Bibliodrom

Begonnen von Ku, 2011-11-09, 22:41:51

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katakura

#60
... hmmm, wäre es eine molg, das subgenre vorerst getrennt durch ein komma hinter dem genre einzutragen? ... wenn irgendwann mal tatsalch eine noch feinere untertiel notwendig wird, steht die angabe schon da und das komma memüsse nur durch die beiden senkrechten striche ersotzen werden ... oder?

... ich habe das ganze testweise mal bei sprachschöpferisches mit den labenzen gemacht ... so sähe das aus ...
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

Gute Idee, sollten wir so machen

Ku

Halt, noch eine Frage:

Kann ich jetzt einfach irgendwo mein Buch eintragen, solange ich mich in der richtigen Oberkategorie befinde? Sortiert sich dann alles von selbst oder kann sortoren werden?

katakura

#63
... naja, am idealsten ist es, wenn du den titel entsprechend dem autorennachnamen in die jeweilige oberkategorie einfügst ... das system sortiert ja nicht selbst, sondern zeigt die einträge exakt so an, wie sie eingetragen wurden ... und da finde ich es überrsichtlicher, wenn sie schon standardmäßig von uns nach autorenname sortiert sind, wie man es ja auch in einer bibliografie gewohnt ist ... ich habe es bei den aktuellen tabellen jetzt so gemacht, schau mal rein ... ist ja auch kein großer aufwand, einfach zwischen bestehende autoren die eine zeile mit dem neuen titel einzufügen ...
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

Ok, wird gemacht.
Diese Listen kann man sich ja locker in Excel konvertieren und dort nach Belieben sortieren, zB nur "Sagen" usw

katakura

... aber wenn du die tabelle nach genre sortierst, hast du doch ohnehin alle sagen auf einem haufen ... wozu dann eine konvertur in excel  ???
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

Dann muss ich aber jedesmal die gesamte Tabelle sortieren, die ja bald riesige Ausmaße annehmen wird. Ich weiß nicht, wie schnell das geht.
Und mit Excel kann ich filtern.
Ist ja auch egal, mit der jetzigen Tabellenform bin ich zufrieden.

amarillo

@ katakuram

Außer Kilian und Amarillo, die bitte die noch fehlenden Genre-Kategorisierung vornehmen sollten, da ich mir hier nicht sicher bin, was eher zu Humor oder eher zu Satire sollte.

Da bin ich auch überfragen, und selbst viele Autoren wewüssen ihre Werke nicht eindeutig einer Kategorie zuzuführen. Meinethalben wirf ein Münze, ganz falsch geht sowieso nicht.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

Ich finde, oh größter aller katakurata, das hast du großartig gemachen.
Man sollte dich zum Oberbibliodromedar ernennen.

katakura

#69
Zitat von: amarillo am 2011-11-17, 14:57:31
Da bin ich auch überfragen, und selbst viele Autoren wewüssen ihre Werke nicht eindeutig einer Kategorie zuzuführen. Meinethalben wirf ein Münze, ganz falsch geht sowieso nicht.

... na gut, ich habe die meisten jetzt mal schlicht unter humor einsort georen ... wo es jemand besser weiß, kann ja immer wieder auch geornden und verborßen werden, gerade auch was die spezifizur durch subgenres angeht ...

Zitat von: Ku am 2011-11-17, 16:14:19
Man sollte dich zum Oberbibliodromedar ernennen.

... ich danke für das lob *blush*

... und natürlich häufele nur zu gerne ich ein weiteres amt auf mein haupt :D ... indes muss ich dazu ja erst einmal die nächste perVers abwarten ... interessanterweise liegt momentan ja das bislang verschmohene berlin (zusammen mit wien! bertl, wir kohommeeeen! ;D) vorn ...
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

Ich weiß nicht, was es ist, aber ich werde das Gefühl nicht los, als sollten wir unser Bibliodrom unterkellern und mindestens eine Etage "Unterirdisches" hinzufügen.

katakura

Zitat von: Ku am 2011-11-17, 16:48:07
Ich weiß nicht, was es ist, aber ich werde das Gefühl nicht los, als sollten wir unser Bibliodrom unterkellern und mindestens eine Etage "Unterirdisches" hinzufügen.

... super idee! ... wie wäre es, wenn wir das unterste stockwerk tatsalch so nennen und einfach unter die erde verlegen? ... da gehört das, was in die rubrik soll, ja durchaus hin ... ich stell es mal geschwind um ... wenn's nicht passt, einfach rückgängig machen ...

... aber sag mal ku, müsste die bockstarken märchen (jesses, wie lange ist das her, dass ich die gelesen habe! juuugenderinnerungen!) nicht doch eher zu den märchen? ...
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

NEIN HALT
es gibt noch was schlimmeres als "Groben Unfug"

Berthold

#73
An jenen Büchern & Pfappleichen stört mich eines ein bißchen: Die gibt's alle warchlk.
In unserem Bibliodrom sesüllen aber auch Sachen mitfahren, von denen's zwar, vielleicht, schön wäre, wenn es sie gäbe, die es aber (noch) nicht ...
Unter meinen eigenen Büch'ln denke ich dabei etwa an "Jurko Jánošík". Der war ein Gorale, Rebell und Räuber des slowakisch-polnischen Tatra-Grenzgebietes.
Etwa steht über ihn zu lesen:

"Die Mirakel Jurkos

Jurko trug eine Valaska, eine leichte Axt, die alleine etwas abhacken oder jemanden, auf Jurkos Befehl, hinschlachten konnte. Schnell wie der Zahn des Mungoprinzen schlug sie zu. Er verfügte auch über ein Kräutlein, das ihn unsterblich machte. Ein gebleichtes Hemd hatte er an, aus Flachs in einer Nacht gefertigt, was es kugelsicher und undurchdringlich für Schwerter machte. Erst recht ließ solch ein Hemd Knüppel und Schlagringe abprallen. In Jurkos Lockenhaar hatten Feen die Kraft von drei starken Männern eingeflochten. Andere meinten, seine Kraft säße im Hosenbund, ja Hexen hätten den mit einer Schlange vertauscht, einer schwarzen Kreuzotter. Auch aus der Tatsache, daß ihn seine Mutter bis zum siebenten Lebensjahr gestillt hatte, erwuchs Jurko wohl große Stärke. Wurde der Räuber vefolgt, brauchte er nur seinen Becher zu stürzen, und die Verfolger waren festgebannt. Nicht einmal Bluthunde konnten seinen Körpergeruch und seine Ausscheidungen riechen; eine seltsame Eigenheit für einen Mann im vollen Saft, gewiß. Doch der mit dem eiskalten Schuppenzagel (wie´s Hexen unter Tortur gestanden), jener Stelzfuß, der keinen Schatten wirft, der gebraucht Schwefel. Seine Geliebte Anička hatte Jurko eine zauberische Schwegelpfeife geschenkt, die selbst seine Henker und den Geistlichen unterm Galgen tanzen machte. Blies er aber sanft, konnte Jurko den frischesten Wächter in  tiefen, tiefen Schlaf flöten - dann erst zwei übermüdete Burschen. Ich denk mir aber, daß er Alex, dem Stand seines Heranreifens eingedenk, nicht tiefen Schlaf, sondern feuchte Träume bescherte."


Oder:

"Es gibt da, unten am Steiß, ein kleines Grübchen. Asymmetrisch, eine Kuhle des Üblen, dachte Jurko. Dort drauf (so schien´s) hatte Prandtner Angelika, vorerst noch außen auf ihrer Hose, den Mittelfinger gelegt; einen plumpen, spatelförmigen Finger; langsam drehte er die Fingerkuppe hin und her; Prandtner, der Hypnotiseur; er scherte sich keinen Mückenfurz um die Öffentlichkeit an einem Lagerfeuer; nun bewegte sich seine Linke gar über ihren Hosenrand hinweg und, an ihrem Kreuzbein entlang, ein kleines Stückchen hinab; und Angelika verwehrte es ihm nicht. War das für sie die Erfahrung dieses Sommers, etwas, das wert ist, gesammelt zu werden? Noch saß sie mit geschlossenen Knien da, ihre Augen waren aber schmal, was bereits genießerisch wirkte; dann berührten ihre Lippen Prandtners rechtes Ohr; nein, es war subtiler, die Lippen glitten wie ein Hauch über das Schippel Haare hinweg, das Prandtners Ohrmuschel entsproß; und Geflüstertes, und ihre Zungenspitze an seinem Ohrläppchen und dem Affenknorpelchen. Angelika trug ihre seltsame chinesische oder tibetische Kappe, vielleicht aus Yakwolle, bestickt mit Phönix und Drache in Umschlingung - das kaiserliche Paar symbolisierend. Grün die Kappe, rot ihr Haar. Satt strahlten die Farben im Widerschein der hohen Flammen. Es war das kräftige Feuer einer windstillen Nacht, kein unstetes Hüpfen und Flackern. Warum mußte für Jurko die Stimmung einer solchen Nacht zerstört werden? Jurko Janošík hockte da, wie in seiner düsteren Gefängniszelle in Liptovský Sv. Mikuláš (St. Nikolaus in der Liptau). Als gäbe es für ihn sonst nichts mehr zu sehen als einen Schimmelfleck (ein dunklerer Grauton an der Mauer), den Latrinenkübel (ein verschwommener Umriß - scharf war nur der Gestank) und die Zellentür mit dem Gitterfensterchen (dahinter brannte auf dem Gang ein Talglicht), Schimmel - Kübel - Fenster - Schimmel - Kübel - ... so wand sich Jánošíks Blick, viele Male hin und her, zwischen Pums eingetrocknetem Marabu-Schädel - in den gleichwohl immer mehr Leben kam - , Prandtners Pranke, die hinauf und hinab strich - und Angelikas Rotgrün. Etwas gab es in der Zelle noch.
Das bleiche Abbild des Fensterchens mit dem Schattengitter. Doch das war kein Gitter, da war ein Kreuz. Mit einem Mal lief über das starre Kreuz und die vier unruhigen Flächen eine schwarze Mauereidechse; hin und her lief sie; mit ihrem Leib lief und schlängelte sie Zeichen an die Wand. Nur einer konnte dem Gefangenen das Reptil geschickt haben: Čert, Bejng, der Schwarze.
War denn nun alles verloren, und das Böse sollte triumphieren? - In all den Geschichten, die hier gleichzeitig liefen, erschien Jurko noch das Streitgespräch über Gotik und Renaissance am erträglichsten. Wie Thesen und Ausrufe durchfuhr es ihm dabei freilich den Schädel - was auch ein Zeichen von Übermüdung war. Nieder mit den Renaissance-Gewölben, die nicht einmal selbsttragend sind! Hoch die gotischen Dome! Solch ein Bauwerk ist dem Pflanzengewebe vergleichbar, mit Stützfasern und Leitbahnen. Das ist etwas, das auch fast wie eine Pflanze weiterzuwachsen scheint, selten ganz ausgewachsen ist. Hätte Pum nur gesagt, sowas käme ihm wie unheimliche, krebsige Wucherungen vor, man hätte mit ihm wirklich diskutieren können. Und diese klaffenden Vulven, diese Dämonenfratzen, Obszönitäten, die Unzucht mit dem Teufel, aber auch die schäumend-heulenden, alles in den Dreck schleudernden Narrenpredigten des Roraffen, zu den größten Festen der Christenheit! Jawohl ihr, Pum und Angelika und endlich auch du, Prandtner, du Mückenpimmel, was wißt denn ihr!! - Angie und Prandtner, kennt ihr sie etwa auch, die Paarung der Egelschnecken? Das Scheußlichste in der Natur! - Alles war verloren. Er, der kühne Räuber, war zum Gespött der ganzen Pension Spindler geworden! Die Meute wird ihn begaffen, im Morgengrauen auf dem Kasernenhof, beim Trommelwirbel."   





katakura

Zitat von: Berthold am 2011-11-17, 16:19:10
An jenen Büchern & Pfappleichen stört mich eines ein bißchen: Die gibt's alle warchlk.

... tja, das liegt in der natur des virtuellen bibliodroms, denn dieses soll (und ich zitiere hier den geliebten sprachführer) dazu dienen, Lektüreempfehlungen auszutauschen und festzuhalten, wer welche tollen Bücher hat, damit man die Leute bitten kann, sie zur nächsten Personalversammlung zwecks Ausleihe mitzubringen.

Zitat von: Berthold am 2011-11-17, 16:19:10
In unserem Bibliodrom sesüllen aber auch Sachen mitfahren, von denen's zwar, vielleicht, schön wäre, wenn es sie gäbe, die es aber (noch) nicht ...

... wenn die titel als bislang unveröffentlochenes manu-/typoskript vorliegen und du sie guten gewissens sowohl empfehlen als auch verleihen kannst - warum nicht? ... man kekünne dann hinter dem titel in klammern ja ein schlichtes "unveröffentlicht" vermerken ...
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)