Labenze

Begonnen von Fleischers Karsten, 2006-04-23, 01:17:28

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Ku

Ich glaube ja nicht, dass Frauen den Anblick von Blut im Urin eines Mannes jeden Monat ertragen müssen. Im eigenen jedenfalls nicht, da bringste was durcheinander.

Fleischers Karsten

Ein büschen Transferliest erwarte ich ja schon vom Leser.
Karsten

Kilian

Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-03-28, 21:05:04Kendenich, der (N.)
Person, deren bloßer Anblick auf etwa 100 Meter Entfernung einen dazu verleitet, die Straßenseite zu wechseln, nach dem Notausgang der Lokalität zu suchen, in der man sich gerade befindet, usw. Wird man trotzdem von dieser unsäglichen Person erwischt und mindestens eine halbe Stunde zugelabert, während sich sämtliche Freunde und Bekannte deutlichst von einem selbst räumlich distanzieren, so entschuldigt man sich nachher bei den Flüchtigen mit schweißnasser Stirn mit den Worten: "Ich kenn den/die nicht."

Klasse, das ist aus dem prallen Leben gegriffen. :D Eitorf und Horm kommen (zumindest bei mir) seltener vor, find ich aber auch sehr gut. Danke!

Fleischers Karsten

Dann gips ja hier in Köln auch noch Merkenich und Fühlingen.

Da muss ich immer an einen flotter Dreier mit zwei weiblichen und einer männlichen Person denken: Die eine weibliche Person sagt "Ich merkenich", die andere "Oh doch, ich fühlingen."
Karsten

Fleischers Karsten

Altendiez, das
Die Unsicherheit, ob man eine Person, die man als Kind immer ,,Onkel" oder ,,Tante" genannt hat und die man nach dreißig Jahren das erste Mal wiedertrifft, duzen oder siezen soll.

Belg, das
Ungezogenes Kind, das man sich insgeheim nach Belgien wünscht.

Beulbar, die
Kneipe, die bekannt für die häufig darin stattfindenden Schlägereien ist. Siehe auch Clarholz.

Bischofsmühle, die
Gerät zur Zerkleinerung von toten Kirchenoberhäupten, damit diese in kleine güldene Kisten, wie sie in der Schatzkammer des Kölner Domes ausgestellt sind, passen.

Bonese, die
Pastasoße, in der irgendeine wichtige Zutat fehlt.

Burguffeln (V.)
Seinen Unmut über die ewig dauernde Führung in irgendeinem alten Gemäuer ausdrücken, nachdem man zu diesem nur zu Fuß über einen mindestens fünf Kilometer langen und mit 70% Steigung versehenen Waldpfad, dem dann noch ungefähr zehntausend ausgelatsche unförmige Treppenstufen folgten, gelangte.
(War bei einigen Mitgliedern der GSV beim Besuch der Wartburg zu beobachten.)
Karsten

Fleischers Karsten

#35
Oh, ich fand noch ganz viele Labenze auf meinem Erornnstäbchen, die der Einriech bisher entgingen:

Aderklaa, das
Das Signal nach einer freiwilligen Blutspende, das einem suggeriert, dass man jetzt gehen könne bzw. müsse und trotz dessen und einem Keks und Unterstützung zweier bildhübschen Geh-Hilfinnen man immer noch die Füße über dem Boden verliert. Oder den unter diesen.

Adnet, das
Internetforum für Vorruhestandsbeamten.

Aichschieß, der
Bei Altenpflegern: die Erstentnahme einer Stuhlprobe von neu hinzugekommenen inkontinenten Klienten.

Ammeldingen an der Our (V.)
Das beinahe schon neurotische Rütteln an einer Armbanduhr und das damit verbundene horchen an dieser, nur um sicher zu gehen, dass selbige noch funktionieren und ticken möge, während man sich in einem Uhrenmuseum befindet.

Archenleiten (V.)
Bei Sintfluten tierbeladene Schiffe zum entsprechenden Berg lotsen.

Au am Leithaberge, das
Äußerung einer einzelnen Person einer Gruppe, der man sich als kompetenter Führer vorgestellt hat, die einen als kompletten Esel erscheinen lässt.

Balbini, der
Knapper zweiteiliger Badeanzug für kleine Mädchen.

Banau, der
(von gr. banausos) Handwerker in der Ausbildung

Barleben, das
So gut wie ausgestorben, seitdem es Girokonten gibt. Nur noch bei Köchen, Kellnern u.ä. üblich, die immer noch wie vor hundert Jahren ihr Gehalt direkt ausgezahlt bekommen und dadurch so manches Mal an der Steuer vorbeiarbeiten können. Meistens aber wird das so erwirtschaftete Geld sowieso wieder in der nächsten Kneipe zum Feierabendbier verbraten.

Baustarring, das
Der mehrwöchig andauernde Streit zwischen Architekten, Statikern und ausführenden Unternehmen – nicht zu vergessen den Auftraggeber - darüber, wer sich denn jetzt wie und wo um was oder wieviel verrechnet habe, der dazu führt, dass es plötzlich Winter wird und erst im nächsten Frühling weiter gearbeitet werden kann.

Baustert, der
Ein Vorsprecher der streitenden Parteien beim >Baustarring.

Bautze, die
Ein aussterbender Begriff, seitdem auf Baustellen Bier nicht mehr zu Grundnahrungsmitteln gezählt werden darf. Früher: der Bierbauch, der nach fünf Litern Gerstensaft pro Tag über die Jahre hinweg bei der Arbeit auf dem Bau entstand. Damals Stolz eines jeden Maurers.

Bebra-Iba, das
Beliebtes Frage- und Antwortspiel mit frei erfundenen Interrogativpronomen und ebenso frei erfundenen Antworten darauf.

Bedingrade, die
Häufig benutzte Ausrede bei Kneipenbedienungen, um unerwünschten Gesprächen mit ungewollten Gästen zu entgehen. Wenn wirklich überhaupt nichts zu tun ist, geht die Kneipenbedienung zur >Glasschleife über, um die Bedingrade plausibel zu machen.

Bendelin
In den 70er Jahren durch das Zweite Deutsche Fernsehen bekannt gewordener Elefant mit chronischer Rüsselverstopfung. Trat immer mit seinem ebenso nasal erkrankten Hundekumpel Bum auf. Die Sendung wurde moderiert von dem unvergessenen Bim Thoelke. Bendelins Ziehvater war Bico von Vülow.

Bidingen (V.)
Zwischen Hetero- und Homosexualität hin- und herschwanken, ohne genau zu wissen, wo man jetzt hingehört.

Bioley-Magnoux
Ein Wein, den man beim Kochen und >seffern vor einer Kamera literweise zu sich nimmt, und sich dabei Interjektionen wie ,,Mmmh", ,,Aaah" nicht zu erwehren weiß.

Born am Darß (adj.)
Schon von Lebensbeginn an immer in alle Fettnäpfchen tretend, im Verlauf des Lebens auch immer nur alles, was man falsch machen kann, auch falsch machend und höchstwahrscheinlich selbst beim Sterben noch eine lächerliche Figur abgebend.

Chandolin, das
Musikinstrument, das eine gelunge Symbiose aus Cembalo und Mandoline darstellt. Leider noch nicht erfunden.

Christanz, die
Die sich bei jungen Menschen, die in einem stark christlich-religiös geprägten Elternhaus aufwachsen, langsam aufbauende Aversion gegen den oktroyierten Glauben.

Glasschleife, die
Das ausgiebige Spülen und Putzen aller in der Wirtschaft vorhandener Gläser durch eine Bedienungskraft. Meist geht die >Bedingrade voraus, um Kundengesprächen zu entgehen, manchmal nur pure Langeweile.

Pölzig (adj.)
Das Gefühl auf der Zunge, nachdem man drei Tage lang auf einem Musikfestival durchgesoffen hat, ohne sich die Zähne ein einziges Mal putzen zu können. Oder an anderen Körperteilen, die man über den gleichen Zeitraum hat ebensowenig säubern können.

Pürgl, der
Schlagwerkzeug, welches einem gerade in die Finger gerät, um einen Angreifer abzuwehren, z.B. ein gefüllter Aschenbecher, ein Nudelholz.

Rauchenbücheln (V.)
Mitten in der Nacht, zu einem Zeitpunkt, an dem schon alle Kioske und Gaststätten in der näheren Umgebung geschlossen haben, und in Ermangelung von Kleingeld die Wohnung nach Tabakwaren durchstöbern, dabei vergessend, dass man noch anderthalb Stangen osteuropäischer Schmuggelware im Abstellkämmerlein hat.

Rauchwart, der
Derjenige der, wenn die anderen kiffen, aufpassen muss, dass kein Bulle oder sonstiger - auch selbsternannter - Ordnungshüter um die Ecke kommt.

Rekum, das
(von lat. recurrere) Immer wiederkehrendes - meist lästiges – Ereignis, wie z.B. Steuererklärung, Besuch vom Gerichtsvollzieher, nervige Anrufe oder Mails von ehemaligen Lebensabschnitts- oder Geschäftspartnern, Weihnachten. (siehe auch >toffen)
Karsten

Grinsekater

Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-03-30, 21:20:41
Ammeldingen an der Our (V.)
Das beinahe schon neurotische Rütteln an einer Armbanduhr und das damit verbundene horchen an dieser, nur um sicher zu gehen, dass selbige noch funktionieren und ticken möge, während man sich in einem Uhrenmuseum befindet.
Ungeheuer schön!

Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-03-30, 21:20:41
Bautze, die
Ein aussterbender Begriff, seitdem auf Baustellen Bier nicht mehr zu Grundnahrungsmitteln gezählt werden darf. Früher: der Bierbauch, der nach fünf Litern Gerstensaft pro Tag über die Jahre hinweg bei der Arbeit auf dem Bau entstand. Damals Stolz eines jeden Maurers.
Verwandt mit den gefüllten chinesischen Hefeteigknödeln Bauzi? (,,Baudse", deutsch gelesen, träfe die Aussprache besser, aber grenzenlos anarchisch bin ich auch hier noch nicht geworden.)

Kilian

Wow! Band 2 des groben Dubens wird eine ganze Menge Papier verschlingen. Klasse Labenze!

AmelieZapf

Hallo Karsten,

Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-03-30, 21:20:41
Chandolin, das
Musikinstrument, das eine gelunge Symbiose aus Cembalo und Mandoline darstellt. Leider noch nicht erfunden.

Da hätt' ich aber Ideen: Wir nehmen eine handelsübliche Mando, versehen sie mit vier Tasten (für jedes Saitenpaar eine) und min. zwei Registerzügen (für jede Saite des Paars einen. Alternativ kekünnen wir auch noch verschiedene Register für verschiedene Plektrenmaterialien verbauen: Federkiele bei Neumond geschlachtener Kolkraben, Schnabeltierleder, Nas-Horn etc).

Dann kann man linkerhand mandol, mit rechts hingegen cembal ieren.

Grüße,

Amy
Religion heute:
Ex oriente deus,
ex machina lux.

Fleischers Karsten

Zitat von: AmelieZapf am 2007-04-04, 10:17:06
Hallo Karsten,

Da hätt' ich aber Ideen: Wir nehmen eine handelsübliche Mando, versehen sie mit vier Tasten (für jedes Saitenpaar eine) und min. zwei Registerzügen (für jede Saite des Paars einen. Alternativ kekünnen wir auch noch verschiedene Register für verschiedene Plektrenmaterialien verbauen: Federkiele bei Neumond geschlachtener Kolkraben, Schnabeltierleder, Nas-Horn etc).

Dann kann man linkerhand mandol, mit rechts hingegen cembal ieren.

Grüße,

Amy

Hallo Amy,

das hört sich allerdings interessant an. Kennst du Instrumentenbauer, die so etwas basteln kekünnen?

Grüße,
Karsten
Karsten

Berthold

#40
Zitat von: Fleischers Karsten am 2007-04-04, 23:15:15
Zitat von: AmelieZapf am 2007-04-04, 10:17:06
(...)
Dann kann man linkerhand mandol, mit rechts hingegen cembal ieren.
(...)

Hallo Amy,

das hört sich allerdings interessant an. Kennst du Instrumentenbauer, die so etwas basteln kekünnen?

Grüße,
Karsten

Vielleicht Meister Lidl zu Brno/Brünn?

Auf jeden Fall aber der Hans Christian Tschiritsch (Wien). Der baut dir sogar aus Staubsaugern und Nähmaschinen (und Dutzenden anderer Sachen) Musikinstrumente.
Z.B.: http://www2.vol.at/kufo/HTMLTexte/tschiritsch.htm

Ich stecke manchmal den Oberteil (plus Mundstück) vom Tenorsaxophon mit den drei unteren Teilen der B-Klarinette zusammen. Welch dumpfer*, kläglicher Ton!

*Fast hätte ich - dann nach 'kläglicher' - geschrieben: 'urgrunddumpfer'. Aber so aufregend klingt's auch wieder nicht.

AmelieZapf

Hallo zusammen,

im Zuge des ins Haus stehenden groben Dubens ersuche ich, das "Wörterbuch der Labenze" als "Der neutsche Lüdenscheid" zu benennen. Dazu ist natürlich Umdefinition von "Lüdenscheid" auf "Wörterbuch der Labenze" nötig. Für die bisherige Bedeutung von Lüdenscheid schlage ich "das 29394 Lüder" vor.

Alternativ memüge Lüdenscheid halt heißen, was es heißt, ich begnüge mich beim Wörterbuch mit 54526 Landscheid, wie in "Der neutsche/grobe Landscheid".

Grüße,

Amy
Religion heute:
Ex oriente deus,
ex machina lux.

Kilian

Die Zuhälterfreundin schmürze der Wegfall ihrer gefälligen Etymogelei. Aber der Titel Lüdenscheid wäre natürlich ein Knaller. Was meinen die anderen?

Stollentroll

Ich hals auch für einen prima Titel ! Meinen Segen hat der Band   :D
3 Dinge sagen immer die Wahrheit : Kinder, Besoffene und Leggings.

katakura

#44
... will ich mich doch aumal an den labenzen pfersuchen ... was bislang auf alle pfähle fahl, sind:

Storkow, der
Dem Blödeln zugeneigter Sprachliebhaber, der sich in der Gesellschaft zur Stärkung der Verben engagiert, um hier schwache Verben zu stärken, Starkverbengedichte zu verfassen etc. Storkows trifft man im Alltag nur einzeln an, gehäuft treten sie entweder in der -> Storkau oder bei einer PerVers auf.

Storkau, die
Ort im Internet, an dem sich alle -> Storkows treffen, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Genauer: das Forum der Gesellschaft zur Stärkung der Verben.
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)