Autor Thema: Steiger  (Gelesen 50604 mal)

Fleischers Karsten

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Re: Steiger
« Antwort #60 am: 2009-01-17, 00:23:14 »
"Abgabedatum spätestens ..." ist aber kein Nomen.
Deadline lässt sich halt im Deutschen nicht vernungft übersetzen und bleibt deshalb einfach englisch.
Karsten

Kilian

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Re: Steiger
« Antwort #61 am: 2009-01-17, 00:28:45 »
An Übersätzen, auch an präziseren, herrscht wahrlich kein Mangel, aber bei denen vielleicht an Griffigkeit. Wenn ich die Gefahr, mich mit Säumigen herumzuschlagen, wirklich minimieren möchte, ist es wohl nicht das Schlechteste, Freund Hein zu bemühen. :D

amarillo

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Re: Steiger
« Antwort #62 am: 2009-01-17, 09:24:16 »
Dann würdet Ihr auch jedes Zwischenergebnis eines Projekts als 'milestone', das Endergebnis als 'target' und die Startbesprechung als 'kick-off-meeting' bezeichnen? Kauft Ihr auch Batterien im 'non-food-area' des 'retails'? Fände ich irgendwie total 'funny', zumindest aber gewaltig 'hip'.
« Letzte Änderung: 2009-01-17, 09:26:49 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Agricola

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Re: Steiger
« Antwort #63 am: 2009-01-17, 11:32:54 »
Es wäre ja auch noch ein Projekt für das Neutsche, alle Substantive aus sämtlichen Fremdsprachen, die keinen für alle Fälle gültigen deutschen Übersatz als Substantiv haben, als Fremdwörter einzuführen. Entsprechend mit Verben, Adjektiven und anderen Wortarten. Wenn die anderen Sprachen das auch machen, haben wir bald eine einheilchte Weltsprache mit einem ungeheuren Repertoire an Ausdrücken; nur dass sie keiner mehr im Laufe eines Lebens erlernen kann.

Eigentlich ist es gerade das schöne am Übersetzen, dass man manchmal ganz umdenken muss und aus Substantiven Verbalausdrücke, aus Hauptsätzen Nebensätze und umgekehrt machen muss, und dass man manchmal sogar Aussprüche durch Schweigen oder umgekehrt wiedergeben muss.

Ich habe zwar nichts persönlich gegen die Dättlein im deutschen Sprachgebrauch (ist ja auch im Sinne des gesunden Unregelmaßes gut, wenn es mal ein wilbes Wort auf -lein gibt), aber irgendwie haben die Leute auch recht, die wenigstens einmal darüber nachdenken, ob man mit der Einfuhr dieses Substantivs nicht auch etwas Sprachkultur opfert.
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Übertreiber

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Re: Steiger
« Antwort #64 am: 2009-01-19, 08:56:36 »
Hmm, "Dättlein" und "Fristablauf" gefallen mir zielm gut.
Ich bin schon der Mien, dass Übersätze wichtig sind für eine Sprache, da sie einmal das Gefühl für die eigene Grammatik schüren und zum Anderen Kreativität erfordern. Daher denke ich, dass gerade im Neutschen neue Ausdrücke wünschenswert sind - Strompost, Netzwart und Umwuchs hab ich schon richtig liebgewonnen.
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Fleischers Karsten

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Re: Steiger
« Antwort #65 am: 2009-01-25, 14:33:02 »
Dann würdet Ihr auch jedes Zwischenergebnis eines Projekts als 'milestone', das Endergebnis als 'target' und die Startbesprechung als 'kick-off-meeting' bezeichnen? Kauft Ihr auch Batterien im 'non-food-area' des 'retails'? Fände ich irgendwie total 'funny', zumindest aber gewaltig 'hip'.

Nö, nur bei der Dättlein finde ich keine der Übersatzen adäkwat. "Stichtag" ist ganz schön, nur kann eine Dättlein aber auch heute um 18 Uhr sein, also eher eine "Stichstunde".
Ganz grausam finde ich ein englisches Verb, welches mir jeden Arbeitstag mindestens zwanzig Mal über den Gehörgang läuft: to deploy. "Wir deployen das heute Abend noch." - "Ich hab eben ein Deployment gemacht." - "Kollege XY hat heute morgen schon deployt."
Karsten

Übertreiber

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Re: Steiger
« Antwort #66 am: 2009-01-27, 09:14:51 »
Nö, nur bei der Dättlein finde ich keine der Übersatzen adäkwat. "Stichtag" ist ganz schön, nur kann eine Dättlein aber auch heute um 18 Uhr sein, also eher eine "Stichstunde".
Umso besser, dann wäre das Deutsche sogar noch präziser als das Englische, indem es zwischen Stichtagen, -stunden und -minuten unterscheidt. Fänd ich groß und artig.
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Re: Steiger
« Antwort #67 am: 2009-01-27, 09:28:00 »
Hallo Übertreiber,

Umso besser, dann wäre das Deutsche sogar noch präziser als das Englische, indem es zwischen Stichtagen, -stunden und -minuten unterscheidt. Fänd ich groß und artig.

Das Neutsche naturl. Aber ansonsten: Find ick ooch!

Grüße,

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Re: Steiger
« Antwort #68 am: 2009-01-27, 10:35:41 »
Warum enbeides? Man kekünne Stichminute, -sekunde, etc. als neutsches Lehnwort, einen sogenannten Nermagozismus, übernehmen.
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Berthold

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Re: Steiger
« Antwort #69 am: 2009-01-27, 15:37:33 »
Schon, nur glaub ich, daß dann für Tag, Stunde und Minute nicht einhoylt 'Stich-' gelten kann.
Die angedruhne Verlatz sesülle bei kleineren Zeiteinheiten schrittweise präziser & schärfer sein:
etwa (das ist noch nicht gut eberlong): Stoßtag, Schlagstunde und Stichminute.
« Letzte Änderung: 2009-01-27, 15:40:24 von Berthold »

Agricola

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Re: Steiger
« Antwort #70 am: 2009-01-27, 20:39:39 »
Sehr schön. Kann man sich dann aussuchen, ob einem lieber der Tag stoßen, die Stunde schlagen oder die Minute stechen soll? Oder hängt das von der Todesursache ab?
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Re: Steiger
« Antwort #71 am: 2009-01-28, 10:43:51 »
Noch sanfter sind der (österr. D. auch: das) Drückmonat und das Begrapschjahr.

« Letzte Änderung: 2009-01-28, 10:54:50 von Berthold »

Agricola

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Re: Steiger
« Antwort #72 am: 2009-01-28, 11:08:35 »
Nicht zu vergessen das Antastjahrhundert. Ganz im Gegensatz dazu die Pieksekunde.
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Kilian

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Re: Steiger
« Antwort #73 am: 2009-01-28, 11:45:27 »
Und die Streicheldekade.

Berthold

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Re: Steiger
« Antwort #74 am: 2009-01-28, 14:13:29 »

Wie sanft doch la linea della morte werden kann.