Labenze

Begonnen von Fleischers Karsten, 2006-04-23, 01:17:28

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Kilian

Zitat von: Stollentroll am 2007-04-11, 23:10:27
Ich hals auch für einen prima Titel ! Meinen Segen hat der Band   :D

Es sei denn. Jetzt gibt's das Lüder.

katakura

Zitat von: Kilian am 2007-04-16, 17:07:26
Zitat von: Stollentroll am 2007-04-11, 23:10:27
Ich hals auch für einen prima Titel ! Meinen Segen hat der Band   :D

Es sei denn. Jetzt gibt's das Lüder.

... könntest du bitte präzisieren, was es genau wird:

- das umfassende 36137 Großenlüder mit atlantischen ausmaßen,
- das mittlere 29394 Lüder für den hausgebrauch oder
- das handliche 36137 Kleinlüder im westentaschenformat? :D
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Kilian

Knifflig... das kommt wohl auf den einzelnen Luden an.

katakura

Zitat von: Kilian am 2007-04-16, 18:10:58
Knifflig... das kommt wohl auf den einzelnen Luden an.

... ich bin verworren: wenn das werk lüder heißt, dann sind luden also die mitarbeiter daran? dann wären folgerichtig die mitarbeiterinnen des lüders die luder, richtig?
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Fleischers Karsten

Alternativ schlüge ich noch Listerscheid vor, weil die Kirchengemeinde Listerscheid eine schier unglaulbe Geschichte vorzuweisen hat. Ich zitiere mal kurz:

19. Februar 1912
B. Greitemann holt die Kirchenmöbel aus Longerich bei Köln ab, die von Prof. Dr. A. Schnütgen gekauft worden sind. Die Möbel werden in der Steinbruchkantine in Stichwiese untergebracht.
Karsten

Fleischers Karsten

Übrigens sind bei den Labenzen noch einige Dulppe zu Adams/Böttcher vorhanden. Ich hatte diese letztens alle rausgesoochen, war aber mal wieder so clever, nix abs zu spirchen.
Karsten

Fleischers Karsten

Ups, wir haben ja noch weitere Konkurrenz, derer ich mir nicht bewusst war: Murr (geht nun in die vierte Auflage).
Karsten

Kilian

Ei, und wie ist dranzukommen? Weißt du da mehr?

Fleischers Karsten

Echt keine Uhn... die Auflagen sind ja auch wirkl horrend: 25, 4 und 60. Dem Trend folgend memüsse dann die vierte Auflage ungefähr eine Stärke von 10 Exemplaren erfahren.
Karsten

AmelieZapf

Hallo,

von der Kur noch zwei Labenze:

Chur, die: Heilbehandlung, vorwiegend aus Anwendungen der neuesten chemisch-pharmazeutischen Produkte bestehend.

Kurdistan, der: Person, die sich ausgedehnten Heilbehandlungen aus niederen Beweggründen strikt verweigert (der Kurdistan pflag eine ausgeprugene Kurdistanz).

Grüße,

Amy
Religion heute:
Ex oriente deus,
ex machina lux.

Kilian

#55
Kurdistan ist zu groß, um zu gelten, aber danke der Chur!

Verbotener- und praktischerweise hatte mal jemand sich die Mühe gemacht, den ganzen tieferen Sinn des Labenz abzutippen und ins Netz zu stellen. Dort ist er nicht mehr, wohl aber auf meiner Festplatte. Diese Daten habe ich jetzt endlich in meine Labenz-Datenbank eingelesen und konnte so leicht alle Dubletten finden, die es noch gab. Umbenannt habe ich folgende Labenze:

Baltrum zu Kladrum
Deckenpfronn zu Troplowitz
Großmürbisch zu Kleinmürbisch
hinterzarten zu hinteraichhalden
Irlahüll zu Wohlmuthshüll
Scharbeutz in Klapperwald
solingen in Solikante (leicht umdefinoren)
Sprötze zu Sproitz

Bei diesen fand ich die Definuren des tieferen Sinnes gut genug und die von "Freut euch" verzichtbar, also habe ich sie gelöscht:

Bebra
Crimmitschau
Fluorn-Winzeln
kettig
Kuhschnappel
Lösnich
Mietraching
rindern
Süsel
Versmold
Viöl
Wagenhoff
Wankum
Zella-Mehlis

Das Fehlen folgender Dubletten schmürze so sehr, dass sie bereits als polysem kenngezinchen sind und die Originalbedeutung per Fußnote gelurfen wird:

Gräslikon
Gymnich
Insul
Kruft
Stölpchen
Störnstein
Würgassen

Bei folgenden Dubletten werde ich diese Spaltung demnächst vornehmen:

Bonzel
Großenkneten
Pellworm
Vomp

Außerdem bemühe ich mich gerade darum, eine solide Labenz-Bibliothek aufzubauen. Darin stehen bisher:
- Der tiefere Sinn
- Kopien aus einer Vereinszeitschrift (Spielewiese Bielefeld), in der es mal eine Labenz-Rubrik gab

Beim non-volio-Verlag habe ich mein "volo" angemolden und den MURR bestollen. Per Strompost kam von dorten noch der Hinweis auf das Fehlwörterbuch der deutschen Sprache und den FMIEB. Ersteres soll schlecht sein und letzterer sich nicht auf Ortsnamen beschränken. Werde mir trotzdem beide kommen lassen. Ach ja, habe ich schon einmal erwähnt, dass wir englischsprachige Konkurrenz haben? Der Schullwitz heißt dort z.B. Aliso Viejo.

Stollentroll

Zitat von: Kilian am 2007-05-07, 18:12:55
solingen in Solikante (leicht umdefinoren)

Frechheit ! Ich protestiere auf das Allerschärfste   >:(
3 Dinge sagen immer die Wahrheit : Kinder, Besoffene und Leggings.

Agricola

Kirchhoven, der: Hausmusik bei der alten Geigenlehrerin
The future lies in front of me,
but "lies" is all that I can see.

Kilian

#58
Bei Amazon wurde das Fehlwörterbuch der deutschen Sprache so rezensoren:

ZitatZyfflich nötiges Buch eines Kaköhls, 7. Mai 2007
Rezensentin/Rezensent:   Edgar Loesel (Dillingen)
Dieses Buch lehnt sich an "Der tiefere Sinn des Labenz" an, die von Sven Böttcher hervorragend besorgte deutsche Ausgabe von "The Deeper Meaning of Liff" (die erweiterte und illustrierte Ausgabe von "The Meaning of Liff") von Douglas Adams und John Lloyd. Deren Ansatz, Ortsnamen für bislang unbenannte Dinge, Gefühle, Situationen etc. zu verwenden, ließe sich durchaus auf den kurzen Artikel "Ware, Wye and Watford" des britischen Humoristen Paul Jennings zurückführen. Albrecht Tiefenbachers Buch kupfert die Ideen seiner Vorgänger wenig originell ab und legt eine allzu infantile Beschäftigung mit "fäkalen Themen" an den Tag. Extrem unpraktisch sind die separaten Register nach jedem Kapitel.

Der Rezensor hat einen schönen Nachnamen, aber keine schöne Meinung von diesem "alternativen" Labenz-Wörterbuch. Ich möchte Tiefenbacher ein rundum gelungenes Werk bescheinigen. Die Dichte der wirklich gelungenen und einleuchtenden Labenze ist höher als in allen anderen mir bekannten Labenz-Quellen; wenig bis nichts ist vom "tieferen Sinn" abgekupfert - dass es Schullwitze gibt, wissen wir ja alle. Die Aufteilung in Kapitel (Notdurft, Alltagsschwierigkeiten, Dinge, Menschen, Gesellschaft, Tätigkeiten, Gefühle, Abgedrehtes) ist sinnvoll. Jedes Kapitel ist mit einem geistreichen Vorwörtchen ausgestattet. Das Layout ist ausgesprochen durchdacht. Die fäkalen Themen sind ausschließlich im ersten Kapitel versammelt, können also leicht übersprungen werden - ist man jedoch gewillt, sich damit zu beschäftigen, muss man anerkennen, dass Tiefenbachers Beschäftigung damit nicht infantil ist, sondern mit labenzwürdigem Esprit auf den Punkt bringt, worüber man vornehmerweise gar nie erst spricht. Schließlich ist jedes Stichwort mit relativ ausführlichen grammatischen Angaben versehen, und siehe da! Nicht wenige Verben wurden von vornherein mit Könnernschaft als stark eingefohren: schwerfen, schwarf, geschworfen - niederzissen, zoß nieder, hat niedergezossen usw.

Da mir kein Verriss von Alexander Pawlaks und Rainer Zimmermanns Labenz-Wörterbuch MURR - Jedes Orth ist nenning bekannt ist, wird meine positive Rezension dazu etwas kürzer ausfallen. Das Buch ist gänzlich nichtkommerziell und wird selbstverlegt. Sein Humor ist im Vergleich mit dem tieferen Sinn und dem Fehlwörterbuch schön anarchisch und manchmal grotesk, längst nicht jedes Labenz beugt sich dem Zwang, Sinn zu ergeben, aber doch genug, um das Buch auch unter dem Gesichtspunkt der Nennigkeit unverzichtbar zu machen. Eine große Zahl von ganz besonderen Gags ist in den Lemmata versammelt, das Layout ist ideesam, verspielt und dabei sehr sauber. Ein besonderer Bonus ist, dass auch dieses Buch Illustrationen hat und dazu einen großen Anhang mit ausführlicher Labenz-Bibliografie und Schürfungen in der Labenz-Frühgeschichte (sogar aus der Zeit vor Douglas Adams).

Edgar Lösel

Sehr geehrter Herr Evang,

gewiss kann man zu Tiefenbachers Werk stehen wie man will, aber eins bitte ich zu bedenken: Während Sie und die Kollegen von "Murr" mit einem angenehm unkommerziellen Idealismus die hehre Idee von Labenz weitergeführt haben bzw. weiterführen, hat Herr Tiefenbacher ein kommerzielles Plagiat begangen! Und dies noch auf eine äußerst dreist-offensive Weise, denn er entkräftet den nicht zu entkräftenden Einwand im Anhang des Fehlwörterbuchs. Und ich bleibe dabei: Separate Register sind ulm bzw. sogar ausgesprochen köln! (Ich weiß jetzt auch nicht, was das genau bedeutet, aber Sie können sich sicher vorstellen, wie das zu verstehen ist.)

Ihnen wünsche ich aber weiterhin viel Spaß und Erfolg beim weiteren Labenzieren!

Herzlichst,
Ihr Edgar Lösel