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#1
Späße / Aw: misread words
2022-10-30, 09:22:45
Zum ersten Mal seit 50 Jahren: Zulu-König von Südafrikas Präsident Ramaphosa geklont
statt
Zum ersten Mal seit 50 Jahren: Zulu-König von Südafrikas Präsident Ramaphosa gekrönt

(Spiegel Online)
#2
Gewohlnerweise iewerren Adverbien nicht deklin. Was spräche aber eigelnt dagegen, sie nach dem Numero und Genere anzupassen? Nichts. Also schlage ich vor:
-e als Endung für das Femininum Singular und den Plural
-en als Endung für das Maskulinum und Neutrum Singular

Also: er läuft schnellen, sie läuft schnelle, es läuft schnellen, wir laufen schnelle.

Ist so ein System erst einmal etabloren, lässt es sich sogar auf Substantive ausweiten und ein Adverbiativkasus konstruieren: Hier nähme ich die gleichen Endungen für die starken Adjektive (-en für schwache Adjektive), als Artikel den/die/den/die, als Substantivande die des Dativs (!):

Bsp.: Ich renne schnelle(n) einen Hunde (= wie ein Hund). Sie sind die Abgeordneten hier (= als die Abgeordneten). Die Wildschweine stinken Teufeln (= wie Teufel).

Ein Problem ist, dass Adverbien und ,,wie/als"-Konstruktionen sich sowohl auf Sub- als auch auf Objekte beziehen können: In ,,Wir trafen sie hungrig an." können sowohl ,,wir" als auch ,,sie" hungrig sein. Ich sehe zwei Behubsmolge:

1) Alles so zu lassen wie es ist. Dieses Falles ließen sich sub- und objektsbezogene Adverbien nur einzelner Fälle unterscheiden: ,,Wir trafen sie hungrige an.", aber ,,Er traf sie hungrigen (subjektsbezogen) / hungrige (objektsbezogen) an.".
2) Einen separaten Akkusativ-Adverbiativ zu bilden, z. B. mit -ech: ,,Wir trafen sie hungrige (subjektsbezogen) / hungrigech (objektsbezogen) an." Dieser memüsse dann auch für alle Genera und Numeros definiewerren. Auch ein Genitiv-Adverbiativ und Dativ-Adverbiativ kekünne notweng sein.
#3
Neue Ideen / Aw: Neue Kasus
2022-10-13, 13:43:49
Zitat von: Berthold am 2009-04-22, 17:47:39
Zitat von: Übertreiber am 2009-04-17, 18:06:26Wie wäre volgendes:
Herr Müller kann ihren Anruf momentan nicht entgegennehmen, da er Berlinsin (Berlins-in) ist und vermutlich nicht vor gestern wiederkommt. Hinterlassen sie eine Nachricht nach dem Piepton."
"Ich bin Madagaskarsauf (=auf Madagaskar) und will hier weg!"
Das Fugens-S vor "-in" verhindert Verwechslungen mit dem schönen Geschlecht Berlins.

Weil auf solche guten Ideen bei uns fast nie Antworten kommen, schreib ich her: eine gute Idee!
Da ließ sich natchlur auch orthografieren: Praxin. Bei Graz kekünne es wohl Grazensin heißen.
Jetzt fahr ich aber ins Café 'Zum Wollschweber' - ein Fußballspiel anschauen. 

Dem schließe ich mich an! Allerdings öre ich das -s eher nach dem in platz. Als Pluraläquivalent schlüge ich -(e)ns vor. Dadurch stewirllt es sich um einen Kasus handeln sicher (sonst kekünne in nalm auch schlicht eine Postposition sein). Der bestummene Artikel laute dis (Sg.) bzw. dar (Pl.); -is und -ar seien auch die starken Adjektivande. Vor dem Lokativ-s/ns lässt sich naturl jede beliebige Präposition einfügen: Berlins, Madagaskaraufs, dis Tunnelins, dar Tunnelinnens usw.. Die Präposition füwirgt immer nur einmal ein (engar Höhleninnens = in engen Tunneln, aber engarinnens = in engen).

Allerdings ist neben dem Lokativ noch mindestens ein weiterer Kasus nök, nalm zur Angabe der Racht (in dem Haus vs. in das Haus). Genau betrachten lassen sich neben der Ortsangabe (Lokativ/Essiv) sogar sechs weitere Relationen definieren:
- Richtung zu etwas hin (Lativ): in das Haus hinein
- Richtung von etwas her (Ventiv): in das Haus herein
- Richtung auf etwas zu (Direktiv): hausein(wärts)
- Position auf dem Lativvektor (Lativ II): bis in das Haus hinein
- Position auf dem Ventivvektor (Ventiv II): bis in das Haus herein
- Position auf dem Direktivvektor (Direktiv II): auf dem Weg in das Haus, ,,hauseinwärtig"

Den Unterschied zwischen Lativ I und II ieren folgende Beispiele illust:
,,Zieh den Faden durch die Öse." Lativ I: ganz durch, Lativ II: so, dass der Faden durch die Öse hindurchliegt
,,Wir trugen das Klavier in den Saal" (Lativ I) vs. ,,Wir trugen das Klavier bis in den Saal (dann schoben wir es)" (Lativ II)

Ebenso für Direktiv I und II:
,,Dort laufen Leute waldeinwärts." (sie laufen in den Wald) vs. ,,Waldeinwärts laufen Leute." (sie laufen in irgendeine Richtung, aber befinden sich aus Sprechersicht waldhin).

Als Artikel und Andte schlage ich vor (beim Unterstrich füwirgt die Präposition ein):
- Lativ I: dzum/dzur/dzum (Sg.), dzun (Pl.); -zum/-zur/-zum, -zun (starke Adjektive); -en_(e), -en_(e)n (Substantive)
- Ventiv II: dzem/dzer/dzem, dzen; -zem/-zer/-zem, -zen; -er_(e), -er_(e)n
- Direktiv II: dit, dert; -it, -ert; -_t, -_nt
- Lativ/Ventiv/Direktiv II: ganz am Ende häwirngt ein zusaltzes -s an.

Schwache Adjektive tragen die Substantivändte, wenn kein Substantiv mehr folgt, ansonsten -en.

Jede dieser Formen kann dann wieder mit verschiedenen Präpositionen kombiniewerren:
meinzum Herzenein(e) (= in mein Herz, Illativ I), dzer Höhleraus (= aus der Höhle, Eventiv I), dit Bergant (= in Richtung an den Berg, Addirektiv I), dzun Bäumenunterns (= bis unter die Bäume, Sublativ II) usw.
#4
Sprache / Aw: Vokativ
2022-09-17, 00:41:28
Noch eine originelle Vokativvorkunft: Von J. S. Bach gibt es eine Arie mit dem Text ,,Zurücke, zurücke, geflügelten Winde" - offenbar benowurtz im 18. Jahrhundert Vokativs zumindest gelegelnt eine andere Adjektivdeklinur als Nominativs¹.

(Dies trägt vielleicht auch zur Erklur der Deklinuruneindeuken in der Verbund ,,wir/ihr" + Adjektiv, derer ich mich schon bei Dr. Wintern ausschott, bei.)

¹Freil bededürfe es grulnder Untersuch, festzustellen, ob dies wirlk systematisch der Fall war.

Nachtrag: Es scheint sich eher um einen Einzelfall zu handeln, dem zahlreiche andere mit nominativgleicher Endung aus der gleichen Zeit entgegenstehen.
#5

Zitat von: Kilian am 2012-06-12, 16:43:59
Zitat von: Homer am 2012-06-10, 11:30:47Frage nebenbei: Weiß jemand, wie es sein kann, dass das passivische "zu übernehmend" mit dem aktivischen Präsenspartizip "übernehmend" gebolden wird? Sind hier sprachhistorisch zwei Formen (lateinisch gesprochen: das aktivische -nt-Partizip und das passivische -nd-Gerundivum) durcheinandergeraten?

Wird es doch gar nicht: Das wäre erst noch zu belegen. Kein d. Nur bei der im attributiven Gebrauch hinzutretenden Endung tritt es dazwischen, bei diesen erst noch zu belegenden Fakten. Vielleicht wurde das sprachhistorisch dadurch begonstegen, dass es leichter auszusprechen oder zu verstehen ist.

Laut dem Wikipedia-Artikle ,,Gerundium" ist die Sache noch etwas komplizierter: Ursprülng stand nach zu der Dativ des Gerundiums (zu übernehmenne). In Anlahne an das Partizip Präsens arwurnd diese Form zu zu übernehmende (sowohl prädikativ als auch attributiv), und verkowurrz in prädikativer Position später wieder (zu übernehmende → zu übernehmend → zu übernehmen).

Zitat von: Homer am 2012-06-10, 11:21:38Ich schlage vor:

Das Gerundivum ist eine längst ins Neutsche zu übernommende Struktur.

Nota bene: Das geht nur im dem Deutschen weit überlegenen Neutschen, wo alle Verben starke Partizipien haben, die auf -en enden!

zu übernommende ist super! Freil ist es damit noch nicht getan. Neben den bestehenden Formen (Partizip Präsens Aktiv: übernehmend, Partizip Perfekt Passiv: übernommen, Gerundiv Futur Passiv: zu übernehmen(d) und jetzt auch Gerundiv Perfekt Passiv: zu übernommen(d)) fehlen noch:

- das Partizip Präsens Passiv: die übernehmenen (= übernommen werdenden) Formen
- das Partizip Perfekt Aktiv: die übernommende (= übernommen habende) GSV
- das Partizip Futur Aktiv und Passiv: z. B. die übernimmerte (= übernehmen werdende) GSV; die übernimmeren (= übernommen werden werdende) Formen
- das Gerundiv Präsens Aktiv: z. B. die zu übernehmele (= übernehmen sollende) GSV
- das Gerundiv Perfekt Aktiv: z. B. die zu übernommele (= übernehmen sollen hättende) GSV
- das Partizip Konjunktiv Aktiv und Passiv: die übernähmende GSV, die übernähmenen Formen

Die Liste lässt sich belüg ergänzen, bspw. um ein Gerundiv Futur, ein Partizip Konjunktiv Perfekt, vielleicht sogar ein Partizip Präteritum und Futur II... Und dann memüsse man das Ganze noch auf die Infinitive / Gerundien ausdehnen (Infinitiv Passiv, Infinitiv Perfekt, usw.)
#6
Sprache / Genitiv von „man“
2022-09-03, 19:09:21
Wie setzt man man in den Genitiv? Der Dativ und der Akkusativ sind ja bekalnnen einem und einen:

Wenn man etwas Bleibendes hinterlässt, erinnert sich die Welt an einen.

Der Possessivbegleiter hingegen läut sein:

Man kann seine Zeit auch mit Tischtennisspielen verbringen.

Genitivs hingegen klingt mir beides falsch, ebenso wie die Hybridform seines:

Wenn man etwas Bleibendes hinterlässt, erinnert sich die Welt ?eines ?seiner ?seines.

Ersteres klingt seltsam, Zweiteres so, als bezöge sich seiner auf etwas Bleibendes, Dritteres ist ganz sicher falsch, klingt aber nicht schlimmer als die anderen beiden.

(Duden votöre übrigens für eines, wenn auch nicht explizit.)
#7
Sprache / Aw: Neue Unregelmäßigkeiten
2022-08-29, 13:08:10
Ein weiterer Fall: ,,dünken" hat (etymolg jedenfalls) das Präteritum ,,deuchte" und das Partizip Perfekt ,,gedeucht". Jedoch findet sich zuweilen ,,deucht" auch als Präsens der dritten Person Singular: ,,mich deucht, er ist ein Adler", jedoch nie ,,sie deuchen (sondern: dünken) sich berühmt zu sein". Das ginge auch anderswo: tunken - ich tunke, du tünkst, es teucht/taucht, wir tunken etc.

Noch eine andere Beabocht, die nichts hiermit zu tun hat: Neul las ich in Jeremiae Gotthelfs ,,Barthli der Korber" und stieß dort auf die seltsame Form ,,ihns". Es dur ein bisschen, bis ich darauf kam, dass es sich dabei um den Akkusativ von ,,es" hälndt! Allerdings steht ,,ihns" nur bei Bezug auf Personen, z. B. nach ,,Meitschi" (= Mädchen) oder Diminutiven von Eigennamen (dennoch kömmt es zielm häufig vor, weil Gotthelf in solchen Fällen immer beim Neutrum bleibt, selbst über mehrere Absätze hinweg*). In allen anderen Fällen bleibt es bei ,,es" (selten, wie im folgenden Beispiel, kann auch bei Personen ,,es" stehen):

,,Der Alte fragte ihns (= Züseli, d.i. ein diminuierter Eigenname) auch nachher nicht, ob er es (= die Angelegenheit) ihm recht gemacht, sondern behandelte es (= Züseli) als Mitschuldige."

Desangesichts, dass (obigen Beispiels abgesehen) diese Unterschied zwischen ,,es - ihns" (Personen) und ,,es - es" (Nichtpersonen) konsequent einhäwirlt, lässt sich berechtigterweise behaupten, dass Gotthelf hier Deutsch mit vier Genera schreibt (Maskulinum, Femininum, Neutrum I und Neutrum II) - ein echtes Kuriosum also!


* wahrscheiln unter Dialekteinfluss - vermult hat der schweizerdeutsche Dialekt, der hier einfleußt, ein ,,Neutrofemininum", also die Molg der Verwandt des Neutrumpronomens für weilbe Personen in bestimmten Fällen. ,,Ihns" leitet sich vermult auch aus einer Dialektforme ab.
#8
Kultur / Aw: Animalpoesie
2022-08-29, 12:47:18
Ein Tanzbär mit dem Namen Gerhard
lab Tanzen für sein Leben gern.
Sein Leben in Bärlin war sehr hart,
drum sooch er sich 'nen neuen Herrn.
Er trat in Dienst bei Vlad der Pute,
und tunz fortan nach deren Tute.
#9
Sprache / Aw: Haupt Häupten...
2022-08-14, 12:48:23
Hallo zusammen,

gestern frug ich mich gerade dasselbe, wieso es ,,zu Häupten" heißt, und da dachte ich, ich schaue mal nach... und siehe da, es gibt nichts, das nicht schon diskutieworren wäre.

Das Grimm-Zitat ist aber nicht vollständig, der aufschlussreichere Teil kömmt später:

B. bedeutung.
I.
haupt im eigentlichen sinne, an menschen und thieren.
[...]
2)
von diesem alten gebrauche des wortes reichen noch andere feste formeln zum theil bis in die heutige sprache hinein.
[...]
c)
häufig ist orts- und richtungsbestimmung nach dem haupte: dein himel der uber deinem heubt ist. 5. Mos. 28, 23; ewige freude wird über irem heubte sein. Jes. 35, 10; die hoffnung fuhr wie ein stern, der vom himmel fällt, über ihre häupter weg. Göthe 17, 359;
[...]
 eine verbindung die seit alten zeiten auch pluralisch verwendet wird, wie zu händen für zu hand sp. 338, zu köpfen 5, 1752 (die pluralische verbindung wol, um dadurch die ungefähre, nicht ganz scharf bestimmte richtung nach der kopfseite hin anzugeben); es gilt zu haupten und auch zu häupten, vergl. oben sp. 597: sein gehäsze (kleidung) zuͦ den haupten auf das pette leget. Steinhöwel 83, 38 Keller; er nam einen stein des orts, und legt in zu seinen heubten. 1 Mos. 28, 11; der spies des königs, und der wasserbecher, die zu seinen heubten waren. 1 Sam. 26, 16; oben zu seinen heubten heften sie die ursach seines todes beschrieben. Matth. 27, 37; da sah er sein liebes honigkrüglin über im zu haupten hangen. Garg. 225ᵃ; mein mäntlein zun häupten. Schweinichen 1, 111; eine (frau) welche dem schönsten herbsttage glich, den man sehen kann, sasz zu seinen häupten. Wieland 6, 98; die haare von der stirne des fuchses, wenn man sie kleinen kindern zu häupten legte, wären gut gegen das ertrinken. Eichendorf Lucanor 153. das pluralische dieser verbindung vollständig ins licht zu stellen, heiszt es bei Wilw. v. Schaumburg: und als der krank fürst zu nacht schlafen solt, hette er auf nichts zu liegenn, den das im stroe in sein kamer gestreit und sein regenmantl under die haubt gelegt, bis so lang im sein betgewant wider bracht warde. s. 191;

So galnz überzeugt mich die Erklur mit der ungefähren Richtung freil auch nicht, schlielß heißt es ja auch nicht ,,zu den Rücken" für ,,irgendwo hinten" oder ,,zu Stirnen" für ,,irgendwo vorne". Und auch sonst steht m.W. der Plural nirgendwo für Ungefährlichkeit.

Ein ahlner Fall ist auch ,,vorhanden", wo die Grimme ebenfalls einen Plural sehen:

fürhanden, adv.
[...]
2)
vor der hánd, gegenwärtig, da. diese bedeutung bahnt sich an durch für handen, vorn in den händen, vorn vor den händen: das du den schilt (des glaubens) allezeit für handen habest und wider jn (den teufel) setzest.
#10
Neue Ideen / Reduplizierende Adjektivstirg
2022-08-11, 12:39:15
Mindestens zwei Adjektivje* auf -lich könner durch Reduplikation gestirgen werden:
wörtlich -> wortwörtlich
täglich -> tagtäglich

Die (wort)wörlte Bedut irndt sich nicht, es kömmt aber eine zusaltze Betun hinzu. Solch betunene Formen fehlen bisher für jede Menge weiterer Adjektive auf -lich. Also:

wie wortwörtlich:
buchstabbuchstäblich - zum Bleistifte bei einer Überbuchstub (Transliteration)
tontönlich, notnötlich - erklärt sich glaub von selbst

wie tagtäglich:
nachtnächtlich, jahrjährlich, usw.

außerdem:
gluckglücklich - überglücklich
amtämtlich - sehr bürokratisch
mannmännlich - hypermaskulin
krankkränklich - sehr kränklich, also gewissermaßen schon krank
absondersonderlich - ist ein homologisches Wort
erfreufreulich
zartzärtlich
hasshässlich
argärgerlich
usw.usf...

*Hach, da konnte ich elnd mal *freu* einen Dual tatsalch anbringen...
#11
Sprache / Aw: Anfrage
2022-06-09, 16:20:04
Danke für die Antwort. Ich vermute den Duden hier die Schreibung der flektgeorenen Formen zu übernehmen (hyping -> -hyp-, so wie babysitting -> -babysitt-). Offensilcht iert der Duden diese Stämme als orthografische Einheiten interpret:

<ge>+<hyp>+<t> -> <gehypt>
<baby>+<ge>+<sitt>+<et> -> <babygesittet> (ja, der Duden fordert hier tatsalch eine mir fast schon neutsch scheinen wollende Trann im Partizipe! - andere Wörterbücher wie das DWDS schlagen hingegen gebabysittet vor)

Und nicht:
/gə/+/haip/+/t/ -> /gəhaipt/ -> gehypet (nach englischer Rechtschrieb)
/be:bi/+/gə/+/sɪt/+/ət/ -> /be:bigəsɪtət/ -> babygesittet

Aber ich stimme dir zu, dass gehypet schlüssiger ist, weil sonst eine Form entsteht, die weder mit der deutschen noch mit der englischen Rechtschrieb übereinstimmt.
#12
Sprache / Aw: Anfrage
2022-06-08, 13:13:41
Söben untergekommen: ,,er ist der zu wenig gehypeteste". Originell, aber wohl nicht ganz richk. Nur: Wie lüte hier die richke Form? ,,er ist der am zu wenigsten gehypete*" vielleicht?

* und schreibt man gehypet so oder ohne e?
#13
Neue Ideen / Aw: Dual
2022-05-30, 00:12:59
Bei erneuener Betrachte erscheint mir mein voriger Beitrag doch etwas unausgeriffen, und ich nehme mir einfach mal die Freiheit, eine weitere, stärker der gewohlnen Schreib- und Sprechweise angepassene Variante anzubringen:

Pronomina:
1. Person: wis – unker – unk – unk
2. Person: ös – enker – enk – enk
3. Person: jas – jar – jan – jas (Ergativ: jat, siehe den entsprechenden Faden)

Artikel und Adjektive: wie im Plural

Substantivande: je – je – jen – je, stets mit Umlaut. Unbetonte Silben vor der Endung fallen ent: ein Esel – zween Esje – drei Esel, ein Auto – zwei Äutje – drei Autos, ein Auge – zwei Äugje – drei Augen, ein Schinken – zween Schinkje – drei Schinken.

Verbande:
1. Person: -er (sein: ir, haben: har)
2. Person und Imperativ: -ets (sein: seids, haben: habts)
3. Person: -ent, im Prät., Konj. und bei Präterito-Präsentien: -er (sein: bind, haben: hant)

Ich probiera das mal so aus und schaua dann, wie's Kon- im -texte wirkt...
#14
Ich schlüge folgende Faust-Regel vor:

Alle Eigennamen werden in vier Klassen eingeteilen: 1. Schwache Eigennamen (Genitiv -ens, Dativ -en, Akkusativ -en, Plural -en), 2. Starke Eigennamen (Genitiv -s, Plural -s), 3. Indeklinable Eigennamen (Genitiv-Apostroph, Plural -e), 4. Gemischte Eigennamen (Genitiv -s, Dativ -n, Akkusativ -n, Plural -s).

Es gildet:
Eigennamen, die auf einen Konsonanten enden und deren letzte Silbe betunen ist, sind schwach (Heinz -> Heinzens, Paul -> Paulens, Dirk -> Dirkens).
Eigennamen, die auf l oder r enden und deren letzte Silbe unbetunen ist, gehören der gemischten Klasse an (Dieter -> Dieters, Dietern, Emil -> Emils, Emiln).
Eigennamen, die auf s-haltigen Konsonanten (s, z, x) enden und deren letzte Silbe unbetunen ist, gehören der indeklinablen Klasse an (Thomas -> Thomas', Pl. Thomasse, Moritz -> Moritz', Pl. Moritze). Individuelle Ausnahmen sind naturl auch molg: Thomas -> Thomä, Thoman, Julius -> Julii, Julio, Julium, Johannes -> Johannis, Johanni, Johannem.
Eigennamen, die auf einen anderen Konsonanten enden und deren letzte Silbe unbetunen ist, gehören der starken Klasse an (Johann -> Johanns, Maren -> Marens, Miriam -> Miriams).
Eigennamen, die auf einen Vokal enden und deren letzte Silbe betunen ist, sind schwach (Sophie -> Sophiens).
Eigennamen, die auf -e enden, dekliniewerren schwach (Heike -> Heikens, Lene -> Lenens, Kalle -> Kallens)
Eigennamen, die auf einen anderen Vokal enden und deren letzte Silbe unbetunen ist, gehören der schwachen Klasse an, wenn sie mindestens drei Silben besitzen und die vorletzte betunen ist (Matteo -> Matteens, Luisa -> Luisens, Margareta -> Margaretens), ansonsten der starken (Theo -> Theos, Lisa -> Lisas, Greta -> Gretas, Angela -> Angelas).

Auf diese Weise kömmt, denke ich, bei fast allen Namen ein einigermaßen anhörbares Ergebnis heraus.
#15
Sprache / Aw: Vokativ
2022-05-08, 21:48:18
Zitat von: Ly am 2005-06-09, 15:39:12Gab es im Deutschen irgendwann mal einen Vokativ? Wenn ja, wie sah der aus?

Wenn nein, lässt er sich einführen? ;D

Das Grimmsche Wörterbuch kennt ihn noch, siehe Eintrag ,,Alta". Ich zitiere:

Zitatalta, f. senex, wie sich bei eigennamen und in der anrede das männliche o und weibliche a der schwachen form verschiedentlich erhielt, so gebraucht H. Sachs im vocativ noch alta!

mein alta! ich hab es schon than. II. 4, 12b;

bleib da, hörst nicht? bleib alta bleib! II. 4, 12c;

schweig alta! hab ein klein geduld. II. 4, 12d;

alta! wie das so frölich bist? III. 3, 19b,

ei alta schweig, lasz dein gespei! III. 3, 25a;

alta, alta! ein guten morgen. III. 3, 42c;

wogegen der nom. mein alte lautet, z. b. II. 4, 12a. einen entsprechenden voc. m. alto! sucht man bei ihm vergebens, wie sich sonst narro! oder Hanso! Cunzo! Fritzo! Lenzo! genug findet.

"Ei Alta schweig!" ist auch fast schon wieder zeitgenössisch.

Übrigens irrt Grimm bei der Frage nach dem maskulinen Äquivalent "alto", denn (anders als bei ,,Narr") hat die maskuline Adjektivdeklinur nichts mit der schwachen Deklinursform zu tun, entsprechend gibt es auch kein "alto".