Ipsiv

Begonnen von Kilian, 2007-08-28, 14:35:04

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VerbOrg

Irgendwie ist in unserer Sprache - zumindest was den Frost angeht, was schief gelaufen.

Ich friere, ich fror, ich habe gefroren - Ipsiv

Mich friert, mich fror, mich hats gefroren - Kausativ

ich friere ein, ich fror ein, ich habe eingefroren - Kausativ

Eigentlich müsste meiner Ansicht nach sowohl bei mich frierts als auch bei ich friere etwas ein die schwache Form benotzen werden, da ganz offensichtlich eine kausative Verwand des Verbs vorliegt.
Zwar sind wir hier in der Gesellschaft zur Stärkung der Verben, aber der Vielfalt halber sollten wir vielleicht auch mal der Schwäche stärkend in den Rücken fallen, findet Ihr nicht auch ???

Kilian

#31
Dazu EDIT: Zu einer ähnlichen Sache gibt es schon einen kleinen Bemurk im Wiki, ich habe einfrieren als weiteres Beispiel hinzugefogen (das eine frieren ist arguably kein Kausativ, weil es unpersönlich ist und somit keine Argumentstelle für den Kausator hat).

Schwächling

Zitat von: VerbOrg am 2011-01-29, 20:28:43
Irgendwie ist in unserer Sprache - zumindest was den Frost angeht, was schief gelaufen.

Ich friere, ich fror, ich habe gefroren - Ipsiv

Mich friert, mich fror, mich hats gefroren - Kausativ

ich friere ein, ich fror ein, ich habe eingefroren - Kausativ

Eigentlich müsste meiner Ansicht nach sowohl bei mich frierts als auch bei ich friere etwas ein die schwache Form benotzen werden, da ganz offensichtlich eine kausative Verwand des Verbs vorliegt.
Zwar sind wir hier in der Gesellschaft zur Stärkung der Verben, aber der Vielfalt halber sollten wir vielleicht auch mal der Schwäche stärkend in den Rücken fallen, findet Ihr nicht auch ???
Wenn man aber einen richtigen Kausativ hätte, der sich nicht nur in der Flexion, sondern auch in der Grundform von dem Ipsiv unterschiede, dann überflösse das "ein" in "einfrieren". "Freren" analog zu "legen/liegen" wäre denkbar, ich schlüge aber vor:

freesen, freeste, gefreest (Kausativ)
frieren, fror, gefroren (Ipsiv)

Das Brot ist gefroren, weil ich es gefreest habe.

(Natürlich darf "freesen" keineswegs wie ein Anglizismus ausgesprochen werden.)

Nonymest

Dieser Faden wurde schon ein wenig gealtert, doch ein gäbne ich trotzdem:
Lehren ist wohl ein Kausativ des Lernens. Hier wurde, in der Aussprache, ein /e/ zu einem /ɛ/ geonffen und sonst -n an den Stamm gehängt. Aus sollcherlei Ounff und Nachwuchs ließe sich doch auch ein Paradigma zimmern, das dann als Quasipassiv das ungeliebte Partizip um eine Wan verdrünge :
Offensichtlich ist

ehren -> ärnen* (Geohren werden) Der Geliebte Sprachfüher ärnt.

Aber auch beispilsweise

tu(e)n -> tonen (Getan werden) "Da muss was ton!"
senden -> sandnen (~empfangen)
schmieren -> schmeren /e/
üben -> öbnen Sein Schlagzeugspiel öbnet.
ölen -> œlnen (Ge·ulen werden)

Beldnen dem Schema nach.


* Die Rechtschrift wird so gewählt, als dass die Arnd der Aussprache sähnt.

Kilian

Das -ren/-rnen-Paradigma gibt's schon, wenn auch etwas verstocken: http://verben.texttheater.net/Ipsiv#Verben_auf_-rnen

Bastler

Da mir das Brett so noch nicht zusagt, muss ich es mir noch anders zusägen.