-Menü

Beiträge anzeigen

Dieser Abschnitt erlaubt es Ihnen, alle Beiträge anzusehen, die von diesem Mitglied geschrieben wurden. Beachten Sie, dass Sie nur Beiträge sehen können, die in Teilen des Forums geschrieben wurden, auf die Sie aktuell Zugriff haben.

Beiträge anzeigen-Menü

Beiträge - Vorbeischauer

#1
Weitere frühe Tmeses gefand ich neul einez Gedichte einel unbekannten Verfasserens aus dem 19. Jahrhunderte:

Der Ausländer

Bei Tische halte ich mich unter
Mit Künstlern und Studenten nur,
Glückt auch verun ein Witz mitunter,
So teilt man immer glimpflich ur.

Dann schlagen rat wir mit den Frauen
Wohin wir fahren wall für heut,
So wandelnd lust durch Wies und Auen
Wir winden über stets die Zeit.

Wenn ich dann endlich bis zum Abend
Gebrochen rad nach Ihrem Wunsch
Die deutsche Sprach, hab ich erlabend
Noch hand zuletzt die Bowle Punsch.
#2
Neul gelas ich zufällig ein anderes Gedicht von Schwitters, in welchem Eigennamen tmetisch gespalten (temniert? tetmeken?) werden, welches ich selbstverstalnd nicht vorenthalten möchte:

Basel

Es geht ein bisschen rauf,
es geht ein bisschen runter,
dazwischen fließt der Rhein.
Grün soll das Wasser sein.
Wenn's regnet stürmt und schneit,
dann ist es braun,
braun anzuschaun.
Verhältnismäßig drückend föhnt der Föhn,
es brodelt tief im Grunde,
darüber eine Stadt,
die Basels Name trägt und hat.
Dort lint es Böck,
dort beint es Hol,
es waldet grün und witzt.
Der Ritter sticht den Wurm,
am Turm.
Die Kirche aus Zement
ist Mosers hohe Zeit.
Es brennt,
wenn's brennt,
im Kleid.
Der Frauen holder Chor
lächelt dem Tor.
Mann,
sieh dich vor!

#3
Dze Aussagenlogiks scheidet man gemeinilg Operat- die folgenden -Oren unter:

1. Konjunktion: ,,A und B" / ,,sowohl A als auch B"
2. Disjunktion: ,,A oder B" (gemienen ist: und/oder)
3. Kontravalenz: ,,entweder A oder B" (gemienen ist: nur eines beider)
4. verneinte Konjunktion: ,,höchstens eines von beiden"
5. verneinte Disjunktion: ,,weder A noch B"
6. Äquivalenz: ,,beide oder keines, aber nicht nur eines"

Für 4) joch 6) fehlen dze Neutschins noch griffige Ausdrücke. Ich schlage also vor, die bestehenden ,,und"* (1), ,,oder" (2), ,,entweder ... oder"* (3) joch* ,,weder ... noch" (5) Kon- um zwei weitere -Junktionen erzugänzen, nalm:

,,entweder ... noch" (4): ,,Morgen darfst du entweder einen Apfel noch ein Kuchenstück essen" (d.h., auch keines von beidem, aber nicht beides)
,,weder ... so" (6): ,,Weder Herr so Frau Meier gehen ins Konzert" (d.h., entweder beide oder keinez)

* Dass ich anderswo bereits vorscheschlag, ,,joch" als nominalphrasenverbindende Alternative zu ,,und" einzuführen oder für ,,entweder ... oder" auch ,,eller" zu verwenden, steht hiermit nicht direktez Zusammenhange; es schleußt sich weder aus noch bedëngt es sich gegenseitig.
#4
Neue Ideen / Aw: Demonyme
2026-03-02, 21:06:43
Gemäß meines Vorschlags zu Dvandva-Kompositis insgesamt wäre auch bei Bosnien-Herzegowina joch Trinidad und Tobago eine Ablitt auf -ung denkbar, also die Bosnienherzegowinungeren, die Trinidadtobagungeren. Der Papst kekünne auch als ein Heiligstuhler bezeiwernchen. Ansonsten finde ich den Entwurf ganz ausgezinchen.
#5
Neue Ideen / Aw: Neue Kasus
2026-03-02, 21:01:23
Will man (wie hier) vorgeschlagen, nicht nur bei »vorne« und »hinten«, sondern auch bei »links« und »rechts« zwischen sprecherenseitigem joch bezeichnetenseitigem Blickwinkel unterscheiden, werden weitere Fälle nötig:

sprecherenseitig:
»links«: Sinistressiv I/II auf -link(en)(s), Sinisterlativ I/II auf -linken(en)(s), Sinisterventiv I/II auf -linker(n)(s), Sinisterdirektiv I/II auf -luf(en)t(s)
»rechts«: Dextressiv I/II auf -recht(en)(s), Dexterlativ I/II auf -rechten(en)(s), Dexterventiv I/II auf -rechter(n)(s), Dexterdirektiv I/II auf -ug(en)t(s)

bezeichnetenseitig:
»links«, bzw. winster: Obsinistressiv I/II auf -win(en)s, Obsinisterlativ I/II auf -winsten(en)(s), Obsinisterventiv I/II auf -winster(n)(s), Obsinisterdirektiv I/II auf -win(en)t(s)
»rechts«, bzw. zese: Obdextressiv I/II auf -zeswe(n)(s), Obdexterlativ I/II auf -zesen(en)(s), Obdexterventiv I/II auf -zeser(n)(s), Obdexterdirektiv I/II auf -zes(en)t(s)
#6
Sprache / Links und rechts
2026-03-02, 20:48:03
Gewohln bezeichnet man als »links«, wo der eigene Daumen rechts ist, und umgekohren. Jedoch gibt es bestummene Fälle, in denen »links« und »rechts« genau gegenseitig bezeiwerchnen, so bspw. dze Heraldiks, wo die beiden Richtungen von deu Wappenträgerne aus rewerchnen. Um die dadurch auftretene Verwurr zu beheben, nöwertigen zwo zusaltze Bezinche be. Da es für fast alles schon einmal Wörter gab, schlage ich für das »heraldische« Links und Rechts die veraltenen Synonyme winster (= links) joch zese (= rechts) vor.
#7
Kultur / Aw: externe Erfolge
2026-01-26, 20:31:15
Ein bemerkenswerter Kausativ, neulen in vivo gehoren: »Ich verlasse dich jetzt des Gebäudes (= schmeiße dich raus).«
#8
Zitat von: Sven in 2026-01-05, 15:38:02
  • umbringeln — "Der Auftragsmörder brolch ihn ledilg um, was dessen Auftrag nicht erfoll" -> der Mordanschlag missglock.

Diese Verwandt der eln-Ablitt als Konativ (also als Ausdruck des Versuches) mölgt noch mehr er, besonders im Verbunde mit dem frequentativen, also verhäufigenden ,,-ern" (wie in klappern = mehrmals klappen), welches Kontexts ein Ausdruck des häufigen, aber erfolg- oder abschlusslosen Versuchs entstünde:

,,Am Stuttgarter Bahnhof burlggen sie schon vor Jahren, und sie baggerln dort immer noch."
#9
Ein sehr schöner Einfall. Die Idee mit dem Rheinheizgebot or mich gleich inspir und ich sie daraufhin Knittel- in -Versen versifiz:

Wer brauen will Pils, Lager, Weizen
und mehr solch hopfenstarken Plunders,
erfülle das Gebot, mit Flunders-
und Haizungen den Rhein zu heizen.

Wenige tut der Aufwand reizen,
zu fischen Fische manches Hunderts.
Und solche Mühe tut – wen wundert's? –
so manche Brauerei drauf scheizen.

Wer Haizungen viel aufgetrieben,
möge sie allesamt versalmmen
in Rheines Wasser gleich einstecken.

Doch falls sie dort zu lange blieben,
bestünd' Gefahr, dass bald vergalmmen
die Haizungen gefährle läcken.
#10
Sprache / Aw: Kreuzeindeutung
2025-09-04, 00:02:20
Ahln wäre auch molg: Antilope -> »Widerläufer« (vermeilnt aus lateinisch anti joch niederländisch lopen, tatsalch aus dem Griechischen)
#11
Neue Ideen / Aw: Zudeutschungen
2025-08-21, 21:53:46
Mittelmännechen - die sich auf einem vielbefahrenen ungepflarstenen einspurigen Pfade in der Mitte zwischen den durch die Räder verursachenen Rillen bildende Erhebung (von afrikaans middelmannetjie)
#12
einen Eidachs und eine Eidechse
#13
Sprache / Wort des Jahres?
2025-08-12, 16:54:42
Dze Zeits läuft wieder die Abstumm zum ,,Jugendwort des Jahres", und da stölle sich die Frage, ob es nicht auch ein neutsches ,,Wort des Jahres" (oder gar ein neutsches ,,Jugendwort des Jahres") geben kekünne/dedürfe/sesülle/memüsse?
#14
Kultur / Aw: Ϭhakespeare
2025-07-28, 22:24:51
Fortsatz zum Beweise, dass selbst dze stärksten Deuhochneutschs sich noch dichten (bzw. Gedichte übersetzen) lässt:

Ϧ. Vielftes Sonett

Nicht Ϭternen sind's, wovon ich Urteil pflücke,
und dünk' mich Ϭternen- wohl ein -Deuter doch:
Ensag' zwar weis Erfolg nicht Un- noch -Glücke,
nicht Seuchen, Jahr- noch schlechter -Zeit'no Joch,
enkann auch Augen- jeden -Blick vorher
nicht sagen, weder Donner, Wind noch Regen,
enheiße auch der Fürst'no Los nicht ver,
enweiß nichts von des Himmels Fluch joch Segen.
Doch Deinen Äuckeräuze her ich's leite,
les' dieser Ϭtirnnvörënnens dort solch' Künst'   
als: Weis- joch Ϭchön- zusammen ʞdeuhert -Heitte,
so Du bald Deinet Wuhret um bloß wünd'st.   
Sonst zei ich Ϭchick- Dir solches -Sal prophez:
Was biët wahr und ſchön je: Dirz vergeht's.

5Ϩ. Fuchzehntes Sonett

Betracht' ich, wie, was wächset, kurze Zeit
nur weilet seinez Blütins joch    Vollkünftins
wie un- die gwalt'ge Bühne Ϭchein nur beut
und Ϭchau- ihr -Ϭpiel steht Ϭterneno Beſtünftins,
Beſchau' ich, wie der Mensch Krault auf sich bäumet,
vom selben Himm'le ʞgossen wie auch ʞgeilßen,
der Ϭchrumpfs noch stolz dzel Jugendsalftes ſchäumet
bis Zu- des -Stands Erürnne selbst verſcheulßen
Dann zëigt mir vor dem Ʞsichte an ein Ʞsicht
von zeitweisem Verweil Dich jugendreinchen,
wo Zeitenfülle Ver- mit -Falle ficht,
der jugendtag- Dich -hellen nacht- zëigt -gleinchen.
Und wenn ich mit der Zeit dze Kriegs auch sei:
Was sie Dir ſtib itzt, ich ſchrieb's Dir'nein neu.

6Ϩ. Sechzehntes Sonett

Was mächet, dass Du mächt'g'ren be nicht fichtst
dze Kriegs die böse Zeit, den blut'gen Herrscher,
und nicht Ver- Deinzem -Fallen er Dir rëchtst
die Burg mit dem, was meinem Reime förscher?
Denn Haufenuffen glülcker Ϭtundno hockst Du,
und viel jungfräule Gärten, unbesät,
die gerne Deine Blume trügen, lockst Du,
viel besser doch denn gmalnes Por- Dein -Trät.
Es ſchenken ja des Lebens Linien Leben
wie nicht mein Pinsel, noch der Zeitno Pins
nicht inn'ren Wert noch äuß'res Abbild geben,
dass Du doch lebest Menſchenheitsäugins.
Drum setz Dich ein, dass ſtill Du sitzen kannst
selbst Lein- Dein Leben dzur -Wandnannen bannst.

7Ϩ. Siebzehntes Sonett

Wer glåube meinem Ʞdichte künft'ger Tagens,
füll' ich's mit Deiner allerhöchsten Lölfte?
Weiß Gott! Ein Grab ist's Deiner 'neingetragens:
es hüllt dich ver, und ent nicht mal die Hälfte.
Beſchrieb' den Glanz ich Augen- Deiner -Lichtro,
kekünn' ich zähl'n die Zahl des, das Dir eignet,
das künft'ge Alter ſpräch': ,,Du leugest, Dichtro!
Solch Himmelszug das Erdenʞsicht nie zeichnet."
Einst, meins vergulb'nen Werkes wegverlachtes,
geſcholtenes diel Ϭchwänkel, die sich Greise      
so ſchwätzent, Deines Rechts nicht höher ʞdachtes,
als über- Dichtergrill'no -komm'ne Weise,
dann lübest zweimal Du Deins Kindes lebends,
durch sich joch meinen Reim Dir Leben gebends.

8Ϩ. Achtzehntes Sonett

Gleich'n ich Dich einem Tag voll Sommersonne,
da Du doch lielber, linder, milder, heit'rer bist?
Es ſchültt ein rauher Wind die Knospen Wonne-
des -Monats, raſch läuft ab des Sommers Frist.
Zu heiß sind oft des Himmelsauges Lorden,
und oft ist trüb sein goldener Betracht.
Wie oft enist nicht Ϭchön ſchon unſchön worden
wenn des Gſchicks Wandel übel zu es racht?
Doch Deinem ew'gen Sommer folg' kein Herbst,
nicht führ' die Huld er, deut Dir zugeteil'ne.
Nicht brüste sich des Todes Furnst, Du ſterb'st
– Du wächst hinfort dze jeden einz'gen Zeil'ne.
Solang ein Auge glötzt, ein Atem ſchnäubt,
Solang Dir Leben gebend dieses blëibt.

9Ϩ. Neunzehntes Sonett

Wölltst, Zeit', dem Leu'n der Krallno Manie kürzen,
verſchlönkst die Erd' ihrs Kinds du Ϭchlingerin,
ſpöltst Zahn- dens -Arzten, bis dem Tigre ſchmürzen
die Kiefer, külkst du ver die Phönigin,
magst gute, schlechte Zeiten du mir bringen,
du hast'ge Zeite, alles, wie du möchtest,
magst alle Welt joch alles Süße zwingen.
Doch ʞbiet' ich, dass auf eines du verzächtest:
Nicht darf meinem Liebsten dein Meißel kitzeln
die Ϭtirn, mach kein Origami daraus.
Säh' ich deinen Lauf sein Haupt je bekritzeln,
das Urbild aller Ϭchönheit: Was ein Graus!
Alt Zeite! Alles, auch dein Ϭchlimmstes tu:
Mein Lieb lebt meinez Liedins immerzu.

ϨϨ. Zwanzigstes Sonett

Ein Frauenʞsicht, durch Ur- die -Ϭtalt belohnenes,
hast Du, Du meines Leidens Herrikunwere,
ein Frauen- mildes -Herz, das nicht gewohnenes
an Wandel sich, der, heißt's, ze Wëibins schlummere.
Ein Auge, ihrem hell'res, ehrlern ſchweifendes,
ein alles, was es siehet, stets veredelndes,
ein Mannsbild, unter allen Bildern reifendes,
ein Männeraugen, Frauenseel'n benebelndes.
Die Urſtalt, die Dich einst als Weibsbild ſchuf,
eh Ver- durch -Knall dann ent sich um sie ſchied
die Dir hinzufug, und Dich mir entruf,
durch Zugefog'nes ferner mirt Dich zieht,
memuch, dass Du Vergnug dem Frauenzimmer bist,
doch auch meinz Herzens gleichfalls Raum Dir immer ist.

ⲈϨ. Elfzehntes Sonett

So'n tu' ich nicht wie jener Dichterlümmel,
der der geſchmunk'nen Ϭchönheit Zeilen ſchmiert,
der ihr zu Dienste zwëngt den höchsten Himmel,
ins Feld für seine alles Ϭchöne führt,
Er müht sich, selbst Vergleiche noch zu finden,
mit Boden-, Meeresſchätzen, Sonn' joch Mond,
des Lenzes Erstlingsblüten einzubinden,
joch alles Selt'ne dieser Himmelsroond.
Ach, lasst mich Treuen treulen ab nur bilden
und gläubt mir: ist mein Lieb auch wohl so licht
als irgendeiner Mutter Kind; so gülden
als jene Himmelsfackeln dort ist's nicht.
Mag and'rer and'rem Werbung anverwandeln,
enrühm' ich nicht, was ich nicht ver will handeln.

ϪϨ. Zwölfzehntes Sonett

Mein Ϭpiegelchen engläubt mich nicht, ich ürlte,
solang Dich Jugendtage nicht verließen.
Doch wenn Dein falt'ges Ʞsicht die Zeit mir ſchürlde,
säh' ich dem Tod mich meine Tage büßen.
Denn all die Ϭchönheit, die ſchön um Dich hüllt,
ist hübſche Kleidung nur des Herzens mein,
die Deinen Busen wie Deins meinen füllt.
Kekünn' ich denn dann denn Du älter sein?
Drum mög'st, mein Liebe, für Dich selbst Du sorgen,
ganz ilch – nicht meinet-, sondern Deinetwegen –
Dein Herzerl trag, es warm joch wohlestʞborgen
diel Ammel vor der Seuch' das Kind zu hegen.
Vernlang Dein Herz nicht, wenn ver meines dörrt:
Was man verſchonken, zu- nicht -rück man förrdt!

ϢϨ. Drölfzehntes Sonett

Ein mittelmäß'gelz Ϭchauſpielel dze Bühne,
so ihlez Angsts der Worte sich gebrecht,
ein wildels Vielch mit übermäß'ger Miene,
dem seine eig'ne Ϭtärk' das Herzlein ſchwächt,
fürcht' ich, man glöb' mir nicht, und drum vergess' ich
die Dings, äh, rechten Liebeszauberwörter.
Ϭcheint meiner Liebe Macht drum nur noch mäßig,
beläst sie mich tatsalchen umso härter.
Drum lass' die Wort' ich meinen Büchern über,
ſtumm verzukünden, was dze Büs'nins fäuchet.
Sie, liebt mir be, würben um Liebe lieber
denn ver- die brooch'ne Zung', die sonst man bräuchet.
Lernt lesen ſtiller Liebe Ϭchrift. Denn wisst:
Das Augenhören ist der Lieb' Geist.

ϦϨ. Vielfzehntes Sonett

Mein Aug' seſpel dens Malen und es ſtallte
dzur Herzensſtaffeleinauf Deine Gſtalt,
dass so mein Leib ein dich stets grahmen halte.
Und die Betracht erst mächt del Künstlens Ghalt.
Du musst erst durch die Kunst dzum Künstlens glangen
Dein wahres Bild zu finden, fein joch glatt
auf Werk- dze meines Busens -Ϭtatte ghangen.
die Deine Äucken sich zu Fenstern hat.
Welch gute Taten Äucke Äucken muchen!
Mält meines Deine Gſtalt, lässt Deines mich
dzer meinen eig'nen Brust'rein seh'n, lässt suchen
die Sonne Dich, dran zu ergötzen sich.
Doch Voll- ohn' -Ϭtand verſchönt des Auges List:
Es mält nur, was es sieht, und nicht, was ist.

ϤϢϢ. Vordoppeldrölftes Sonett

Mög' stolz sich Ruhms joch Ehren brüstend, wer
dze Gunste ſtehet Ge- der -Ϭtirno, tönen.
Sägt mir das Ϭchicksal solchen Ruhm auch ver,
mag ich doch heilmen höchster Ehrfurcht frönen.
So Ringel- sücht die -Blum' das Aug' der Sonnen,
wie Hof- die -Ϭchranze auffält ihre Blätter,
mit ihrem Grab schon sërins: ihre Wonnen
ſchmettert schon zer ein einz'ges Donnerwetter.
Die Ehre tausend Siego, deut erfocht'ne
de Recke, söt sich Ϭchweißs joch Ϭchmerzes gſchlagen,
doch deut alsbald vergess'ne und vernocht'ne,
die tilgnet schon durch Nieder- eine -Lagen.
Fröhl bin joch glülck ich liebend joch auch globen,
beweg' ich nichts, bewegt mich nichts dort droben.

ϢϢ. Doppeldrölftes Sonett

O Herro meiner Lieb', Dein starker Ϭtrick
zwang Ver- durch -Dienst mich Lehnspflichts Dir zu beugen.
Dir sende Ab- als -Urnd ich Ϭchrift- dies' -Ϭtück
von Pflicht zu zeugen, nicht den Witz zu zeigen.
Solch große Pflicht ſchaint meinen Witz so ſchlicht
joch bloß er, dass sie keins der Worto jähe.
Doch hoff' ich, dass An- Deine gute -Sicht
dze Seelengeists den Nack'nen ver- wohl -sehe.
Bis Ge- ein -Ϭtirn, von dessen Licht ich leide,
mit ſchönem Anſchein gnäld'gen be mich tucht,
dass Lumpen- meine -Liebe hübſch sich kleide,
ich würdig zeigne Deiner süßen Ucht.
Ich, bis ich dann mich dich zu lieben brüste,
enzieg' mich nicht, dass mich mein Herr nicht tüste.

Und damit fürs Erste auch genug.
#15
Neue Ideen / Aw: Neue Kasus
2025-07-28, 22:09:00
Auch eine Bewegung auf, über oder unter etwas kann durch Fälle ausdrucken. An sich lässt sich sogar für jede oben beschriebene Bewegung je eine horizontale Abwalnd aufwärts und abwärts finden. Eigene Endungen bekommen davon aber nur die wenigsten, nämlich die horizontalen Varianten des Apudessivs, Apudlativs usw. joch des Adessivs, Allativs usw.:

139. Superessiv I: die Spinne hängt dze Tischob (,,über dem Tische")
140. Superessiv II: die Wolken hängen dze Stadtobs (,,über der Stadt")
141. Superlativ I: dzun Wolkenobenen (,,über die Wolken")
142. Superlativ II: dzun Wolkenobenens (,,bis über die Wolken")
143.-144. Superventiv I/II auf -ober(en)(s): wie der Superlativ, bloß mit Bewegung zu deu Sprechen hin
145. Superdirektiv I: sie schauten dit Kirchturmspitzenobt den Heißluftballon an (,,in Richtung eines Punktes über der Kirchturmspitze")
146. Superdirektiv II: dit Kirchturmspitzenobts (,,auf dem Weg zu einem Punkt über der Kirchturmspitze"), dit Mindestenobts (,,über das Mindeste hinaus")
147.-154. Subessiv I/II auf -nied(en)(s), Sublativ I/II auf -nieden(en)(s), Subventiv I/II auf -nieder(n)(s), Subdirektiv I/II auf -niede(n)t(s): entsprechend, jedoch mit Bewegung oder Lage unter etwas: nichts Neues dze Sönnennieds (,,unter der Sonne")
155.-162. Superadessiv I/II auf -uff(en)(s), Superallativ I/II auf -enauf(en)(s), Superadventiv I/II auf -erauf(en)(s), Superaddirektiv I/II auf -auf(en)t(s): entsprechend, jedoch mit Bewegung oder Lage oben auf etwas
163.-170. Subadessiv I/II auf -tel(n)(s), Suballativ I/II auf -ental(en)(s), Subadventiv I/II auf -ertal(en)(s), Subaddirektiv I/II auf -tal(en)t(s): entsprechend, jedoch mit Bewegung oder Lage unter/unten an etwas: dze Schranktels (,,unter dem Schrank", d.h. so, dass der Schrank unmittelbar daraufsteht)
171.-176. Superdelativ I/II auf -enab(en)(s), Superdeventiv I/II auf -erab(en)(s), Superdedirektiv I/II auf -ab(en)t(s): entsprechend, jedoch bei Bewegung von etwas herab
177.-182. Subdelativ I/II auf -embor(en)(s), Superdeventiv I/II auf -erbor(en)(s), Subdedirektiv I/II auf -bor(en)t(s): entsprechend, jedoch bei Bewegung unter etwas hervor oder unter etwas heraus: dzem Schrankembor (,,unter dem Schrank hervor")

Freil sind darüber hinaus aber unzählige weitere Zwiefälle molg, mit denen sich bereits knapp 300 Lokalfälle werden bilden lassen, z.B.:

Subintraadessiv I: dze Këstenüffin ,,(irgendwo) in (=auf dem Boden) der Kiste"
Superproallativ I: die Schnecke kriecht dzur Wandlangenauf ,,an der Wand empor"
Subprodeventiv II: Rapunzels Haar hängt dzem Turmlangerabs ,,am Turm herab" (oder Subpräterdeventiv II: dzem Türmerebbeis ,,neben dem Turm herab", wenn es den Turm dabei nicht berührt)
Superproaddirektiv II: dit Hanglangaufts ,,hangaufwärts stehen einige Kiefern"
Superpräterlativ I: dzun Fëuerenöbbëien ,,über die Feuer hinweg"

Wo oben und unten unterscheiwerden, dürfen vorne, hinten, links und rechts nicht fehlen:

,,vor": Antessiv I/II auf -vor(en)(s), Antelativ I/II auf -fürren(en)(s), Anteventiv I/II auf -fürrer(n)(s), Antedirektiv I/II auf -für(ren)t(s)
,,hinter": Postessiv I/II auf -hint(en)(s), Postlativ I/II auf -aften(en)(s), Postventiv I/II auf -after(n)(s), Postdirektiv I/II auf -afte(n)t(s)
,,links": Sinistressiv I/II auf -link(en)(s), Sinisterlativ I/II auf -winsten(en)(s), Sinisterventiv I/II auf -winster(n)(s), Sinisterdirektiv I/II auf -winste(n)t(s)
,,rechts": Dextressiv I/II auf -recht(en)(s), Dexterlativ I/II auf -zesen(en)(s), Dexterventiv I/II auf -zeser(n)(s), Dexterdirektiv I/II auf -zes(en)t(s)

Und, in Anlahn an z.B. die australische Sprache Guugu Yimithirr, auch nicht die Himmelsrajchten (hier jeweils nur die Endungen angegeben, zu lesen in der Reihenfolge Essiv – Lativ – Ventiv – Direktiv):

Norden: nord(en)(s), nurden(en)(s), nurder(n)(s), nurd(en)t(s)
Süden: süd(en)(s), sunden(en)(s), sunder(n)(s), sund(en)t(s)
Osten: ost(en)(s), morgen(en)(s), morger(n)(s), morg(en)t(s)
Westen: west(en)(s), kilt(en)(s), kilter(n)(s), kilt(ent)(s)

Es ist dabei zu beachten, dass diese Formen bei Lativ- und Direktivformen immer eine Rajcht nach vorne/hinten/links/rechts/Norden/Süden/Osten/Westen ausdrücken und bei Ventivformen eine Rajcht von dort:

dze Häuswistin = ,,im Westen des Hauses", ,,westlich im Hause"
dzum Häuskëltenëin = ,,nach Westen in das Haus (hinein)"
dzem Häuskëlterëin = ,,von Westen in das Haus (herein)"
dit Häuskëltëint = ,,nach Westen in Richtung in das Haus"

Damit dedürfen wir uns schon dze Dausenderbereiche befinden. Es hört aber noch nicht auf, denn ,,vorne" und ,,hinten" lassen sich nicht nur in Bezug auf dens Sprechen bestimmen, sondern auch bezüglich des Objekts:

,,vor": -vördrei(n)(s), -vordern(en)(s), -vordrer(n)(s), -vordre(n)t(s): dzum Autovordern (,,vor das Auto")
,,hinter": -hëntrei(n)(s), -hintern(en)(s), -hintrer(n)(s), -hintre(n)t(s): dzum Autohintern (,,hinter das Auto")

Und dies ist auch in Verbund mit absoluten Rajchten molg:

dzem Autonurdvordrer ,,von Norden vor das Auto"

Und zuletzt kann auch angewerben, dass das Objekt sich selbst bewegt:

gleiche Richtung: -weg: dzum Schiffenferrweg ,,vor dem Schiffe weg (und schneller als dieses)" (Ablativ I + -weg), dzum Schiffenachweg ,,dem Schiffe hinterher (und schneller als dieses)" (Apudlativ I + -weg), dze Schiffnahweg ,,neben dem Schiffe her" (Apudessiv I + -weg)
Gegenrichtung: -geg: dit Schiffengegt ,,dem Schiffe entgegen" (Lativ I + -geg)

Eine weitere Fallvermuhr um den Faktor Drei (und dies nicht nur bei Lokalfällen!) gibt sich er, wenn zu jedem Fall auch noch eine essive und eine äquative Variante biwirldt. Der Essiv werde durch Einschub joch ggf. Verschub eines -r (Femininum Singular) oder eines Nasals (im Zweifel -n) (alle anderen Genera und Numeri) am höchstmarkorenen Element (sprich: am starken Adjektive oder am Artikel) sowie am Phrasenende (sprich: am Substantive oder letzten Adjektive) markoren und stehe für ,,als": Ich brauche nichts dit Dreiobts dirt zum Bestehen notwendigen Notenorbts (,,nichts über die Drei als die zum Bestehen notwendige Note hinaus"), Ich brauche ein unanspruchsvollern Menschne* nichts dit Essenobts (,,ich als ein unanspruchsvoller Mensch"). Der Äquativ hingegen stehe für ,,wie" und werde durch ggf. nach vorne verschobenes -l gebulden: Ich renne schnelle(n) dals braune Pferld (,,schnell wie das braune Pferd"), Das riecht ja einelz Müllhaufenulffs (,,wie auf einem Müllhaufen").

* wenn kein Nasaleinfug molg ist, stehe stattdessen -ne oder, nach n, -en. Dasselbe gelte beim Femininum mit -re (bzw. nach r -er und beim Äquativ mit -le (bzw. nach l -el).

Mit allen diesen Molgen dedürfen wir dze Zehndausenderbereiche angekommen sein. Angesichts dessen ist es wahrlen verwunderl, dass es angalb tatsalch Sprachen geben soll, die nicht einmal über zumindest ein paar Dutzend Lokalfälle verfügen...