Autor Thema: Klammheimlich  (Gelesen 4549 mal)

AmelieZapf

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Re: Klammheimlich
« Antwort #15 am: 2006-10-25, 09:44:12 »
Lieber Berthold,

Ich fürchte, daß doch wir ein klein wenig Schuld haben, daß Du nicht auf den römisch ersten Platz gelongst. Ich denke nalm, daß ein Fäserchen Deines Herzens doch bei uns war (vielleicht beim Hochkeuchen auf die Wartburg) - und Du somit nicht aus warlk ganzem Herzen spielen kekunnst.

Wahrlich, gern wär ich bei Euch gewesen, jedoch hatte dies, glaube ich, keinen Einfluß auf die Güte meines Spiels. Es wäre auch mir schwergefallen, hätte ich preisruchten, mich zu entscheiden, dieweil die verschiedenen Gruppen derart unterschielde Musik zu Gehör brachten, daß sich Vergleiche quasi verboten. Es lief also auf die vielbeschworene Geschmackssache hinaus.

Vielleicht war aber auch der Flügel dort - Bechstein, Blüthner, Böserl, Broadwood oder was weiß ich - auf wagn wagtze Weise verstommen, so daß die Bluesterzen nicht scharf genug bissen.

In der Tat war der Flügel, leider nur ein Niendorf, eine Ost-Kopie eines Steinway D (der Austrugsort, die Kulturbrauerei, liegt im Prenzlauer Berg, damit im Ostteil der Stadt), etwas verstummen, was aber vermult dadurch urversachen ward, daß in kurzer Folge sehr viele Pianisten auf ihm spielen memussen. Wenn man, wie ich, spät im Programm dran ist, muß man mit der Verstomm dann leben.

Bedenke ferner: Die Sonne war auch noch nicht ins - jetzt plutolose - Zeichen des Skorpions getreten, swannen Du die schwarzweiße Bestie so recht in Rotglut & Brand setzen kekünnest!

Unter der Waage geht sowas vielleicht ein wagn lofgt, unterkuhlen & salonmagß ab, alles kann so, aber geradesogut auch ganz anders sein; dazu kekünne es noch geschehen und irgendjemandes Pepionkel säße in der Jury und nicht DIE gewönne, deren Herzblut aus den Fingern sprässe.

Recht freue ich mich des Skorpions, da ich unter demselben geboren ward, was ich auch zu verleugnen nicht vermag. Ansonsten: genug der Ehren, allemal genug! So gut, wie Du tust, werd ich auch schon nicht sein (hast mich auch noch nicht gehoren). Und der Pepionkel ist naturl immer ein Faktor, sozusagen Wettbewerbsrisiko. Nachdem ich den Tonmitschnitt von diesem Abend mir angehoren habe, ward mir auch klar, daß das nicht des römisch ersten Preises für würdig zu befinden war: ich memuß nalm mit einem Substituten am Baß spielen, da mein regulärer Bändiger des Monstrums bereits anderwärts engagiert war. Ich schak ihm zwar lange vorher Noten und prieb mit ihm, jedoch unterliefen ihm fast in jedem Stück noch Schnärtze. Das mag die Jury bemurken und sich daran gestoren haben.

Freuen tu ich mich über die Ratafflach, die sogar denen ein wagn am Zeuge flickt, die sie nicht gleich verstehen. Erst rat, Aff', dann lach!

Die ja auch auf Deinem Mist unalnder Fruchtbur gewachsen ist!

Sei gegrossen,

Amy

NB: proben - pröbt - prieb - priebe - pröb! - geproben.
Religion heute:
Ex oriente deus,
ex machina lux.