum = Präteritumstamm mit Futurendung
- der Konjunktiv I Perfekt: es habe / sei geflogen – vom Konjunktiv I Präsens
- der Konjunktiv II Perfekt / Plusquamperfekt: es hätte / wäre geflogen – vom Konj. II Präsens / Prät.
- der Konjunktiv I Futur II: es werde geflogen haben / sein – vom Konj. I Futur
- der Konjunktiv II Futur II / Konditional II: es würde geflogen haben / sein. - vom Konj. II Futur / Kondit.

haben-Perfekt

Die Endung stammen im haben-Perfekt immer von den entsprechenden Unperfektformen, aber Stämme und Präfixe verändern sich:
Der Stamm wird dem Partizip Perfekt entnommen. Jedoch bleibt er nur im Perfekt, Futur II, und in den Konj.-I-Formen unverarnden, während es im Plusquamperfekt, Futurprät. II und in den Konj.-II-Formen zu einem weiteren Ablaut kommt, nach dem Muster: a → o (kurz) / au (lang), o → u, u → i(e), i(e) → e (kurz) / ei (lang), e → a. Im Konj. II kommt außerdem Umlaut hinzu.
Am Beispiel fliegen:
Partizip: ge-flog-en
→ Perfekt, Futur II, Konj. I: Stamm -flog-
→ Plusquamperfekt, Futurprät. II: Stamm -flug-
→ Konj. II: Stamm -flüg-

Vorangestellt wird ein Präfix, nalm je- für Perfekt, Futur II, Konj. I, ja- für die übrigen Zeiten. Gibt es allerdings bereits ein untrennbares Präfix (wie in begirsten, gehoren, verarnden) ändert dieses stattdessen den Vokal:
be-      →   bi-, ba-               ich besuche, ich bisooche, ich basuuch
durch-      →   durich-, durach-
emp-      →   imp-, amp-            du empfiehlst, du impfohlst, du ampfuhlst
ent-      →   int-, ant-            es entwirt, es intwortet, es antwurt (= hatte entwertet)
er-      →    ir-, ar-               wir erreichen, wir irrichen, wir arrechen
ge-      →    gi-, ga-               ihr gebietet, ihr gibotet, ihr gabutet
ver-      →   vir-, var-            sie vernichten, sie virnochten, sie       varnuchten
voll-      →   vüll-, völl-            ich vollziehe, ich vüllzoge, ich völlzug
zer-      →   zir-, zar-            du zerstörst, du zirstorst, du zarsturst
miss-      →   misse-, missa-            es missfällt, es missefallt, es missafoll
um-      →   umbi-, umba-            wir umfahren, wir umbifahren, wir          umbafohren
wider-      →   widri-, widra-            ihr widristandet, ihr widrastondet
Trennbare Präfixe bleiben jedoch unbeeinflussen: sie jeflogen ab, sie jaflugen ab, dass sie abjeflogen.

Beispiel: Tabelle für ,,fliegen" (transitiv, haben-Perf.):
Perfekt: ich jefloge, du jeflogst, es jeflogt, wir jeflogen, ihr jeflogt, sie jeflogen
Futur II: ich jefloga, du jeflogast, es jeflogat, wir jeflogan, ihr jeflogat, sie jeflogan
Plusquamperfekt: ich jaflug, du jaflugst, es jaflug, wir jaflugen, ihr jaflugt, sie jaflugen
Futurprät. II: ich jafluga, du jaflugast, es jafluga, wir jaflugan, ihr jaflugat, sie jaflugan
Konj. I Perf.: ich jeflogi, du jeflogist, es jefloge, wir jeflogin, ihr jeflogit, sie jeflogin
Konj. I Futur II: ich jeflogo, du jeflogost, es jeflogo, wir jeflogon, ihr jeflogot, sie jeflogon
Konj. II Perf.: ich jaflüge, du jaflügest, es jaflüge, wir jaflügen, ihr jaflüget, sie jaflügen
Konj. II Futur II / Konditional II: ich jaflügo, du jaflügost, es jaflügo, wir jaflügon, ihr jaflügot, sie jaflügon

sein-Perfekt

Die Endungen für das sein-Perfekt sind etwas anders: sie lauten für die vom Präsens abgelittenen Formen un/nu, rt, sch, ni, dei, ndi (vgl. bin bist ist sind seid sind), für die vom Präteritum abgelittenen ur/ru, urt/rtu, r, rni, rtei, rndi (vgl. war warst war waren wart waren).

Beispiel: Tabelle für ,,fliegen" (intransitiv, sein-Perf.):
Perfekt: ich jeflogun, du jeflogert, es jeflogsch, wir jeflogeni, ihr jeflogedei, sie jeflogendi
Futur II: ich jefloganu, du jeflogart, es jeflogasch, wir jeflogani, ihr jeflogadei, sie jeflogandi
Plusquamperfekt: ich jaflugur, du jaflugurt, es jafluger, wir jaflugerni, ihr jaflugertei, sie jaflugerndi
Futurprät. II: ich jaflugaru, du jaflugartu, es jaflugar, wir jaflugarni, ihr jaflugartei, sie jaflugarndi
Konj. I Perf.: ich jefloginu, du jeflogirt, es jeflogisch usw.
Konj. I Futur II: ich jeflogonu usw.
Konj. II Perf.: ich jaflügur usw.
Konj. II Futur II: ich jaflügoru usw.
#11
Kultur / 2 Balladen
2020-09-11, 23:34:48
Hallo,
ich habe mich jetzt auch einmal an neutscher Ducht versoochen und memönke die Resultaten hier einfach mal hinschreiben. Das erste ist vom Reimigkeiten-Faden mitinspiroren. Ich fröe mich sehr über Reaktionen:

1. Die Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze

Des Donaudampfschifffahrtsgesell-
schaftskapitänes Mütze
Fiel flugs von dem nicht allerhell-
sten Kopf in eine Pfütze.
Doch der kekunn vor Ekel kaum
Zum Aufhub sich entschließen;
So lag im Dreck sie noch gerau-
me Zeit zu Seemannsfüßen.

Und als der Kapitänsanwär-
ter endlich sich entschlossen,
Da riss sie eine Bö – wie är-
gerlich! - ihm aus den Flossen,
Und trieb die Mütze bis nach Rü-
gen nordwärts vor sich her;
Des Kapitänes Hände blie-
ben dreckig – aber leer.

Hoch oben über Rügens Krei-
defelsenkalksteinklüften,
Da warlb herum die blaue, klei-
ne Mütze in den Lüften.
Und kaum war trocken sie durch Bö
Und warme Sonnenstrahlen,
Da schnupp sie eine dreiste Mö-
we, ohne zu bezahlen,

Und schlapp das Diebesgut zu ih-
ren Küken; die zerruffen
Die Mütze – doch nur fast, denn sie
War vorher knapp entschluffen,
Schlotort die Klippen dann ratzfatz
Hinab bis an den Strand,
Wo endlich einen ruhigen Platz
Zur Ausruhe sie fand.

Allhier gefiel es ihr zwar jet-
zo eigentlich ganz gut,
Doch nach der Ebbe kam – wer hätt's
Gedacht – auch wieder Flut.
Und so wurd' Donauseide, sehr
Von Mondeskraft bewogen,
Erst weit, dann weiter, weiterer
Ins Meer hinausgezogen.

Da trieb die Mütze traurig zwi-
schen Quallen, Plastiktüten,
Vergulmmenen, verful'nen Fi-
schen, alten Bootskajüten;
Die hingen mit vergulb'nem Lack
In riss'gen Fischernetzen,
Und stiemen wohl von einem Wrack,
Das einst mit wen'gen Schätzen

Versunken war im Abfallmeer.
Der einz'ge Schatz des Schiffes,
Ein Teppich, leider nur aus Schwer-
öl, hing am Rand des Riffes.
Der Donaumütze blauer Glast
Begann schon zu verbleichen,
So fiohl sie sich im Mülle fast
Wie unter ihresgleichen.

Und als der Kopfbedack so trieb
Voll Trübsal die Gedanken,
So wisst, dass keineswegs er blieb
Sehr lang im Wellenschwanken.
So hört denn nun die traur'ge Mär!
(Doch sei es unverhohlen:
Es ist ja alles ohn' Gewähr.)
Und so ward's mir erzohlen:

Es kam ein Weißer Hai, der schlock
Das Hutwerk mit Verlangen,
Noch eben frei und jetzt – o Schreck!
– in einem Hai gefangen!
In dessen Magen fand sich schnell
In widerlicher Grütze
Des Donaudampfschifffahrtsgesell-
schaftskapitänes Mütze.
#12
Neue Ideen / Reduplikative Verben
2020-08-31, 14:13:26
Hallo,

vor Kurzem stoll ich fest, dass das englische Wiktionary (welches übrigens ziemlich gut ausgebauen scheint) die Molg (stimmt das so?) bietet, Verben nach ihrer Ablautreihe zu durchsuchen, und über ,,Category:Proto-Germanic class 7 strong verbs" stieß ich auf eine ganze Reihe interessanter ehemals reduplizierender Verben, die ich hier mal erwähnen möchte (jeweils ein wenig modernisoren):
u. a.:
drehen – dedroh - gedran
falten – fefiehlt - gefalten
fangen – fefing – gefangen: Die Vögel verfefingen sich in den Fangnetzen.
flehen – feflieh – geflehen
halten – hehielt – gehalten: Der Bus hehielt mit quietschenden Reifen. Das behehielten wir lieber für uns.
hängen – hehing – gehangen: Lange Mäntel hehingen an den Haken.
krähen – kekräh – gekrähen
laufen – helief (lelief?) - gelaufen
mähen – mahm – gemahn
nähen – nahn – genahn (noch schöner wäre wohl: nenan – genanen)
salzen – sesielz – gesalzen: Soviel ich auch feflieh, niemand sesielz die fade Speise nach.
scheiden – scheschied – geschieden
schlafen – seschlief (scheschlief?) - geschlafen
schleifen – seschliff (scheschliff?) - geschliffen
schroten – scheschriet – geschroten
spalten – spespielt – gespalten
stoßen – stestieß – gestoßen
walzen – wewulz – gewalzen
waschen – wewusch – gewaschen
wehen – wahw – gewahn

Vielleicht stößt ja die eine oder andere Form auf Interesse...