Autor Thema: Lokuslyrik  (Gelesen 9309 mal)

Wortklaux

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #30 am: 2016-10-28, 15:11:42 »
Aus hellem Bergquell erst entnommen,
zum Trinken rein zu uns gekommen,
das Wasser, das ich nun besudel,
röhrend entfleucht im braunen Strudel.

amarillo

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #31 am: 2016-10-28, 17:40:57 »
Pommerys und Möts und Wöffe
- zweifelsohne: Stargesöffe,
geh'n jedoch wie Gabiko
auf dem letzten Gang ins Klo.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Wortklaux

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #32 am: 2016-10-29, 13:58:38 »
Potänzprobleme

Manch einer, der mit Druck im Darm
stand vor verschlossnen Türen,
verspürte Drang, auch ohne Charme
Potänze aufzuführen.

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #33 am: 2016-11-08, 09:57:01 »
Ja, ich weiß, dann wären es keine fünf sülben mehr.  :P

Da ich nicht zum Haiku-Kult bereit bin ("Gottbegnadeter 松尾 芭蕉!"), schreimma halt einfach:
Was örpfest du dann?

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #34 am: 2018-10-24, 11:09:23 »
Folgendes gehört auch zu den Schüttelversen: Im "Café Hummel" - wo wir einmal, bei unserem Wientreffen, zusammen mit dem unvergeßlichen Günter Gans gesessen sind - kann man sich bisweilen mit Versen oder Verslein umsonst einen Kaffee erdichten. Ich schrieb einmal Schüttelverse, die mir (mich?) dann ein bisserl zu "körperlich" ausgefallen deuchten. Trotzdem schrieb ich sie auf einen Zettel und ieffaschor diesen dann auf einem der beiden, meist etwas pickerten, eben nicht allzu sauberen Männerklos.
Als ich gwan später wiederkohr, war der Zettel schon weg, eher von einem Pseudofeinfühler abgerissen als von einem Poesiefan mitgenommen.

Ein GSV-Mitglied: Was stand denn da oben, Bertl? Jetzt zier Dich nicht!

B.: Folgendes (Ich verbarß es später leicht):

Du bist in Hummels Klo noch nicht im puren Himmel.
Drum gilt für Ehrenmänner wie für Hurenpimmel:
Seid nicht wie Bauern, die auf ihrem Seich so glitten;
Ein Stadtkaffeehaus-Klo hat keine Plumpsklositten!


   
« Letzte Änderung: 2018-10-24, 12:36:20 von Berthold »

Kilian

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #35 am: 2018-10-24, 11:17:57 »
 ;D Find ich gut, besser sich durch Lyrik verewigen als durch Danebenpinkeln.

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #36 am: 2018-10-24, 12:29:03 »
Eine sehr traurige Mitteilung - nach einem kleinen Witz

Ich danke Dir, theurer Kilian!
Wenn ich jemanden am 2. Männerklo werken höre, pflege ich, quasi mit vertielenen Rollen, Folgendes zu sagen.
A: Und nun unsere Quizfrage: Wie heißt Wiens meistfrequentiertes und -beschissenstes Kaffeehausklo?
B: Äh, ... ich denke, das vom Café "Hummel".
A: Ich darf Sie zu 10.000 Euro beglückwünschen.

Dennoch muß ich mich hier kräftiglich am Riemen reißen und mich ganz, gaanz notwendigerweise entschuldigen. Das Obige hierher zu schreiben ist nämlich eine Geschmacklosigkeit, vor allem, weil ich das "Hummel" fast wie ein zweites Wohnzimmer schätze. Außerdem hat mir der Chef oft Geld vorgestreckt, wenn ich wieder einmal pleite war. Was ist geschehen? Nun, dieser alte Chef, Herr Georg Hummel, ist vor kurzer Zeit plötzlich gestorben. Ich besuchte natürlich die Seelenmesse, die letzten Donnerstag abgehalten wurde. Schwaden des Harzes von Boswellia möglw. sacra. Alle von Euch, die damals im "Hummel" am Stammtisch gesessen sind, bitte ich um ein paar besinnliche Minuten. Auch an den Günther "Gans" zu denken, wäre lieb.
« Letzte Änderung: 2018-10-24, 12:35:39 von Berthold »

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #37 am: 2018-10-31, 12:04:29 »
Das heißt aber meistbeschissenes, Bertl!

amarillo

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #38 am: 2018-10-31, 16:18:56 »
Es pupt sich bei der holden Maid
nicht so entspannt wie unter Männern.
Doch auch die Maid pupt unterm Kleid,
wie mir berochten ward von Kennern.

Der Unterschied liegt im Radau:
den Mann verlässt ein Donnerstreich.
Ein Zischeln nur entfährt der Frau,
der Nase ist's am Ende gleich.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #39 am: 2018-11-13, 10:25:51 »
"Berochten", theurer amarillo, ist ein urklasses Wortspiel! Das ist wohl ein neuer Verbtyp, bei dem etwas, das auch wichtig ist, im Praeteritum (und/oder im Perfekt-"Pfurtzizapf")  anklingt/mitschwingt. Berichten vs. Beriechen. Das war, ohne Zweifel, auch Deine Absicht.
Spontan fiel mir dazu etwas Böses ein: Dieser Lehrer schand manche seiner Schülerinnen. Von schinden vs. schänden.
Dazu ließe sich wohl "een lüttet Tabellken" machen.
« Letzte Änderung: 2018-11-13, 10:33:47 von Berthold »

amarillo

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #40 am: 2018-11-14, 10:25:12 »
" Das war, ohne Zweifel, auch Deine Absicht.

Nein, tut mir leid, war nicht meine Absicht, um so viele Ecken habe ich nicht gedacht.
Deine Idee bezulg verschwurbelter Imperfekte klingt allerdings putzig!
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #41 am: 2018-11-14, 12:48:18 »
Dann war's halt Dein Unbewußtes, das hier wohl auch im Sinne der GSV am Werke war.
« Letzte Änderung: 2018-11-14, 12:50:49 von Berthold »

amarillo

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #42 am: 2018-11-15, 16:05:08 »
Wohl kaum, hätte mein Unterbewußtsein dazwischengefunken, hätte mein Bewußtsein ihm sofort eins übergebraten und es in seine Schranken verwiesen, da 'beriechen' ja bereits ein starkes Verb ist und somit keiner weiteren Behandlung bedarf.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Berthold

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Re: Lokuslyrik
« Antwort #43 am: 2018-11-20, 10:23:37 »
Na komm, theurer Rillo, jetzt sei doch nicht gaar so pointiert/puantohren!