Autor Thema: Animalpoesie  (Gelesen 141979 mal)

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #15 am: 2005-08-22, 17:36:10 »
Ein Stinktier mit dem Namen Knut
glich keinem uns'rer Tiere,
stornk rum, norv, hielt nur sich für gut,
kohr nie vor eig'ner Türe.

Verochten selbst im Tieresreich
sind solche Kreaturen.
Das Beste wär, man tälg sie gleich
aus Bergen, Wald und Fluren.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #16 am: 2005-08-22, 20:13:15 »
Der Gamsbock Detlef pflag seit Wochen
den schwulen Bund mit Steinbock Ralf.
Von "Gotteslarst" stornk Widder Jochen,
doch schod's ihm mehr, als daß es half.

Denn mehr und mehr in Alpenzonen
beabocht man schon wenig später:
seit Bock und Bock zusammen wohnen
die schönsten Lämmer - und nur Väter.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

caru

  • Dubios
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 1.739
    • Profil anzeigen
    • Institut für Senfkunde und Palindromistik
Re:Animalpoesie
« Antwort #17 am: 2005-08-22, 20:56:16 »

Die Schneeeule hul ganz verzwolfen,
weil das dreifache e ihr mißfiel;
der Seeelefant hätt' ihr geholfen,
doch er hatte auch eins zuviel.

Dem Tunfisch schien, daß man was thun sollt,
da auch der Delfin sich schon horm,
und er grond einen Sprachverein, unhold
der Ortograviecher-Reform.

Das Kän- war ihr -guru, die Gämse
tat Dienst als Vereinssekretär,
und Deutsch lohr, daß keiner sie bremse,
eine Schule Delphine im Meer.
(\___/)
(>´x´<)
('.')__('.')

Nijntje - de echte nederlandse konijn

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #18 am: 2005-08-22, 22:02:16 »
Der Ara Dennis war ein schlimmes Ferkel,
vom Baume polnk er auf der Leute Haupt
und imitor dazu die Stimme von Frau Merkel;
wer's nicht erlab - er hätt' es nie geglaubt.

Dreimal bislang versoch man zu erschießen
das freche Vieh, doch immer er entwusch.
Man sah zuletzt ihn in 'nem Wald bei Gießen,
in einer Buche droben oob er George W. Bush.
« Letzte Änderung: 2005-08-26, 08:57:15 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Ku

  • Gast
Re:Animalpoesie
« Antwort #19 am: 2005-08-22, 22:31:18 »
Ich hoffe sehr, in diesen Faden
kommt allzubald kein echter Gast,
weil dieser dann den ganzen Laden
ob seiner großen Reimer hasst
und meint, er könnt es nicht wie sie.
Da hat er recht. Das kann nicht jeder.
Auch ich kanns nicht, bin kein Genie.
Das fließt nicht jedem aus der Feder.

Knut Pisulski

  • Gast
Re:Animalpoesie
« Antwort #20 am: 2005-08-22, 22:43:37 »
Ein Stinktier mit dem Namen Knut
glich keinem uns'rer Tiere,
stornk rum, norv, hielt nur sich für gut,
kohr nie vor eig'ner Türe.

Verochten selbst im Tieresreich
sind solche Kreaturen.
Das Beste wär, man tälg sie gleich
aus Bergen, Wald und Fluren.

DEGOUTANT!

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #21 am: 2005-08-23, 07:49:48 »
Degoutant ist allerhand,
was Menschen hier so schreiben.
Liest Du nichts gern von meiner Hand,
dann laß es einfach bleiben.

Es ist dem Reinen alles rein,
was immer man auch süge.
Dem Schwein jedoch ist alles Schwein,
ob Wahrheit oder Lüge.

Und damit, Herr Piselowski, möchte ich Sie höflich ersuchen, hier nicht weiter die Poesie zu stören. Es gibt - weiß Gott - andere Orte und Fäden, in denen Leute wie Sie schadlos ihr Genörgel abkippen können.

amarillo
« Letzte Änderung: 2005-08-23, 17:14:28 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #22 am: 2005-08-23, 19:06:36 »
Qualle Hinnerk, dieser Töffel,
schwamm zum Sonnenbad an Land.
Kurz drauf gab er ab den Löffel,
noch am Abend man ihn fand.

Aufgequollen von der Sonne
und mit arg verschrulmp'nem Fell
warf man ihn in eine Tonne,
schlimmes Ende, find' ich, gell?
« Letzte Änderung: 2005-08-23, 19:26:40 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #23 am: 2005-08-23, 19:24:52 »
Ich habe heute so maritime Gefühle...

Hering Josef wollt' besuchen
seinen Vetter vor Lomé.
Geld ihm fahl, 'nen Flug zu buchen,
"Schwimm ich halt, was soll's, adé."

"Niehr' Dich nicht dem Meeresgrunde,
denn, Du weißt, da lauern Aale!"
Riet ihm Schwester Adelgunde.
Jupp schwamm mittig - wie die Wale...
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #24 am: 2005-08-23, 19:48:09 »
Roswitha, eine noch recht Flotte
aus der Sippe Pinguine,
hatte eine Erzmarotte:
lab den Klang der Schiffsturbine.

Sah Sie Schiffchen, die sich nohr'n,
starz sich Rosi in die Fluten,
aber erst das Nebelhorn
ließ ihr Herz vor Fernweh bluten.
« Letzte Änderung: 2005-08-24, 17:25:30 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #25 am: 2005-08-23, 20:34:22 »
Die Nase voll von jeder Sorte Männer
zog Milbe Anna sich vom Heiratsmarkt zurück.
"Nur Schwätzer, nur Versager oder Penner!"
Selbst das mit Gustav beschor Annan nicht viel Glück.

Doch ihre Sorge war'n die achtundsiebzig Eier,
die zu ernähr'n ihr fahl ein wirklich guter Milber.
Den fand sie doch noch, morgen ist die Feier
für fünfundzwanzig Tage Ehe - also Silber!
« Letzte Änderung: 2005-08-23, 20:50:38 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #26 am: 2005-08-25, 09:39:08 »
Frosch Wolfram mochte Fliegen nicht,
fand Käfer auch zum Reihern.
War selbst auf Mücken nicht erpicht,
jedoch bei Spiegeleiern...

Gelong der alte Erzgourmet
in höh're Gaumen-Sphären.
Das konnte sich im ganzen See
kein Frosch so recht erklären.

Einst traf die Schnake Mary-Lou
auf Wolfram dort am Weiher
und schie gebonnen diesem zu,
wie er verspies drei Eier.

"Verpfeif Dich", bolk der Eierfrosch,
"und komm so schnell nicht wieder.
Wenn ich Dich hier nochmal erwosch,
dann hol' ich meine Brüder!"
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #27 am: 2005-08-26, 08:44:44 »
Von Eichendorff begirsten war
auch Ann-Kathrin, die Wanze.
Sie konn aus seinem Zyklus gar
auswendig jede Stanze.

Und sprach der Freiherr gar vom Wald,
von Bergen und von Höh'n,
konnt' man in Kathrins Augen bald
die Tränlein glitzern seh'n.
« Letzte Änderung: 2005-08-26, 11:59:07 von amarillo »
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #28 am: 2005-08-26, 11:50:33 »
Wilfried war ein Albatros
mit riesig weiten Schwingen;
doch vielmals als die Schwingen groß
war Wilfrieds Wunsch zu singen.

So schmortt er im Vorüberzieh'n
beim Queren der Gewässer
vier Arien aus Lohengrin.
Daß wir's nicht hor'n, ist besser.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

amarillo

  • Moderator
  • Zensor
  • *****
  • Beiträge: 4.784
    • Profil anzeigen
Re:Animalpoesie
« Antwort #29 am: 2005-08-26, 11:57:22 »
Heim kohr nach langen Tages Flug
zu seinem Horst der Adler Paul,
von Jagd und Segelflug genug,
strock er sich aus und gahn recht faul.

"Wen stört's, wenn ich jetzt endlich ruh',
wenn ich mich streck' und gähne?"
"Das ist mal wieder typisch Du",
morck Horst, der hatt' noch Pläne.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.