Neue Adjektive mit dem Suffix -lich

Begonnen von katakura, 2008-04-09, 14:01:53

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katakura

Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Ku

Zitat von: katakura am 2008-04-09, 14:01:53
blindtext

Diese Idee ist jetzt wirklich mal was neues... Du gibst ein Thema vor und alle Leser können sich darunter vorstellen, was sie wollen... Auf die Diskussion bin sehr gespannt...

amarillo

Zitat von: Ku am 2008-04-09, 14:16:33
Zitat von: katakura am 2008-04-09, 14:01:53
blindtext

Diese Idee ist jetzt wirklich mal was neues... Du gibst ein Thema vor und alle Leser können sich darunter vorstellen, was sie wollen... Auf die Diskussion bin sehr gespannt...

Ich verstehe nicht, waß hier geschieht / geschehen soll. ???
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

katakura

... mensch, jetzt macht mal langsam :D ... ich hatte gerade angefangen zu schreiben, als ich unterbrechen mußte und mich mit einem "blindtext" behalf ... konnte ja nicht ahnen, daß ihr so schnell darauf reflektiert ... hier nun also der beitrag zum neuen thema:

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... da die eigenarten des neutschen noch nicht ausreichen, um einen eigenen iso-code zu bekommen, sollten wir vielleicht auch verstorken daran arbeiten, den neutschen wortschatz zu erweitern ... dieser tage kam mir die idee, dass sich allein aus den primären adjektiven mittels des suffixes -lich jede menge neuer adjektive bilden ließen, welche die sprache anschaulicher und reicher müchen ...

... so frug ich mich, warum es z.B. die adjektive süßlich und säuerlich gibt, nicht aber schärflich (nicht ganz scharf) ... warum es zwar ältlich, nicht aber jünglich heißt .... weshalb rundlich bekannt, eckiglich (leicht eckig) und spitzlich (nicht ganz spitz, aber eben in die richtung gehend) aber völlig ungebraulch sind ... wieso man kränklich, nicht aber gesündlich (nicht ganz gesund) sein kann ... weshalb es dickliche, aber keine dünnlichen menschen gibt ...

... diesem gedanken folgend, ergäben sich beispielsweise folgende neue adjektive:

spitz – spitzlich (vergl. rund/rundlich)
gesund – gesündlich (vergl. krank/kränklich)
hart – härtlich (vergl. weich/weichlich)
klug – klüglich (vergl. dumm/dümmlich)
dünn – dünnlich (vergl. dick/dicklich)
stark – stärklich (vergl. schwach/schwächlich)
scharf – schärflich (vergl. sauer/säuerlich)
kalt – kältlich
eckig – eckiglich
klamm – klämmlich

... diese liste ließe sich hübsch fortsetzen, und man schüfe derart viele neue adjektive, die endlich treffend eigenschaften bezeichnen, die man bislang mit mehreren worten umstalnd beschreiben muß ... und das neutsch kekünne sich einer weiteren eigenart des wortschatzes rühmen ...

... was haltet ihr von der idee? ... @ kilian: sag jetzt nicht, daß das auch schon wieder eine idee der oberlehrer ist! :o
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Kilian

Zitat von: katakura am 2008-04-09, 14:43:05
... mensch, jetzt macht mal langsam :D ... ich hatte gerade angefangen zu schreiben, als ich unterbrechen mußte und mich mit einem "blindtext" behalf ... konnte ja nicht ahnen, daß ihr so schnell darauf reflektiert ... hier nun also der beitrag zum neuen thema:

Du weißt doch, wir sind wie Ideenhyänen... auch auf den Anflug einer neuen Idee wird sich gestürzt, und wenn sich wider Erwarten nichts heraussaugen lässt, werden wir unruhig. ;D Famose Idee! Und die Oberlehrer haben sie nicht gehabt! Machen wir das Eigenschaftsverwischungsmorphem -lich also so produktiv wie seine englische Entsprechung -ish (cheapish lässt sich gut bilden, bei rumbustious-ish holpert's schon erheblich, schön dagegen: I'll be home eight o'clockish, also bei uns auch: Ich werde achtührlich zu Hause sein.)

katakura

#5
... in diese richtung hatte ich noch gar nicht gedacht - gefällt mir aber auch ... hier könnte man sicher beide ansätze verfolgen: längst fehlende adjektive nach bewohrenem vorbild bilden (z.B. eckiglich, dünnlich) und auch gänzlich neue erfinden (achtührlich, mittaglich) ...

... indes fällt mir gerade ein, daß es dann ja eigelnt heißen memüsse:

- dulnn (dünnlich)
- achtuhlr (achtührlich)
- mittalg (mittaglich)
- starlk (stärklich)

etc.

... sollte man das bei den neubildungen gleich mitbedenken?
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

amarillo

EINSPRUCH!

-lich ist bereits besotzen, um dem Adverb im Neutschen wieder zu mehr Kraft zu verhelfen, guckst Du HIER .

Andererseits - was solls, Doppeldut fördert die Verwurr, und das macht ja schlielß auch Spaß.

'Schärflich' ist bereits seit den Kindertagen unserer Tochter fester Bestandteil des Küchenvokabulars wenn Vater kooch.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Agricola

Auch von Nomina werden solche Adjektive abgelitten:

kindlich -> erwachsenenlich, babylich, greislich
tugendlich -> lasterlich
jugendlich -> lebensabendlich
häuslich -> schlösslich, hüttlich, ...
mündlich mitteilen -> öhrlich vernehmen
eigentümlich -> leihgütlich, diebesgütlich

usw.
The future lies in front of me,
but "lies" is all that I can see.

Kilian

Zitat von: Agricola am 2008-04-09, 18:20:21erwachsenenlich

Morphologielich nicht ganz sauber, schöner fände ich erwächslich. Aber ich gebe zu, das klingt mehr nach einem vorgänglichen denn nach einem zuständlichen Adjektiv.

katakura

... tja, wie fangen wir das ganze nun an? ... eine neue liste hier oder gleich im wiki anlegen? ... was ist denn da das klüglichste? ... kilian ist doch da recht schläulich :D
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (Helmut Qualtinger)

Kilian

Zitat von: amarillo am 2008-04-09, 18:14:22-lich ist bereits besotzen, um dem Adverb im Neutschen wieder zu mehr Kraft zu verhelfen, guckst Du HIER .

Man kekünne den von katakura in Antwort #5 angemahnenen Konsonantenverschub ja fakultativ einsetzen, um das bedautsabgeschwuchene Adjektiv eindeutig vom Adverb zu unterscheiden.

Eine Seite mit einem Titel wie Adjektive hielte ich für klulg, um beides vorzustellen. Da es feste Regeln sind, bedarf es keiner langen Listen, sondern genügen wenige Beispiele.

Fleischers Karsten

Die ursprungle Bedaut der And "-lich" ist "etwas verkörpern, sein". So ist peinlich die adjektivische Verkorp der Pein. Lich im Sinne von Körper ist noch enthalten in dem Substantiv Leichnam. Oder auch im Fisch- oder Froschlaich, aus dem dann was körperliches erwächst.
Karsten