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Begonnen von edragedlih, 2004-03-25, 20:43:22

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gehabt gehabt

Ich nehme an, der Sonntag ist der Ruhetag, weil es der Tag der Auferstehung ist,
und man sich in der Fruehzeit des Christentums von den Juden abheben wollte
oder musste. Hatten eigentlich die Roemer oder Griechen einen Ruhetag?

MrMagoo

Zitat von: caru am 2005-04-11, 18:54:40
Zitat von: Arnymenos am 2005-04-09, 11:09:40
Die Alternative Sonnabend (die meine Großeltern auch verwenden) halte ich für irreführend, schließlich geht es um einen eigenständigen Tag, und nicht ein unterwertiges Anhängsel an den Ruhetag der Schöpfung.

der samstag WAR der ruhetag des schöpfers, übrigens. die schöpfung BEGANN am sonntag (der ja für juden und amerikaner noch heute der erste tag der woche ist).


"Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" ... oder doch andersrum??

Für Fernsehzeitungen ist der Samstag übrigens der erste Tag der Woche. (Hat zwar soweit nichts mit Kultur zu tun, aber wenn wir von Wochenbeginnen reden wollen... - oder vielleicht doch Kultur? Zumindest "Fernsehkultur" *hehe*).
Wâ mag ich mich nu vinden? wâ mac ich mich nu suochen, wâ? nu bin ich hie und bin ouch dâ und enbin doch weder dâ noch hie. wer wart ouch sus verirret ie? wer wart ie sus zerteilet mê?
(Gottfried von Straßburg)

Ly

Zitat von: gehabt gehabt am 2005-04-12, 10:51:32
Ich nehme an, der Sonntag ist der Ruhetag, weil es der Tag der Auferstehung ist,
und man sich in der Fruehzeit des Christentums von den Juden abheben wollte
oder musste. Hatten eigentlich die Roemer oder Griechen einen Ruhetag?

Ne, das war damals was einzigartiges.
It isn't always how you look. Look at me. I'm handsome like anything, and I haven't got anybody to marry me yet.

caru

Zitat von: gehabt gehabt am 2005-04-12, 10:51:32
Ich nehme an, der Sonntag ist der Ruhetag, weil es der Tag der Auferstehung ist,
und man sich in der Fruehzeit des Christentums von den Juden abheben wollte
oder musste.

genauso isses.

wollte, nicht mußte - und man hat den christen, die vorher juden gewesen waren (und später den christen überhaupt), ganz heftig verboten, den samstag zu feiern.
(\___/)
(>´x´<)
('.')__('.')

Nijntje - de echte nederlandse konijn

Ku

Gibt es nicht eine christliche Strömung, die am Freitag nicht arbeiten darf oder Samstag?

gehabt gehabt

Im Mittelalter war vielfach der Montag frei. Zusaetzlich zum Sonntag.

caru

Zitat von: Ku am 2005-04-18, 20:12:11
Gibt es nicht eine christliche Strömung, die am Freitag nicht arbeiten darf oder Samstag?

es gibt ein paar so protestantische gruppierungen, vor allem in amerika, die den samstag feiern statt des sonntags.
lies nur mal tom sawyer - da haben die kinder am sonntag sonntagsschule und am samstag frei  :)

das mit dem freitag sind die muslime.
(\___/)
(>´x´<)
('.')__('.')

Nijntje - de echte nederlandse konijn

Arnymenos

Einen hab ich noch:

Wandwurf, der - ehemals: Projektion

Kilian

Beidwart für Ambivalenz.

versucher

Sind denn Ambivalenzen immer zweiwertig? Wenn sie sich auf mehrwertige Zustände beziehen, passt Beidwart irgendwie nicht.

Kilian

Guter Einwand! Führt mich zum nächsten Vorschlag.

Lat. ambo heißt beide. Die Lehnübersetzung Beidwart basiert also auf Etymologie.

Auf Etymogelei basiert dagegen eine Übersetzung, die ich klanglich und bildlich noch schöner finde: Wandelwart. Sie kommt daher, dass ich die Ambivalenz zunächst mit lat. ambulare (wandeln, einherschreiten) assozior: Eine ambivalente Sache schreitet zwischen zwei oder mehreren Werten hin und her. Passt auch besser zur heutigen deutschen Bedeutung, bei der es um mehr als zwei Werte gehen kann.

versucher

Dass ich ein großer Freund von Etymogeleien bin, ist möglicherweise schon bekannt. Nur zu!

MrMagoo

Zitat von: Kilian am 2005-04-28, 19:01:00
Guter Einwand! Führt mich zum nächsten Vorschlag.

Lat. ambo heißt beide. Die Lehnübersetzung Beidwart basiert also auf Etymologie.

Auf Etymogelei basiert dagegen eine Übersetzung, die ich klanglich und bildlich noch schöner finde: Wandelwart. Sie kommt daher, dass ich die Ambivalenz zunächst mit lat. ambulare (wandeln, einherschreiten) assozior: Eine ambivalente Sache schreitet zwischen zwei oder mehreren Werten hin und her. Passt auch besser zur heutigen deutschen Bedeutung, bei der es um mehr als zwei Werte gehen kann.

Diese "Etymogelei" ist übrigens ein Teilgebiet der "echten" Etymologie und wird meist als Volksetymologie bezeichnet.
(Wollt ich nur mal eben dazuschmeißen  ;) )
Wâ mag ich mich nu vinden? wâ mac ich mich nu suochen, wâ? nu bin ich hie und bin ouch dâ und enbin doch weder dâ noch hie. wer wart ouch sus verirret ie? wer wart ie sus zerteilet mê?
(Gottfried von Straßburg)

amarillo

#73
professorisch statt provisorisch
ackerat statt akkurat

mienst Du diese Art?

Es gab in den 90ern einen Tenniscrack mit Namen Ivanisevi&#269
in weiten Teilen des Ruhrgebiets hieß der ganz selbstverständlich Invalidevi&#269. Ich bin mir sicher, daß das im Ursprung keine bewußte Verballhornung des tschechischen Namen war. Man mußte sich einfach nur seinen Reim auf diesen seltsamen Klang machen.
Das Leben strebt mit Urgewalt nach Entstehung und Musik.

Kilian

In Anlehnung an Strompost und analog fernmündlich kann man künftig auch sagen, man habe eine Zusage o.ä. stromschriftlich erhalten.