Autor Thema: Liederzüklus  (Gelesen 19869 mal)

Ku

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Liederzüklus
« am: 2006-03-01, 21:56:53 »
Während meiner Suche nach verhai zu kouenen Weihnachtsliedern bin ich natürlich auch auf deutsches Liedgut gestoßen, das weniger zu Weihnachten passt, zB hoppende Reiter oder tanzende Butzemänner.
Aber ich habe auch dieses Liedgut gesammelt und ebenfalls einer Haikouikation unterzogen.
Ich möchte jetzt damit einen Faden beginnen und bitte darum, dass hier nur astreine Haikous verabreicht werden, die sich ihrerseits mit deutschem (oder, wer das kann, auch mit ausländischem) Liedgut befassen. Redundanzen sollten nicht verboten sein, denn auch Liedgut ist endlich.
Falls das verhaigekouene Lied nicht erkannt wird, ist der Verhaikouer gebeten, sich dazu zu äußern.

Ich beginne:

Nühr sich nicht sehr bald
Frühling, schülls nicht aus dem Wald:
Kuckuck und Kuckuck

Und damit dieses Lied nicht so alleine ist:

Schwärr’n keine Vögel:
nichts pföffe und tschörre zwie
Lenz marschör nicht ein.  

Kilian

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Re:Liederzüklus
« Antwort #1 am: 2006-03-02, 00:34:58 »
Stünd nicht im Walde
ein Männlein und schwiege still,
man rültse nicht so.

amarillo

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Re:Liederzüklus
« Antwort #2 am: 2006-03-02, 07:14:51 »
Qui est-ce qui danse donc
là, sur le pont d'Avignon,
tout en rond, mes chers?

Amsel, Fink und Star,
wären sie ganzjährig da,
brächt's Heil und Segen?

Auf gelbem Wagen
der Schwägerin säß ich vorn,
blies sie nur das Horn!

Spünn's Bäuerlein heut
im März das Ross vor den Pflug,
man schöltt nur den Kopf.

Dormirais-tu, Jacques,
si l'on sonnait les matines?
Lève-toi, au boulot!

Stük's mir im Blute,
zu wandern solang ich kann,
los öre ich marsch.

Zög' es uns hinaus
aus grauer Städte Mauern,
wer söff' noch in Bars?

Were I to take thee,
long way to Tipperary,
I'd rather not walk.

Blowin' in the wind
would be all answers, my friend,
so better don't ask!
« Letzte Änderung: 2006-03-02, 11:21:18 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

VerbOrg

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Re:Liederzüklus
« Antwort #3 am: 2006-03-02, 19:12:24 »
Stünden Hänschen nicht
Stock und Hut beim Spaziergang,
er fröh' sich nicht so.

Fähl' uns der Safran,
dem Kuchen fähl ganz sicher
die siebte Zutat.

Hätt' der Topf kein Loch,
Liese und Heinrich stritten
doch, wie man's verschlöss'.

Flög' auf die Mauer
ein hungriges Vögelchen,
die Wanz' tünz' nicht mehr.

Glönz' überm Walde
kein aufgegangener Mond,
nur Sternlich prünge.
« Letzte Änderung: 2006-03-02, 20:47:33 von VerbOrg »

Ku

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Re:Liederzüklus
« Antwort #4 am: 2006-03-02, 20:08:11 »
Höppe der Reiter:
Er krische, wenn er stärze
Und plömps in den Sumpf.


Ör der Fuchs retourn
die gekloene Gans, dann
mölch ihn kein Jäger.

VerbOrg

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Re:Liederzüklus
« Antwort #5 am: 2006-03-02, 20:13:23 »
Memöss das Ringlein
nicht stets verstocken wandern,
vielleicht säh man's mal.

Wüch' nicht der Müller,
die Mühle klärpp nicht am Bach,
kein Korn sie möhle.

Gäben die Bäume
plötzlich den Ausschlag, der Mai
hätt's überielen.
« Letzte Änderung: 2006-03-02, 20:21:17 von VerbOrg »

amarillo

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Re:Liederzüklus
« Antwort #6 am: 2006-03-02, 20:40:28 »
Schwömmen im Bächlein
nicht launische Forellen,
wo üngle ich dann?
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

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Re:Liederzüklus
« Antwort #7 am: 2006-03-02, 20:49:00 »
Äke ein Hut nicht
zwischen zweifach und vierfach:
er gehor nicht mir.

amarillo

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Re:Liederzüklus
« Antwort #8 am: 2006-03-02, 21:27:50 »
Den hatte ich mir anders vorgeschrieben:

Dreispötz' nicht mein Hut,
dreiäcke mein Hütchen nicht,
nimmer wär's meines.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

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Re:Liederzüklus
« Antwort #9 am: 2006-03-02, 22:04:13 »
Den hatte ich mir anders vorgeschrieben:
Das macht ja nichts. Redundanzen sind ja auch erwünscht, damit die Nachwelt dann entscheiden kann, dass meine Version besser war  ;D.
Eigentlich wäre es ja wünschenswert, dass jeder Teilnehmer zu jedem bereits angesprochenen Lied eine eigene Version liefern sollte. Aber das hat noch Zeit.

caru

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Re:Liederzüklus
« Antwort #10 am: 2006-03-02, 22:32:50 »
Hänsel und Gretel
irrten im Wald: Lebkuchen
knorpp man, buk Hexe.


Knabe sieht Röslein
Röslein droht mit Stich - er pflückt's
dennoch, der Schlingel.


Häslein im Erdloch
sitzt bequem; doch naht der Fuchs,
hüpft's trotz Erschöpfung.
(\___/)
(>´x´<)
('.')__('.')

Nijntje - de echte nederlandse konijn

amarillo

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Re:Liederzüklus
« Antwort #11 am: 2006-03-02, 22:39:53 »
Säh' nicht der Knabe
s'Röslein auf der Heiden steh'n,
er pflöcke es nicht.

Wühr' sich's Röslein nicht
päk' es nicht des Knaben Hand,
hülf's ihm dennoch nichts.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

caru

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Re:Liederzüklus
« Antwort #12 am: 2006-03-02, 22:41:16 »
Kuckuck und Esel
stritten, wer wohl schöner säng':
kuckuckuck, i-a!


Käme schon der Mai,
schlügen Bäume aus - hab acht,
warndst du im Walde!


Grün ist die Heide,
Rosen hingegen sind rot;
die Heide ist grün.
(\___/)
(>´x´<)
('.')__('.')

Nijntje - de echte nederlandse konijn

Ku

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Re:Liederzüklus
« Antwort #13 am: 2006-03-02, 22:48:54 »
Grün ist die Heide,
Rosen hingegen sind rot;
die Heide ist grün.

War das Heino?

amarillo

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Re:Liederzüklus
« Antwort #14 am: 2006-03-02, 22:51:38 »
Läb' junger König
nicht den Reiterknaben fein,
zög' er nach Köllen.

Wäre nicht so treu
das Bergvagabundenpack,
ich klörtt nie im Fels.
« Letzte Änderung: 2006-03-02, 22:56:38 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.