Autor Thema: Animalpoesie  (Gelesen 116656 mal)

Günter Gans

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Re: Animalpoesie
« Antwort #405 am: 2007-08-31, 20:51:07 »
Ei, amarillo, getz seh’ ich erst, dass Du in den Animalpoemen einen GSV-Zoo gegronden* hast – das ist schön von Dir.

Doch fähle da nicht das eine oder andere Ströphlein?

Hœl’ man ihn aus Essens Potte,
lönd’ ein schräger Vogel in dem Zoo.
Tschürr’ er zwi mit gelbem Spotte,
alle Viecher grülen „hohoho“.

Animalisch döchte Amarillen,
pflög’ wie and’re seine Grillen.
Wenn er in Reimen schwölge,
man sich bodens kölge*.

Wie, üblich bitten wir das Metrum, zu entschuldigen.

*) Storke:
gründen: grindt, grond, grönde, grind, gegronden.
kugeln: kilgt, kolg, kölge, kilg, gekolgen.
Und damit man’s nicht verwölchse: kegeln: kalg, kelge, gekalgen.
Gehen Sie immer in den Wald zur Paarung? (Loriot)

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #406 am: 2007-12-07, 18:08:24 »
Grad traf ich Karl, den Kakerlak.
Den ganzen Tag schon luk er kaker;
ich frug, ob er das wirklich mag,
und er bestatog: doch, das mag er.

Wenn er nicht täglich kakerlüke
und sich an meinem Vorrat labe,
es ihn an seiner Ehre püke:
er föhl sich nicht als echte Schabe.

amarillo

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Re: Animalpoesie
« Antwort #407 am: 2007-12-08, 11:20:17 »
Sigmar G., ein Fadenwurm,
fohl einstmals sich berufen,
ein Schiff zu lenken durch den Sturm,
erklortt sofort die Stufen

hin zu dem großen Steuerrad,
auf daß er's kräftig drähe;
am Ende stoll er fest dann - matt,
daß er nicht einmal sähe,

waß diesseits Reling so passör,
von Horizont kein Schimmer,
und ich muß kotzen - quel malheur -
vor Fadenwurmgewimmer.
« Letzte Änderung: 2007-12-08, 12:16:53 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #408 am: 2007-12-18, 21:54:29 »
Die Drossel Dagmar tirillar,
weil sie verabgeroden war
mit Turdus, ihrem Drosseltraum.
Drum flortt sie spitz zum Eichenbaum.

Doch Turd volg grad die Schwuchtel Horst.
In Dagmar rag sich Rachedorst.
Sie wusst genau, Turd war kein Schwuler,
und sie erdrulss den Nebenbuhler.

amarillo

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Re: Animalpoesie
« Antwort #409 am: 2007-12-28, 19:14:56 »
Termite Oskar klupf auf Holz,
probor's, war seines Fundes stolz.
So kam's, daß Tante Ilsebill
heut' einfach durch den Boden fiel.

Das ist halb geklaut, weil ich nur einen Vers von OGDEN NASH nachgedochten habe.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #410 am: 2008-01-08, 22:14:30 »
Neues vom Monster:

Agricola, Godzilla tromm,
bemölng: dein Deutsch ist schlochen.
Rachös er drum durch Tokio strom:
Vernochten, wer sich so erfrochen!

Doch schlorf er zum Agricola
blind und auch taub in seinem Hasse,
betrolmp versehentlich u.a.
ein Kfz der spitzen Klasse.

Verlotz sich schwer die Planta pedis,
weshalb er halb von Sinnen war.
Grobsch gleich hinauf sich den Mercedis
und schlarf heraus, was drinnen war.
« Letzte Änderung: 2008-01-08, 22:19:02 von Ku »

amarillo

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Re: Animalpoesie
« Antwort #411 am: 2008-06-25, 14:37:57 »
Ich habe nochmals bei Ogden Nash geschnorppen:

Der Ameis

Der Ameis ist landauf landab
berühmt, denn er ist stets auf Trab.
Na und! Wärst Du der Ruhe froh,
so randvoll CH zwo O zwo?
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Kilian

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Re: Animalpoesie
« Antwort #412 am: 2008-06-25, 23:28:40 »
Hihi! :D

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #413 am: 2008-07-14, 21:24:59 »
Ganz plötzlich schol der Goldfisch J.,
verforb sich weiß und rum sich drand.
Kein Zweifel: Goldfisch J. war tot,
sein kurzes nasses Leben and.

Und Frauchen war ersilcht schockoren.
"Wir haben abends oft geplorden.
Den besten Freund hab ich verloren.
Im Haus ist's jetzt so still geworden."

amarillo

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Re: Animalpoesie
« Antwort #414 am: 2008-07-31, 18:16:56 »
Schwebfliege Suse koff sich Stoff
daraus ein Kleid schwarz-gelb sie wob.
Auch wenn der Kerbtieradel goff,
wespös getornen Suse schwob.

Bestuub die Blüten am Balkon
in uns'rer Laubenkolonie.
Kam unbehallogen davon
dank ihres Kleids aus Mimikry.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #415 am: 2008-08-10, 17:13:01 »
Die Quietscheente Marianne
dilmpt still in meiner Badewanne.
Bläk sie hinab, sie kärche nicht,
die pure Holf zör ihr Gesicht.

Wenn ich sie unter Wasser dräke,
der Marianne das nicht schmäke:
gleich zack! sie aus dem Wasser flöötsche
und ärgerlich "du " quöötsche.   

Grinsekater

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Re: Animalpoesie
« Antwort #416 am: 2008-08-10, 18:32:02 »
Der Grinsekater Kasimir
Grons gerne in die Sterne.
O daß man seinethalb nicht trür!
Wenn lang die Abwas mal auch dür'
Und kein' Flexur mehr bei er stür,
Allzeit man sich erörnne:
Er denket euer in der Ferne.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #417 am: 2009-12-14, 21:45:22 »
Luchs Lutz in seiner Nähe schnorpp
die Lüchsin Liz, die er begohr
und er erbab, vor Lust er sorbb.
„Ich will jetzt nicht!“, sie ihm erklor. 

„Wir stehen“, groll er, „schon seit Jahren
auf der bedroh'nen Tiere Liste
und haben uns nicht mehr vermahren.
Du bist kein Luchs. Ne Zicke biste.“

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #418 am: 2010-03-16, 08:00:06 »
Das Axolotl Helena
zieh man beinah des Plagia-,
nur dass sie stracks juristisch klug,
bevor man dies zuende sug.

Bezüglich ihrer Litratur
sei "Plagia-" fast Ehrenruhr.
(Im Land der Axoloten
ist Abschrieb streng verboten).

Kilian

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Re: Animalpoesie
« Antwort #419 am: 2010-03-16, 08:55:57 »
Au ja! :D Mehr davon!