Autor Thema: Animalpoesie  (Gelesen 140305 mal)

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #375 am: 2007-03-07, 21:27:00 »
Die Turteltaube Ilsebill
torlt wild mit Tauber Joe.
Sie schmiecht ihn an und hooch: "ich will..."
(er war ein rechter Beau).

Doch Joe lielch mild und sug nur: "Puppe,
törltst Du von Mai bis Jänner
mit mir - es wär mir gänzlich schnuppe.
Ich stehe mehr auf Männer.
« Letzte Änderung: 2007-03-07, 21:53:44 von Michael »

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #376 am: 2007-03-07, 21:40:50 »
Fritz Einsiedlerkrebs Jahr für Jahr
sald ein in seiner Muschel.
Er fohl sich einsam und entbahr
Gespräch und auch - Gekuschel.

Ein Plan nahm ihn fortan gefangen:
Er sööche sich in Bälde
Ein Krebsweib mit zärtlichen Zangen
die zwei- mit ihm dort sälde.
« Letzte Änderung: 2007-03-07, 22:00:17 von Michael »

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #377 am: 2007-03-07, 21:55:28 »
Es ward der Siebenschläfer Franz
vor kurzem schwer bestrafen,
weil seinen Hochzeitstag er ganz
und gar versiebenschlafen.

Sein angetrunes Weib, es schrie
und flooch, dass das nicht liefe.
Gekronken schwor sie, dass sie nie
mit Franz mehr siebenschliefe.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #378 am: 2007-03-07, 22:02:46 »
Aber wirklich:

Hut

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #379 am: 2007-03-08, 18:19:22 »
Variationen in Pu-dur (Nr. acht, sonst erscheint hier 8)

Pu, der Bär, und A, der Lass,
verknollen sich in A, die U,
doch Schwe, den Happen, pienag das
der selbst sich ihr in Liebe nuh.

So A, den Lass, er denunzor
bei A, der U, als Waschens Lappen,
worauf sie A, dem Lass, erklor:
„Die Augen onff mir Schwe, der Happen.“

Und dieser jolb und wahn am Ziel
sich, sicher würd er vorz beogen.
Doch Schwe, dem Happen, mit sie tiel,
nur Gar, dem Aß, sei sie gewogen.


So, nun ist erst mal Schluss mit Pu, dem Bär und seinen Freunden.
Vielleicht fällt euch ja noch was ein.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #380 am: 2007-03-09, 20:01:39 »
Das Reich des Reihers (Folge 3)
Rosi – Die Sauerei

Rohrdommel Rosi dalmm im Nest,
als plötzlich schwunk das ganze Rohr.
So gut es ging, kroll sie sich fest,
wie’s glarck und glocks und roolps, sie hor.

Dann wurd direkt auf sie gespocken.
Galakto-Mega-Sauerei!
Sie rief zuerst: "Hat's nicht geschmocken?"
und Putzes Frau sodann herbei.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #381 am: 2007-03-11, 17:01:14 »
Das Reich des Reihers (Folge 4)
Fridolin – Der Verfurb

Im Teich lurng Friedolin, der Frosch.
Libelle Lu vorüber hosch.
Bevor die Zung' er nach ihr schnoll,
die Luft mit Fuselduft sich foll.

Gerotten, sufz erlirchten Lu,
um Haaresbreit der Tod mir dru.
Doch Fridolin verforb sich rot,
und Lu liech sich vor Lachen tot.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #382 am: 2007-03-12, 19:54:46 »
Das Reich des Reihers (Folge 5)
Kalle – Die Rache Teil 1

Der Angler Anton dus im Boot,
ausgelogen war die Angel,
und Aufrag Anton nicht vermot.
An Langeweile harrsch kein Mangel.

Doch plötzlich brolls "Zwei-drei zuu-gleich!"
Das Boot versuk im Wasserschwalle.
"Solang' noch Fusel ist im Teich,
ilngt keiner hier!", grul Karpfen Kalle.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #383 am: 2007-03-13, 20:14:46 »
Das Reich des Reihers (Folge 6)
Kalle – Die Rache Teil 2

Des Fischers Fritz viel Fische fösche,
damit dem Gast man auf sie tösche.
Doch broll von weitem Karpfen Kalle:
"Jetzt mach, du Wichser, ich dich alle!"

In Fritzens Leib ersturr das Blut:
er hor, wie's 'Lied vom Tod' man dlud.
Noch während sein Gerippe schlartt,
die Karpfengang sein Boot zerschmartt.

Ku

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Re: Animalpoesie
« Antwort #384 am: 2007-03-14, 18:52:17 »
Das Reich des Reihers (Folge 7)
Stenzel –  Das blinde Massaker

Storch Stenzel stuks durchs seichte Wasser,
auf dass die Frösche ör frikass er.
Doch plötzlich ihm am Fuß es pralck,
das Schilf rund um den See verwalk.

Und rot glartz plötzlich jeder Frosch,
doch dies den Storch nicht wirklich tosch,
man lirnt es doch als kleines Kind:
Der Storch ist völlig farbenblind.


Die Storchbeflissenen unter euch können jetzt Undummes rektal von sich geben.

amarillo

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Re: Animalpoesie
« Antwort #385 am: 2007-03-14, 19:08:37 »
Storch Schorsch kekunn nicht unterscheiden,
ob rot, blau, grün das Fröschlein wär',
das nun das Los sesöll erleiden,
zu dienen Schorschens Grundernähr.

"Halt still, Du glitschig flitsch'ger Happen,
dein Farbkleid interessiert mitnichten,
vor Hunger tut mein Schnabel klappen,
der rot sei, glaubt man den Berichten."
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #386 am: 2007-03-14, 21:32:12 »
Das Schildkrötenmädchen Clothilde,
ein Backfisch von knapp hundert Jahren,
fohr Böses in ihrem Schilde,
Man frug sich, was in sie gefahren.

Ein Schildnöck, den oft sie gezwacken
und übel gequolen, rief:" Puppe,
du bist wohl nicht gänzlich gebacken.
hör auf! Sonst gibt´s Schildkrötensuppe.

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #387 am: 2007-03-14, 21:45:53 »
Das Zwergkaninchen Theobald
verlab sich einst in Annen.
Kein Hasentier in Feld und Wald
ist schneller je gerannen.

Er sann: "Ach, wenn sie nicht so ränne
und nicht so blitzschnell hülppe,
flugs gings, dass ich das Weib erkänne,
mein Clan sich bald verdülppe.


Die Doppeldut von "erkennen" ist beabsächtogen.

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #388 am: 2007-03-14, 21:48:11 »
und jetzt noch was volxmusikalisches:

Im Frühtau in die Berge zog
der Wanderfalke John.
Tagtäglich dies zu tun er pflog,
es war schon Tradition.

Doch seit in eine Schlucht er starz
hat er das abgelogen.
Er proll dort nämlich auf was Hart´s
ach wär er nur geflogen.

Michael

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Re: Animalpoesie
« Antwort #389 am: 2007-03-14, 21:51:27 »
Und zum bösen Ende noch ein Beitrag zur Klimadiskoss:

Was Glühwurm Kurt zu bieten hatt´
war ganz und gar nicht ohne.
Er gloh und liucht mit hundert Watt,
doch karmm nicht mal die Bohne

die Glühmaid Jill des Kurts Potenz.
Sie schwarm (die alte Schlampe!)
für Kurts direkte Konkurrenz,
die Energiesparlampe.