Autor Thema: Klarmachen zum Gendern!  (Gelesen 8121 mal)

Beckmesser

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #15 am: 2017-03-21, 12:10:24 »
Ist die Eva Menasse eigentlich mit Adam Menasse zusammen? ;D

Berthold

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #16 am: 2017-03-21, 15:41:02 »
(...)
Uns gilt einzig die Devise:
Sprache sei vau a präzise.
Darum sagen wir – miau! –:
Nachts sind alle Kater und Katzen (oder noch besser: Feliden jeglichen Geschlechts) grau.
(...)

Liebe Verse. Geradezu eine Felatio.

In der JägerInnensprache heißen die Geschlechter bei Wildkatze und Luchs Kuder und Kätzin (auch Käterin).
Hierzu ist auch goode Wikipedia nicht eben schlecht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bezeichnungen_für_Haus-_und_Wildtiere

Etwas ganz anderes: Im Englischen vielen mir die fielen, nein, fielen mir die vielen Wörter für Tiergruppen (-mengen) auf. Da müßt Ihr aber, wenn ihr's denn wollt, selber nachwassern. Selbst dazu gibt's W. Nur zu "chironomids" fiel den Inglesen nix Besonderes ein - außer vielleicht flight, horde, plague (Das sind wohl Lästlinge und Stechlinge* - - Malaria und so Zeugs), rabble oder swarm. Nix davon gefällt mir so recht.

*Die Stichlinge gibt's ja schon.
« Letzte Änderung: 2017-03-21, 15:54:08 von Berthold »

Berthold

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #17 am: 2018-04-04, 13:23:02 »
Dann kannste dir doch den Peregrinus Syntax schnappen, Bertl (und nicht nur DEN), - und Beispielen von "Tanten Onkel/Önkel/Onkels/(Önkels)" beigesellen:
Adjutanten, Akzeptanten, Adstanten, Arrestanten, Auscultanten, Konstanten, Dilettanten, Dissertanten, Disputanten, Equitanten, Interpretanten, Octanten, Protestanten, Repräsentanten, Restanten, Septanten, Sextanten, Traitanten und Tumult{u}anten.

ALSO:
Die Adjuönkel, Adjuonkels, (-önkels), (vielleicht Adjuonkels -> Adjonkels), Akzepönkel, -onkels, (önkels); Adsonkels (vielleicht -> Assonkels), Arresonkels, Ausculonkels, Konsonkels, Diletonkels, Disseronkels, Dispuonkels (vielleicht -> Dispwonkels -> Disponkels), Equionkels (vielleicht -> Equonkels), Interpreonkels (vielleicht Interprjonkels -> Interprionkels -> Interpronkels), Oconkels (Orthographie vielleicht Ockonkels), Protesonkels, Repräsenonkels, Resonkels, Seponkels (vielleicht -> Sepponkels), Sexonkels, Traionkels (vielleicht bis zu "Tronkels" abschleifbar), Tumulonkels.

Das werden doch wohl extraorbjonkulöse Dinger sein, oder nicht? Nicht nur für Sexonkels.   
« Letzte Änderung: 2018-04-04, 15:16:46 von Berthold »

Berthold

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #18 am: 2018-04-09, 13:39:40 »
Adjuoheime ... Tumuloheime gäb's nachtlur auch.
Nun hat aber der Linquist Anton Yme immer schon Wörter gesoochen, wo, gewissermaßen, das Gegenteil - und so halt ...
Vermeiden möchte ich hier jeglichen Nazi-Tatsch von "(da)heim" oder "(Da)heim" oder den Trauer-Tatsch von "Heimkind".
Auch "Fort" verböte sich wegen des Defensiven.
Vielleicht halt Adjuowege bis Tumulowege. "Aber da sind ja dann die Wege. Warum nicht gleich Straßen?" ... Na ja.

Petrusperl

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #19 am: 2020-07-04, 19:35:11 »
Avete!
Im Lateinischen entspricht der männlichen Endung -or und der weiblichen -rix die sächliche -rum. Also zum Beispiel "arator"=pflügender Mann, "aratrix"=pflügende Frau, "aratrum"=pflügende Sache (=Pflug).
Die sächlichen Formen bieten sich auch als geschlechtsneutrale Form für die aus dem Lateinischen übernommenen Tätererwörterer /Tätinwörtin/Tätelnwörteln im Neutschen an:
Das Pastrum
Das Kantrum
Das Profestrum
Das Konditrum
Das Direktrum
Das Alligatrum
Das Navigatrum
Das Doktrum
usw.
Dergleichen entspricht der Endung "-er, -ra" ebenfalls "-rum", also
Das Ministrum
Das Magistrum


Ja nicht schlecht

Vorbeischauer

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #20 am: 2020-10-10, 13:14:07 »
Avete!
Im Lateinischen entspricht der männlichen Endung -or und der weiblichen -rix die sächliche -rum. Also zum Beispiel "arator"=pflügender Mann, "aratrix"=pflügende Frau, "aratrum"=pflügende Sache (=Pflug).
Die sächlichen Formen bieten sich auch als geschlechtsneutrale Form für die aus dem Lateinischen übernommenen Tätererwörterer /Tätinwörtin/Tätelnwörteln im Neutschen an:
Das Pastrum
Das Kantrum
Das Profestrum
Das Konditrum
Das Direktrum
Das Alligatrum
Das Navigatrum
Das Doktrum
usw.
Dergleichen entspricht der Endung "-er, -ra" ebenfalls "-rum", also
Das Ministrum
Das Magistrum

Vor allem aber gibt es im Lateinischen auch gänzlich geschlechtsneutrale Partizipien. Von diesen ließen sich erst einmal alle Formen für Wörter auf -e/ant oder -e/antin ableiten:
das Patiens (Gen. Patientis, Dat. -enti, Akk. -entem; Pl. Patientes, -entium, -entibus, -entes)
das Intendans, Intendantis usw..

Dann auch alle auf -or / -trix, bei denen es kein Wort auf -ent gibt:
das Pascens (Pastor, von pascere)
das Kantans
das Profitens (Professor, von profiteri)
das Kondens (Konditor)
das Navigans

Manchmal gibt es nun aber beides, z. B. Dirigent / Direktor, Dozent / Doktor usw., hier kann man dann -tans benutzen:
das Direktans (Direktor)
das Doktans (Doktor)

Nur für Magister/tra und Minister/tra funktioniert das leider nicht.

Vorbeischauer

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #21 am: 2020-11-20, 15:04:24 »
Nach weiterer Nachdacht frug ich mich, ob nicht vielleicht die Einfuhr eines galnz neuen Generis die komplizorenste Los darstölle? So gesellt sich nun zu den drei bekannenen Genera Maskulinum, Femininum und Neutrum als viertes das Utrum. Hierzu gehören – wie auch zu den anderen Genera – naturl nicht nur geschlechtsneutrale Personenbezinche, vielmehr können Wörter beliebiger Bedut zu irgendeinem der vier Genera gehören. Verstalnderweise umfasst das Utrum fast ausschlielß Neubulde (sowie gegebenenfalls Fremdwörter und Wiederbelube).

Der bestummene Artikel lautet de - del - deme - det, der unbestummene ein - einers - eineme - einet. Das Persolnpronomen ist hen - hieser - heme - het, das Possessivpronomen hies. Das Utrum des Demonstrativpronomens der/die/das lautet selbs, dellen, deme, det, das des Relativpronomens so, dellen/wessen, deme, det (um alleinstehendes de zu vermeiden).

Adjektive können stark und schwach deklinieren. Substantivorene starke Adjektive erhalten ein zusalzes -s oder -z:
starke Deklination:
groß(z) - großers - großeme - großet
klein(s) - kleiners - kleineme - kleinet
schwache:
große - großen - großen - großen
kleine - kleinen - kleinen - kleinen
Plurale werden wie in den anderen Genera gebulden.
Dasselbe gilt auch für Pronomina: sein(s)/ihr(s)/sein(s)/hies(z)/ihr(s) usw.

Substantive teilen sich in drei Deklinationsschemata:
1. stark (Bsp.: Nachbare, Pianiste)
de/ein Nachbare, Pianiste
del/einers Nachbaras, Pianistas
deme/eineme Nachbare, Pianiste
det/einet Nachbare, Pianiste
die Nachbärer, Pianister
der Nachbärero, Pianistero
den Nachbärern, Pianistern
die Nachbärer, Pianister
2. schwach (Bsp.: Zaubere, Mördere)
de/ein Zaubere, Mördere
del/einers Zauberni, Mörderni
deme/eineme Zauberen, Mörderen
det/einet Zauberen, Mörderen
die Zauberen, Mörderen
der Zauberno, Mörderno
den Zauberen, Mörderen
die Zauberen, Mörderen
3. gemischt (Bsp.: Arzte)
de/ein Arzte
del/einers Arzteni
deme/eineme Arzten
det/einet Arzten
die Ärzter
der Ärztero
den Ärztern
die Ärzter
« Letzte Änderung: 2020-11-20, 16:17:21 von Vorbeischauer »

Kilian

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #22 am: 2020-12-18, 16:42:38 »
Sehr schön, das ist, wenn ich mich recht entsinne, der bislang umfassendste Vorschlag zur Geschlechtergerechtigung des Neutschen! Ich habe auch hierfür schonmal eine noch zu befüllende Wiki-Seite angelegen.

Was noch fehlt, ist ein utrales Interrogativpronomen, oder? Wie wäre es z.B. mit welb, wellen, weme, wet?

Insgesamt überdächte ich das mit den m-lastigen Dativen noch mal. Die ähneln in meinen Ohren zu sehr den maskulinen Pendants.

Vorbeischauer

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #23 am: 2020-12-18, 18:27:03 »
Ja, das mit dem M jefrage ich mich auch, intschiede mich dann aber doch dafür, schlielß teilt sich das Maskulinum diese And ja mit dem Neutrum. „derm“ jawäser auch eine Molg, aber da hätte man* dann so viel auffälliges Gederm drin. Oder eben was Vokalisches (do, deo, dei, dey…?).

„Wer“ hingegen unterscheidet ja eigelnt sowieso nicht zwischen malnn und weilb (das ließe sich naturl auch einführen…). Insofern sesülle „Wer, so dieses Angebot bekommen hat, sich dagegen entschied, (selb) sollte hiese Entscheidung überdenken” im Grunde genügen…

*„man“ ist naturl auch so ein fralges Wort: zumindest im Nominativ bezieht es sich aber unterschiedslos auf alle Geschlechter.
« Letzte Änderung: 2020-12-18, 18:35:18 von Vorbeischauer »

Kilian

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #24 am: 2020-12-23, 12:29:37 »
Geschlechtsneutrale Personenbezinche auf -kraft eignen sich übrigens auch für so manches Wortspiel, siehe da: https://twitter.com/astefanowitsch/status/1341619708907442176

Vorbeischauer

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #25 am: 2020-12-23, 14:49:13 »
Ja, das mit dem M jefrage ich mich auch, intschiede mich dann aber doch dafür, schlielß teilt sich das Maskulinum diese And ja mit dem Neutrum. „derm“ jawäser auch eine Molg, aber da hätte man* dann so viel auffälliges Gederm drin. Oder eben was Vokalisches (do, deo, dei, dey…?).

Eine Molg jefallt mir noch ein: der Dativ ließe sich auch auf -eu bilden: Artikel: deu und eineu, Pronomen: henneu. Also: deu/eineu Nachbare, Pianiste, deu/eineu Zauberen, Mörderen, deu/eineu Arzten.

Eine andere Sache, wozu ich gerne Miene läse, ist, ob der Akkusativ-Artikel nicht vielleicht eher ein statt einet heißen sesülle, also det erfolgreichen Arzten, aber ein erfolgreichet Arzten, statt einet erfolgreichen Arzten. Das klänge dann vielleicht mehr nach dem Neutro, aber weniger nach einem verkuppenen Genitive, oder?

Kilian

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #26 am: 2020-12-25, 15:01:57 »
Klingt beides gut in meinen Ohren!

Grinsekater

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #27 am: 2020-12-26, 20:06:51 »
Ich finds auch gut! (Was fizöre mich zu diesem Urteil quali, frage ich mich? Nix!) Die Einfuhr des Utrums ist auf jeden Fall im Sinne der großen Verkomplizur. (Zu diesem Urteil iert mich immerhin qualifiz, daß ich den richtigen Einsatz des Utrums wahrscheinlich ständig vergessen werde. Weils komplizoren ist.) Und die Änderungen (-eu & ein statt einet) behagen auch meinem Gehör.

Grinsekater

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #28 am: 2020-12-29, 23:37:14 »
Inzwischen kamen mir zwei Möglichkeiten zur weiteren Verkomplizur des Genus in den Sinn:

1. Das Utrum-Prinzip (eins von beiden, aber nicht das dritte) ließe sich noch mindestens zweimal anwenden: Ein neues Genus für Entitäten im Femininum oder Neutrum, aber nicht Maskulinum; und noch eins für solche im Maskulinum oder Neutrum, aber nicht Femininum. (Man kekünne evtl. noch weiter iterieren, aber vielleicht reichen sechs Genera auch erstmal.)

2. Unterscheidung zwischen Fremd- und Selbstzuschreibung des Genus: Ein Standbild („Selbstzuschreibung“ Neutrum, sage ich mal) wird fälschlich für einen lebendigen Menschen gehalten (Fremdzuschreibung z.B. Utrum). Der ich von dieser Begebenheit erzähle, drücke ich das in einem entsprechenden Genus (Neutrum-selbst-Utrum-fremd) aus. Die Gesamtzahl der Genera würde dadurch glatt mal quadroren, zusammen mit 1) auf sechsunddreißig!

Diese Fremd-/Selbstzuschrieb-Unterscheidung wird ja in Bezug auf Gender (also nicht direkt Genus) öffentlich viel diskutoren, daher kam mir wahrscheiln diese Idee. Von dieser zeitgenössischen Inspiration abgesehen ist freilich fragwürdig, warum man gerade beim Genus so eine Perspektivunterscheidung machen sollte und nicht auch an anderen Stellen der Grammatik. Also vielleicht eher Quatsch.

Vorbeischauer

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Re: Klarmachen zum Gendern!
« Antwort #29 am: 2020-12-30, 14:12:10 »
Ich erlub mir mal, die entsprechende Wiki-Seite zu befüllen und dabei noch einige stärkere singurle Dative erzugänzen.

Inzwischen kamen mir zwei Möglichkeiten zur weiteren Verkomplizur des Genus in den Sinn:

2. Unterscheidung zwischen Fremd- und Selbstzuschreibung des Genus: Ein Standbild („Selbstzuschreibung“ Neutrum, sage ich mal) wird fälschlich für einen lebendigen Menschen gehalten (Fremdzuschreibung z.B. Utrum). Der ich von dieser Begebenheit erzähle, drücke ich das in einem entsprechenden Genus (Neutrum-selbst-Utrum-fremd) aus. Die Gesamtzahl der Genera würde dadurch glatt mal quadroren, zusammen mit 1) auf sechsunddreißig!

Nun, vielleicht ließe sich so etwas aber (statt über das Genus) über Prä- und Suffixe umsetzen. Es gibt ja schlielß schon das -wesen, das einerseits ein Lebe-wesen (egal ob melnsch oder nichtmelnsch) bilden kann, aber auch gewisse abstrakte Dinge (Bankwesen, Staatswesen usw.). Nun ist wesen ja synonym zu sein. Und da gibt es doch noch einige weitere Wörter mit Ahln zu Formen von sein: die -ware ist also unbeluben, der -wer ist ein ausgestorbenes Wort für „Mann“, der -sinn stünde für Abstraktes, und gewiss fänden sich dann auch noch weitere Wörter, für kollektive (Ge…e?) und einzelne Dinge, (Menschen- und Tier-)Kinder (vllt. durch -ken?) und Erwachsene, usw.. Durch Prä- und Suffixverwand und Kombination entstünden dann alle Varianten von Sein und Schein, die -werin, der -sinnerich, der -warich, usw.. Fragt sich bloß noch, ob der Werwolf jetzt ein für einen Wolf gehaltener Mann oder für einen Mann gehaltener Wolf ist…