Autor Thema: Sprüche  (Gelesen 5460 mal)

Günter Gans

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Sprüche
« am: 2005-12-30, 02:10:08 »
Die Zeit der Jahresrückblicke. Lasst uns hier, als kleine Hohlspiegelei, Sprüche sammerln, die als witzig, klug, treffend, daneben, eben: aufgefallen sind, sei’s an der Theke der Bäckereifachverkäuferin oder in hochgestochenen Feuilletons.

Zum Auftakt eine kleine Ernte 2005:

„Das hat einen Hauch von Nordkorea.“ Nikolaus Brender, ZDF-Chefredakteur, zur Tatsache, dass das Schröder-Merkel-Duell vor der Bundestagswahl zeitgleich in ARD, ZDF, Sat1 und RTL ausgestrohlen wurde und damit wohl an die 98 Prozent Einschaltquote abdak.

„Sie müssen ja wirklich einen grünen Daumen haben.“ Ein Amtsrichter zu einem Angeklagten, der des Anbaus kiloweisen Marihuanas bescholdegen wurde.

„Unterricht ist in Afrika auch möglich.“ Ein Kleinstadtbürgermeister, als es im Finanzausschuss um defekte Jalousien am Schulgebäude und dementsprechend starke Sonneneinstriehl ging.

 „Der Münchner Dialekt ist isarpreußisch bzw. Käferzelt-Chinesisch.“ Bernhard Stör, Lehrbeauftragter für Dialektologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, in einem Vortrag über die bairische Sprache.

„Wettkrähen ist eine der noch verbliebenen Männersportarten.“ Ein Teilnehmer des Gockerl-Wettkrähens in Aßling bei München.

„Es gibt auf der Welt noch zwei Staaten mit Einparteiensystem. Jetzt ist die Frage, wer hält länger durch: Stoiber oder Castro?“ Sepp Daxenberger, Landeschef der Grünen in Bayern.

„Das ist Ihr Bier.“ Ein Staatsanwalt zu einem alkoholkranken Angeklagten.

Einsande willkommen, gern auch mit einem Solmm aus dem Ziturenschatz "Best of GSV 2005"!

Die Eigenproduz hier ist schließlich auch nicht zu verachten.  ;D
Gehen Sie immer in den Wald zur Paarung? (Loriot)

Kilian

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Re:Sprüche
« Antwort #1 am: 2005-12-30, 13:24:05 »
Eine kleine Auswahl dessen, was ich 2005 so gesolmmen habe. amarillo eronff das Sprüchejahr 2005 am 2.1. mit:

Katalanisch hört sich an, als habe man dem Hochspanischen 40% seiner Vokale gestrichen. Das müßte mal einer in Barcelona laut sagen. Teeren und Federn wären noch die geringsten Übel.

Und weiter geht's, auch außerforisch:

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In den nächsten Tagen gibt es wieder ein Leben vor dem après-ski.
Jörg Kachelmann

D: Tiens, par exemple les hommes politiques. Alors là, ils m'ennuient. C'est du lala-lala-lala-lala-lalala. Un homme politique devrait savoir parler. Chacune de ses phrases devrait faire pan-pan, panpan, panpan. Elle devrait porter, et puis non, c'est du lalalala-lalalala.
M: Et Ford, l'autre jour, vous ne l'avez pas trouvé drôle ?
D: Oh ! Alors là ! Pas du tout. C'était triste, et puis, c'était du lalala-lalala.
Louis de Funès, Interviewauszug (gekürzt)

Wer den Vogel abschießt - nein, ausrottet geradezu - sind die sog. "Call-by-Call-Anbieter" im Netz. Wer mit dem "SmartSurfer" oder geizkragen einnetzt, der bekommt ja immer so eine Liste mit den Anbietern eingeblendet - und WIE DIE SICH NENNEN - da fliegt dir das Blech weg! Und die kriegen die Kurve nicht! Die heißen nicht einfach 123 GetOnline, nein, die müssen noch ein "aktivsuperplusweißichwas" hinten dran knallen!
Der Versucher

In den 70er und 80er Jahren schwärmten junge Deutsche gerne mal von Irland, hörten irische Musik, und wollten unbedingt mal Urlaub dort machen. Auf Hochzeiten und in Wohnzimmern begegnete man allerorten einem “Traditional Irish Blessing”, das da anfängt: “May the road rise up to meet you” (oder wie ich selber paraphrasiere: “May you fall flat on your face”). — Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht; jetzt schwärmt man wohl wieder mehr für Mittelerde oder Neuseeland.
Herr Rau

Ich war in der SPD, aber nur aus taktischen Gründen - weil ich nicht wollte, dass man uns in eine linke Ecke stellt.
W.N.

Heisenberg wurde in einer SS-Zeitung als "weißer Jude" und "Statthalter des Einsteinschen Geistes" denunziert und konnte sich nur retten, weil seine Mutter Himmlers Mutter kannte. Eines Nachmittags saßen die beiden in Berlin unter der Trockenhaube, und Heisenbergs Mutter sagte: "Sag deinem Heinrich doch mal, er soll meinen Werner in Ruhe lassen", und Frau Himmler antwortete: "Aber Heinrich findet, die Unschärferelation ist eine Judenlüge." - "Das ist mal wieder typisch Werner", sagte Frau Heisenberg, "der meint das nicht so. Der muß nur immer angeben und sich in den Vordergrund spielen."
Stephen Fry, Geschichte machen

Günter Gans

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Re: Sprüche
« Antwort #2 am: 2008-06-25, 01:22:07 »
Das Erreichte nicht zerreden, stattdessen doch lieber mal das Zerredete nicht erreichen.

(Horst Köhler, wenn man welt.de/Glasauge glauben darf)
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Günter Gans

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Re: Sprüche
« Antwort #3 am: 2008-07-06, 00:38:12 »
There was a young lady who had an affair with a conger*. They said: ”How does it feel to sleep with an eel?” “Well,” she said, “just like a man, only longer”.

(aus: Slavoj Žižek: The Pervert’s Guide to Cinema)

*) Seeaal
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Günter Gans

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Re: Sprüche
« Antwort #4 am: 2013-07-09, 00:20:49 »
Blumenverkäuferin in München: "Woyn S' sechs für fünf Euro? I dua Eahna no an Gummi rum."
(Dank an Rudi Klaffenböck)
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Günter Gans

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Re: Sprüche
« Antwort #5 am: 2013-10-02, 11:21:08 »
Ich rege mich nicht mehr selbst auf; ich habe jetzt einen Echauffeur.
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