Ganz nebenbei: neue Storke

Begonnen von versucher, 2005-08-27, 12:28:41

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Bertl

Zitat von: Bertl am 2006-02-02, 11:36:00
'[Si] dakläschschn'  
Bzw.: '[Si] dagläschschn'. Im neueren Wienerisch womöglich sogar: '[Si] dagleschsch-N'. Offene und geschlossene 'e-s' rücken zusammen. 'Wir sehen, wie der Pfarrer seinen Segen gibt' heißt in vielen niederösterreichischen Dialekten noch immer, schön nach 'ä - e' getronnen, 'Wir sääng, wia da Bfora saen Seeng giipt.' In Wien ist das mit mit den 'e-s' gegenwärtig nicht mehr so klar.
Dafür aber erhält das Schluß- '-n', '-ng' oder '-m', vor allem in der Emphase, so etwas Silbisches, Hervorgehobenes. Fast wie
'dadreed-Na', 'dawia-NGa', oder: 'I wia da scho hööff-Ma!' (bedrohlich: Ich werde dir schon helfen!)

 

Kilian

Hab ich's mir doch gedacht, dass es da eine gewisse Regelhuft gibt. Tja - sollten die Einträge unter diesen Umständen als eigene Verben bleiben dürfen? I woeß net.

Michael

Zitat von: Kilian am 2006-02-02, 13:57:46
I woeß net.
Des hoaßt: i woaß net, himminummana

Ansonsten stimme ich zu, dass derwischen kein eigenständiges Verb ist. Ich stelle aber anheim, dass das schöne (d)erwuschen trotzdem geschotzen wird.

Kilian


Fleischers Karsten

#34
Anbei ein paar neue Störke, diesmal "normale". Ich will euch ja nicht ständig mit gehackverakenen Verben auf die Nerven fallen  ;)
War zu faul, eine richtige Tabelle draus zu machen, deshalb alles nur durch Tabulatoren getronnen.

Inf.   Ind. Präs.   Ind. Prät.   Konj. II   Imp.   Part. II   Typ
ackern      urck   ürcke       geurcken   K
ähneln       ahln    ählne      geahlnen   K
ankern       urnk    ürnke       geurnken   K
äschern      irsch   iersche      geurschen   
atmen      udm   üdme      geudmen   
äugeln      ulg   ülge      geulgen   K
äugen      ug   üge      geugen   
baggern      burrg   bürrge      geburrgen   K
bahnen      buhn   bühne      gebuhnen   
balgen      bolg   bölge      gebolgen   
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen   
ballern      borll   börlle      geborllen   K
bannen      bonn   bönne      gebonnen   
bäumen      buhm   bühme      gebuhmen   
blähen      bloh   blöhe      geblohen   
blinzeln   blilnzt   blalnz   blälnze      geblilnzen   K
blöken      bluk   blüke      gebloken   
bommeln      balmm   bälmme      gebolmmen   K
brauen      bru   brüe      gebrun   
brausen      bries   briese      gebriesen   
brettern      brartt   brärtte      gebrartten   K
briefen      brov   bröve      gebroven   
brocken      brak   bräke      gebraken   
brücken   bruck   briack   briäcke   brucke   briucken   D1
brüsten   brustet   briaste   briäste   bruste   briusten   D1
brüten   brut   briöd   briäde   brude   gebriäden   D2
buchen      booch   bööche      geboochen   
buhlen      bahl   bähle      gebuhlen   
bummeln      bolmm   bölmme      gebulmmen   K
bürgen    burgt   biarg   biärge   burge   biurgen   D1
büscheln    buschelt   bialsch   biälsche   buschle   biulschen   D1
dämpfen   dämbft   dambf   dömbfe      gedambfen   
dehnen      dahn   dähne      gedehnen   
demütigen    demutigt   demiötog    domiätöge    demutige    gedomiätogen   D2
dimmen      dumm   dümme      gedommen   
dörren   dirrt   darr   därre   dirre   gedorren   
drucken      drok   dröke      gedroken   
dübeln   dulbt   diölb   diälb   dulbe   gediälben   D2K
ducken      dok   döke      gedoken   
düngen   dungt   diang   diänge   dunge   gediungen   D1
dünsten   dunst   dionst   diönste      gediunsten   D1
duzen      dooz   dööze      gedoozen   
ecken      ick   icke      geicken   
eisen      iese   iese      geiesen   
ergötzen      ergotz   ergätze      ergotzen   
erörtern   erörtet   erart   erärte   erörte   erorten   
erschüttern   erschuttert   erschiatt   erschiätte   erschuttere   erschiatten   D1
fächeln      fielch   fielche      gefilchen   
fächern      fierch   fierche      gefirchen   
fahnden      fuhnd   fühnde      gefuhnden   
fasern      firs   firse      gefirsen   
fasten      fiest   fieste      gefasten   
fegen      fag   fäge      gefegen   
feilen      fiel   fiele      gefielen   
flicken      flock   flöcke      geflocken   
fluten      flood   flööde      geflooden   
flutschen      flotsch   flötsche      geflotschen   
föhnen      fåhn   fœhne      gefohnen   
foltern      fårlt   fœrlte      geforlen   K
foppen      fupp   füppe      gefoppen   
fordern      frard   frärde      gefrarden   K
formen      farm   färme      geformen   
fremdeln      fralmd   frälmde      gefralmden   K
fruchten      frocht   fröchte      gefrochten   
fuchteln      folch   fölch      gefulchen   K
füttern   fiarrt   fiärrte   gefiarrten   D1

Ups, gerade gesehen, dass füttern ja ein Kausativ ist. Na ja, ich lass es einfach mal drin. Ind. Präs. und Konj. II memüssen bei D1 eigenlt futtert/futtere heißen, um Verwachseln mit den entsprechenden Formen von futtern zu vermeiden, habe ich sie einfach weggelassen.
Karsten

VerbOrg

Zitat von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 14:47:12 
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen 
Ich öre hier für die Analogie-Variante pläd.

Dafür dann:

bellen - boll - bölle - gebollen

Fleischers Karsten

Zitat von: VerbOrg am 2006-02-03, 18:00:35
Zitat von: Fleischers Karsten am 2006-02-03, 14:47:12 
ballen      biel   biele      geballen   
analog fallen, oder, alternativ:
ballen      boll   bölle      gebollen 
Ich öre hier für die Analogie-Variante pläd.

Dafür dann:

bellen - boll - bölle - gebollen

Aber boll klingt kräftiger: Voller Wut boll er seine Faust!

Keine Ahnung, Scheff eide es entsch.
Karsten

Fleischers Karsten

Hmm, da habe ich wohl eine ähnliche Idee wie Ku gehabt, nur dass ich das ohne Rotwein sondern mit einer Flasche Wasser zwischendurch auffe Arbeit gemochen habe.

Mein flood zu fluten finde ich aber entschieden besser als Kus Variante!
Karsten

VerbOrg

Mein Kollege aus Sachsen loff mich heute mit einem interessanten Wort verb: quadrangeln.

Dieses Verb ward wohl während seiner Ausbald immer dort benotzen, wo bei uns die Seiten einer Akte nummer oder fol georen werden.

Die dabei entstehende Seitenzahl ward dann Quadrangel genannt.

Solch ein schönes Verb sesölle durch die GSV nicht verschmohen werden, dachte ich mir, aber man müsste ihm dann auch zur nötigen Stärke verhelfen.

Also:

quadrangeln - quodrolng/rolgn quod - quödrölnge/rölng quöd - quodrolngen.

Das müsste sich einxlich auch sehr gut ins sächsische Idiom einpassen.

Ob nun die tmetische Variante oder die "normale" fürderhin vorzbeogen wird, will ich nicht entscheiden müssen.
Iert darüber diskut, was das Zeug hält.

Fleischers Karsten

Karsten

Kilian

Wow, Karsten! Wie Ku neulich! *spuckt in die Hände* Dann gehe ich mal ans Werk.

Deine tmetischen Storke von Anfang Dezember sind übrigens nicht vergessen *schlechtesgewissenhab* - ich will halt vorher noch die Große Liste umstrukturieren, ziehe aber das Einfache vor (zeitlich).

Danke, dass du keine richtige Tabelle gemacht hast - so ist's einfacher für mich. :D

Kilian

#41
Btw, was soll denn bommeln bedeuten? Freilich, Leuten, die sich in anderen Foren so wie wir ihren Geheimsprachen hingeben, ist der Begriff anscheinend vertrun, aber...?

Und büscheln? Und ecken (bedüte es was, schmisse ich anecken raus)?

Um des einen Gunst baalen syrische Bauern, um die Verachtung der Öffentlichkeit wird von der anderen gebohlen: buhlen wird passend zu einem "kanaanäische[n] Wetter- und Fruchtbarkeitsgott" (Wikipedia) und "jene[r] Bumsmusikkanaille, die auf der Titelseite der 'Bild-Zeitung' wohnt" (Goldt) umgestorken.

foltern bedarf keiner exotischen Buchstaben im Präteritum: Kurzes <o> und <ö> wird in deutschen Wörtern ohnehin halboffen ausgesprochen.

Ich habe Karstens fluten, aber das untmetische quadrangeln aufgenommen.

Fleischers Karsten

#42
Zitat von: Kilian am 2006-02-12, 23:25:54
Btw, was soll denn bommeln bedeuten? Freilich, Leuten, die sich in anderen Foren so wie wir ihren Geheimsprachen hingeben, ist der Begriff anscheinend vertrun, aber...?

Weiß auch nicht wo ich das her habe. Auf jeden Fall verwende ich es manchmal mündlich. Bedeutet eigentlich dasselbe wie baumeln oder das, was halt so diese Bommeln an Mützen etc. so tun.

Zitat
Und büscheln?

Etwas bündeln. Wohl eher im süddeutschen Sprachraum verbritten.

Zitat
Und ecken (bedüte es was, schmisse ich anecken raus)?

Im Duden steht's als "Mit Ecken versehen." drin. Richtig, ich hatte an anecken gedacht, aber es in der großen Liste übersehen. Ich habe so einige Verben in meiner Liste noch zu stärkender Verben drin, die normalerweise nur mit einer Präposition als Präfix auftreten.
Karsten

Fleischers Karsten

Es sind noch einige Verben doppelt in der großen Liste vorhanden. In den meisten Fällen konjugieren die Varianten sehr ähnlich, so dass eine davon entfallen kann. Der Scheff möge entscheiden.

babbeln       bolbb   bölbbe       gebolbben   K
babbeln       blubb   bläbbe   blibb   geblabben   K
brabbeln       brlubb   brläbbe   brlibb   brlabben   K
brabbeln   brilbbt   brolbb   brülbbe   brilbb   gebrolbben   K
brausen       brus   brüse       gebrusen   
brausen       bries   briese       gebriesen   
bügeln   bilgt   bolg   bölge   bilg   gebolgen   K
bügeln       bulg   bülge       gebulgen   K
ergötzen       ergutz   ergütze       ergotzen   
ergötzen       ergotz   ergätze       ergotzen   
fischen       fasch   fäsche       gefoschen   
fischen       fosch   fösche       gefoschen   
glücken   glickt   glak   gläke   glick   geglocken   
glücken       gluck   glöcke       geglucken   
kaufen       kuf   küfe       gekufen   
kaufen   käuft   kief   kiefe       gekaufen   
knallen       knull   knülle       geknallen   
knallen       knoll   knölle       geknollen   
kürzen       karz   kärze       gekorzen   
kürzen       kurz   körze       gekorzen   
latschen       lotsch   lötsche       gelotschen   1)
latschen       låtsch   lœtsche       gelotschen   
lösen       los   lœse       gelosen   1)
lösen   2./3. list   los   lüse   lis   gelosen   
mischen       masche   mäsche       gemoschen   
mischen       mosch   mösche       gemoschen   
murren       morr   mörre       gemorren   
murren       mur   müre       gemuren   O1
nähen       noh   nöhe       genohen   
nähen   nieht   noh   nöhe   nieh   genohen   
recken   rickt   rak   räke   rick   gerecken   
recken       rak   räke       gerecken   
schildern   schirlt   schurld   schürlde   schirld   geschurlden   K
schildern   schrildst   schrald   schrälde   schrild   geschrolden   K
schlingern       schlarng   schlürnge       geschlorngen   K
schlingern       schlorng   schlörnge       geschlorngen   K
trampeln   trälmpt   trolmp   trölmpe   trimpl   getrolmpen   K
trampeln       trolmp   trölmpe       getrolmpen   K
wedeln       wold   wölde   wild   gewolden   K
wedeln   wildt   wald   wälde   wild   gewolden   K
Karsten

Fleischers Karsten

modern ist auch noch doppelt drin, mit identischen Konjugationen.
Karsten