Autor Thema: Animalpoesie  (Gelesen 141965 mal)

J**

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Re:Animalpoesie
« Antwort #45 am: 2005-09-22, 16:04:49 »
Der Olaf war ein Elch aus Schweden,
seineszeichens Schneider.
Aus roten, gelben, blauen Fäden
much er die schönsten Kleider.

Schnitt Olaf auch stets noch so gut
für Richter, Anwalt, König -
das eine nahm ihm doch den Mut:
er verdan so wönig.
Manche Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut oder eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Nur, wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.
Erich Kästner

amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #46 am: 2005-09-24, 08:48:18 »
Der Pottwal Theo ständig flort
mit Riesenkrakin Karin.
Ein Riesenproblem darum wortt
die Pottwal-Sippe darin.

"Das geht so nicht, mein lieber Freund",
sprach oftmals seine Mutter,
"daß Ihr Euch hier im Spiel vereint,
man spielt nicht mit dem Futter!"
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #47 am: 2005-09-24, 09:39:48 »
Mit fester Hand griff Taucher Claude
Schwamm Samuel aus dem Meere,
verhork ihn gegen seine Not
am Markt von Saint Misere.

Es koff den guten Samuel
Touristin Marianne
und brachte diesen dann ganz schnell
daheim in ihre Wanne.

Zunächst fohl Sam sich ganz allein,
verzwulf in seiner Seele,
doch als die Maid ins Bad stieg ein,
fand Sammy eine Höhle.
« Letzte Änderung: 2005-09-24, 09:43:59 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #48 am: 2005-09-24, 14:07:41 »
Jonas schwamm im Goldfischbecken
und tromm vom Abenteuer,
sah sich als Helden, Kämpfer, Recken,
als Meeresungeheuer.

Doch limitor'n war Jonas' Raum
durch harten Steines Wände.
So trann er sich von seinem Traum
und wurde sanft am Ende.
« Letzte Änderung: 2005-09-24, 14:09:08 von amarillo »
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amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #49 am: 2005-09-27, 19:42:11 »
Ein ganzer Zoo mit selt'nem Vieh
fand Fragen ohne Ende;
und schließlich alle roltsen sie,
die Intensie sprach Bände.

Doch dann wollt' jeder definier'n,
den andern galt's zu grübeln;
werd' mich vom Raten absentier'n,
wer will es mir verübeln?
« Letzte Änderung: 2005-09-27, 19:47:42 von amarillo »
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Re:Animalpoesie
« Antwort #50 am: 2005-09-28, 14:15:40 »
Einst trub der Wallach Mordechai
stolz über seine Pfründe.
Die Stuten war'n ihm einerlei,
ein jeder kennt die Gründe.

Die Stuten jedoch nacken ihn
und wolcken mit der Kruppe,
doch Mordechai schie gar nicht hin,
ihm war'n die Weiber schnuppe.

Nur Stute Bertha Mitleid zag,
sie war schon etwas reifer.
Wann immer er sie auch erblak,
so wold mit seinem Schweif er.
« Letzte Änderung: 2005-09-28, 14:18:34 von amarillo »
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Re:Animalpoesie
« Antwort #51 am: 2005-09-28, 18:11:34 »
Die Stubenfliege Bernardette
spor längst den Herbst schon kommen,
hing lustlos 'rum am Fensterbrett,
viel träger klang ihr Sommen.

Vor Wochen noch sie flink verdaft,
durch jeden Ritz sie flotsch;
nun ward am Ende sie gestraft,
heut' morgen ich sie potsch.
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Re:Animalpoesie
« Antwort #52 am: 2005-09-30, 17:16:11 »
Mir Eduard dem Höhlenmolch
war nicht gut Pferdestehlen,
denn er trug einen spitzen Dolch,
broost sich als Herr der Höhlen.

Und eines Tags schwamm er in's Meer
broll "heut' mach ich Euch alle!"
Ganz plötzlich aber schwieg der Herr,
vor ihm stand Schwertfisch Kalle.
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VerbOrg

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Re:Animalpoesie
« Antwort #53 am: 2005-10-01, 23:15:43 »
In welcher Art sich auch klitt Doris,
die Bonobofrau, war egal,
hielt doch ihr Angebatener, Horst-Boris,
zu diesem Weib in jedem Fall.

Nur dass er schwäng're sie, das sarg ihn,
"weil ich Dich kaum ernähren kann."
"Bin ich denn doof, wie 'ne Makakin,
ich nehme doch die Pille, Mann."

J**

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Re:Animalpoesie
« Antwort #54 am: 2005-10-04, 13:04:58 »
Es lief der Hase Friederich
recht flink durchs Stadionrund,
nahm Hürden hoch und niederich
und lief die Läuf' sich wund.

Sein Freund, der Fuchs worndt sich dazu
und frug: "Was machst du da?"
Darauf der Has: "Was glaubst denn du?
Trainieren - für Olympia!"

Sodann der Fuchs: "Wär' doch gelacht,
wenn du dort nicht wirst siegen!"
Dann sugen sie sich gute Nacht,
denn Frieders Wecker geht halb acht -
er müsste schon längst liegen.
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Erich Kästner

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Re:Animalpoesie
« Antwort #55 am: 2005-10-08, 17:26:09 »
Der Wattwurm Siggi Krabben forcht,
die ebbens durch den Schlick sich wohl'n.
"Weil jenes Tier dem Trieb gehorcht,
sich Würmer aus dem Watt zu hol'n."

Doch stoll sich Siggi eines Tags
mit Kraft und Herz des Löwen,
"vorbei die Furcht, jawoll, ich wag's",
und wurd so Fraß der Möwen.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

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Re:Animalpoesie
« Antwort #56 am: 2005-10-11, 17:02:06 »
Den Kampfhund Hektor plug ein Leid,
das ihn ganz schrecklich norv:
er stock zum Rand voll Schüchternheit,
der scheuste Hund im Dorf.

Selbst wenn ein Silberpudel kloff
mit gellendem Gezeter,
Hektor stets vermied den Zoff
und flocht vor diesem Köter.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Günter Gans

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Re:Animalpoesie
« Antwort #57 am: 2005-10-11, 23:52:54 »
Dieser Faden ist sowas von wunderbar, dass ich den Großen Administrator bitten möchte, ihn in eine gediegene Form zu gießen, wenn's ihm konveniert.  ;)

Gehen Sie immer in den Wald zur Paarung? (Loriot)

amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #58 am: 2005-10-12, 16:29:51 »
Es spor im Bauch die Schwalbe Lara
so gegen Herbst ein dumpfes Zieh'n.
Galt's doch zu queren die Sahara,
Europas Frostmacht zu entflieh'n.

"Mich kotzt es an, dies lange Fliegen,
bei Turbulenzen muß ich spei'n.
Ich kenn 'nen Kuhstall, Nähe Siegen,
quartier mich dort für'n Winter ein."
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amarillo

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Re:Animalpoesie
« Antwort #59 am: 2005-10-13, 18:14:23 »
Gestriffen klitt sich Jörg gelb/schwarz,
ein Feuersalamander,
sein Erdloch lag im tiefsten Harz,
und er bewornd Jil Sander.

"Geht wech mit Kenzo, Joop, Gautier,
Laurent, Rabanne, Dior;
das alles ist nicht mein Metier,
ich käm' mir nackich vor."
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